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Ausgabe:

1893 Nr. 25

Spalte:

627-628

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Besser, W. F.

Titel/Untertitel:

Bibelstunden. Auslegung der hl. Schrift fürs Volk. Neues Testament. 8. Bd. St. Pauli 1. Brief an die Korinther. 2. aufl 1893

Rezensent:

Everling, Otto

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Theologifche Literaturzeitung. 1893. Nr. 25.

628

des Verf.'s als Reaction gegen die Folgerungen, welche
vielfach unberechtigter Weife aus den Ergebnifsen namentlich
der Naturwiffenfchaft gezogen werden, verftändlich.
Denn darin hat der Verf. Recht, dafs durch wiffenfchaft-
liche Erkenntnifse niemals eine Gefammtanfchauung der
Welt begründet werden kann. Aber in der Verfolgung
diefes Gedankens ift er in das entgegengefetzte Extrem
gerathen, wie die Materialiften. Und die Wahrheit wird
wie immer zwifchen den Extremen liegen.

Kiel. O. Ritfchl.

Bartels, Paft. Fr., Die Sittenlehre der evangelisch-lutherischen
Kirche, nach deren Bekenntnisfchriften zufammen-
hängend dargeflellt. Hannover-Linden, Manz & Lange,
1893. (VIII, 131 S. gr. 8.) M. 2.—

Wenn man bedenkt, dafs der Verfaffer keine erhebliche
Kenntnifs der bisherigen Forfchungen über den
Gedankeninhalt der fymbolifchen Bücher der lutherifchen
Kirche verräth, fo fpricht es allerdings für die .Liebe'
und das .Verftändnifs', mit dem er fich ,in den Gehalt
jener Bekenntnifse verfenkt' hat (S. VI), dafs er bei einigen
der wichtigften Lehren, z. B. über den Beruf und über
das Wefen der Kirche, im Ganzen das Richtige getroffen
hat. Kann daher die vorliegende Leiflung als eine zum
Theil zutreffende populäre Wiedergabe der in den fymbolifchen
Büchern enthaltenen Sittenlehre bezeichnet
werden, fo mufs dem Verfaffer doch andererfeits die
Anerkennung vorenthalten bleiben, dafs er das wiffen-
fchaftliche Verftändnifs der Bekenntnifsfchriften durch
feine Arbeit gefördert habe. Allerdings fcheint es ihm
auf ein folches auch gar nicht angekommen zu fein.
Denn feine Frageftellung richtet fich danach, was die
fymbolifchen Bücher ,bezeugen' (S. Ii), indem er von
vornherein feine bedingungslofe Uebereinftimmung mit
ihrem Inhalt vorausfetzt. Demgemäfs deutet er diefen
aus einer modern - lutherifchen Auffaffung heraus mit
Hülfe fubjectiver Erwägungen. Der Bericht über die
fymbolifchen Lehren und die Entwicklung der eigenen
Gedanken des Verfaffers verlaufen faftdurchweg ineinander,
und die einzelnen Stellen der Bekenntnifsfchriften werden
in der Regel als dicta probantia eingeführt. Diefem Verfahren
entfpricht es, dafs der Verf. auch nur auf den
Schriftbeweis achtet, den die Urheber der Bekenntnifsfchriften
geführt haben. Wie fie ihre Anflehten fonft
beweifen, und ob die von ihnen zum Zweck eines Be-
weifes vorgebrachten Argumente alle ftichhaltig find,
danach fragt er nicht. Vielleicht find diefe Mängel feiner
Arbeit dem Verf. auch deshalb nicht deutlich geworden,
weil er fich lediglich an den deutfehen Text der fymbolifchen
Bücher hält. Aber wenn man den lateinifchen
Text, auch wo er urfprünglich oder dem deutfehen gleich-
werthig ift, durchgehends ignorirt, beraubt man fich
ebenfo der Veranlaffungen, die er dem gründlichen Nachdenken
darbietet, wie wenn man gleich dem Verf. darauf
verzichtet, von der bisherigen Forfchung genügende
Kenntnifs zu nehmen.

Kiel. O. Ritfchl.

Besser, Kirchenr. Paft. D. W. F., Bibelstunden. Auslegung
der hl. Schrift fürs Volk. Neues Teftament.
8. Bd. St. Pauli 1. Brief an die Korinther. 2. Aufl.
Halle a/S., R. Mühlmann's Verl., 1892. (X, 810 S. 8.)
M. 5.10.

Beffer's Bibelftunden find fo bekannt und verbreitet,
dafs fie keiner Charakterifirung ihrer Eigenart mehr bedürfen
. Zu den Bänden, die mehrfache Auflagen erlebt
haben, gefeilt fich auch die Auslegung des erften Ko-
rintherbriefes in zweiter Auflage. Es fcheint alfo das
Werk des Verfaffers auch nach feinem Tode noch Verehrer
zu finden, die aber wahrfcheinlich zahlreicher in den
Pfarrhäufern, als in der Gemeinde fein werden. Man
mufs manche herbe Einfeitigkeit mit in den Kauf nehmen,
wenn man fich in die Kraft der religiöfen Gedanken
verfenken will, mit der Beffer feinen Lefern die Schriftgedanken
nahebringt; man fühlt fich von diefer Auslegung
, die von grofser Belefenheit, reicher Lebenserfahrung
, warmer Frömmigkeit und zähem Lutherthum
zeugt, angezogen, wenn auch der lebhafte Widerfpruch
gegen Einzelnes, Aeufserliches und Wichtiges, feiten
verdummt.

St. Goar a/Rhein. Everling.

Bibliographie

von Bibliothekar Dr. Johannes Müller.

Berlin W., Opernplatz, Königl. Bibliothek.

jCcurfcbc flitcrarur.

Jahresbericht, theologifcher. Hrsg. v. H. Holtzmann. 12. B'l., enth.
die Literatur des J. 1892. 4. Abth. Braunfchw., Schwetfchke & S.,
1893. (gr. 8.) Einzelpr. 6. — (cplt. Ladenpr. 14. —)

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Grundrifs der theologifchen Wiffenfchaften, bearb. v. Achelis, liaumgarten,
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Inhalt: Hebräifche Archäologie v. J. Benzinger. Mit 150 Ahbildgn. im
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Reufs, E., Das Alte Teftament, überfetzt, eingeleitet u. erläutert. Hrsg.
aus dem Nachlaffe des Verf. v. Erichfon u. Horft. 5. Bd. Die hebr.
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Kommentar, kurzgefafster, zu den hl. Schriften Alten u. Neuen Tefta-
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Inhalt: Genefis, Exodus, Levitikus u. Numeri, ausgelegt v. H. L. Strack,
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(IV u. S. 91—162. gr. 8.) I. 20

Handkommentar zum Alten Teftament. In Verbindg. m. anderen Fachgelehrten
hrsg. v. W. Nowack. III. Abtlg. Die prophet. Bücher.
2. Bd., 2 Tie. Gött., Vandenhoeck & R., 1894. (gr. 8.) 6. 40;

in 1 Bd. geb. 8. —

Inhalt: 1. Das Buch Jereniia, überf. u. erklärt v. V. Giofebrecht. (268 S.)
Einzelpr. 6. 40. — 2. Die Klagelieder des Jeremias, überf. uerk ärt v. M.
Lohr. (XX, 26 S.) Einzelpr. 1. —

Rupp recht, E., Der Pfeudodaniel u. Pieudojefaja der modernen Kritik
vor dem F'orum des chriftlichen Glaubens, der Moral u. der Wiffen-
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Dcichert Nachf., 1893. (IV, 86 S. gr. 8.) 1. 20

Sch wally , F., Idioticon ces chriftlich paläftinifchen Aramaeifch. Giefsen,
Ricker, 1893. (XII, 134 S. gr. 8.) 6. 40

Nösgen, C. F., Gefchichte der neuteftamentlichen Offenbarung. (In 2
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Inhalt: Die Biiefe Pauli an Timotheus u. Titus. Neu bearb. v. B. Watifs.
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Graeber, H. J., Die Weisfagungen in der Offenbarung des Apoftels Johannes
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Aoyoiri-TTji;, UoQyvQtoq, 7/ ihnloyia rov 'Afrrjyayöoov. Inaug.-Difl".
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