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Ausgabe:

1891

Spalte:

562-564

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Hoskier, Herm.

Titel/Untertitel:

A full account and collation of the Greek cursive codex Evangelium 604 1891

Rezensent:

Gebhardt, Oscar

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Hamack, Prof. zu Berlin, und D. E. Schürer, Prof. zu Kiel.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

N" 23. 14. November 1891. 16. Jahrgang.

Kautzfeh und Socin, Die Genefis, 2. Aufl. Haug, Die Autorität der hlg. Schrift und die Euchen, Die Lebensanfchauungen der grofsen

(Guthe). Kritik (Derf.). Denker (Gottfchick).

Hoskier, A füll aecount and collation of the ; Haupt, Die Bedeutung der heiligen Schrift für Lindenbein, Erklärung der Offenbarung des

Greek cursive codex evang. 604 (v. Gebhardt). | den evangelifchen Chriften (Derf.). Johannes (Achelis).

(* (3=elohardt)''^^t'°0t S Apost0''C "S ' Kier, Bedarfes einer befonderen Infpirations- j Lettau, Biblifche Gefchichte für Schulen (Fay).

Vallotton, Die Bibel (Lobftein). Iehre? fDer1-). Die Bibel, mit Bildern der Meifter chriftlicher

Dieckhoff, Die Infpiration und Irrthumslofig- { Gefs, Die Infpiration der Helden der Bibel und . Kunft, hrsg. von R. Pfleiderer, 18—40. Hft.

keit der heiligen Schrift (Derf.). der Schriften der Bibel (Derf.). (Schloffer).

Kautzsch, E., und A. Socin, Proff., Die Genesis, mit

aufsererUnterfcheidung der Quellenfchriften überfetzt.
Namentlich zum Gebrauch bei akademifchen Vor-
lefungen. 2., vielfach verb. Aufl. Freiburg i/B„ J. C. B.
Mohr, 1891. (XV, 122 S. gr. 8.) M. 2. -

Die erfte Auflage diefes Buches, 1888 erfchienen, ift
bald vergriffen worden, mindeftens ein Beweis für die
grofse Brauchbarkeit desfelben. Irre ich nicht, fo hat
der Umftand viel dazu beigetragen, dafs das Buch den
gegenwärtigen Stand der Scheidung der Quellenfchriften
in der Genefis auf eine anfehauliche Weife darftcllt. So
lange nur mit Capitel- und Verszahlen darüber geredet
wird, ift noch viel Zeit und Mühe des Lefers erforderlich
, bis er fleh eine wirkliche Ueberficht über den Umfang
und die Verarbeitung der einzelnen Quellenfchriften
verfchafft hat. Diefe Arbeit wird für die Genefis
durch diefes Buch erfpart; die Ergebnifse der Quellen-
fcheidung werden fowohl dem Laien als auch demjenigen
Fachgenoffen, deffen Thätigkeit fleh weniger auf
diefes Gebiet erftreckt, in klarer Weife vorgelegt. Und
zugleich wird dadurch in wirkfamer Art die Frage beleuchtet
, bis zu welchem Grade eine Scheidung der Quellen
überhaupt gerathen oder möglich ift.

In der Anzeige der erften Auflage (ThLZ. 1889,
Nr. 12) habe ich mich über die Einrichtung des Buches
fowie über die Art und den Werth der Ueberfetzung
ausgefprochen. Ich brauche das hier um fo weniger zu
wiederholen, je fchöner die durch den Erfolg dem Buche
zu Theil gewordene Empfehlung inzwifchen ausgefallen
ift. Nur über das Verhältnifs der zweiten zur erften Auflage
habe ich mich hier zu äufsern.

DieEinrichtung desBuches, insbefondere des Druckes,
ift diefelbe geblieben. Das Vorwort zur erften Auflage
ift wieder abgedruckt und ein Vorwort zur zweiten Auflage
hinzugefugt worden. Diefes berichtet kurz über die
vollzogenen Aenderungen, nimmt Stellung zu einigen
Einwänden, insbefondere zu den Bemerkungen Klofter-
mann's in der .Neuen kirchl. Zeitfchrift' 1890, Heft 9 und
IO und erwähnt einen erft nachträglich den Herausgebern
bekannt gewordenen älteren Verfuch, den Pentateuch
frei, aber finngetreu zu überfetzen, nämlich den des
Abtes J. B. B. Venufi in Offegg, der in Prag 1820 mit
einer Vorrede K. Rofenmüller's erfchienen ift.

Die Aenderungen betreffen die Ueberfetzung, die
Anmerkungen und die Quellenfcheidung. In dem Vorwort
zur zweiten Auflage S. X. Anmerkung haben K.
und S. felbft die wichtigften, doch nicht alle Aenderungen
hervorgehoben. Die Ueberfetzung ift viel häufiger
geändert worden, als man dort aufgezählt findet, wenn
auch nicht immer in tief eingreifender Weife. Die ver-
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änderten und neuen Anmerkungen betreffen theils die
Quellenfcheidung, theils die vorfichtigere oder beftimm-
tere Wahl eines Ausdrucks in der Ueberfetzung, theils
neue Auffaffungen des Textes. Was die Scheidung der
Quellfchriften anlangt, fo find die Herausgeber nur an
wenigen Stellen fchärfer vorgegangen (z. B. 39, 3—6) und
haben in 37, 12—18 und 23—25* die Scheidung zwifchen
J und E ganz aufgegeben; jedoch ift eine gröfsere Zahl
von redactionellen Zuthaten in der zweiten Auflage hervorgehoben
worden, als in der erften (z. B. 13, 10 71X3
D'nra; 14, 22 mnS). Die Aenderungen in der Ueberfetzung
fcheinen mir im allgemeinen einen etwas geringeren
Grad von Freiheit, d. h. einen engeren Anfchlufs
an die hebräifche Vorlage, darzuftellen und eine gröfsere
Gleichmäfsigkeit im Ausdruck anzuftreben. Auch find
einige in die deutfehe Sprache geradezu eingebürgerte
Wendungen Luther's wieder aufgenommen worden, wie
I, 3 ,es werde Licht', 3, 19 ,im Schweifse Deines Ange-
fichts'. Das ,dereinft' 1, 1 haben die Ueberfetzer freilich
,nur fehr ungern' (Anm. 1) durch das altübliche ,im Anfang
' erfetzt — ich meinerfeits glaube, mit Recht. Um
noch eine Einzelheit hervorzuheben, haben die Ueberfetzer
rVna, diefes in feinem mannigfaltigen Gebrauch
fchwer zu verdeutfehende Wort, 6, 18 durch .Wille' wiedergegeben
, dagegen i n 9,9— 12 diefelbe hebräifche Redensart
ITna tDpn durch /Vereinbarung treffen' überfetzt. Da
in beiden Stellen diefelbe Quellfchrift vorliegt, fo ift es
mir wahrfcheinlicher, dafs auch in 6; 18 »Vereinbarung
treffen' oder .Verpflichtung vereinbaren' gemeint, dann
aber V. 19 eng mit V. 18 zu verbinden ift, damit die
Abfleht Ijr?» h^nrfs V. 19 an V. l8a geknüpft erfcheine.

In den .Aenderungen in der Quellenfcheidung' S. X
Anmerkung fcheint 45, Ii fehlerhaft zu fein. Anmerkung
51 ift wohl ftatt Jer. 23,22 zu lelenjer. 4,2. Gern be-
flätige ich, foweit es mir als Betheiligtem zufteht, dafs
die Ueberfetzer alle die Bemerkungen und Ausftellungen,
die ihnen in Briefen und öffentlichen Recenfionen vorlagen
, forgfältig erwogen und nach Möglichkeit verwer-
thet haben (S. X). Mag es ebenfo forgfältig, namentlich
von unferen Studirenden, gebraucht werden!

Leipzig. H. Guthe.

Hoskier, Herman C., A füll aecount and collation of the
Greek cursive codex Evangelium 604 (with 2 facsimiles)
[Egerton 2610 in the British Museum]. Together with
ten appendices. London, Nutt, 1890. (XXIII, CXVI,
43 u. 100 S. Lex.-8.) geb. 21s.

Auf den im Jahre 1882 für das Britifh Mufeum erworbenen
Cod. Egerton 2610 (Gregory Evv. 700) hatte

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