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Ausgabe:

1894 Nr. 9

Spalte:

242-243

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Fotioy, toy agiotatoy 1894

Rezensent:

Meyer, Ph. L.

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Theologifche Literaturzeitung. 1894. Nr. 9.

242

fünften Bande (520ff.) unferer Schrift gewidmet, leiftet ! färbtes' Kleid heifse, ift das Einzige, was in diefer

hier mehr, als viele theologifche Commentare. Dankenswerth
find die reichen Literaturnachweife, die V. giebt,
doch ift viel Ballaft dabei, und im grofsen und ganzen
ift nur Rohmaterial gegeben, das noch der Bearbeitung
harrt.

Ich fchliefse meine Befprechung mit einem Dank
für die gründliche und an vielen Punkten fördernde und
anregende Arbeit.

Göttingen. Wilhelm Bouffet.

Weinberg, Dr. Magnus, Die Geschichte Josefs, angeblich
verfafst von Bafilius dem Grofsen aus Cäfarea, nach
einer fyrifchen Handfchrift der Berliner kgl. Bibliothek
mit Einleitung, Ueberfetzung und Anmerkungen
hrsg. I. TL Berlin, Selbftverlag, 1893. (60 S. gr. 8.)
M. 2. —

Die vorliegende Arbeit diente, was aus dem Explr. des
Referenten nicht erfichtlich ift, in Halle als Promotionsarbeit
. Die Gefchichte, deren Anfang uns hier fyrifch
und deutfeh geboten wird, ift genommen aus der Berliner
Hdf. Sachau 9, die nach S. 6 von dem .Mönch (eigtl.
Greis) Warda bar Lazarus im Jahr 2006 = 1695 ge-
fchrieben wurde. Dafs ttPiSp = Presbyter = Priefter,
nicht = Mönch ift, hätte auch ein Ifraelite wiffen
dürfen. Ebenfo hätte er fich etwas genauer unterrichten
follen, ehe er uns S. 12 belehrte, dafs der von dem Erz-
bifchof Bafilius geftiftete Mönchsorden der Bafilianer
,noch bis heute der Hauptorden des Mönchthums
ift'. Die .6 Paragraphen der 16 Seiten Marken
Einleitung haben theilweife grofsartige Titel r. Gefchichte
der Jofef-Litteratur', ,§ 6. Charakteriftik der
Handfchrift', lind aber ziemlich dürftig. Wir erfahren
nicht einmal, welches das der Hdf. nachträglich beigefügte
Blatt ift, wie weit der gedruckte Text geht, ob
wir die Fortfetzung irgendwo erwarten dürfen u. dergl.
Dafs bei diefer Ed. Er. die Zeilen des Textes gezählt,
die Seiten der Vorlage angegeben feien, davon ift keine
Rede. Der Druck ift von groben Fehlern ziemlich frei,
— doch cf. S. 23. 26. 31. 32 —; dafs aber die fyrifchen
Typen richtigen Anfchlufs haben, darüber hat fich der
Autor offenbar wenig bemüht. In diefen Aeufserlich-
keiten und Kleinigkeiten, die doch in Wirklichkeit auch
ihre Bedeutung haben, ift die Ausgabe, wie fie nicht fein
follte, wie aber freilich thatfächlich viele find.

Das Stück ift fehr leicht, doch fehlt es nicht an
fprachlichen Mifsverftändnifsen. S. 40 ift die Anmerkung
2 ganz unnöthig. S. 43 mufs es heifsen: ,ich rathe euch,
ihn zu feinem Vater zu fchicken' ftatt jemand zu fchicken,

Richtung angemerkt wird; übrigens ift ,gefärbt' für "pra
nicht der richtige Ausdruck. In $ 2 werden die hagga-
difchen, in § 3 die aus unbekannten Quellen gefchöpften
Beftandtheile unferer Erzählung zufammengeftellt. Letztere
find, nach dem Verf., dafs Jofef nach 40 Tagen zu
den Brüdern gefandt, Jakob nach 7 Tagen von den
Verwandten befucht wird, 20 Tage lang keine Speife zu
fich nimmt, 20 Jahre lang um Jofef trauert — cf. dazu
Duval's Bar Bahlul Sp. 842 —, dafs die arabifchen Kaufleute
. 3 an der Zahl, Namen haben, Jofef um 300 Silberlinge
verkaufen, dafs Potifar und feine Frau Jofef brieflich
um Entfchuldigung bitten. Dem Ref. war auch neu,
dafs der königliche Wagen, auf dem Jofef fahren durfte,
ein Vierfpänner gewefen (ze&QtnTZOVi). Die landläufigen
Archäologien geben darüber keinen Auffchlufs, auch
Erman's Aegypten 1,100 nicht; doch cf. eben da die
Abbildung 116, verglichen mit den 3fpännigen affyrifchen
Wagen z. B. bei Hommel S. 573. 576. — Da Benjamin
nicht mit den Brüdern war, treffen von den 20 Silberlingen
auf jeden 2; der ganze Anfchlag geht von den
Söhnen der Mägde aus, von denen Dan und Affer dem
Vater die Botfchaft bringen müffen. Mit den Namen der
arabifchen Kaufleute weifs Ref. noch nichts anzufangen;
falls der erfte in der Handfchrift wirklich ttOIT, follte er
jedenfalls nicht Hachanach umfehrieben werden. Inter-
effant ift, wie fich diefelben vorher vergewiffern, ob Jofef.
wie die Brüder fagen, ein Sklave fei, und fich dann
eine förmliche Verkaufsurkunde ausftellen laffen. Das
Stück ift werth herausgegeben zu werden; der Bearbeiter
hat fich fchon mit dem Bisherigen ein Verdienft erworben
; wenn er uns die Fortfetzung liefert und dabei die
obigen Winke beachtet, ift ihr Zweck erreicht, und wird
fein Verdienft um fo freudiger anerkannt werden.

Ulm. E. Neftle.

üaxaöoTiov kog - KeQa/zevg, LA, MctQZVQlOV zojv
ccyiiov e^rjxovz a vttov u agzvgt» v zwv ev zfj etylgt
Xgiazov zov Osoü ijfiiov ftoXet irrt ziig zvgai'vi'dog
zwv Idgäßcov fiaoTiQtjaarzcur. Ilovr(.tunov zov dydöov
auovog aiQiozi Litv f'£ agyfg ygacpiv y.al elia fitza-
cpgaoltiv eXltpvtOti, zvjroig de vvv zb rrgibzov ey.dtdö-
pievov fiezd ngoXoyov vno LA J7.-Ä'. y.ai tni.ß. go)oar/.i]g
fieza(pguffE(og zov x. raßgi-gX Jeozovvr). St. Petersburg,
1892. [Leipzig, O. Harraffowitz.] (111,25 S. gr.8.) M. I.—

Es ift das Martyrium von 60 vornehmen Chriften zur
Zeit Leons des Ifauriers (717—741). Diefer habe dem
Chalifen Suleiman (715 —717) nach deffen Niederlage vor
der für euch fürfpricht'. S. 53 ift mit der Aenderung I Conftantinopel einen fiebenjährigen Frieden bewilligt,
eines einzigen Buchftabens, 12 in ib, alles klar. Die , Im fiebenten Jahre desfelben feien 70 vornehme Chriften
Frau des Potiphar fagt zu Jofef: .Weil ich weifs, dafs als Pilger nach Jerufalem gezogen, von den dortigen
auch in Dir die Begierde erwacht ift, bei mir zu fchlafen, . Arabern aber feindlich behandelt und gefangen gefetzt.
Du dich aber vor mir fcheuft, habe ich mich (zu dem Vielleicht war der Frieden fchon abgelaufen. Den Ge-
Geftändnifs meiner Liebe) erniedrigt'. Ob diefe Jofefs- fangenen wurde die Wahl gelaffen zwifchen Tod und
gefchichte nicht etwa in anderen Hdff. erhalten ift, j Uebertritt zum Islam. Sieben fielen ab, drei ftarben
fcheint der Verf. nicht gefragt zu haben. Ref. kann ; während der Zeit natürlichen Todes, die fechzig wählten
keine Unterfuchung darüber anftellen, möchte aber zur den Zeugentod.

Ergänzung von $ 1 auf Zotenberg's Parifer Katalog 65, 5 j Der Verfaffer der Gefchichte ift unbekannt. Am Ende
und die dort angeführte Literatur, auf c. 28 der .Biene' 1 derfelben nennt fich ein Mönch Johannes als den Ueber-
des Salomo von Bafra und die dort befprochene, feither j fetzer aus dem Syrifchen.

doppelt edirte, von unterem Verf. aber nicht angeführte , Erichsburg. Ph Meyer

Histoirc complete de Joseph. Poeme en 12 livres (von |___'___ '

Ephräm Syrus) hinweifen. - -</'_>''

Die Annahme des Vcrf.'s, dafs das Stück nicht von <l>atziov, zov ayuozäzov ugyiemoydnov Kwvoiut zivov-
Bafilius fei, wird wohl zutreffen, aber feine Unterfuchung, noleiog, zb negi zov zätpov zov y.vglov rtiaöv
ob es aus dem Griechifchen überfetzt fei und dem Jgaov XgiozoZ bnouviniäziov {ygawev uezafv
IV. Jahrhundert angehöre, ift gar zu einfach. Zu einer - , . , r , ,'

folchen Unterfuchung gehört doch vor allem eine genaue ™ *«» 867 «u 878) xöi aUa zzva noyuata zov
Betrachtung des Bibeltextes. Dafs der Rock Jofefs S. 35 j avtov ^dyiozi zs /.ai ag,ueviozi yeygaftiuta. Ey.Öi-
wie in der Pefchito .Aermelkleid', S. 45 dagegen ,ge- öovzai de uezet ngoloyov vnb LA. IIanado;tov).ov-

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