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Ausgabe:

1890 Nr. 5

Spalte:

115-116

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Schaff, Phil.

Titel/Untertitel:

A Companion to the Greek Testament and the English Version. 3. ed., revised 1890

Rezensent:

Gebhardt, Oscar

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Seite 1

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115 Theologifche Literaturzeitung. 1890. Nr. 5. 116

wefentlich eingefchränkt wird. Danach ift ihm c. 25 nur
die wichtigste aus einer Auswahl von Weisfagungen, die
Jeremia nach c. 36 Baruch zum Vorlefen dictirte. Auf
diefe eingeschränkte Geftalt findet meine Bezeichnung
,wunderlich' natürlich in keiner Weife Anwendung.

Strafsburg iE. K. Budde.

Schaff, Prof. D. Phil., A Companion to the Greek Testament
and the English Version. With Facsimile Illustra-
tions of Mss. and Standard Editions of the New Testament
. 3.ed.,revised. New York, Harper&Brothers, 1888.
(XXII, 618 S. 8.)

Als Mitglied der neuteftamentlichen Section des ameri- j Testamentes (Pentateuch und hiftorifche Bücher) beziehen
kanifchen Comite's zur Revifion der englifchen Bibelüber- aus dem lakonifchen ,Unfinished', welches der Verf. dem
fetzung, welches er als Präsident leitete, hatte der Herr Titel beifügt, kann der unkundige Lefer nicht entnehmen,
Verf. Anlafs, Sich eingehend mit der Gefchichte und dafs ,the best edition of the variations1" (der Vulgata) dem
Kritik des neuteftamentlichen Textes zu befchäftigen. Neuen Testamente leider nicht zu Statten kommt. — Diefe
Diefen Studien verdankt das vorliegende Büchlein feine geringfügigen Ausstellungen follen dem verehrten Verf.
Entstehung. Im Jahre 1883 zuerft erfchienen, erlebte es nur zeigen, wie aufmerkfam Ref. fein Buch gelefen. Für
fchon 1885 eine zweite Auflage, welcher die dritte nach eine hoffentlich bald zu erwartende 4. Ausgabe des Com-
noch nicht ganz drei Jahren gefolgt ift. An diefer Schnellen ; panion dürfte es fleh empfehlen, die Platten auch auf
Verbreitung hat Deutschland nur einen fehr geringen An- : fchadhaft gewordene Stellen hin einer Revifion zu
theil. Und doch verdient Schaffs Companion namentlich
aus einem zwiefachen Grunde unfere Beachtung. Erftens
werden wir dadurch in willkommener Weife auf die ein-

Verf. unterstützte, ift fehr correct (als Druckfehler ift dem
Ref. nur S. 80 XQvamiQaatg aufgefallen), und dasfelbe gilt
von den Literaturangaben und dem fonftigen Detail. S. 37
Z. 16 wäre (paiXnvnc: als die im N. T. vorkommende Form
voranzustellen gewefen und rpaivoXr^ in Klammern (Statt
umgekehrt). Ebendafelbft Z. 22 ift yaQtiqQ mit Unrecht
unter den dem Lateinifchen entlehnten Wörtern aufgeführt
. S. 133 Z. 12 und S. 140 Z. 1 v. u. ift Batiffol's
Ausgabe des Codex Beratmus irrig nach Rom und ins
Jahr 1885 verfetzt, während Sie 1886 in Paris erfchien
(Rom 1885 ift das Datum der vorläufigen Mittheilung).
S. 151 wäre, wenn Vercellone's Variae lectiones hier überhaupt
zu nennen waren, doch wenigstens dazu zu bemerken
gewefen, dafs diefelben fleh nur auf einen Theil des Alten

unterziehen.

Berlin. O. v. Gebhardt.

fchlägige englifche und amerikanische Literatur hinge-

wiefen, welche unter uns noch viel zu wenig gekannt und I- Wilpert, Jof., Principienfragen der christlichen Archäologie,

gewürdigt wird, und zweitens enthält das Buch in feiner mit befonderer Berücksichtigung der,Forfchungen' von

zweiten Hälfte eine fo gründliche und zuverläffige Dar- Schultze, Hafenclever und Achelis erörtert. Mit 2 Taf.

fr'iUngua!}ev.,elIen' was Sich auf die Revifion der eng- in Lichtdr Freiburg :.ßr Herder, 1889. (VIII, 104 S.

lochen Bibeluberfetzung bezieht, dafs niemand, der Sich q m

über diefes wichtige Unternehmen orientiren will, daran Lex.- 0.) M. 3.

vorübergehen follte. Dazu kommt, dafs der Verf. auch j 2. Schultze, Prof. Dr. Vict., Die altchristlichen Bildwerke und

hier das ihm eigene Gefchick für übersichtliche Zufammen- aje wissenschaftliche Forschung. Eine proteftantifche

ftellung und Gruppirung bewährt, wie es in deutfehen I Antwort auf TÖmi{che Angriffe. Leipzig, Deichen

Buchern nicht häufig angetroffen wird. ,, , f „„ , « „. ,,° ,

In fechs Capiteln handelt der auf den Urtext des Nachf- l889- (40 S. 8.) M. - 60.

N. T. bezügliche Theil des Buches zuerft von der Sprache
desfelben, dann von den Handfchriften (von den wichtigsten

Die Streitfchrift des römifchen Caplans Wilpert richtet
Sich im erften Theile gegen einzelne Ausführungen Hafenwerden
Proben in Facfimile gegeben), den alten Ueber- [ clever's in deffen Werke über das altchriftliche Sepulcral-
fetzungen, den patriftifchen Citaten, der Befchaffenheit I wefen und den altchriftlichen Gräberfchmuck, im zweiten
des Textes und der Kritik desfelben (der Abfchnitt über j gegen die Schrift von Dr. Hans Achelis über das Symbol
die genealogifche Methode der Texteskritik, S. 208—224, des Fifches und die Fifchdenkmäler der römifchen Kata-
ift von B. B. Warneid verfafst), und endlich von den ge- J komben, in beiden zugleich gegen Einzelerörterungen
druckten Ausgaben. Der zweite Theil bringt im7.Capitel Victor Schultze's, fowohl in den Archäologifchen Studien
die Gefchichte der autorifirten englifchen Bibelüberfetzung als in dem Buche überdie Katakomben. Der Titel der Schrift
und im 8. und letzten eine ausführliche Darstellung der und noch mehr das ihn unterstützende Vorwort laffen
Revifion derfelben in den Jahren 1870—1881. Darauf anderes erwarten, als was im Verlaufe geboten wird. Gefolgen
fünf Appendices, nämlich 1) eine von Prof. L H. | fchweige dafs verfucht ifb, ,eine Reihe von Principienfragen
Hall verfafste Lifte der Ausgaben des griechifchen Neuen i der christlichen Alterthumskunde genauer zu erörtern, als
Testaments, 2) Titelblätter und Textproben aus zwanzig j es bisher gefchehen ift' (S. VI), wird auch nicht das eine
hervorragenden griechifchen Textausgaben und das Titel- Thema der Symbolik der Bildwerke, welches der Verf.
blatt der autorifirten englifchen Ueberfetzung v.J. 1611 am häufigsten berührt, in principieller Weife aufgefafst
in Facfimile, 3) Liften der englifchen und amerikanifchen ; und befprochen. Statt deffen werden — mit Ausnahme
Reviforen, 4) ein Verzeichnifs der vom englifchen Comite j des ganz im Anfchlufs an De Roffi's Ausführungen in
adoptirten Aenderungsvorfchläge der Amerikaner (vom i der Einleitung zum zweiten Bande der Inscriptiones Chris-
Bifchof Alfred Lee), 5) ein kurzer Bericht über die ] tianae Urbis Romae gearbeiteten Abfchnittes über die
Annahme der englifch-amerikanifchen Revifion Seitens , Infchriften des Abercius und Pectorius und deren Ver-
der Baptisten. Den Schlufs machen ein alphabetifches hältnifs zu den Fifchbildern in S. Callifto — einzelne AnNamen
- und Sachregifter und ein Verzeichnifs der er- gaben der drei proteftantifchen Archäologen, zum Theil
klärten Bibelftellen. in weitläufigem Abdrucke wiedergegeben, einer umftänd-

Obgleich das Buch fchon im Jahre 1883 ftereotypirt liehen Einzelunterfuchung der Reihe nach unterzogen,
war, fo hat der Verf. es doch möglich gemacht, in der Ich verzichte darauf, hier mich auf die Einzelheiten ein-
2. und 3. Ausgabe zum Theil nicht unerhebliche Aende- j zulaffen. Was richtig ift, hat De Roffi uns fchon gefagt,
rungen vorzunehmen. So finden fich Literaturnachträge J deffen Angaben und Anflehten meistens wiederholt find,
z. B. S. 83 f., 108, 138, 147, 167 (zur Didache), 379 (zur Was unrichtig und ungenau an Wilpert's Auslaffungen
Revifion der englifchen Ueberfetzung), 391, 524 (zu Hall's . ift, vor allem die dürftigen und gewagten Aeufserungen
Lifte der Ausgaben des Neuen Teftaments), Nachträge über die altchriftliche Epigraphik (S. 2—4) haben die
zum Handfchriftenverzeichnifs S. 101 f., zum Cod. Amia- bisher erfchienenen Antworten auf die Herausforderung
tinus S. 151. Der Druck, bei deffen Revifion der ver- fchon feftgeftellt, Schultze in dem oben angezeigten be-
ewigte Ezra Abbot in gewohnter Hilfsbereitfchaft den i fonderen Schriftchen (S. 9 ff.), Hafenclever in den beiden