Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1889

Spalte:

525-527

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Gwynn, john

Titel/Untertitel:

Hippolytus on St. Matthew XXIV, 15-22 1889

Rezensent:

Harnack, Adolf

Ansicht Scan:

Seite 1, Seite 2

Download Scan:

PDF

3-3

Theologifche Literaturzeitung. 188g. Nr. 2t. . 526

Profefforen, und feiert die Einigkeit theologifcher For-
fchung:

Viro summo
Eduardo Reuss
quinque et octoginta annos
iam feliciter completuro
quem sacrae scripturae utriusque foederis
sollertem integrum pium interpretem
disciplinae multiplicis qua et ipsa illustratur
et quomodo inter posteros recepta et divulgata sit eruitur
indefessum atque fervidum cultorem
in unitate studiorum et spei
per qualescunque diversitates non divulsi suspiciunt
quotquot fere ex omni gente scientiae biblicae Student
hoc opusculum
callida ipsius manu nuper exaratum
nunc typis anglicis aliorum in usus aptatum
natalem celebranti benevolentiae pignori ut esset
auctori reddendum curabant
theologi quidam Cantabrigienses.

Die acht Herren waren, wie wir erfahren, die ,Divi-
nity Professors' Weftcott, Hort, Lumby, Ryle und Stan-
ton, der lateinifche Profeffor John Mayor und die arabi-
fchen Profefforen W. Robertfon Smith und Robert L.
Bensly, welche fich eigenhändig in dem Feftexemplar
unterfchrieben haben; um das akademifche Gepräge zu
vervollftändigen, hat der Vice-Kanzler den Gebrauch des
Univerfitäts-Stempels auf dem Einband des betreffenden
Exemplars geftattet.

Das Schriftchen bietet, S. 5—9, eine allgemeine Be-
fchreibung der Handfchrift, S. 10—24 eine Aufzählung
der Varianten des Textes. Diefe Aufzählung geht davon
aus, dafs der Verfaffer die von ihm bemerkte Aehnlichkeit
der Handfchrift mit der Complutensifchen Ausgabe ins
Auge fafst. So finden wir zuerft, S. 10. II, diejenigen
Lesarten, welche früher nur in der Comphitcnsis ftanden,
heute aber von den beften Herausgebern gebilligt werden.
Darauf folgen, S. II—13, diejenigen, welche in der Com-
plutensis ftanden und heute in Ehren find, doch von
einigen verworfen werden; und, S. 13. 14, diejenigen,
welche die Coviplutcnsis bietet, die heutigen Kritiker aber
nicht annehmen. S. 14. 15 finden wir dann die Lesarten,
welche weder die Coviplutcnsis noch Beza gebraucht
haben, welche aber die beften Ausgaben von heute enthalten
, und S. 15. 16 diejenigen derfelben Art, worüber
diefe beften Ausgaben getheilter Anficht find. Diefe find
die interefianteften Rubriken. Es erübrigt noch, zu erwähnen
, dafs S. 16—19 die Lesarten enthalten, welche
keine Ausgabe aufgenommen hat, S. 19—21 einige vielleicht
dem Codex felbft eigentümliche Lesarten; S. 21.
22 den Abfchnitt über die Ehebrecherin, und S. 22—24
die Correcturen und Schreibfehler.

Wir haben dem Verfaffer und den Herren in Cambridge
für eine textkritifch fehr intereflante Gabe zu
danken. Gott gebe dem Verfaffer noch viele glückliche
Geburtstage!

Leipzig. Caspar Rene Gregory.

Gwynn, John, Hippolytus on St. Matthew XXIV, 15—22

(Hermathena Nr. XV., 1889. Vol. VII p. 137—150).

Seiner werthvollen Publication Hippolytus and Iiis
,Heads against Caius' (f. diefe Zeitung 1888 Nr. 26) hat
Dr. Gwynn aus demfelben Commentar des Jacobiten
Dionylius Barfalibi zu der Apokalypfe (oder vielmehr
aus den Excerpten desfelben; denn das Ms. Rieh 7185
enthält nur eine Excerptenreihe) eine zweite folgen laffen.
In diefer ift bei Apoc. 11, 2 die Erklärung Hippolyts
zu Mtth. 24, 15—22 mitgetheilt und dazu Hippolyts
Auslegung von Apoc. 11, 3—12. In Bezug auf das
zweite, weniger intereffante Stück ift die Autorfchaft des
alten Exegeten nur zu erfchliefsen; aber der Schlufs
fcheint auch mir — befonders wegen der Ueberein-
ftimmung mit der Schrift de Christo et Antichristo —
ficher. Dagegen ift bei dem erften Stück der Name

Hippolyts zweimal von Dionyfius ausdrücklich citirt; denn
es wird 1) eingeführt durch die Worte: ,Hippolytus other-
wise interprets etc.', und 2) heifst es im Text, der fich
überhaupt als Referat darfteilt (dies gilt auch von dem
zweiten Stück): ,0n tliis Hippolytus says'.

Diefes Fragment ift in doppelter Hinficht von Wichtigkeit
. Erftens, weil es eine ziemlich ausführliche Erklärung
einiger Verfe des Matthäus enthält. Auf Grund
des Prologs des Hieronymus zu feinem Matthäuscom-
mentar mufste man annehmen, dafs Hippolyt einen
Commentar zu diefem Evangelium gefchrieben hat. Allein,
da nur Hieronymus (und zwar nur an diefer Stelle)
einen folchen Commentar erwähnt, fo haben Manche
(f. Zahn, Forfchungen II S. 10f.) die Exiftenz eines
folchen Werkes in Abrede geftellt und gemeint, Hieronymus
habe nach feiner Gewohnheit hier Plusmacherei getrieben
und aus verftreuten Bemerkungen Hippolyt's zu
einzelnen Stellen des Matthäus einen Commentar gemacht
. Diefe Annahme wird durch diefe Publication
zwar nicht widerlegt — das betreffende Stück könnte
aus irgend einem uns unbekannten Werk Hippolyt's herrühren
—, aber doch erfchüttert, und dies um fo mehr,
als in der Handfchrift bei der Einfuhrung Hippolyt's die
Marginalnote fteht: .In the Gospel: tonte, In tlie Interpretation
of the Gospel'. Diefe Bemerkung kann freilich ein
blofser Schlufs fein (f. Gwynn S. 142 n. 2: .This note,
however, may perhaps bc intended to be attached to the
words an the Gospel', and if so, they arc probably to be
regarded as only the atteinpt of a not very intelligent seribc
to correct the text by substituting ,in the Interpretation of
the Gospel' for those words. There is but one Ms. avai-
lable of this part of the Commentary [Rieh 7185]. The
Bodleian copy r. 560] has lost the leaves which con-
iained if); allein nothwendig ift es nicht, fie fo aufzufahren
.

Zweitens aber ift die Erklärung Hippolyt's von fachlichem
Intereffe. Sie lautet: ,Hippolytus othencise interprets
that which is said in the Gospel, When indeed ye
shall see the pollution of desolation (Alf. 24, 15):
for he says that it is not concerning the Jews, and the
laying waste of Jerusalem, that these things are said, but
concerning the end of Antichrist. The clect (V. 22) he
speahs of are the Christians who are in this conflief- And
He says, Pray that ye fly not on the Sab-
bath or in winder (20): i. e. He advises that we be
not overtaken by those things that are Coming on us, when
wc are unoccupied in righteousness, as the Jews [are
unoccupied) on the Sabbath, or troublcd with wordly cares
and sins, as one that is in a winter storm. There shall be
tribulation such as there was not like it since the
beginning of the world, etc. (v. 21). On this Hippolytus
says, that in the siege of Vespasian this did not come
to pass; for nothing new happened to the world in Iiis
days beyond the things that were beforc. If you speak of
war, many times it has happened in former times: and
if again of captives, there have not lackcd massacres or
bloodshedding that was more than that [of the siege). And
if of the cating of childrcn and unclean beasts. so also in
the days of Ahab these things were [II kings 6, 28, seil.
Jehoravi). Accordingly it is not concerning Jerusalem that
the Lord said this; for when He willcd to speak concerning
her, He said, When ye shall see the artny com-
passing the city, know that the desolation thereof
is nigh [Lc. 21, 20). Hcnee the pollution of devasta-
tions He speaks of is Antichrist. And Daniel said,
[In] the half of the weck ständeth the abomination
in the sanetuary {Dan 9, 27, ef. Ii, 31). Now Vespasian
did not set Up in the temple an idol, but that Legion
which Trajanus Quintus placed, a chief man of the Romans
: he set up the idol there which is called Köre. Also
the Apostle has written that these things arc concerning
Antichrist, Except if there come first a falling away,
and the Man of iniquity be revealed, so that he as

*