Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1888

Spalte:

25

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Harmuth, C. F. Aug.

Titel/Untertitel:

Der chronologische Rhythmus des AltenTestaments 1888

Rezensent:

Guthe, Hermann

Ansicht Scan:

Seite 1

Download Scan:

PDF

Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Marburg,und D. E. Schürer, Prof. zu Giefsen.

Erfcheint

alle 14 Tage. Leipzig. j. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

Nu- 2.

28. Januar 1888.

13. Jahrgang.

Harmuth, Der chronologifche Rhythmus des
Alten Teftaments (Guthe).

Meyer. Kritifch exegetifcher Kommentar über
das Neue Teftament, 12. Abth Die Bnefc
Petri undjudä, bearb. von Kühl (Schnapp).

Gottfchick, Luthers Anfchauungen vom chrift-

liehen Gottesdienfl und feine thatfächliche
Reform desfelben (Grünberg).

Nösgen, Die Glaubensgewifsheit eine Illufion
bei Ritfchls Theologie (Gottfchick).

Mehlhorn, Grundrifs der proteflantifchen Religionslehre
, 2. Aufl. (Reifchle).

Ohly, Sei wacker und ftärke das andere das
flerben will. Sammlung von Predigten (Diegel).

Knuth, Kafual-Reden (Diegel).

Arnold, Der Baptismus und feine Bekämpfung
(Thönes).

Kambli. Die fozialen Parteien und unfere
Stellung zu denfelben (Stamm).

Harmuth. Pfn C. F. Aug., Der chronologische Rhythmus des
Alten Testaments. Eine hiftorifch-philofophifche Studie.
Breslau, Preufs & Jünger, 1887. (40 S. gr. 8.) M. 1.—
Durch willkürliche Addition u. f. w. der verfchie-
denften Zahlen des A. T.'s, z. B. der Jahre der Patriarchen
von Adam bis Noah, in denen fie ihre Söhne zeugten
Gen. 5, 3 ff., wird Anfang und Ende der chronologifchen
Zeitrechnung von Adam bis Chriftus (von o bis 4000

faffung des Schreibens durch den Apoftel Petrus feft.
Kühl bezeichnet diefe Pofition als unhaltbar und billigt
vollauf die von YVeifs (St. u. Kr. 1865 S. 620) geftellte
und von Holtzmann (Einl. in das N. T. 2. Aufl. S. 517)
u. A. wiederholte Forderung, entweder als nothwendige
Confequenz des erkannten Abhängigkeits-Verhältnifses
auch die Echtheit des 1. Petr. preiszugeben, oder die
Echtheit aufrecht zu erhalten, dann aber das Abhängig-
keits-Verhältnifs umzukehren. Er felbft entfeheidet lieh

und umgekehrt) in ,metrifchen Gegenfatz und Gleichfatz' , fur das Letztere und wagt im engen Anfchlufs an die
gebracht; doch hat Referent von dem .Rhythmus1 nichts ; Ausführungen von Weifs ,den verzweifeltften Schritt
verfpurt, wenn er nicht etwa eine Erregung feiner Lach- welchen die moderne Apologetik geleiftet hat' Damit
nuskeln dahin rechnen foll. Das E-rgotzlichfte ift zwei- j hängt auf's engfle zufammen. Haft Pr Hl* ASfaiT»«« A„

hängt auf's engfte zufammen, dafs er die Abfaffung des
Briefes, welche Huther in das Jahr 66 fetzte, um mehr
als 10 Jahre (ca. 54) zurückverlegt und dafs er die Lefer

muskel

feilos Folgendes: ,Das Wort [Homer] flammt aus dem
Hebraifchen und ift der Buchftabenzahlen wegen ange-

wandt, t* heifst nämlich Lied Gefang' ... Die Buch- I der bisher faft allgemein herrfchenden Anficht entgegen,
Haben des hebr. Wortes ^»zahlen: i, 13, 20 = 34. 34 mit Weifs, Schenkel u. A. für Judenchriften hält.

^H5^JÄlW kT Iaf°n< ! Die Gründc für eine folche Beurteilung des 1. Petr.
und Medea. Mit dem Artikel TQMrl | foll wohl gar .Horner' T

bedeuten:]: 5, I, 13, 20=39. n45 |Ende des trojanifchen

Krieges] — 39 = 1106 Samuel wird Richter. So fleht

auf S. 35 zu lefen, daneben noch vier andere Variationen

desfelben Thema's, je nachdem derO-Lautplcnc gefchrieben

oder ,das " wegen des Punktes doppeltgenommen'wird etc.

Der Verf. diefer ,hiftorifch-philofophifchen Studie', in der

weder von hiflorifcher noch von philofophifchcr For-

fchung etwas zu entdecken ift, war früher, dem Titel

nach, Miffionspriefter zu Eberswalde in der Mark Bran-

ftellt Kühl in der vorausgefchickten Einleitung überficht-
lich zufammen. Hiernach ift bereits die Ueberfchrift für
die Beftimmung des Leferkrcifes ausfchlaggebend, infofern
unter ixXtxroi jiaQSJthhjf/oi öiaaiiogäe Ilövrov xrX.,
wie Kühl in eingehender Erörterung darzulegen fucht
(S. 24—26. 66—70), chriftgläubige Juden der kleinaflati-
fchen Diaspora verftanden werden müffen. Diefe Auf-
faffung wird beftätigt durch die Art der Benutzung des
A. T.'s in unferem Briefe: der Verf. bringt eine Reihe von
Citaten und einzelnen Ausdrücken aus dem A. T., die
denburg und ift jetzt Pfarrer zu Schweinern, Kreis Breslau, j nur Beweiskraft haben, wenn fie als folche erkannt wer-

Die bifchöfliche Cenfur hat ihr Imprimatur nicht verweigert
. Warum auch? Solcher Unflnn ift unfehädlich.

Leipzig. H. Guthe.

den, die er aber trotzdem nicht befonders kenntlich macht,
da er vorausfetzen darf, dafs feine Lefer fleh ohne weiteres
über ihren Urfprung klar fein werden (1, 2. 24 f.
| 2,2. 4. 9. 22 ff. 25. 3,5. 10 ff. 4,3. 18. 5,5. 7). Dagegen
laffen die nach der gewöhnlichen Anlicht auf frühere
Heiden hinweifenden Stellen (1,14. 18. 21. 2,9 f. 3,6. 4,3)
fleh fämmtlich auch von ehemaligen Juden verftehen. Es
bleibt fomit, um den Beweis vollftändig zu machen, nur
übrig, die Möglichkeit judenchr. Gemeinden in Kleinafien
in vorpaulin. Zeit darzuthun. Eine derartige Annahme
hat aber gar keine Schwierigkeiten; indirect fpricht dafür
Act. 16,6 f. (Gal. 4,13, Rom. 15,22), nicht minder auch
das Auftreten der Judaiften gerade in Galatien, was fleh
nur daraus genügend erklärt, dafs jene dort einen geeigneten
Boden für ihre Propaganda fanden d. h. dafs
es in den dortigen Gemeinden noch ältere judenchr. Be-
flandtheile gab.

Auch die Situation der Lefer läfst diefelben deutlich
als ehemalige Juden erkennen. Ift der Brief ein Mahn-
fchreiben, veranlafst durch die leidensvolle Lage der betr.
Gemeinden, fo darf dabei nicht überfehen werden, dafs
es fleh um zwei völlig verfchiedene Arten von Leiden

Meyer, Dr. Heinr. Aug. Wilh., Kritisch exegetischer Kommentar
über das Neue Testament. 12. Abth. Göttingen,
Vandenhoeck & Ruprecht's Verl., 1887. (gr. 8.)
M. 6.—

Inhalt: Kritifch exegetifches Handbuch über die Briefe Petri
und Judae. 5. Aufl., umgearbeitet von Infp. Lic. Dr. Ernft Kühl.
(VI, 442 S.)

Die 12. Abtheilung von Meyer's Commentar über
das N. T. erfcheint nach dem Tode des bisherigen Bearbeiters
in neuer Auflage, in wefentlich veränderter
Geftalt.

Der I- Petrusbrief hat fowohl hinfichtlich der Ge-
fammtauffaffung wie in der Einzelerklärung eine voll-
ftändige Umwandlung erfahren. Huther glaubte die auffallenden
und zahlreichen Berührungen mit dem Römer-
und Epheferbrief in Uebereinftimmung mit den meiften

neueren Exegeten aus der Abhängigkeit des Petrus von 1 handelt, die auch an verIchiedenen' Steilen zur"Spräche
Paulus erklären zu muflen, hielt aber dabei an der Ab- ; kommen, nämlich 1) um Verfolgungen von aufsen, von
25 26