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Ausgabe:

1892 Nr. 21

Spalte:

531

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Dieffenbach, G. Chr.

Titel/Untertitel:

Das Evangelium St. Lucä, in 204 kurzen Betrachtungen für die Gemeinde ausgelegt 1892

Rezensent:

Wächtler, August

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531

Theologifche Literaturzeitung. 1892. Nr. 21.

532

glieder lernen, ihre Bibel zu lefen, und die Prediger
iehen, wie fie heutzutage fruchtbar ausgelegt werden
kann.

Halle a/S. A. Wachtler.

Dieffenbach, Oberpfr. D. G. Chr., Das Evangelium St. Lucä,

in 204 kurzen Betrachtungen für die Gemeinde ausgelegt
. Stuttgart, Greiner & Pfeiffer, 1891. (VIII,
506 S. gr. 8.) geb. M. 4.80.

Das Buch ift für tägliche Hausandachten beftimmt.
Mit Recht fagt der Verf., dafs die Bibelauslegungen und
Bibelftunden, welche auch dem einfachen Chriftenvolke
das Verftändnifs der Schrift vermitteln wollen, fich für
die Hausandacht nicht recht eignen. Wenn ferner auch
zuzugeben ift, dafs es Segen bringt, das Wort Gottes
auch im Zufammenhange bei den täglichen Hausandachten
zu benutzen, fo können wir uns davon doch
nicht viel verfprechen, wenn ein biblifches Buch in
kürzere Abfchnitte zerlegt wird, an deren jeden fich eine
Betrachtung mit kurzem Schlufsgebet anfchliefst. Der
Zweck des zufammenhängenden Lefens wird durch die
Vertheilung des Evangeliums Lucä auf 204 Tage beeinträchtigt
, und eigentlich kommt nichts von dem vielen
Guten zu feinem Recht, was man fonft dem zufammenhängenden
Lefen eines biblifchen Buches zutrauen kann.
Die kurzen Andeutungen, die der Verf. im Anfchlufs
an die voraufgeftellte ,Ueberficht' über den Zufammen-
hang des Inhalts giebt, werden den Zufammenhang nicht
vergegenwärtigen und können die Andacht beeinträchtigen.
Dafs gerade das Evangelium Lucä ganz befonders geeignet
fein foll zur Betrachtung in der Hausandacht,
wird fich fchwerlich beweifen laffen. Aber wir werden
uns freuen, wenn das Buch Anklang findet und recht
viel gebraucht wird. Die einzelnen Abfchnitte find finn-
und fachgemäfs abgegrenzt. Die Betrachtungen geben
eine einfache Auslegung und eine im ganzen ungezwungene
Anwendung. Dafs bei diefer eine gewiffe Eintönigkeit
fich einfchleicht, ift nicht zu verwundern, aber die Eormel
,fo follen auch wir' widerfpricht im Grunde dem Wefen
der Betrachtung.

Halle a/S. A. Wächtler.

Funcke, Otto, Neue Reisebilder und Heimatklänge. Bremen,
C. Ed. Müller, 1892. (XXIII, 294 S. 8.) M. 3.— ; geb.
M. 4.— ; m. Goldfehn. M. 4.20.

Ein vorwiegend heiteres Buch ift es, das uns Funcke
diesmal bietet. So nennt er es felbft mit Recht in der
Einleitung. Es ift deshalb auch, wie er gleichfalls felbft
mit Recht bemerkt und wie ich aus Erfahrung beftäti-
gen kann, befonders für ,gemifchte Kreife' paffend, in
denen fich entweder das Alter mit der Jugend mifcht
oder ernfte und bewufste Chriften mit folchen vereinigt
find, die dem kirchlichen und religiöfen Leben mehr oder
weniger fern ftehen. Entftanden ift es merkwürdiger
Weife auf dem Krankenlager. Der Verfaffer hatte die
Abficht, im letzten Winter den zweiten Theil feiner Schrift
,Chrifti Bild in Chrifti Nachfolgern', auf die ich auch
an diefer Stelle hingewiefen habe, fertig zu ftellen. Aber
eine fchwere und langdauernde Krankheit hinderte ihn
daran. Während diefer Krankheit zogen nun die Erleb-
nifse feiner einige Monate zuvor unternommenen Schweizerreife
an feinem Geifte vorüber. Er machte fich Notizen
darüber oder dictirte die Gedanken, die gerade in ihm
auffliegen, anderen in die Feder, und fchrieb dann, nachdem
er genefen, aber für feine eigentliche Amtsarbeit
noch nicht fähig war, das Ganze im Zufammenhang nieder.
Dazu hat er dann noch drei Auffätze hinzugefügt, die
früher fchon, theils im ,Daheimkalender', theils im Pfarrhaus
' im Druck erfchienen waren, und von denen befonders

der letzte: .Pfarrhaus, Pfarramt und Humor' einige
ganz köftliche kleine Schilderungen enthält. Gewidmet
ift das Buch Herrn Profeffor Dr. Achelis in Marburg,
mit dem Motto: ,Einft ftritten wir in eitlem Wahn und
waren oft gefchieden; jetzt fchau'n wir beide nur Jefum
an und haben Frieden'. Die beiden Männer waren einft
Nachbarpaftoren und geriethen infolge der Verfchieden-
heit ihres Wefens und ihres theologifchen Denkens nicht
feiten mit einander in Collifion. Allmählich aber kamen
fie fich näher, wurden freunde und haben, wie Funcke
verfichert, nunmehr einfehen gelernt, ,dafs unfere Ver-
fchiedenheiten nicht dazu da feien, dafs wir uns ftofsen,
fondern dafs wir uns ergänzen füllten'.

Augsburg. J. Hans.

Bibliographie

von Bibliothekar Dr. Johannes Müller.

Berlin V., Opernplatz. Königl. Bibliothek.

jCcutfobe Literatur.

Grundrifs der theologifchen Willenfchaften. 2. Tl. I. Bd. Freiburg i/Br.,
J. C. B. Mohr, 1892. (gr. 8.) 5. —; geb. in Leinw. 6. —

Inhalt: Einleitung in das Alte Teftament v. C. H.Cor nill. 2. Aull. (XVI, 324 S.)

Lötz, W., Gefchichte u. Offenbarung im Alten Teftament. 2. durch e.
Regifter verm. Ausg. Leipzig, Hinrichs, 1892. (IX, 358 S. gr. 8.) 6. 80

Winckler, H., Altteftamentliche Unterfuchungen. Leipzig, E. Pfeiffer,
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Miliard, J., Das Abendmahl d. Herrn u. die Stellung der Jünger Jefu zu
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u. Erläuterg. erklärt. 9. Bd. Potsdam, A. Stein, 1892. (gr. 8.) 1. 60;

geb. 2. 30

Inhalt: Der Brief nn die Hebräer u. der Brief d. Jakobus, m. fpezieller Einleitg.,
fowie m. den nöt. hiftor., geograph. u. antiquar. Anmerkgn. verfehen. (195 S.)
Schrift, die heilige. (Sternbibel.) Revidierter Text der deutfehen Ueberfetzg.
v. M. Luther m. 30 Vollbildern in Lichtdr. zum Alten Teftament
nach berühmten Meiftern u. 15 Vollbildern in Lichtdr. aus dem Leben
Jefu v. II. Hofmann. Mit e. Familienchronik. Leipzig, Hinrichs, 1892.
(XV, 935; III, 255 u. 16 S. gr. Lex.-8.) geb. in Ldr. m. Goldfehn. 40. —
Binter im u. Mooren, Die Erzdiöcefe Köln bis zur franzöfifchen Staatsumwälzung
. Neu bearb. v. A. Mooren. 1. Bd. Mittelalter. Düffeldorf,
Vofs & Co., 1892. (XVI. 637 S. gr. 8.) 10. —

Kirchengefchichte, württembergifche. Hrsg. vom Calwer Verlagsverein.
Calw u. Stuttg., Vereinsbuchh., 1892. (VIII, 756 S. Lex.-8.) 10. —;

geb. in Halbfrz. 12. —

Schriften f. das deutfehe Volk, hrsg. vom Verein f. Reformationsgefchichte.
Nr. 17 u. 18. Halle a/S., (Niemeyer), 1892. (8.) ä —. 15

Inhalt: 17. Die Stadt Magdeburg im Kampfe f. den Proteftantismus während
der J. 1547—1551. Von F. Hülfse. (60 S.) — 18. Das hl. Blut v. Sternberg.
Von K. Schmidt. (46 S.)
Schriften d. Vereins f. Reformationsgefchichte. Nr. 35—37. Halle a/S.,
(Niemeyer), 1892. (gr. 8.) ä I. 20

Inhalt: 35. Luthers Glaubensgewifsheit. (Luther im nrueften röm. Gericht,
4. Hft.) Von W. Walther. (136 S.) — 36. Die Kämpfe u. Leiden der Evan-
gelifchen auf dem Eichsfelde während dreier Jahrhunderte. 1. Hft. Reformation
u. Gegenreformation bis zu dem Tode d. Kurfürften Daniel v. Mainz
(«X. März 1582). Von L. Freih. v. W i n tzige r o d e - K n orr. (V, 105 S.) —
37. Antonius Corvinus, e. Märtyrer d. evangelifch-lutherifchen Bekenntnifses.
Vortrag v. G. Uhlhorn. (38 S.)
Heideck, F. Herr zu, Chriftliche Ermahnung an Hrn. Walther v. Plettenberg
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[Aus: .Sitzungsberichte der Altertumsgefellfch. Pruffia'.] Königsberg
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Hegler, A., Geift u. Schrift bei Sebaftian Franck. Eine Studie zur Gefchichte
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J. C. B. Mohr, 1892. (XII, 291 S. gr. 8.) 5. —

Bäumer, S., Johannes Mabillon. Ein Lebens- u. Literaturbild aus dem
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1892. (XI, 270 S. m. Bildnis, gr. 8.) 3. 50

Tollin, H., Gefchichte der franzöfifchen Colonie v. Magdeburg. Jubi-
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Zittwitz, H. v.. Das chriftliche Abendmahl im Lichte der Religions-
gefchichte. Brieg, Bänder, 1892. (12 S. gr. 8.) —. 30