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Ausgabe:

1893

Spalte:

566-568

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Crum, Walter E.

Titel/Untertitel:

Coptic manuscripts, brought from the Fayyum by W. M. Flinders Petrie 1893

Rezensent:

Schmidt, Carl

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Holtzmann die mir wenig gefchmackvoll erfcheinende l Crum, W. E., M. A., Coptic manuscripts, brought from

Manier befolgt, gewiffe parallele Gefchichten nach Stich- j tne Fayyum by W. M. Flinders Petrie, Esq, D C I

worten zufammen zu behandeln So die 10 Ausfätzigen Together with a papyrus in the Bodleian library

nach der Ausfatzigenheilung Mc. I, den Junghng von ° 7 • , ■ ,. , „, A.

Nain neben Jairi Töchterlein u. f. w. Durch liefe Zu- ed,ted w,th commentanes and .nd.ces by W. E. C.

fammenftellung lernt man nichts, als dafs die Holtz- London, Nutt, 1893. (XI, 92 S. m. 4 Lichtdr.-Taf.

inann'fche Vermuthung, diefe Parallelformen feien z. Th. I gr. 4.) 7 s. 6 d.

Nachahmungen, falfch ift. Das ift ja auch ein Refultat,
aber doch nicht das von H. gewollte. Und es wird dadurch
der Schade gcfliftet, dafs man z. B. den Reifebericht

Wir begrüfsen in Herrn Crum, der in Deutfchland
unter Leitung der Herren Proff. Erman und Steindorff
ägyptifchen Studien obgelegen hat, einen neuen Mitar-

des Lc. nirgends im Zufammenhange findet. Da mufs agypuicnen Lienen oogeiegen hat, einen neuen IVUtar-
man fchon zum N. T. greifen. Freilich muss ja bei Leiter auf dem Gebiete des Kopt.fchen. Die vorliegende

Erfthngsarbeit ift in jeder Beziehung, was Kenntnifs,
Urtheil und Methode anbetrifft, eine vortreffliche Leiftung.
Der Verf. legt uns hier die koptifchen Texte felber vor,
welche er in Flinders Petrie's ,Medutnl p. 48 ff. kurz

unferer Methode hier und da Einiges doppelt gedruckt
werden, hier und da 4-Columnenfatz eintreten u. f. w.
Aber das braucht das Buch durchaus nicht zu vertheuern.
Denn fo wie es vorliegt, ift in ihm eine enorme Raum-
verfchwendung getrieben. Ich zähle 97 ganz leere Co-
lumnen, auf denen kein Wort fleht, ungeachtet die halb-,

ihrem Inhalte nach befprochen hatte. Der gröfste Theil
der Sammlung ift von Flinders Petrie im Jahre 1889 bei

i2oColurnnen fein. Das macht alfo 33—40 Seiten leeres j {J^Jj^. fcJ^'^.ÄPRS^* Tnen.in Pxford auf"
Papier, die wir mitbezahlen muffen, was wir immerhin
55—70 Pf. billiger haben könnten. Unfere Wünfchc
wären leicht zu befriedigen, wenn darauf verzichtet
wurde, die drei Columnen überall durchzuführen. Wozu

viertel-leeren- ja fogar die, auf denen nur ein Wort fleht, leinen Ausgrabungen im haijum gefunden und flammt
lind aufserAnlatz geblieben. Im Ganzen werden es aber aus Ueir El-Hammam, vier Stücke find in Hawara gefunden:

1 daran hat der Verf. als Appendix einen in Oxford aufbewahrten
Papyrus angefchloffen, der ein Ausgabeverzeichnis
während 4 Monate (Januar bis April) enthält.
Die übrigen Stücke hat der Verf. in folgenden 5 Abtheilungen
untergebracht: 1) Biblical texts, 2) Patristic t.,
z. B bei der Bergrede die gähnende Mc-Columne, wo 3). Liturgkal t 4) Leiters, 5) Lists and aecounts. Wir
ein Marcus vacatam Kopfe der Seite diefelben Dienfte i ka°"fn, nur m't Rücklicht auf die Lefer die drei erften
thun würde. Und wo nur ein Evangelium vorhanden, da ; Abteilungen befprechen.

drucke man doch getroft über die Seite weg, wie bei Leider bieten die Texte für den Theologen wenig

Tifchendorf gefchieht. ! Ausbeute. Die biblifchen Stücke find ganz fragmentirt.

Ein zweites Defiderium bezieht fich auf die text- Der erfte Text enthält Matth. XI, 27, 28 und XII, I—3,
kritifchen Anmerkungen. Es ift ja fehr weitherzig, dafs 6—IO, n. 12 im unterfahidifchen Dialekt, ift aber jüngeren
Datums. Gröfsere Beachtung beanfpruchen dagegen
die an zweiter Stelle veröffentlichten Fragmente aus
einem Codex, der aller Wahrfcheinlichkeit nach die katho-
lifchen Briefe enthalten hat. Der Verf. bemerkt dazu
The material and writing of the three fragts. are very
fine. The text is in Single column, and is the only rem-
nant, as yet pnblished, of the Achviimic New Testament.
Es ift fehr zu beklagen, dafs nur diefe drei Fragmente
(Jacob. IV, 12, 13, Jud. 17—20 und ein ganz zerftörtes
unbekanntes Stück) erhalten find, da fie zu den älteften
Ueberfetzungen des N. T. in koptifcher Sprache gehören,
darum für die Textgefchichte von aufserordentlicher Bedeutung
find. Es lieht ficherlich zu erwarten, dafs noch
gröfsere Bruchftücke diefer Verfion ans Tageslicht gefördert
werden, zumal da für das A. T. bereits gröfsere

die Abweichungen des Meyer'fchen Commentars erwähnt
werden. Aber wozu eigentlich? Der Benutzer des
Meyer kennt fie auch ohne dies. Und für andere Lefer
ift es ja gewifs ganz intereffant, zu wiffen, dafs Weifs oder
Holtzmann anders als Tifchendorf lefen, aber was foll
z. B. der Student daraus lernen? Es ift gerade wie bei
der Gebhardt'fchen Ausgabe. Dem Studenten kann es
ganz gleichgiltig fein, wie Weftcott und Hort und
Tregelles lefen. Ein textkritifches Bild bekommt er
nicht, denn wo einmal alle neueren Textkritiker einig
find, merkt der Student gar nicht, dafs es Varianten
überhaupt giebt. Denn dafs er den grofsen Tifchendorf
befitze, kann man nicht erwarten. Nun aber werden wir
doch wohl darin einig fein, dafs es dringend wünfehens-
werth ift, dafs unfere Theologen von den Aufgaben und

Schwierigkeiten der Textkritik etwas erfahren. Darum Texte, z. B. eine unpublicirte Pfalmenhandfchrift in der
mufs ihnen wenigftens ein ausgewählter Apparat mit- j Sammlung des Erzherzogs Rainer vorhanden find. Die
getheilt werden. Es ift doch wohl nicht in der Ordnung, ; Datirung diefer Stücke fcheint m. E. etwas gewagt zu
dafs die Variante in der Lc.-Taufgefchichte oder die beim j fein, wenn der Verf. fie zwifchen 300-350 entftanden
lucanifchen Abendmahlsbericht nicht erwähnt wird, dafs j fein läfst. Er ftützt fich dabei auf das gnoftifche Buch
der Lefer nicht erfährt, dafs Mc. 2, 27 nur einfeitig be- j ,Pistis Sophia', welche grofse Aehnlichkeit in den Schriftzeugt
ift u. f. w. Oder ift es etwa die Abficht Holtz- 1 Charakteren aufzuweiten habe, und beruft fich für das
mann's, dafs unfere Studenten für alle Zeit in der gläubigen Alter derfelben auf Harnack, der die Pistis Sophia aus
Verehrung des Vaticanus und Sinaiticus weiter erzogen j inneren Gründen in der zweiten Hälfte des 3. Jahrh.
werden follen, die heute für felbftverftändlich gilt? Und verfafst fein läfst. Der Verf. hat überfehen , dafs diefe
fchliefslich noch eins: Wenn foviel Platz dawar, warum j Datirung fich nur auf das griechifche Originalwerk be-
ift nicht Einiges, Ausgewähltes, aufgenommen von aufser- j zieht, nicht aber auf unfer koptifches Ms., welches frühe-

ftens dem 5. Jahrh. zugefchrieben werden kann. Für den
Ref. war insbefondere die Angabe ven Intereffe, dafs
der Verf. auf Grund einer Einficht in das Ms. der Pistis
die Grenzen diefer Auswahl mit einem Mann wie Holtz- I Sophia in London feftgeftellt hat, dafs die Handfchrift von
mann rechten wollte. Es foll doch eben ein Studenten- j zwei Schreibern verfafst ift, und dafs die Palacogr. Soe., Or.

kanonifchen Parallcltexten? Wie gefagt — eine Aus
wähl mufs getroffen werden. Sie wird aber nicht fchwer
fein, und ich fände es thöricht, wenn man in Bezug auf

buch werden. Und ich kann nur ernftlich und herzlichft
bitten, dafs bei einer neuen Auflage diefer Unterrichtszweck
mehr ins Auge gefafst werde, damit wir wenigftens
an einem Punkte unferem Betrieb die fo dringend nöthige
Verbefferung zu geben in Stand gefetzt würden.
Göttingen. Jon- Weifs.

See., pl. XLII die erfte, Hyvernat's Album pl. II die
zweite Hand wiedergiebt. Was das Verhältnifs der ach-
mimifchen Bibelverfion betrifft, fo bemerkt der Verf.:

It will be rematked that the nezv texts agrec throughout
witli the Sah. version, bat that neither of these folloxv
the Greek so closely as does the Boh. Stern [Ä. Z. /886,
ij5) suggests that the two latter versions were made
tkrcugh the medium of the Achvümie. Ueber das Verhältnifs
der einzelnen Verfionen zu einander und zum