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Ausgabe:

1894 Nr. 9

Spalte:

236-237

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Prill, Jos.

Titel/Untertitel:

Einführung in die hebräische Sprache 1894

Rezensent:

Schwally, Friedrich

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Theologifche Literaturzeitung. 1894. Nr. 9.

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ift eine alte crux. Mit einem pin Bufen (S. 61) läfst
fich nicht operiren, da Pf. 74, II verdorben ift. Zu dem

d.i. n'TlS Jef. 26, 19 Thau zu vergleichen nützt um

fo weniger, als damit eine Tautologie entfleht. Jef. 28, 15
dürfte der Fehler in pülC ftecken, deshalb ift mit einem
vermeintlichen 21© Fluth nicht geholfen, psy ftatt py?
ift freilich mifchnifch, aber 13ty nur durch die Punkt,
gewährleiltet, die Confonanten erlauben die Ableitung
von yy Ungenau ift ©t15 Schlange und die Behauptung,
nplffin ftehe 3mal und überall im gefchlechtlichen Sinne.
Ohne Noth werden mehrfach in Folge fchnellfertiger
Exegefe Wurzeln gefpalten. Weshalb eine Wurzel !it5b
nicht im Stande fein angenommen werden foll, ift
nicht einzufehen. Aus Ex. 7, 18. 21. 24 folgt es nicht.
Auf Verkennung der Bed. des Bildes in der Bedeutungsentwickelung
beruht es, wenn rVlrl riechen und tV"!!"!
Wohlgefallen haben getrennt wird, während fich Am.
5, 21 der Uebergang vor unfern Augen vollzieht. Ebenfo
ift die Spaltung von HS© S. 66, von 215 fprechen und

Tempel tragen kann, Erubin 104L Ferner ift dafür nach
Jofephus'Angabe zu feiner Zeit mit dem babylonifchen
Fremdwort e'tiuv gefagt worden, d.i. Ji/ÄH, womit Trg.

und Fes. 253*5 überfetzen. ^LC» ift aber im Perfifchen
eine um den Leib gebundene Geldkatze. Daran fcheitert
Barth's Zufammenftellung mit ^jJo Zeltftrick — (noch
jetzt ttfnb el-bcit vgl. Doughty, travels in Arabia de-
serta I, 225) und äüLüc|, das übrigens nicht einen ,ledernen
Bauchgurt' bedeutet, fondern einen Riemen, mit dem
man die Bogenfehne befeftigt, oder einen Riemen, den
man an einen Gurt befeftigt, um diefen anziehen und
zufammenknoten zu können. Von da käme man allenfalls
zu den von Burckhardt, Bemerkungen über Beduinen,
und Wahaby S. 187 befchriebenen ledernen Riemengürteln
der Beduinen, aber nicht zum 252*5. Uebrigens
fpricht auch die finguläre Form gegen femitifche Herkunft
. Ein noch deutlicheres Beifpiel dafür, dafs das

reden S 68 nicht plaufibel. Neben mfi Frucht bringen blofse Beachten der allgemeinen Bedeutung ,rre führt,
eine befondere Wurzel zahlreich''fein anzufetzen, lft die Zufammenftellung von ©2*5 und die gar

nichts mit einander zu thun haben, was zudem fchon die
Laute lehren. ©2*5 geht, wie eine Vergleichung von
1 Sam. 18, 23—25 mit 2 Sam. 3, 14 zeigt und die Rechtsgewohnheiten
Israel's betätigen, auf die Erwerbung des
Mädchens durch Zahlung des 2HE, hat zum Object
lediglich diefes und zum Subject den Bräutigam. Es
ift die Mulkä der heutigen Araber, vgl. Snouck Hur-
gronje, Mekka II, 157 fr. j*)y&- aber fleht für beide Ge-

fchlechter (heute 'aris und larüsä) und bedeutet ,Hochzeiter
'. Es dient zur Bezeichnung beider während
der Heimführung und Hochzeit. Die Bedeutungen von

2 4»f Ol O) 1 ^ y

tj*y£-U LH}"6'

beweifen die Richtigkeit
diefer Auffaffung der arab. Lexikographen. Wird zu
^yS. doch geradezu ^AS->, als Synonym verzeichnet.
Bei der Zufammenftellung von ©2*5 mit jitj wird es

umfomehr fein Bewenden haben, als mifchn. Cn*5 Pächter
mit erklärt fein will.

Diefe Mängel der Methode ftören das Vertrauen zu
Barth's Aufftellungen auch da, wo er vielleicht auf der
richtigen Spur ift.

Ich zweifle jedoch nicht, dafs Barth's Studien für alle
die eine reiche und willkommene Fundgrube bilden werden,
die das Ziel der Etymologie in Zufammenftellung lautähnlicher
Worte finden oder die Schäden des a. t. Textes
durch etymologifche Speculationen heilen zu können
hoffen.

Giefsen. Bernhard Stade.

empfiehlt fich um fo weniger, als damit IST! 12S3 und
die verwandten Stellen eine Tautologie aufgebürdet erhalten
(SQ"|J 12E S. 12 ift wohl Druckfehler).

Zu beanftahden ift ferner, dafs der Verf. nicht von
den fpeciellen Bedeutungen, fondern von fog. Grundbedeutungen
, d. h. den allgemeinen logifchen Kategorien,
in die man jene bringen kann, ausgeht. So fetzt er für
©n5 als ,gemeinfame Grundbedeutung' nicht .Vorbedeutung
entnehmen' an, was das Verb im A.T. überall bedeutet
und worauf auch der aramäifche und manches im
arab. Sprachgebrauch hinweift, fondern ,erforfchen', wozu
fich im Arabifchen die Bedeutung verallgemeinert hat.
bin, nb^n enthalten das charakteriftifche Ingredienz nicht,

das in dem von Gauhan durch jjj^ö'^J! ^daJ! erklärten

Jvs.^ feuchter Sand, Schlamm liegt. Aehnlich fleht

es mit f|*55 und O-^- Wohin die Vernachläffigung diefes
Umftandes führt, zeigt fich bei der Vergleichung von
HlfiibH eine Art von Gewändern mit affyr. haläpu
,bedecken'. Aber diefe ,Art' von Gewändern heifst
gar nicht niBibn fondern CHSü) HlBibn Ri. 14, 12. 2 K.
5, 5. 22 f. oder nb2© "n Gn. 45, 22. Nur in dem von
fpäterer Hand eingefchalteten und auf v. 12 zurückweifenden
Halbverfe Ri. 14, 19" findet fich hlBlbfir] ohne
Zufatz. Wer dies, den fonftigen Gebrauch des Nom.
nsfbn und der Wurzel tjbn beachtet, wird fich hüten,
das Wort mit haläpti oder olii zufammenzubringen.

Diefer Fall bringt mich auf den Punkt, wo ich mich
am meiften im Widerfpruch mit der Methode des Verf.'s
weifs: er geht in feinen Etymologien nicht von den
Dingen aus, deshalb führen ihn die Laute und die ungenauen
Ueberfetzungen der Lexika irre. Der bsy© hat

nichts mit 5*jLe zu thun. Letzteres, vulgär milajc und
jetzt auch von Frauen getragen, ift ein aus zwei Stücken
beftehender Ueberwurf, eine Art Umfchlagetuch, vgl.
Lane, Sitten und Gebräuche der heut. Aegypter I, 4.0.
Dozy, dict. des noms des vet. 408 ff. Der bsy© aber ift
ein mit einer Oeffnung für den Kopf Ex. 28', 32 ver-
fehener, bis zu den Füfsen reichender Chiton, den man
anzieht 1 Sam. 28, 14 und auszieht 1 Sam. 18, 4, gehört

Prill, Ober- u. Relig.-Lehr.Jof., Einführung in die hebräische
Sprache für den Schulgebrauch. Bonn, Hanftein, 1893.
(X, 153 S. gr. 8.) M. 2. —

Hebräifche Sprachlehren und kein Ende! Freilich
hat Jeder das Recht, etwas Befferes als feine Vorgänger
leiften zu wollen. Dafs diefe Abficht in dem vorliegenden
Buche erreicht wäre, will ich nicht behaupten. Aber
es ift kurz und bündig gefchrieben und ganz brauchbar.
Ein Hauptfehler ift, dafs gelegentlich auch gramma-
alfo zu den Unterkleidern. Der des Hohenpriefters ift I tifche Theorien gegeben werden, während der Verfaffer

nach Jofeph. Arch. 3, 7, 4 aus einem Stück und mit I von Sprachwiffenfchaft keine blaffe Ahnung hat. Er hätte
Aermellöchern verfehen. Der 252*5 des Priefters ift nach ; fich deshalb einfach auf die Befchreibung der empirifchen
Jofeph. Arch. 3, 7, 2 eine vier Finger breite, hohl gewebte Thatfachen befchränken müffen. Anftatt z. B. nach der

und daher mit einer abgeftreiften Schlangenhaut verglichene
lange Schärpe, die mehrmals um die Bruft des
Trägers gefchlungen noch bis zu den Füfsen herunterhängt
. Dazu ftimmt, dafs man in ihr Dinge aus dem

vorfintfluthlichen Weife der hebr. Nationalgrammatiker
S. 5 zu fagen: ,In der Endung 11 ruht 1 in a' und ift
durch die ,Verwandtfchaft mit ,i und' u' zu erklären, follte
es heifsen: die Endung V wird au gefprochen'.