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Ausgabe:

1895

Spalte:

555-556

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Haupt, Paul (Ed.)

Titel/Untertitel:

The Sacred Books of the Old Testament. Part 3 1895

Rezensent:

Budde, Karl

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Seite 1

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555

Theologifche Literaturzeitung. 1S95. Nr. 22.

556

The sacred Books Of the Old Testament. A critical edition ! durch Randbuchftaben hervorhebt. Ueber die Einzel-

of the Hebrew text, printed in colors, with notes pre-
pared by eminent biblical scholars of Europe, and
America, under the editorial direction of Prof. Paul
Haupt. Part 3. Leipzig. Hinrichs, 1894. (Lex.-8.) M.2.50

Inhalt: The book of Leviticus by Prof. Canon S. R. Driver,
D.D., assisted by Rev. H. A. White, M. A. (32 S.)

Mit diefer zweiten Lieferung der Haupt'fchen kri-

heiten der Quellenfcheidung ift hier nicht zu reden, da
die Gründe dafür erft bei der englifchen Ueberfetzung
geboten werden follen. Im ganzen ftimmen die Ergeb-
nifse mit dem überein, was man am beften bei Holzinger
gebucht findet. Geftattet fei die Frage, ob die Einführungsformeln
23, 1 f. 9 f. wirklich, im Unterfchied von den
übrigen, durch fchwarze Ueberftreichung der Redaction
zuzuweifen, oder nicht vielmehr P zu belaffen waren;

m,u u.c.c. zwenen i-ieierung aer naupr. icnen kti- ferner ob das weifs gelaffene niff ^iX am Ende von 21,13
tifchen Jextausgabe des A. T. (vgl. zur erften 1893 IMr. 20 wirklkh Pj oder nic%t vielmehr durch gelben Ueberdrück

H zugewiefen werden follte?

diefer Zeitung) tritt das Unternehmen in vielen Beziehungen
in ein neues Stadium. Zunächft ift es nach Ueber-

Die Textkritik, die bei diefem Buche einer verhält-

windung der fehr bedeutenden Anfangsfchwierigkeiten I nifsmafsig kleinen Aufgabe gegenüberftand, ift im ganzen
m befferen Flufs gekommen fodafs dtefer zweiten Liefe- mjt aUe der Sorgfait und dem ruhig abwägenden Urtheil

rung bisher fchon drei weitere gefolgt find und fernere
in rafcher Folge erwartet werden dürfen. Sodann ift der
Druck von diefer Lieferung an der Officin W. Drugulin
übertragen, die zweifellos von allen beftehenden am beften
im Stande ift, allen Anforderungen und Erwartungen für
ein folches Unternehmen gerecht zu werden. Insbefon-
dere zeichnen fich die neu gefchnittenen hebräifchen
Typen nicht nur durch befondere Schönheit und Stilechtheit
aus, fondern fie ermöglichen auch dadurch, dafs
die Punkte angegoffen find, einen fo reinen und fehlerfreien
Satz, wie er ohne dies gar nicht zu erreichen wäre.
Es bedarf kaum der Erwähnung, dafs es der vortrefflichen
Officin Auguft Pries, die in der erften Lieferung
den Beweis ihres hervorragenden Könnens erbracht hat,

gehandhabt, die wir bei einem Driver gewohnt find. Nur
an zwei Stellen finde ich die Aenderungen Kautzfch's
weder gebilligt noch befprochen, beide Male, wie mir
fcheint, zu Unrecht. Es follte 6, 8 allerdings nach Sam.
und LXX (vgl. auch 1, 9 u. f. w.) vor nrTO rpn ein TOBX
eingefchoben werden, und nicht minder mufs man
4, 17 ohne andere Texteszeugen nach v. 6 verbeffern:
ain 152 nrtr DT3 Sonrt verbeffert Driver, den

Zielen diefes Werkes entfprechend, erheblich häufiger
als fein letzter Vorgänger. Dennoch darf man zweifeln,
ob es oft genug gefchieht, ob insbefondere den alten
Texteszeugen ihr volles Recht zu Theil wird. Folgendes
das Ergebnifs einer Nachprüfung nur an der Hand der
LXX für die Capitel 2 und 3. C. 2, 1 a. E. füge hinzu:

durchaus nicht zur Unehre gerecht, auf diefem befon- ^ n auch Sam., vgl. v. 6. 15; v. 6 a. E. hat LXX
deren Gebiete von W. Drugulin noch uberboten zu ! nQch ^Ti wenigfteils in Erwägung zu ziehen; v. 9 hinter
werden. Fugen wir hinzu, dafs auch der Farbendruck , LXX + fnrjH; v. 11 LXX räwn ftatt TOT/yn, im

noch vollkommener gelungen, dafs fammthehe Druck- • Zu£mmenhang vorzuziehen; v. 12 a.'E. LXX +-mtb,
Verzierungen nun in echt orientalischem Gefchmack ge- , zu ß und g w0 D d- f Zufatz aufnimmt

halten find, fo darf man das Ergebnifs dahin zufammen
faffen, dafs wir es von diefer Lieferung an mit wahren
Mufterleiftungen vom typographifchen Standpunkte aus

v. 13 LXX rrW ftatt TinbK; 3, 1 hinter lamp LXX +
rt1Vb; v. 2 hinter ,rant)1 LXX cod. B + TOTO i3fcb, die Formel
vervollftändigend; 3, 5 hinter »Kri LXX -f- by "YOK

zu thun haben, die fchon durch ihre aufsere Schönheit mnn trotz der unerträglichen Breite nach 1, 8. 12

wohlthuend berühren. Faft möchte man fich freuen, , s rjchti wenn man nicht mit Dillmann auch

dafs gelegentlich ein paar fürw.tzige Spiefse der Unvol - , nb5>n by bjs mn ftreichen will; v. 8 bietet LXX nnB

kommenheit alles Irdifchen den gebührenden Tribut zol- ; ftatt ^ aus beiden ift das urfprüngliche nnB rttTO '«5

len. Ferner gereicht es dem Benchterftatter zur befon- j zu erfchliefsen; ebenfo ift in v. 13 hinter ^:Eb nach LXX

deren Freude, dafs feinem a. a. O. geaufserten Wunfche nnB ^ zu erganzen (vgl. zu v. 2). Bedenkt man, dafs

entfprechend die textkritifchen Anmerkungen nicht mehr Driver in den beiden Capitein im ganzen 3 Textende-

Seite, Spalte und Zeile, fondern einfach Capitel und Vers
anziehen, zu grofser Erleichterung des Nachfchlagens. Die

rungen vollzieht, fo ift diefer Nachtrag gewifs fehr erheblich
und bleibt es, auch wenn man einiges davon

Mittel zur Unterfcheidung der verfchiedenen Schichten find ' verwirft Es fallt mir nicht ein> daraus einen Vorwurf
vermehrt durch einen wagrechten fenwarzen Strich über , den oder die Verfaffer abzuleiten; denn ich weifs

Worten und Sätzen der redaktionelle Zufatze bezeichnet. , aus eigener Erfahrung nur gar zu gut, wie fchwer man
Ihm hat fich das b durch zierliches Zurücklegen feines : fich zu radicaler Verwerthung alles vorliegenden Stoffes
hohen Maftes gefügt Eine Verwechfelung mit dem hie ; entfchliefst wo der überlieferte Text auch ohnedies einen
und da verwendeten Raphe-Stnch ift wohl ausgefchloffen. guten Sinn ergiebt. Zu 26,1 möchte ich nyeW ftatt des hier
Ebenfo haben die textkritifchen Zeichen eine bedeutende ( fehr verloren flehenden rD2)21 zur Erwägung empfehlen.
Vermehrung erfahren, wie fchon a. a. O. im voraus an- Mit fichtlicher Liebe hat der Verf. der Notes on

gemerkt wurde. Alles in allem kann des Herrn Heraus- j t}u, Hebrcw text of the books 0f Samuel auch hier die

gebers und aller feiner Mitarbeiter unermüdliche Für
lorge für das Aeufsere diefer wichtigen Erfcheinung nicht
genug gerühmt werden. In Anbetracht des Geleifteten
mufs der Preis als ein fehr mäfsiger erfcheinen.

In dem vorliegenden dritten Theile waren nur 3,
bzw. 4 Schichten zu unterfcheiden. Die ältefte, das Hei-
ligkeitsgefetz (H) ift durch hellgelben, fpätere Schichten
des Prieftercodex (P) find durch hellbraunen Ueberdrück

Anmerkungen behandelt; fie bieten reichen Gewinn über
die Textftellen hinaus, zu denen fie gemacht find. Be-
fonders hervorgehoben fei die erfchöpfende Auseinander-
fetzung über das pentateuchifche «in ftatt «in zu 1, 13.
Dr. entfchliefst fich mit Recht, überall, für masc. und
fem., das urfprüngliche einzufetzen, felbft da, wo
ausnahmsweife sin fleht. Vgl. ferner die fchönen Anmerkungen
zu 13, 18 (nya ia); 14, 43 (mbajsn); 18, 23

ausgezeichnet; die letztere Hauptquelle felber ift ohne j (nymb); 27 (3SH); 24, 11 (□©!"!).

Farbenüberdruck geblieben; endlich find redactionelle j Druckfehler'find äufserft feiten. In 1, 12 fehlen die
Zufätze durch das oben erwähnte Mittel unterfchieden. j kritifchen Zeichen für die vollzogene Umftellung, vgl.
Befonders einleuchtend heben fich in den ihrer Grund- j die Anm.; S. 22 flehen die Randziffern 54 und TO eine
läge nach aus H flammenden Stücken die Zufätze von ' Zeile zu tief.

P heraus; die Beweggründe der vielfach fo kleinlichen c. ,. . „ v u , ,

Eingriffe treten fo klar hervor, dafs der methodifche Gewinn
folcher Darftellungsweife auf der flachen Hand liegt.
Zugleich befitzen wir darin eine hocherwünfehte Ergänzung
zu Kautzfch's A. T., das die Quelle H leider nicht