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Ausgabe:

1894 Nr. 9

Spalte:

243-244

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Gedeon, Manoyel I.

Titel/Untertitel:

‚Eggraphoi, lithoi chai cheramia‘ 1894

Rezensent:

Meyer, Ph. L.

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243

Theologifche Literaturzeitung. 1894. Nr. 9.

244

Kegaitttog v.ai tiezu gwootxijg itezacpgdoeiov ztöv x. T 2.
Jeozobvrj v.ai AT. Mdggov. St. Petersburg, 1892. [Leipzig
, O. Harraffowitz.] (XII, 298 S. gr. 8.) M. 10. —

Der hier vorliegende XI. Band der Veröffentlichungen
des ruffifchen Paläftinavereines enthält nur Werke von
dem berühmten Photios oder über ihn und zwar beginnt
nach der ruffifch gefchriebenen Einleitung (S. 1—9):

1) OtoTtov aoiuniOY.OTiov Ktüvozavztvovnbkitog negi
zov zarpov zov y.VQi'ov ijiiüv Irjoov Xgtozov (S. I—3).
Enthält wenig Neues über das Herrengrab.

2) S. 9—14. ilkoziov nazgiägxov vftvog dvixdozog.
Ein Hymnos mit fchönen Gedanken in fchöner Form.

3) S. 15—19. ÜkozLov tov aytojxdxov olv.ovLtevix.ov
nuxQiaoyov Erziozolr) negt ztvcov xavovixiov Crjzrj[idztov.
Behandelt kirchenrechtliche Fragen fehr verfchiedenen
Inhalts.

4) S. 21—24. (Ikotiov nazgiägxov oyokta eig zag nvev-
/.taztv.äg ■7r.kuy.ag 'Ioiävvov zov zrjg Kkiitavog. Es find einige
Scholien unbedeutenden Inhalts zu den 30 Reden der
Klimax des Johannes.

5) S. 25—40. UkozLov agx.tEniov.bnov Kiovoxavxtvoi-
nrb'kecog biitlla leyHeioa ev ztj> apißtovi zijg /.leydkrjg exx/Uj-
aiag {zw Kvgtaxfj zijg ogä-odotgtag). Handelt mit einigen
intereffanten zeitgefchichtlichen Anfpielungen von den
arianifchen Streitigkeiten.

6) S. 41—52. Qkozlov dgxiE7iiox.6nov Ktovozavzivov-
nbXewg kbyog eig zö yeveotov zijg vnegaytag Oeozoxov.
Der Inhalt ftreift auch den Sündenfall und die Erlöfung.

7) S. 53—140. (Dioziov ayokiä zs v.ai zeiiä%ta bftt-
Xiiöv sig zb vazd Maz&aiov evayyeltov. Die Scholien und
Erklärungen gehören zu den Capiteln 1, 24—26, 38 des
Evangeliums. Diefe Nummer ift nicht nur dem Umfang
, fondern auch dem Inhalt nach die werthvollfte des
Buches.

8) S. 142—177. liegt zfjc dylag v.ai olxovptevtxije ovv-
odov, zjztg dnovazeozrjoe dkbztov zbv dyiwzazov 7vazgiag-
yt/v elg zbv D-gbvov Kcovozavztvovribletog xat dizXvae xat
zu ovdvöaka zoiv övo ev.v.lrjOiwv, zig ze 7ta).aiüg v.ai vtag
'Pojfirjg. Stücke aus den Verhandlungen der 8. ökume-
nifchen Synode, bereits von Beveregius im 2vvodixöv
publicirt.

9) S. 179—279. Drei Briefe an den Photios und von
ihm. Einer ift an den Zacharias, Katholikos der Armenier
gerichtet und handelt von chriftologifchen Fragen. Der
zweite ift an Affot, den damaligen Fürften von Armenien
gerichtet. Der dritte enthält die Antwort des Affot
an den Photios von der Hand des Katecheten der Armenier
Ifaak. Die Briefe find armenifch gefchrieben und
nur ruffifch überfetzt, daher mir unzugänglich in ihrem
näheren Inhalt.

Von den enthaltenen Schriften find ja fchon manche
herausgegeben, wie der Verf. bemerkt. Doch find die
neuen Herausgaben ftets unter Vergleichung neuer Hand-
fchriften erfolgt. Daher ift auch diefe Arbeit des Herrn
Verfaffers eine werthvolle Vermehrung der byzantinifchen
Literatur.

Erichsburg. Ph. Meyer.

reöeoiv, MavovijX /., "Eyyoatpor ki&ot xttl xeodftia.
dvazwriooig ex zijg ,Ev.xXi)Oiaoziv.7jg L/Aij^-etag. Ei/.n-
veg el'v.ootv ev x<?> xsifievoj /itezu zqilüv nivcnuov, 'Ev
KcDVOzavzivovrcölet, Otto Keil, 1892. (goe S. 8.) fr. 5.

Obwohl das vorliegende Werk zum grofsen Theil
fich nicht mit der Theologie berührt, mag es hier doch
Erwähnung finden, wenn auch nur in Kürze, denn es
bringt doch auch für die chriftliche Archäologie, für die
byzantinifche und fpätere Kirchengefchichte reichhaltige
Detailbeiträge. Der Verfaffer verbreitet fich, meiftens an
die in feiner offenbar reichen Sammlung befindlichen
Infchriften anknüpfend, in lofe mit einander zufammen-

| hängenden Abfchnitten über fehr verfchiedenartige Dinge.
Wir lefen zuerft einen fehr intereffanten Auffatz über

j die Infchriften auf byzantinifchen Ziegelfteinen. Der Verf.

I erklärt die räthfelhaften Buchftaben von den Namen der

j Fabrikinhaber, oder bei öffentlichen Ziegeleien von den
Kaifernamen oder Patriarchennamen u.f.w. Weiterwerden
wir nach Bithynien geführt. Es werden einige dorther
flammende Steine befprochen. Dabei findet eine Menge
von Klöftern und Kirchen Erwähnung. Der dritte Ab-
fchnitt knüpft an Infchriften aus Leros und Kalymnos an.
Die Sache geftaltet fich dem Verf. zu einem Stück Kir-

j chengefchichte der Infein, über deren Metropolen er fich
am Schlufs des Buchs noch weiter ausfpricht. Sodann
wird eine Menge von Klöftern und Kirchen in der
Umgegend von Conftantinopel befprochen, weiter das
byzantinifche Begräbnifswefen, der Phanar und die Vor-
ftadt Tanta-ula. Ueberall kommt ein grofses Material zu
Tage, das, überfichtlich geordnet, dem, der fich gerade
mit diefen Dingen befchäftigt, von grofsem Werthe
fein wird.

Uebrigens ift das Werk nur theilweife in der TfxzAij-
oiaoiiY.il ^l. erfchienen.

Erichsburg. Ph. Meyer.

Mekerri ertl zov xavovtxov dtxaiov vijg oq&oö'ölzov dva-
xokixrig exxkrjOiag vnb Xgvoav&ov 'Avziovtäöov
J. O. dtev&vvzov zijg ev XaXv.idi o/oAiyc. 'Ev XaXv.iöt,
zvnotg Eigirtov, 1893. (26 S. gr. 8.)

Die Veranlaffung zu diefer trefflichen Studie haben
die Beftrebungen einiger Bürger von Chalkis gegeben,
den vacanten Stuhl des Erzbisthums diefer Stadt mit
dem Metropoliten Nektarios von Pentapolis zu befetzen.
Bei der Beurtheilung diefer Thatfache handelt es fich
für den orientalifchen Kirchenrechtslehrer um die Fragen:
| 1) wie weit die Laien bei der Befetzung eines Bisthums
I mitwirken dürfen; 2) ob ein Bifchof von einem Stuhl auf
einen andern verfetzt werden dürfe. Diefe beiden Fragen
will der Herr Verf. daher in feiner Schrift beantworten.
1 Er macht demgemäfs auch feine Eintheilung, indem er
I S. 2—18 zu beweifen fucht, dafs die Wahl und Ernen-
I nung des Bifchofs beim Clerus flehe, S. 19—26, dafs ein
Bifchof feinen ihm einmal verliehenen Sprengel nicht
| verlaffen dürfe.

Bei der erften Frage geht der Verf. davon aus, dafs
nach der Schrift (1 Petr. 2, 25. Joh. 10, 11) Chriftus in
der Zeit des irdifchen Lebens der Hirt und Bifchof der
chriftlichen Kirche gewefen. Chriftus hat nun vor feiner
Himmelfahrt den Apofteln und zwar durch Anhauchen die
| bifchöfliche Würde mitgetheilt. Diefe haben wieder und
I zwar durch Handauflegen Bifchöfe geweiht. Das Letztere
j wurde auch Brauch in der alten Kirche. Und wenn
l auch in der Folge zeitweife die Laien bei der Befetzung
! der Bisthümer mitgewirkt und auch die Kaifer von
j Conftantinopel vermöge ihrer Macht fich häufig das
I Recht genommen, Bifchöfe zu ernennen, fo fei doch
bald die altkirchliche Sitte wieder herrfchend geworden.
Die Kirche habe die Befetzung der Bisthümer dem Clerus
refervirt. Der Verf. verneint alfo die Frage, ob Laien
fich bei der Wahl eines Bifchofs zu betheiligen hätten.
Ebenfo fleht der Verf. zu der zweiten Frage, die er beantworten
will. Er ftützt fich dafür auf einen Schriftbeweis
, der die Stellen Act. 20, 17—28, 1 Petr. 5, 2 und
1 Cor. 7, 23—24 combinirt. Bei der Zufammenziehung
diefer Stellen foll hervorgehen, dafs ein Bifchof feine
Heerde nicht verlaffen dürfe. Von den Kanones der
Kirche fprechen auch mehrere für ihn, namentlich der
Kan. 21 der Localfynode von Antiochien (314): inhxonov
etnb nagotviag izegag eig ezegav in) iieHioiaUai etc.
: Diefe Regel fei von der Kirche im Allgemeinen auch
j immer gewahrt; Ausnahmen, nur in befonderen Fällen
gemacht, könnten kein Recht begründen.