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Ausgabe:

1893 Nr. 4

Spalte:

101-103

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Brown, Francis

Titel/Untertitel:

A Hebrew and English lexicon of the Old Testament, with an appendix containing the biblical Aramaic, based on the lexicon of William Gesenius as translated by Edward Robinson. Part I 1893

Rezensent:

Siegfried, Carl

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Theologifche Literaturzeitung. 1893. Nr. 4.

102

Nachfchrift: Seit ich vorgehende Kritik gefchrieben,
habe ich meine Stellung zur hittitifchen Frage wefentlich
ändern muffen, da ich mir felbft meine das Verdienft
zufchreiben zu dürfen, fie gelöft oder z. M. der Löfung
fehr nahe gebracht zu haben. Auf verfchiedenen Wegen
glaube ich in das Verftändnifs der wirklich hittitifch zu
nennenden Infchriften eingedrungen und u. A. zu folgenden
ficheren Refultaten gelangt zu fein: Die Infchriften von
Hamat flammen von Königen, genannt A(E)-ma-tar-
fira(s) d. i. ,König von Hamat', die von Karkemis-
Jerabis von folchen, die fich K(G)ar-k(g)-mi-fira(s)
nennen, die vonMar'as — Markafi von Fürften, genannt
Mar-ka(s)-fira(s). Die nördlich vom Taurus nicht weit
von den cilicifchen Thoren gefundenen Infchriften flammen
fammt und fonders von Königen mit dem Namen
Si(y)- (h)a(e)-na(e)-fi-s d. i. — Syennefis, von denen fich
einer als Tar-fi-r-fi-ra-s d.i. König von Tarfi — ©i©lfi
— Tarfus nennt. Die Schale von Babylon ifl einem Könige
von Karkemis zuzufchreiben. Auch die Felfenfculpturen
von Baghaz-köi flammen von einem Könige der Hittiter.
Die Sprache der Infchriften ifl als indogermanifch,
fpec. afiatifch-indogermanifch und zwar, da äs wohl
ficher = ich', noch fpecieller trotz mancher Bedenken als
armenifch zu bezeichnen. Ueber all dies ausführlicher
fpäter an einem anderen Orte, fobald mein Material
publicationsreif ifl. Von dem Billigkeitsgefühl aller derer,
die auf demfelben Gebiete arbeiten wie ich, darf ich erwarten
, dafs es einen Mifsbrauch diefer meiner vorläufigen
Mittheilungen verhütet.

Marburg im Januar 1893. P. Jenfen.

Brown, Prof. Francis, D.D., A Hebrew and English lexicon
of the Old Testament, with an appendix containing the
biblical Aramaic, based on the lexicon of William
Gesenius as translated by late Prof. Edward Robinson.
Edited with constant reference to the Thesaurus of
Gesenius as completed by E. Rödiger, and with
authorized use of the latest German editions of
Gesenius' Plandwörterbuch über das Alte Teftament.
With the co-operation of Prof. Canon S. R. Driver,
D.D., and Prof. Charles A. Briggs, D.D. Part I. Oxford,
at the Clarendon Press, 1892. (XII, 88 S. 4.) 2 s. 6 d.
Das vorliegende Werk, von dem die Verfaffer als
Probe den erften Buchftaben vorlegen, giebt fich als
Erneuerung des Gefenius'fchen Handwörterbuchs nach der
englifchen Ueberfetzung von Edward Robinfon (1836—
1854) unter Benutzung der neueren deutfehen Ausgaben
desfelben von 1878, 1883, 1886 und 1890, und unter fteter
Beziehung auf Gef. tkesaurus. Die drei auf dem Titel
genannten Bearbeiter haben den Stoff fo unter fich ge-
theilt, dafs Driver die Partikeln und Pronomina, Briggs
die auf Religion und Pfychologie bezüglichen Ausdrücke
und Brown das Uebrige übernommen hat. Einzelne
Beiträge haben auch Strack und Moore gegeben.
Dafs bei iolchen Bearbeitern etwas Brauchbares und
Tüchtiges herauskommen werde, war von vornherein zu
erwarten, und man wird in gewiffen Beziehungen diefem
Lexikon zugeftehen müffen, dafs es nicht blofs eine
Erneuerung des Hw's, fondern auch des tkesaurus genannt
werden könne. Schliefst es fich doch fchon
äufserlich mehr an diefen an, infofern eine Anordnung
des Stoffes nach den Wurzeln verfucht ifl. Doch ifl für
den Anfänger damit auch eine folche nach dem Alphabet
verbunden, in der Weife, dafs das betreffende Wort
unter Verweifung auf die angenommene Wurzel auch
in der alphabetifchen Reihe aufgeführt wird, z. B. 335
vide II ii335 u. a. Den Raum, der dadurch, fowie überhaupt
durch die beigebrachten Stoffmaffen verfchluckt
■wird, fuchen die Verff. durch ein Syriern von Abkürzungen
einzubringen, welches allerdings den Gebrauch

des Lexikons fehr erfchwert und dem Anfänger namentlich
das letztere oft unverftändlich machen wird. Das
Abkürzungsverzeichnifs fafst beinahe 9'/2 Quartfpalten des
dreifpaltigen Druckes und wie fleifsig man es befragen
mufs, mag man an Beifpielen abnehmen wie S. 65b, wo
es zu ephod 3a heifst: ,acc. to Thes. al -f Sta Bu RSur>
= 2b; Stu Be Ry al regard as sub 1'. Das foll heifsen
,nach dem Thefaurus (von Gefenius) und andern, nach
Stade und Budde (Richter und Samuel S. 115) bedeutet
es ein goldüberzogenes Bild; nach Studer, Bertheau,
Ryffel und andern ifl es vom Priefterkleid zu verftehen'.
Auch fonft find bisweilen Worte abgekürzt, die nicht im
Verzeichnifs flehen, wie improb. S. 77 Mt S. 14, die allerdings
zu errathen find. — Vielleicht könnten wir uns ftatt
des früheren Latein eine Chifferfchrift als gemeinfame
Gelehrtenfprache verabreden. — Ueber die Anordnung
nach Wurzeln werden wahrfcheinlich die Anflehten ver-
fchieden fein. Uns erfcheint fie bei dem gegenwärtigen
Stande der femitifchen Wortforfchung als verfrüht. Man
bedenke, wie weit Lagarde und Barth hinfichtlich der
Nominalbildung auseinandergehen und wie fehr Noeldeke
in feiner Schrift über femitifche Sprachen (1887) vor
vorzeitigen Abfchlüffen gewarnt hat. Die Verff. felbft
verhehlen fich auch diefe Unficherheit nicht und geben
öfter neben der von ihnen angenommenen Wurzel andere
Ableitungen als ziemlich gleichberechtigt an. Dadurch
aber wird der Werth der Gruppirung nach den Wurzeln
in manchen Fällen fehr beeinträchtigt. So fleht 335
unter Wz Ii 11333, aber nicht nur die Möglichkeit der
WzBa fondern auch die eines Kofewortes, wie Papa, wird
zugegeben; 335 fleht unter Wz 3335, doch wird auch die
Ableitung von 3335 angeführt; 31*35 unter 3133, doch geht
aus den Zufügungen hervor, dafs alles unficher ifl; bS5,
Qinb35 flehen unter nb35 I, doch fehen wir, dafs die Wz
bis für erfteres ebenfo viel für fich hat. Auf die Wz
0335 S. 80 würden wir auch keine Häufer bauen, und
ebenfowenig ift uns mit Wz 3155 viel geholfen, nach
der nz3155 von dem Einen ,als bebautes Land', vom Andern
als ,Häüt, Decke' gedeutet wird. Slbr55, pbjfl, n'j55, T335
würden wir kaum unter zweierlei Wurzeln bl35 und bbt5
II bringen, da ihre Verfchiedenheit uns nur auf einer
mafforethifchen Grille zu beruhen fcheint. — Bedenken
haben wir auch gegen die Trennung von 0-l55 Wz ©"'St,
©135 und DiO'355, das mit ri©35 zu Wz ©335 geftellt ift!
Die Wurzel 1335' S. 7b beruht blofs auf Annahme der Affy-
riologen. — Bei den Namendeutungen ift die Faffung von
^©St T135 fchwankend. Bald wird es = ,mein Vater, mein
Bruder', bald = ,des Vaters, Bruders' gefafst, vgl. z. B.
S. 27. — Wo bleibt bei b35©i335 (= ein Vater ift El)
das 3? — Warum in der Formenangabe bisweilen ganz
regelmäfsige Bildungen wie 1335, Ü1335, 3335, nb033 angeführt
und mit ausdrücklichen Stellenangaben ' verfehen
find, fieht man nicht ein, zumal daneben bisweilen Be-
achtenswertheres wie ni335rT Dt 7, 24 neben m335n oder
Auffälliges wie ib!l35fl Jof. "j, 21 übergangen ift." — Sehr
forgfältig ift das Synonymifche im Sprachgebrauch der
einzelnen Worte verfolgt, fowie die Angaben aus der
neueren Literatur zu den einzelnen Artikeln bezw. Stellen
bis zu gelegentlichen Notizen in Recenfionen herab
gebucht find. Die Notiz über p335 aus der Mifchna
halten wir in diefem Falle, wo von etwas ganz Anderem
die Rede ift, mehr für ftörend. — Zu JlBS möchten wir
auf die merkwürdige Notiz des Hieronymus die Aus-
fprache des Phe betreffend aufmerkfam machen, die
zuerft H. Graetz (Monatsfchr. f. Gefch. u. W. des Judenthums
1881 S. 511—514) an das Licht gezogen hat. —
Werth würden wir darauf legen, wenn künftig Citate aus
Stellen unverändert wiedergegeben würden. aiyßi -353
fleht nicht Hi 38, 15 fondern 3-135 '13 331311. 'fJas ift
aber etwas ganz Anderes. Bei den Subftantivis find die
Verba, die mit denfelben verbunden werden öfter nicht
angeführt, z. B. bei 1135 als Subj. üJ3, HIT, 35331 als Obi

yr, ii35i u. a. "T "T tt

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