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Ausgabe:

1897

Spalte:

209-211

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Dalman, Gustaf

Titel/Untertitel:

Aramäische Dialektproben 1897

Rezensent:

Kautzsch, Emil

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. Schürer, Prof. zu Göttingen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark

N°- 8. 17- April 1897. 22. Jahrgang.

Gotamo Buddho's Reden, überf. von Neumann,
I. Bd. (Oldenberg).

Dalman, Aramäifche Dialektproben (Kautzfeh).

Philonis Alexandrini opera edd. Cohn et Wendland
, vol. I (Heinrici).

Ruzitschitsch, Das kirchlich-religiöfe Leben
bei den Serben (Kattenbufch).

Kirn, Ausgangspunkt und Ziel der evangelifchen
Dogmatik (Kaftan).

CcoloCCfBe"nthT°VO P°ema 1311110 dcll° XI se' I Strümpell, Abhandlungen zur Gefchichte der
H •_ J~Tt™ t-, Metaphyfik, Pfychologie und Religionsphilo-

He.mbucher D.e Orden und Kongregatmnen f (n Deutfchland frf, Leibniz (Kaftan).
der katholifchen Kirche, 2 Bde. (Grützmacher). v v '

Harris, Moral evolution (Kaftan).
Brightman, Liturgies castern and western,

vol. Ii Eastern liturgies (Achelis).
Rule, The Missal of St. Augustin's Abbey

Canterbury (Achelis).
Faber, Licht und Heil, Predigten (Achelis).
Bornemann, Zu Freiheit und Frieden, religiöfe

Reden (Achelis).

Gotamo Buddho's Reden aus der mittleren Sammlung Targumausgaben für den Gebrauch in akademifchen Vor-

Majjhimanikayo des Päli-Kanons. Zum erften Mal überf.
v. Karl Eug. Neu mann. I. Band. I. Halbhundert.

lefungen ift immer mit Schwierigkeiten verbunden, und
begnügt man fich mit den fchlechten Wiener Drucken,
fo fehlt doch das Wörterbuch. Merx' chrestomathta tar-

Eeipzig (W. Friedrich), 1896. (XXIV, 568 S. gr. 8.) gumica enthält zwar gute Texte fammt emem Wört'er-

M. 30. t buch, ift aber für den akademifchen Gebrauch fchon zu
Ein weitausfehender Plan, die 152 Reden diefer ^euer Dalman bietet Proben aus dem gefammten Be-
grofsen buddhiftifchen Redenfammlung, darunter eine des palafhnifchen Aramäifch und zwar Stoff genug

Anzahl der wichtigften aller buddhiftifchen Reden über- fuf™" bemefter, wenn daneben auch dte Grammatik
haupt, durch eine Ueberfetzung dem weiteren Leferkreis : 01 lt eingeprägt werden foll. Als judäifche Proben wer-
zugänglich zu machen. Aus jeder Seite der Arbeit den £aef£ >a"e Dokumente« (die Paftenrolle, drei Briefe
fpricht die Begeifterung des Ueberfetzers für feine Auf- | von Rabban Gamaliel, ein Ehekontrakt und ein Scheidegabe
, und es darf anerkannt werden, dafs diefer Be- [ bnet) mitgetheilt, fodann Gern 3, 15. 49, 10 f. und Nu. 24,
geifterung der Erfolg nicht verfagt geblieben ift, den Sinn 1 '7~24 m dreifacher Geftalt {Onkelos, Jeruschalmi I u.ll);
wie den Ton des Originals im Ganzen glücklich wieder- ! aus dem Prophetentargum Je f. 9, 5 f. Ii, 1—5. 52, 13-53.
gegeben zu haben. Im Einzelnen wird man freilich feine ; 2' MI- 5. 1—3- Jen 23, 5 h Sach. 6, 12 f. 9,9. 12, IO, aus
Referven machen muffen. Es klingt wie auf Neumann den Hagiographen Cant. 7, 13—8, 5. Der Midrafch Echa
gemünzt, wenn Senart vor Kurzem die treffenden Worte durcn °> Berefchith rabba durch 2, Vajjikra rabba

ausfprechen konnte: ,Le disir de retrouver dans l'Inde ,UTC" 3; der Jeruf. Talmud durch 3, der Babylonifche
des pensees modernes qui y auraient ete devaneees de taut I durc b .ine.,1 y°be vertreten. Von Handfchriften find 13
de Steeles, fall des ravages fachen*. Ueberwiegend des.?™j Mufeums aus dem 14—17. Jahrh., ferner Cod.
latent, aber in manchen Punkten fehr tiefgehend find die b°clm 84 (den Dalman, obfehon zweifelnd, erft ins
Einflüffe, welche Neumann's feftgewurzelte Neigung, Kant • iö. Jahrh fetzt) und noch drei andere benutzt; aufser-
und Schopenhauer im Buddhismus wiederzufinden, auf ,?m 10 Drucke aus der Zeit von 1491-1591, darunter
feine Ueberfetzung geübt hat. Möchte es ihm gefallen, d,e ed- von babb.oneta im Ongtnaldruck von 1557.
durch ficherere Entwicklung feines philologifchen Könnens, ] Dafs der Verf. laut pag. VI des Vorworts auf die
feines hiftorifchen Urtheils ein Gegengewicht gegen jene Herftellung eines vermeintlich ,urfprünglichen' Textes
Neigung in fich zu fchaffen. Möchte er in der Port- verzichtet und fich lediglich mit der beftmöglichen Säu-
fetzung feiner verdienftlichen Arbeit fich auch entfchliefsen, berung einer der vorhandenen Recenfionen begnügen
die gegenwärtig in der äufseren Porm vielfach fich her- j will, wird jeder Kundige billigen. Zudem zeigt der in
vordrängende Subjectivität zurücktreten zu laffen, wie fie j den Noten reichlich mitgetheilte Apparat, welches Main
der nicht feltenen Wahl gefuchter, der Schlichtheit terial für die Gewinnung der rechten Lesart vorhanden
des Originals wenig angemeffener Ausdrücke (z. B. freis- | war. In Betreff zweier Punkte möchte ich jedoch für
lieh, Abwärtling, durchwonnigen, luftentpflegt) zur Er- 1 eine eventuelle 2. Auflage dringend ein anderes Ver-
fcheinung kommt. fahren empfehlen. Verfaffer hat bei fämmtlichen Peri-

Sehr dankenswerth find die lndices. Die Ausftattung kopen, die aus den jemenifchen Handfchriften des Bri-
ift glänzend tifchen Mufeums flammen, die dort verwendete obere

oder babylonifche Punktation in die uns geläufigere ti-
Kiel. H. Oldenberg. berienfifche umgefetzt, mit Hinzufügung der Dagefch-
______._.----- Punkte und mit Unterfclieidung des Pathach und

, _. 1 11 , tt ftiioi„, Seg°U fovvie der Chateph und des einfachen Schewa
Dalman, Prof. Guft., Aramäische Dialektproben. Lefeftucke mobile Eben damit ift aber etwas Fremdartiges in das

zur Grammatik des jüdifch-paläftinifchen Aramäifch, ; Syftem eingetragen und der eigenthümliche^Eindruck
zumeift nach Handfchriften des Britifchen Mufeums der babylonifchen Punktation zerftört. Eine Nöthigung
mit Wörterverzeichnis herausgegeben. Leipzig, J. C. d*zu vermag ich nicht einzufehen Ein bei W. Drugulin
u. . , 0 fz /vTi rfk ■< „P gl M 1 80 gedrucktes Buch wurde durch die Verwendung der nch-

Hmr.chs, 1896. (XII, 56 S. gr. 8.) I'8° tigen Typen kaum theurer geworden fein, und wenn

Prof. Dalman hat fich durch diefe Ergänzung zu Verfaffer blofs für die Bequemlichkeit der Lefer forgen
feiner trefflichen Grammatik des paläftinifchen Aramäifch : wollte, fo hätte er damit den Weiterftrebenden keinen
abermals um die aramäifchen Studien ein Verdienft er- : Gefallen gethan, da fie fich hinterher doch in die obere
worben. Die Befchaffung von einigermafsen brauchbaren | Punktation einlefen müfsten.

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