Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1896 Nr. 13

Spalte:

341-344

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Anecdota Oxoniensia. Semitic Series, Vol. 1

Titel/Untertitel:

part IX 1896

Rezensent:

Rahlfs, Alfred

Ansicht Scan:

Seite 1, Seite 2

Download Scan:

PDF

34i Theologifche Literaturzeitung. 1896. Nr. 13. 342

A Concordance to the Septuagint and the other Greek Versions
of the Old Testament (including the Apocryphal
Books) by the late Edwin Hatch, M. A., D.D., and
Henry A. Redpath, M. A., assisted by other scho-

fyrifchen Literatur, und zwar zunächft wieder einige
Bibelfragmente, diesmal fämmtlich aus dem Alten Tefta-
mente (aus Exod. 28. Kön. I 2. 9. Hiob 22. Weish.
Sal. 9 f.), fodann aber auch Stücke aus einer Sammlung
von Homilien. Die beiden Blätter, welche Exod. 28,_l2

lars. Part. V. DJvoetJ'iov — nonnihov, Oxford, und Weish. g8 _ I02 enthalten, gehören in jeder Beziehung

Clarendon Press, 1896. (p. 937—1208. 4.) 1 guinea.
Wie in jedem der letzten vier Jahre (1892—95), fo

mit den fünf früher veröffentlichten zufammen: fie alle
find Palimpfefte, deren obere Schrift ein nach Neubauer's
Schätzung dem 12. Jahrh. angehörendes Hebräifch ift;

ift auch in d.efem wieder eine neue Lieferung der von t m£m fand fie fämmtljch m an Underground Chamber^
Hatch begründeten und von Redpath fortgeführten , ^ ß t„ Cal when tjfe Sltc was cUared

Concordanz zu den LXX erfchienen (f unfern erften ^ ^ ^ hläuü; (g } jetzt find fie im
Bericht Theo] Litz g 1892 369, unfern letzten^S£7$ ; Befltz der ßodleima. Die übrigen Stucke gehören dem
Der Druck ift damit fo we,t vorgefchritten, dafs vermuth- , Katharinenklofter auf dem Sinai* die Stückchen aus Kön.
heb. nur noch IV, Lieferungen vom Umfang der b s- find palirnpfeft: über dem paläftinifchen

Trgt? ferfordrrhch h"' Um j ;Xr Vi^r I Syrifch flehen Apokryphen in edeffenifchem Syrifch und

Abfchlufs zu bringen. Auch hier wird wieder Vieles | ^ wjeder ^ ™bi[ches prophetologion? (S. 3l) *

K".*38. bei TI0nim,USa "'t iV ° Cr r m Z 1 doch konnte Stenning nur einige Zeilen lefen, befonders
Vol lftandigke.t zu finden .ft Ich vervveife nur auf die I n „ wq keinB edeffenifches Syrifch darüber ge-
Partikeln on ov Ueberrafchend ift wieder fchrieben V die Fragmente aus Hiob und der Homilien-

die erofse Zahl hebraifcher Worte, weiche von denEAA. , , r , 9 tt- ... , f , r . _.

r b, r t~- r u 1 • c ■ r u '„ fammlung, die fich in Einbanden fanden, find nicht

beibehalten find. Ein uns fehr geläufiges, namlicn nuaya, ,. r s' , tt -i> r j- tt e

verdient für die Snrarhaefrhichte Paläftina's mehr Be- PalimPfe't, aber die Homihenfragmente, die an Umfang
verdient für die Sprachgelchichte Ealaltinas menr Be a,,e anderen hier veröffentlichten Stücke zufammenge-

achtung als es bisher gefunden hat. Wenn lchon die __.., rr r , , r r . ^ J> r

Tvvj t • j- r ru 17 m u,ka„ A;;r(*o nommen ubertreffen, find leider fo zerfchnitten, dafs

LXX durchgangig diefe aramaifche Form haben, fo durfte , . r„i„mä0 .a.h.. :n n„ r»--i. fti.

dies beweifen, dafs das Aramäifche feit Anfang des
3. Jahrh. in Paläffina herrfchend war. — Für das felt-
fame HI Jll (==XTTO) giebt die neue Concordanz fämmt-
liche Stellen, an welchen es bei Aquila, Symmachus,
Theodotion und den anderen Verfionen vorkommt. —
Die umfangreichffen Artikel diefer Lieferung find: 7iäg
(beinahe dreifsig Seiten mit nahe an neunzig Spalten);
TTCtTrjg (6 Seiten), noish' (14 Seiten), 716I1Q (6 Seiten).
Von diefen ift der erffgenannte Artikel bei Trommius
faff ganz übergangen. — In fprachlicher Beziehung ift
namentlich auch der bei Trommius fehlende Artikel orj«
lehrreich. Es giebt bekanntlich Puriften, welche meinen,
dafs auch im Neuen Teftamente der feine Unterfchied
zwifchen oöe und ofroc beachtet fei, und welche dem-
gemäfs fich abquälen, nirog überall auf das Vorhergehende
zu beziehen. Nun zeigt fchon ein Blick in die
neuteftamentliche Concordanz, dafs ods in der Sprache
des N. T. faft ausgeftorben ift. Abgefehen von 7 Stellen
der Apokalypfe mit der Formel rüde Ityei kommt es
nur noch 6 mal vor. Aber auch bei den LXX fleht es
faft ebenfo. Die neue Concordanz führt zwar unter dem
Artikel So*« eine recht grofse Zahl von Stellen auf. Aber die
Hauptmaffe bilden folche, an welchen die Formel tdds
Xiyet fleht. Ihnen gegenüber ift die Zahl der anderen
verfchwindend. Auch in der Sprache der LXX hat fich
alfo faft nur jene Formel erhalten. Im Uebrigen ift od'e
fo gut wie ausgeftorben.

So wird alfo die neue Concordanz dadurch, dafs fie
auch die Partikeln beachtet hat, der Grammatik und
Lexikographie des N. T. manchen Dienft erweifen.

Göttingen. E. Schürer.

Anecdota Oxoniensia. Texts, documents, and extracts,
chiefly from Manuscripts in the Bodleian and other
Oxford Libraries. Semitic Series. Vol. I, part IX. Bibli-
cal and patristic relics of the Palestinian Syriac Lite-
rature from MSS. in the Bodleian Library and in the
Library of Saint Catherine on Mount Sinai, edited

by G. H. Gwilliam, B. D., Fellow of Hertford Col- « Heifst das. b der

lege, Oxford, F. Crawford Burkitt, M. A., Trinity 2) ,/ niay mention, as a matter of curiosüy, that orte leaj appa

College, Cambridge, and John F. Stenning, M. A., ^BtMW Stenning, s. 31.

. ' r&,' 3 , Ule Iruner edirten btucke (aus Num., Deut., Pf., Prov., Hiob,

Senior Demy of Magdalen College, Oxford. Wlth Jef.) regiftnrte Gwilliam im 5. Theil der Anecd. O.Ton. S. XVI.

three facsimiles. Oxford, Clarendon Press, 1896. (114 ihm ^mS^Z^^J^ (S'- ,8)i dafs aUrh in ,d?m früher "

. _ r , . ^ j publicirten btucke aus Num. an einer leeren, refp. unleferlichen Stelle

S. 4. und 3 lateln.) 12 S. 6 d. vor c. 5, f.ch eine folche Capitelüberfchrift befunden habe. — Die

Wip frhnn im fünften Theile diefer Sammlung er- ^G™T-T^ ^ei,Exod- z83 üimmt übrigens zu den fonft bekannten
Wie lCtlon im iuniten ineiie Oieler Samm ung, er Zahlungen ebenfo wenig, wie die in dem Londoner Evangeliar f.ch fin-

halten wir im neunten wiederum einigeReftederpalaftmifch- denden Capitekahlen (vgl. Land, Anecdota Svr IV lat Text S 204

keine einzige Columne ganz erhalten ift. Der Dank für
die Entdeckung und Abfchrift der Homihenfragmente
gebührt Mrs. Agnes Bensly, der Gattin des verdorbenen
Robert L. Bensly, was ausdrücklich gefagt fein foll, da
ihr Name auf dem Haupttitel nicht mit genannt ift.

Die Herausgabe diefer Stücke war gewifs keine
leichte Aufgabe, und es ift fehr gut, dafs fich Gwilliam,
Burkitt und Stenning zu diefem Zwecke vereinigt haben;
ein Einzelner überfieht felbft bei gewiffenhafter Arbeit
nur zu leicht etwas, das lehrt auch die wichtige Lifte
von ,Additions and Corrections' zu der früheren Publi-
cation, die unferm Bande auf S. 107—110 beigegeben ift,
und aus der wir u. a. erfahren, dafs das, was Gwilliam
im 5. Theil der Anecd. O.von. S. 9I0 als 1z,as edirt
hatte, vielmehr R - heifst, und dafs ebenda S. 133

A^ ln xA-> S. I320 f- i-vjf1 y"^ v"2^ in >-vCs°V' V"^3

i_^i_o zu corrigiren ift. hreilich wird auch bei der ge-
meinfamen Arbeit kaum fchon alles ganz feftgeftellt fein,
aber die Wahrfcheinlichkeit ift doch immer viel gröfser,
und an Fleifs und Sorgfalt haben es die Herausgeber
offenbar nicht fehlen laffen.

Bei den Bibelfragmenten trifft es fich fehr gut,
dafs fie mit Ausnahme des Stückes aus Hiob gerade aus
folchen Büchern des A. T. flammen, von denen bisher
noch nichts bekannt war. Da aufserdem Mrs. Lewis auf
dem Umfchlag von ,Some pages of the fonr Gospels re-
transcribed from the Sinaitic Palimpsest' (London 1896)
die Herausgabe eines in ihrem Belitz befindlichen Lec-
tionars ankündigt, das aufser neuteftamentlichen Perikopen
auch Abfchnitte aus dem Pentateuch und den Propheten
enthält, fo werden wir demnächft Stücke aus faft allen
Theilen des Alten Teftamentes haben ;t). Befonders in-
tereffant aber find in den jetzt veröffentlichten Fragmenten
noch die vor Exod. 283 und Weish. iOj fich
findenden Capitelüberfchriften 4), da fie den Schlufs nahe
legen, dafs wir es wenigftens in diefen beiden Fällen
nicht mit Fragmenten von Lectionarien, fondern von
Handfchriften ganzer Bücher zu thun haben. Freilich