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Ausgabe:

1887

Spalte:

121-122

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Gwynn, John

Titel/Untertitel:

On a Syriac MS. belonging to the Collection of Archbishop Ussher 1887

Rezensent:

Nestle, Eberhard

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad, Harnack, Prof. m Marburg,und D. E. Schürer, Prof. zu Giefsen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

N°- 6. 26. März 1887. 12. Jahrgang.

Gwynn, On a Syriac MS. (Neftle).

Kübel, Gefchichte der oberdeutfchen Mino-

riten-Provinz (K. Müller).
Wurm, Joh. Valentin Andrea (Bilfinger).

Hermens, K. I. Nitzfeh (Meier).
Herder's fämmtliche Werke hrsg. von Suphan
(Baur).

Hänfen, Wilhelm Hey (Lindenberg).

Lammers , Begrif en methode van de Zede-

kunde (Jülicher).
Neue Chriftoterpe, hrsg. v. Kögel u. f. w. (Meier).
Baffermann, Akademifche Predigten (Achelis).

Gwynn, John, DD., On a Syriac MS. belonging to the Col- verfchollene) Florentiner (über eine moderne Cambridger
lection of Archbishop Ussher. — Transactions of the j f- s- 45 "•)• Sodann galt diefe Ueberfetzung bisher für
R Irish Academy. Volume XXV II. Polite Literature befonders mtfslungen, Gw. weift nach, hauptfächlich in

folge von 0,13 attov 7reto^ievov sv usaovgaiijiiai 1 = ein
Adler mit blutigem Schwanz flog in der Mitte; er führt
aber des Weiteren aus, dafs fie ganz gut zur Harclcnsis
ftimme; nur das laffe fleh nicht entfeheiden, ob auch ihr
eine frühere, etwa gleichfalls von Polykarp verfertigte
Ueberfetzung vorausgegangen fei. Dies Refultat ift
immerhin von einiger Bedeutung, wenn man bedenkt,
wie wenig griechifche Uncialhdff. eben von diefem Buch
uns erhalten find. Vorausfetzung dabei ift freilich, dafs
die fyr. Lesarten im Apparat des griech. N. T.'s dann
auch richtig verzeichnet werden. Aber all die Arbeiten,
die ich in jüngfter Zeit anzuzeigen hatte (Wildeboer,
Baethgen, der Cureton'fche Syrer, Hall, die fyrifchen
Antilegomena) zeigten mir, wie fehlerhaft die bei
Tifchendorf gegebenen lat. Ueberfetzungen des Syrers
find. Den obigen Unflnn Apoc. 8,13 z. B. machen

and Antiquities. Dublin, 1886. (46 S. 4.)

Das Refultat des erften Theils diefer mit liebevoller
Genauigkeit geführten Unterfuchung läfst fleh kurz zu-
fammenfaffen. Tregelles, Scrivener u. andere beklagten
den Verluft einer fyr. Hdf., welche einft in Uflher's Benitz
gewefen, um fo mehr, als diefelbe — etwas bei fyr.
Hdf]. Unerhörtes — das ganze N. T. umfafst haben
follte. Gwynn zeigt, dafs diefe Hdf. noch heute und
fchon feit 200 Jahren im Trinity College in Dublin, an
welchem der Verf. Archbishop King's Ledurer in Divinity
ift, fleh findet (B. 5. 16), aber nur die in der Pefchito
fehlenden 6 Stücke (Joh. 8, die 4 kleinen kath. Briefe
u. die Apokalypfe), dazu noch ein angebliches Gedicht
Ephrams über die Liebe zur Weisheit enthalte. Aus
der Correfpondenz Uffher's zeigt er weiter, dafs diefe

Hdf. mit andern, die jetzt theils in Oxford, theils in ] de Dieu und Tifchendorf noch fchlimmer, indem fie
Dublin fleh finden, für U. im J. 1625 von einem gewiffen überfetzen: ein Adler flog in der Mitte eines Schwan-
Jofef Sohn Davids im Klofter Kenobin am Libanon zes, welcher Blut hatte, während fchon die Parifer und
copirt worden ift. Dies der erfte Theil (S. I—20). I Londoner Polyglotte berichtigt hatten. Eine durch-

Der zweite Theil unterfucht Geftalt und Gefchichte ! gehende Revifion diefer fyr. Varianten ift demnach

der vorliegenden Texte. Die Ueberfetzung der Perikope
de adtätera, welche aus eben diefer Hdf. von de Dieu
zuerft mitgetheilt wurde, wird einem Abt Mar Paul zuge-
fchrieben. Allem nach ift diefer kein anderer, als der berühmte
Hexaplaüberfetzer Paul von Telia vom J. 617.
Die gewöhnliche Angabe, dafs fchon Maras von Amid
ioojahre früher 522 das Stück überfetzt habe, beruht auf

dringendes Bedürfnifs.

Ergänzungen kann ich zur Arbeit Gw.'s nur wenige
beifügen. S. 26 A. 2 beanftandet er mit Unrecht die
Angabe Hall's, dafs eine der fyr. Hdfl". der Briefe nur
eine Copie der Parifer Polyglotte fei. Es ift Zoten-
berg's Katalog der fyr. Hdff. in Paris merkwürdigerweife
von ihm nicht benutzt worden; gleich die erfte dort

Irrthum. Maras hatte nur den griechifchen Text, der aber | befchriebene ift die von Hall gemeinte. Durch diefelbe
in feiner Hdf. nicht vor 8, 12 fondern nach 8, 20 bei canon j ändert fich auch die Bemerkung 1 S. 6. Werth hat diefe
89 ftand (f. Tifchendorf zur Stelle); und nur durch den j Hdf. freilich abfolut keinen. Unter Nr. 56 ift dort eine

Ueberfetzer, bez. Eortfetzer des Zacharias Rhetor (Land,
Anecd. 3,250) wurde der Text des Maras fyrifch übertragen
. — Für die Briefe fcheint mir die fchon von
andern ausgefprochene Vermuthung fo gut wie zur Ge-
wifsheit erhoben, dafs diefe Ueberfetzung zur Philoxeniana

weitere Hdf. der Johannesperikope verzeichnet, welche
zu den S. 21 aufgezählten hinzukommt (Z. 9 fchreibe
23 ft. 22). Aus einer Florentiner Hdf. hat Bernftein das
Stück veröffentlicht (ZDMG 3,397); eine weitere Hdf.
der Briefe ift Nr. 29 bei Zotenberg. Noch hebe ich

vom Jahr 508 gehört, und mit ihrer fpäteren Revifion, der hervor, dafs nach Gw. in den neugefundenen Stücken

fogenannten Harclcnsis verglichen, ergiebt fich das lehr- 1 des II. Clemensbriefes das Vorhandenfein des zweiten

reiche Refultat, dafs am Anfang des 6. Jahrhunderts in der Petribriefs und die Lesart tiot'J^aecctt 3,10 bezeugt ift.

Gegend von Mabug ein Text zur Hand war, der unfern jjim a y E x-efti
beften Uncialen fehr nahe kommt und denjenigen weit

übertrifft, welchen Thomas von Heraklea 100 Jahre
fpäter in Alexandrien finden konnte. Für die Randlesarten
der Harclcnsis nimmt Gw. an, dafs diefelben nicht
ftets die der Philoxeniana, fondern die jeweilig von
Thomas für minderwerthig gehaltenen feien, mochten
diefe nun dem ihm vorliegenden griech. Text oder der
Philoxeniana angehören. — Noch wichtiger ift das Refultat
für die Apokalypfe. Einmal waren von diefem
Buch bisher nur 2 fyrifche Hdff. bekannt, die Leydener

Eubel, P. Konr., Geschichte der oberdeutschen (Strassburger)
Minoriten-Provinz. Mit Unterftützung der Görres-Ge-
fellfchaft hrsg. Würzburg, Bucher, 1886. (VIII, 408
S. gr. 8.) M. 4.—

Von den verfchiedenen Provinzen des Minoriten-
ordens auf deutfehem Boden hat die öfterreichifche fchon
vor einigen Jahren (1882) durch G. E. Friefs eine ge-
aus welcher fie de Dieu 1627 edirte, c. 1580 von einem fchichtliche Behandlung erfahren. Jetzt läfst P. Eubel

Cafpar aus Malabar in Rom gefchrieben, und eine (jetzt j Mitglied des Minoritenconvents in Wurzburg, eine Ge
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