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Ausgabe:

1891 Nr. 13

Spalte:

334-337

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Gretillat, A.

Titel/Untertitel:

Exposé de Théologie Systématic. Tome III. Dogmatique I: Théologie spéciale 1891

Rezensent:

Hartung, Bruno

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Theologifche Literaturzeitung. 1891. Nr. 13.

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im 12. Jahrhundert1 — von Krumbacher S. 193 leider als
ihm unzugänglich bezeichnet — den Weg weifer für die
Darftellung bilden. Weiteren, zum Theil reichen Stoff
boten meine Abhandlungen ,Zu Nikolaos von Methone'
(Zeitfchr. f. Kirchengefch. IX, S. 405—431 und S. 565 bis
590), Zu .Michael Pfellos' (Zeitfchr. f. wiff. Theol. XXXII,
S. 303—330), ,Zu Maximus Planudes' (a. a. O. XXXIII, S.480
bis 490) und zu .Marcus Eugenicus von Ephefus' (Zeitfchr.
f. Kirchengefch. XV, S. 91 —116). Ohne eingehende Be-
rückfichtigung des theologifchen Schriftthums find hervorragende
Byzantiner wie Photios, Pfellos, Nikephoros
Gregoras, Gregorios Palamas u. a. gar nicht völlig zu
verftehen und zu begreifen. Und je mehr gerade auch
von theologifcher Seite die hier durchaus nothwendigen
Vorarbeiten und Einzelforfchungen werden angeftellt und
befchafft werden, defto beffer wird ein fo umfichtiger
Forfcher wie Krumbacher, auf theologifche Leiftungen
geftützt, fähig und — wie wir nach feiner eigenen Erklärung
annehmen dürfen — gern bereit fein, bei einer
zweiten Auflage, die fein treffliches Werk infolge ftarker
Nachfrage und flarken und fchnellen Anwachfens des
neuen wiffenfchaftlichen, zur Verwerthung bereiten Stoffes
ficherlich bald erleben wird, das vorläufig Zurückgeftellte
gründlich und umfaffend nachzuholen.

Um an diefem Orte nicht dasjenige zu wiederholen,
was ich an anderer Stelle (Zeitfchr. f. wiff. Theol. XXXIV,
S.477—4S2) an Bemerkungen, bezw. Nachträgen dem Verf.
zur Verfügung gefleht habe, fo mache ich hier nur auf
dasjenige aufmerkfam, was, aus den von mir umfänglich
benutzten, aber vielfach bisher überfehenen Veröffentlichungen
zweier griechifchen Gelehrten, Simonides
und Demetrakopulos, entnommen, an verfchiedenen
Stellen einer künftigen neuen Auflage des Werkes verzeichnet
und benutzt zu werden verdient. Gemeint find
Simonides' 1859 bei David Nutt in London erfchienene
' OqO oöogcov ElXfjVCDV iteoXoyixal ygaggal xeOGaoeq und
Demetrakopulos' Bibhothcca ccclcsiastica (Leipzig
1866). — Zu S. 89: remgylov AxqojioXixov llegi
xi]g ixxogevGecoq xov ayiov scvevj/axoe stgog Aaxivovq
bei Demetr. a. a. O. S. 395—410. — Zu S.92, $38: Mein
in der Zeitfchr. f. wiff. Theol. XXXIV, S. 325—355 veröffentlichter
Auffatz ,Der Kircheneinigungsverfuch des
Kaifers Michael VIII. Paläologos' mit der zum erften
Male von Simonides (a. a. O. S. 86—88) nach einer Athos-
Handfchrift, fodann von Demetrakopulos in feiner wegen
mancher unmittelbar aus Handfchriften gefchopften
Stücke beachtenswerthen 'ipxogia rov oyjGf/axog xljg Aa-
xivixijg cito xijg onVodcgov 'EXh/vixf/g (Leipzig 1S67) nach
einem Cod. Vindobon. 245, von mir endlich auf Grund
beider in gereinigtem Wortlaut herausgegebenen merkwürdigen
Erklärung der Kaiferin Theodora (S.353
bis 355)- — Zu S. 107 bezw. 171: Des Patriarchen
Gennadios von Konftantinopel Confeffion. Kritifch
unterfucht und herausgegeben von Dr. J. C. T. Otto.
Nebfl einem Excurs über Arethas' Zeitalter (S-21 —
der S. 233 noch befonders angeführt fein könnte, obwohl
auf ihn auch Harnack, deffen .Texte und Unterfuchungen'
I dort angezogen find, a. a. O. S. 39, Anm. 08 Bezug
nimmt), Wien 1864; ferner 'EjxtGxoX/j revvaoiov rov
2yoXagiov xgog rov ßaGiXta Tnaxsgoyvroq 'itoävv/jv
rov Koftvrrvw bei Simonides a. a. O. S. 49—52, desgl.
an demfelben Orte S. 53—72 eine Schrift desfelben
Gennadios Ilenl tx.xogevGecog rov xcevaylovxvevftaxoq. —
Zu S. 154: Zayaqiov Lxioxörxov MvxiXljvrjq Kaxd Mavc-
Xcäcov bei Demetr. a. a. O. S. 1 —18. — Zu S. 159: Tov
Goqjcoxt'cxov Nixt)(p6oov BXe/iutöov Ix xig rcöv xax
avxbv ditjyt'jomg bei Demetr. a. a. O. S. 380—395. — Zu
S. 182: Von Euftratios von Nicäa, dem Ariftoteles-
erklärer, gab fieben theologifche Abhandlungen heraus
Demetr. a. a. O. S. 47—198- — ,Zu s- 204j fgyyogiov
oQXisjtiGxojxov 6eGGaXovix?/q rov IJaXa/iä 'O/uXia stegl
JXiGxecog bei Simonides a. a. O. S. 77—84. — Zu S. 360
verweile ich auf meine oben genannten Arbeiten zu

Nikolaos von Methone und auf die neue, vielfach
verbefferte Ausgabe des Dialogs des Soterichos Pan-
teugenos (<PiXcov}), die ich in der Zeitfchr. f. wiff.
Theol. XXIV, S. 224ff. gegeben habe. — Im Allgemeinen
mache ich fodann auf die zuvor nicht erwähnten, weil in
in Krumbacher's Darfteilung zunächft nicht einfchaltbaren
theologifchen Schriften aufmerkfam, aus Simonides
a. a. O. S. 91 —108: Fetogyiov roi Kogeaaiov iaxgov
xai 0-toXoyov —vvtouiu Tiov haXtruSv aftagirjuihiov rov
dgi&iiov, aus Demetrakopulos a. a. O. S. 18—36:
Nixrra iiovaq~ovxog xai ngeaßvxtgov flovSe tojv Srovöioi;
tov -t^fruxov Hgbg 'Ptouaiovg ;tegi ÜLi'itwv xai oaß-
ßuxwv vryxeiag xai xol ^ydfiov Xiöv tegtiov, S. 36—47:
Iwavvov xov Oovgvr] IltTiggnTixi] dnoXoyia agbg tu
ItyHivra naget tov MeöioXaitov agyieniaxonov IltToov
negi Ttg xov nuvayiov nveif.iaTog exnogevoeeog, evwtciov
tov ßaotXtcog xvgiov lAXe^Lov tov Kotivrvov xai ncto^g
Trtg avvödov xai xfß ovyxXryxov. — Endlich nenne ich als
einen ganz brauchbaren Führer auf dem theologifchen
Gebiete, in feiner Befchränkung wenigflens auf den Kampf
zwifchen der griechifchen und römifchen Kirche, desfelben
Demetrakopulos 'Ogirödo^og 'EXXdg rjxoi negi xiüv
'EXXr'jvcov Tibv ygaxpavxcov xutu ylazirojv xai negi ttov ovy-
ygu^quaiüv uitüv (Leipzig 1872).

Ich breche hier ab und fchliefse diefe meine Anzeige,
welche die Geduld der Lefer vielleicht fchon zu ftark in

I Anfpruch genommen hat, in der feflen Ueberzeugung,
dafs alle, welche fleh finnig in Krumbacher's Werk vertiefen
, dasfelbe mit gleich lebhafter Anerkennung und
Befriedigung, mit gleich aufrichtigem Danke für vielfeitige
Anregung und Belehrung, wie ich felbfl, aus der Hand
legen werden. In diefer Stimmung erlaube ich mir an

I jenes Wort des alexandrinifchen Bifchofs Dionyfios
{Euscb. Eist. eccl. VII, 24) zu erinnern, dem nachgeftrebt
zu haben ich mir befonders dem im Vorftehenden be-
fprochenen Werke gegenüber bewufst bin: 'Enaivttv it.
Xgi] xai OLVutvflv cccpirovcog, et« og&üg Myoixo, i^txä^eiv
dt xai diBVxrvveiv, ei' xi ui] qpaivoiro vyuog uiayeygaiiuevov.

Wandsbeck. Johannes Dräfeke.

Gretillat, Prof. A., Expose de Theologie Systematique.

Tome III. Dogmatique I: Theologie speciale. Cos-
mologie. Tome IV. Dogmatique IL Soteriologie.
Eschatologie. Paris, Fifchbacher, 1888 et 90. (XVI,
656 u. V, 639 S. gr. 8.)

Eine Dogmatik aus der proteftantifchen Kirche fran-
j zöfifcher Zunge ift ein Ereignifs, das unfer lebhaftes
| Intereffe erregt. Denn wie wir von dem Verf. felbfl erfahren
, ift feit dem Werk von B. Pictet aus dem Jahre
1708 (la thiologie diretiennc), alfo feit faft zweihundert
Jahren, nur eine vollftändige Dogmatik, Dogmatique
chretienne de CJieneviere (1840) vom rationaliflifchen
Standpunkt erfchienen. Dadurch ift es zu erklären, dafs
man auch in diefem Buch einen deutfehen Theologen,
der in franzöfifcher Sprache feine Stellung zu den dog-
matifchen Fragen der Gegenwart darlegt, zu hören meint.
So ift er in der Schule deutfeher Theologie gebildet, fo
find die Anführungen in ihrer grofsen Mehrheit aus
deutfehen Werken genommen. Und doch erkennt man
den Franzofen in der Gewandtheit der Sprache, in dem
Intereffe, das dadurch auch trockenen Gegenftänden, wie
der Lehre von den Eigenfchaften Gottes, abgewonnen
wird. Gerade diefe Stücke lefen fleh, wie die Conferences
, die wir aus der Heimath des Verf.'s kennen. Und
niemand wird fagen dürfen, dafs damit der Tiefe und
Gründlichkeit der Beweisführung und Behandlung ein
Schaden gefchieht. Wie viel können wir da lernen!

Freilich fehlt es auch an den Schattenfeiten nicht,
die durch den Umftand gegeben find, dafs der Verf!
wefentlich aus einer Literatur heraus arbeitet, die ihm bei
aller Bekanntfchaft und inneren Verwandtfchaft nicht nur