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Ausgabe:

1896

Spalte:

418-419

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Schechter, S.

Titel/Untertitel:

A Fragment of the original text of Ecclesiaticus 1896

Rezensent:

Nestle, Eberhard

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. SchÜreP, Prof. zu Göttingen.

V f Vi ' Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark,

N9j 16. i. Auguft 1896. 21. Jahrgang.

YVright, Was Israel ever in Egypt? (Siegfried).
Schechter, A fragment of the original text of

Ecclesiasticus (Neflle).
Acta martyrum et sanctorum ed. Bedjan t. VI

(Neftle).

Histoire de Mar-Jabalaha ed. Bedjan (Neflle).
Martens, Gregor VII, fein Leben und Wirken,
2 Bde. (Hauck).

Sacerdote, Deux Index expurgatoires de livres

hebreux (Reufch).
Lobftein, Die Lehre von der übernatürlichen

Geburt Chrifti, 2. Aufl. (H. Schultz).
Lobftein, Die altkirchliche Chriftologie und

der evangelifche Heilsglaube (Derf.g
Salmond, The Christian doctrine of immorta-

lity (Clemen).
Uhlhorn, Tägliche Andachten (Drews).

Zimmermann, Für ftillle Stunden (Drews).
Monatsfchrift für Gottesdienft und kirchliche

Kunft, hrsg. von Spitt a und Smend, 1. Jahrg.

(Köftlin).

Feftfchrift zur 250jährigen Jubelfeier des Pegne-
fifchen Blumenordens, hrsg. von Bifchoff und
Schmidt (Kauffmann).

Dechent, Goethes Schöne Seele, Sufanna Katharina
von Klettenberg (Kauffmann).

Wright, G. H. Bateson, D. D., Was Israel ever in Egypt?

or, a lost tradition. London, Williams & Norgate,
1895. (XXIII, 382 S. gr. 8.) Geb. 7 s. 6 d.

Warum der Verfaffer feinem Buche gerade diefen
Titel gegeben hat, ift uns nicht klar geworden. Der
Stoff wenigftens geht weit über den hier gezogenen
Rahmen hinaus. Wenn wir auch nur das Inhaltsregiffer
von p. VII—XXIII der Einleitung mit feinen 409 Paragraphen
hier abdrucken wollten, würden wir einen grofsen
Theil diefer Nummer der Theolog. Literatur - Zeitung
füllen. Im Allgemeinen haben wir hier eine Art wiffen-

ahnen, VIII fpeciell von der Exodusüberlieferung [was
Israel ever in Egyptr], IX von den Parallelen isra-
elitifcher und chinefifcher Gefchichte und Religion, X von
der altteftamentlichen Ueberlieferung und der hiftorifchen
Wahrheit. —

Jena. C. Siegfried.

Schechter, S., A fragment of the original text of Ecclesiasticus
. The Expositor, July 1896, p. I —15. (London,
Hodder and Stoughton.) I s.

Mit erfreulicher Rafchheit hat der verdiente Lector
fchaftlicher Kritik israelitifcher Gefchichte vom Strand- des Talmudifchen in Cambridge das Blatt des hebräifchen

punkte moderner Forfchung aus, doch nicht in der Form
ruhiger wiffenfchaftlicher Entwickelung, fondern effay-
iffifch, tumultuarifch, an die Mengen des Details üch ver

Sirach, das Mrs. Lewis in diefem Frühjahr in Paläftina
erworben und das Schechter als Fragment des hebr.
Sirach erkannt hat, den gefpannten Mitforfchern vorgelierend
, mit vielen eingeftreutcn etymologifchen Hypo- j j . Es erweift 'f,ch lehrreicher, als man erwarten
thefen, unter denen neben manchem Anregenden auch 1 bonnte

viel Abenteuerliches und Unmethodifches fich findet wie , Itlder Academy vom l6. mai d. t „ab mrs. lewis
die Fälle Abraham = pater Orchamus S. 174). Isaak , jm Brüish WeM VQm 2I ihre Sch^elfer und Reife '
= isch Jiska S. ip) Ismael vgl. Semele [isch s mol der [ fahrtin Mrg_ Gibfon dje erfte Nachricht VQn dem Erw^h
Mann von Links, des Nordens) S. 181 f. u. dgl. mehr be- , und def IdentificjrUng des Blattes (vgl. meine Mittheilung
weiuen- | in der Allg. Zeitg., Beilage 116 vom 20. Mai); feine 34

Aehnlich zeigt fich auch in der fachlichen Kritik Doppelzeilen find theilweife fchmerzlich verftümmelt;
neben manchen gut begründeten Urtheilen wie z. B. in | aber Schechter's Erfahrung hat entziffert — das wird
dem Abfchnitt über die Genealogien des Chroniffen j man annehmen dürfen, auch ohne ein Facfimile gefehen
S. 66—90 viel wilde Hypothefenfucht; fo in der Anficht 1 zu haben — was zu lefen ift. Das Stück deckt fich mit
von dem Paffah als einem urfprünglichen Fefte der Flufs- , C- 39, jj (nacn anderer Zählung V. 20) bis 40, 7 unterer
Übergänge (S. 106 ff.), in den Parallehfirungen zwifchen j bisherigen (griechifchen, lateinifchen, fyrifchen) Texte,
hebräifcher und chinefifcher Religion und Gefchichte 1 bajd dem einen, bald dem andern, bald gar keinem recht
(S. 283—314) u. a. m. I gebend, die bisherigen Aufftellungen theils glänzend be-

Einen Ueberblick über den Gang feiner Beweis- | ftätigend, theils widerlegend,
führung giebt der Verfaffer recapitulirend am Schlufs j Schon die Orthographie ift intereffant; von Vocal-
auf S. 318 ff., wo manche gute Bemerkung über das Ver- | buchftaben wird mehr Gebrauch gemacht, als in unfern
hältnifs hebräifcher Sagenbildung zur Gefchichtfchreibung j mafforetifchen Handfchriften; "z. B. fO'n (Jubel), D^E
fleht. S. 329fr. fpricht er fich über die innere Wandlung 1 (Saiten), tÜ^HS (Schlaf), tpis (Bedürfnifs); für letzteres
feiner früher confervativen bibelkritifchen Anfchauungen | an einer Stelle (Z. 23) am Rand die andere Orthographie
aus. — Ein längerer Anhang handelt über die alttefta- ; JH. Die meiden anderen Randnoten — auch dies höchft
mentliche Lehre von der Unfterblichkeit, wo aber dem l intereffant — find fachlicher Art, Varianten, wohl aus
Verfaffer die neueften deutfchen Arbeiten über diefen ' anderen hebräifchen Handfchriften, nicht etwa aus der
Gegenftand von biblifch-theologifcher und affyriologifcher ; griechifchen oder fyrifchen Ueberfetzung uns bietend.
Seite unbekannt geblieben find. — Wir geben hier nur ; Die Sprache zeigt im Wortfehatz, weniger in der
noch kurz den Inhalt der 10 Capitel des Werkes an: 1 Flexion, Annäherungen an das Neuhebräifche und Ara-
Cap. 1^ ift ein Effay über das Wefen und die Gefchichte ! mäifche: das oben genannte Spi (bisher nur einmal in
der Kritik, II handelt von hebräifcher Ueberlieferung | der Chronik), pDS> (ao%olia 40, i), dies fchon aus einem
und von der Aufgabe der Gefchichtsforfchung, III von j der talmudifchen Sirachcitate bekannt, rnnnn Neid und
der Behandlung der Perfonen- und Ortsnamen in der ' Streit (40, 5). Befonders intereffant ift innrn StHa =
hebräifchen Tradition, IV von den Genealogien, V von : ey roar/ir; acprjy.a, zu Papier bringen, fchriftlich hinter-
hebräifchen Feften und religiöfen Bräuchen, VI von den { laffen; und noch mehr wird Bickell erbaut fein; denn das
Unwahrfcheinlichkeiten in den hexateuchifchen Erzäh- Stück beftätigt in der Hauptfache feine Theorie vom
lungen, VII von der Etymologie der Namen der Stammes- I rythmifchen Charakter des Sirach-Textes. An Correc-
4U 4l8