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Ausgabe:

1894

Spalte:

194-196

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Pahncke, Karl

Titel/Untertitel:

Das christliche Persönlichkeitideal des Jacobus 1894

Rezensent:

Everling, Otto

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Theologifchc Literaturzeitung. 1894. Nr. 7.

194

tirung haben, wie fchon früher, die verfchiedenen Bearbeiter
verfchiedene Principien verfolgt.

Ich mufs darauf verzichten, um den befchrankten
Raum der L -Z. nicht über Gebühr in Anfpruch zu nehmen,
auf die Einleitungen fovvie auf den fachlichen Gewinn,
den die neu crfchloffenen Stücke uns bieten, naher einzugehen
Koffmane, der die von mir aufgefundenen Thefen
de exeomtnunicatione hier bearbeitet hat weifs bereits
durch briefliche Mittheilung, warum ich feine Datirung
diefer Sätze auf 1519 und feine Zurückwe.fung meiner
Annahme, dafs wir hier die 1518 hinter Luther's Rucken
verbreiteten Thefen vor uns hätten, für nicht ftichhaltig
erachte Ich befchränke mich darauf, nur einige nöthige
Correcturen zu notiren. 17, 18 . post quam [vitam] H post-
quam. 25, 36 I. in fimo ft. infimo, denn von Pferdemift
ift die Rede. 26, 11 1. Kam (t. Kam, denn der Name
Abram foll erklärt werden. 62, 19 fiege ft. Legi. Eine
bedauerliche Verwirrung zeigt der Text auf S. 80, 30 tt.
Statt des finnlofen: [peccatur] quoad memortamcontra
patrem quoad intelligentiam contra fihum, quoad volun-
tatem de um, ut est trinus {quia non est peccatum quod
non fiat contra contra sanetum spiritum et unus . .) ift
natürlich zu lefen: q. m. c. p., q. int. c. f., quoad volun-
tatem contra sanetum spiritum (quta non est peccatum
quod non fiat contra drum, ut est trinus et unus . .). Der
Herausgeber hat hier die Zeilen der Handfchrift fallen
zufammengefet/.t. S. 90, 36 und 38 find die Varianten
in Verwirrung gerathen. 97, 20 1. affectuum ft. äffectum.
99, 10 Hinc ft. Hier ico, 24 penitus ft. penitut. IOI, 35
intelligitur ft. intelligatur (vgl. das Facfimüe). 173 Ann). 1)
lefe ich ft. des von Steift" felbft beanftandeten pcrnoxium
auf dem photogr. Facfimile periculum. 181, 16 Text:
geweidigen, Anm. geweitigen ; Dolefchall 1887: gewaltigen.
Was fteht nun eigentlich im Mfcr.? S. 194 vermifst
man die Notiz, dafs von Bl. iob durch Dolefchall ein
photolithogr. Facfimile veröffentlicht ift. S. 312 gehört
die Anm. 2) zu Thefe 10, nicht zu Thefe II. 347, 16
lies odoratus ft. adoratus. 416 1. in den Varianten 30 ft.
29. 450 Anm. I: wenn in der Handfchr. L. l° fteht, warum
dann im Text nur L. ? 297, 20 ift als handfchr. LA merck-
meyfter gegeben; die Drucke, deren Variante nicht notirt
ift, haben werckmeyfter (VI 272, 23). 517 Anm. 1) 1. 25
ft. 24. Einer Anmerkung bedürftig ift doch wohl 181, 31,
wo Luther Jef. 2, 11 (mit Versangabe!) in feiner Handfeh.
citirt haben foll. Verszählung beginnt ja erft etwa 30
Jahre fpäter. Dazu fällt auf, dafs er (wie Knaake I 691)
2, 11 mit 2, 17 verwechfelt haben follte.

Aus den Nachträgen zu den früheren Bänden möchte
ich auf die S. 791 nachgetragenen Varianten des Druckes
N zum Sermon vom hochw. Sacrament (Wittenb. 1523)
befonders aufmerkfam machen. Hatte Luther 1519 ge-
fchrieben: [beider Geftalt im Abendmahl zu geben fei
aufser Brauch gekommen] ,ift auch nit noth', fo ändert
er jetzt: ,und noch feyn follt'. Dabei ift zu II 757, 7
noch die LA. werck ft. merck nachzutragen

Unfer Band bringt höchft dankenswerthe photogra-
phifche Beilagen: einmal die Bilder des .Paffional Chrifti
und Antichrifti', zu deffen Aufnahme man fich, trotzdem
dafs Luther's directer Antheil an der Entftehung des-
felben nicht ficher nachweisbar ift, doch fchon aus dem
Grunde bewogen fühlen durfte, weil verfchiedene Lutherausgaben
es den Lutherfchriften eingereiht hatten; dann
aber gut gewählte Proben der Handfchrift Luther's von
c. 1509 (aus Augustini Opuscula), 1510/11 (aus Petr. Lomb.),
1513—16 (aus der Dresdener Pfalmenhandfchr. — ein
anderes Blatt als das von Seidemann veröffentlichte),
1516 (aus Tauler), 1518 (Entwurf des Schreibens an den
Papft), 1520 (aus dem Sermon von den guten Werken),

1) Unbegreiflich ift mir S. 764,65 die Polemik Knaakes gegen
K. Müller. Er rückt ihm vor, Luther könne doch nicht getagt haben:
Sine spe mereri est plactre Deo; aber nach Müllers Emendation fagte
Luther: Sine spe- mereri est placere Deo sine fide, d. h. eins ift fo
widerfinnig wie das andre.

1521 (aus Urtheil der Theologen zu Paris). Der Werth
folcher chronologifch geordneten Handfchriftenproben
leuchtet ein. Die Lutherforfchung wird fich vor allem
den den Initia Lutheri angehörigen Stücken diefes Bandes
zuwenden müffen: fein Studium Auguftin's, feine Abkehr
von Ariftoteles, die Beeinfluffung durch die Myftik u. dgl.
empfangen hier neue Beleuchtung.

Kiel. G. Kawerau.

Peviegns, M., MnzQO<fävri$ KQizöuovkoS Kaioi tvAyyXiq
xat leoftav/q tpiXot aüxov (1617—1628). lA&vvriOtv, sx
xov tviinytjatptiov iiöi> udtlrpwv lltouri, 1893 (114 S.)

Ein nicht unintereffantes Schriftchen über Metro-
phanes Kritopulos. 1870 erfchien in Leipzig die erfte
Monographie über diefen Mann: Jo/.ifuov nsgi xov ßiov
Kai xwv avyyquiiiiaxiov Mrpcootpävrivg xnv KgixorroiXnv vnn
A. AiriuvtQaKonnvXov. Es folgte mit neuen Quellen
die Schrift des l'egdotuog V. Mu'Cugu/.^g: iMx]igo(pävrig
Kgixon. b icaxgiügy^g Altg~ardgeiug y.axit tovg x&idtxerg
tov naxqiau%siov AXi^avdgeiag x«t äXXag nrpycxg, Kairo
1884. Herr M. Renieris hat abermals ein neues Docu-
ment zur Gefchichte des immerhin für die neuere Ge-
fchichte der griechifchen Theologie charakteriftifchen
Mannes beizubringen. Nämlich er ift in den Befitz des
Albums (Xevy.ojita) gelangt, welches Metrophanes fich 1622,
als die Zeit feiner Abreife von England nahte, nach eben
damals aufgekommenen Brauche anlegte und in welches
die meinen feiner Lehrer, Gönner, Freunde in England,
hernach auch in Deutfchland, fich mit einem Spruche oder
Segenswunfche eingetragen haben. Metrophanes ift vielen
berühmten Theologen und anderen Gelehrten in den
beiden genannten Ländern, auch in der Schweiz, bekannt
geworden und es ift eine fehr werthvolle Autographen-
fammlung, die in feinem Album vorliegt. Der Verfaffer
oben genannter Schrift hat das Album nicht etwa edirt,
er theilt nur feinen wefentlichen Inhalt mit und folgt an
der Hand desfelben dem Metrophanes auf feiner Reife.
Mit gediegener Kenntnifs der Literatur über die mancherlei
berühmten, oft auch fehr wenig bekannten Männer, die
dem Album einen Spruch gewährt haben, beleuchtet er
einen grofsen Theil der Sammlung. Die Arbeit geftaltet
fich von felbft zu einer Revifion der bisher üblichen Darfteilung
der Reife des Metrophanes; es liefs fich da
gar mancherlei corrigiren. R. ift im Stande, befonders
die chronologifchen Daten der Reife genauer feftzu-
ftellen, als bisher möglich war. In Deutfchland weilte
Metrophanes von 1624—1627, an den meiften Orten
monatelang, nämlich hauptfächlich in Bremen, Helmftädt,
Wittenberg, Berlin, Leipzig, Jena. Coburg, Nürnberg,
Altorf, Augsburg, Ulm, Stuttgart, Tübingen, Strafsburg.
Durch die Schweiz, wo er nur kurz weilt (Bafel, Bern,
Genf, Zürich) zieht er gegen Ende 1627 nach Venedig,
von dort aber erft 1630 wieder in den Orient, zuerft
zum Befuch feines Gönners Cyrillus Lukaris nach Kon-
ftantinopel, dann nach Alexandrien, wo er 1636 Patriarch
wird (f 1639). Ein allgemeinerer Blick auf die Haltung
des Metrophanes gegenüber dem Cyrill bei deffen Reform-
beftrebungen fchliefst das Werkchen. Hier hätte der
Verfaffer vielleicht mehr bieten können.

Giefsen. F. Kattenbufch.

Pahncke, Pfr. Karl, Das christliche Persönlichkeitsideal des
Jacobus. Verfuch einer Nachzeichnung in Predigten.
Halle a/S., Strien, 1893. (171 S. 8.) M. 2. —

Den Titel des Buches, das der Verfaffer feinem ,lieben
Schwiegervater, dem Profeffor D. Willibald Beyfchlag,
zu feinem fiebzigjährigen Geburtstage' gewidmet hat, erklärt
er in der Einleitung zur erften Predigt. Pahncke
möchte den Jakobusbrief ,als ergänzendes Gegenftück