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Ausgabe:

1886

Spalte:

387-388

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Paine, T. O.

Titel/Untertitel:

Solomon‘s Temple and Capital: Ark of the Hood and Tabernacle; or Holy Houses of the Hebrew Chaldee, Syriac, Samaritan, Septuagint, Coptic, and Itala Scriptures; Josephus, Talmud, and Rabbis 1886

Rezensent:

Moore, G. J.

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388

Das find recht bezeichnende Beifpiele der ganzen Art
diefer Polemik. (S. 258.)

Auch in literarifcher Beziehung iit der Styl zuweilen
etwas nachläffig. Hier und da stöfst man auf
Redensarten wie „spring to tke eye", die gar nicht Eng-
lifch find. Ref. hat eine ziemliche Anzahl kleiner Druckoder
Schreibfehler bemerkt z. B.: S. 54 Rimarius ft.
Reimarus; S. 7, Kiel ft. Keil; 109, xpdana; 159 Anm.
Tke infinitive absolute like tke emphatic imperative in
Greek f. for tke empk. imper, as in Greek u. A.

Andover, Mass. G. J. Moore.

Paine, T. O., Solomon's Temple and Capital; Ark of the j
Hood and Tabernacle; or Holy Houses of the Hebrew,
Chaldee, Syriac, Samaritan, Septuagint, Coptic, and Itala
Scriptures; Josephus, Talmud, and Rabbis. With 440
full-page plates and 120 text cuts. Boston and New
York, Houghton, Mifflin and Co., 1886. (X, 198 S.
gr. fol.)

In diefem prachtvoll ausgeftatteten Bande find, wie
wir aus der Vorrede erfahren, die Früchte dreiunddreifsig-
jähriger Arbeit niedergelegt. Der Verfaffer hat es ver- !
fucht, die Bauten Salomo's nach den hebr. Texten des ]
A. T. mit allem Detail herzuftellen. Er nimmt ohne
weiteres an, dafs Ezechiel den Tempel Salomos vor
Augen hat, und dafs aus feiner Befchreibung alle in den
Königsbüchern und bei Jeremias fehlenden Angaben,
Mafse u. f. w. zu ergänzen find, was allerdings infoweit
feine Richtigkeit hat, als Ez. keinen erfichtlichen Grund
hatte, von den ihm ohne Zweifel gut bekannten Dimen-
fionen des vorexilifchen Tempels abzuweichen. Aus I.
Könige 6, 6 f.; 7, 9; Ezech. 41, 6 f.; — nach feiner Anficht
bisher gänzlich mifsverftandenen Stellen — entnimmt
nun Verf., dafs der Tempel durch vier mächtige,
auf Pilaftern und Säulen getragene Ueberbaue, von unten
nach oben immer breiter wurde. Nämlich find ihm die
tnyiStt I. K. 6, 6 nicht Abfätze auf den Seitenmauern,
fondern eben diefe ftufenartigen Verkleinerungen der
Breite des Ganzen von oben nach unten; die ni^bx dagegen
find nicht Seitengemächer, fondern Ueberbaue,
oder, wie fie von innen gefehen auch genannt werden
können, Gallerien, die zum Aufhängen der Rüftung,
Trophäen u. f. w. dienten. Und zwar hatten diefe gallerien
' die Breite von fünf, refp. fechs, heben Ellen
(I. K. 6, 6).

Das ift nun, wenn man von allen äfthetifchen Vor-
urtheilen abfieht, fchon bei der Dicke der Seitenmauer
(Ez. 41, 9; fünf Ellen), wie Cornill richtig bemerkt hat,
eine fachliche Unmöglichkeit. Aber die ganze kühne
Theorie beruht zuletzt einzig und allein auf dem heillos
verderbten Text von Ezech. 41, 7; wie denn Verf. überall
die Fehlerlofigkeit des M. T. grundfätzlich fefthält
und von derExiftenz einer Textkritik keine Ahnung hat.
Dem erftaunenswerthen Fleifse, womit Verf. feine Theorie
ausgeführt hat, können wir unfere Anerkennung nicht
Verlagen. Umfomehr bedauern wir, feinen Verfuch für
gänzlich verfehlt erklären zu müffen.

In einem befonderen Abfchnitte befpricht Verf. fehr
ausführlich die abweichenden Angaben über den Tempel
des Jofephus, des Talmuds, der jüdifchen Commen-
tatoren u. f. w., fowie die Varianten verfchiedener alten |
Verfionen des A. T.'s.

Was die Stiftshütte betrifft, fo ift dem Verf. zufolge
die wahre Geftalt derfelben feit dreitaufend Jahren verloren
, indem niemand das Wort tt^WO (z. B. Ex. 26, 6)
richtig verftanden hat. Diefe STnp find nun nicht Haken,
fondern Knöpfe, auf dem oberen Ende der die Seitenwände
des Heiligthums ausmachenden Bretter, worauf
die Vorhänge mitteilt der Schlingen feft gemacht wurden.

Die, in Photolithographie reproducirten Abbildungen,
die zahlreichen kleineren Grundriffe, Pläne u. f. w. find
mit der äufserlten Sorgfalt und Genauigkeit gezeichnet,
ja einmal fehen wir fogar den Tempel von innen durch
den Lichtglanz der göttlichen Herrlichkeit beleuchtet,
der durch die Gitterfenfter der Gallerien ftrahlte, ,wie
Ezechiel in feinen Gefichten zweimal das Haus voll feiner
Herrlichkeit gefehen hat'.

Andover, Mass. G. J. Moore.

Thompson, W. M., The Land and the Book; or biblical il-
lustrations drawn from the manners and customs, the
scenes and scenery of the Holy Land. Vol. III. Lebanon,
Damascus and Beyond Jordan. New York, Harper
and Brothers, 1886. (V. 711 S. gr. 8., mit 147 Bildern
u. Karten.)

Mit diefem Bande ift das Werk in feiner neuen Geftalt
wieder vollftändig. Die beiden früher erfchienenen
Theile desfelben {Southern Palestine 1880: Central Pale-
stine and Pkoenicia 1882) find dem Weft-Jordanland gewidmet
. Jetzt führt uns der Verfaffer durch die an Pa-
läftina im Norden und üften angrenzenden Länder, bez.
die transjordanifchen Befitzungen Israels. Weitaus die
gröfsere Hälfte des Bandes — etwa 425 Seiten — nehmen
die Capitel über Libanon, Coelefyrien, Antilibanon
und Damascus ein. Hier fchreibt Verf. über Land und
Leute aus langjähriger eigener Anfchauung, und wir
erhalten manche fchöne Befchreibung, manchen interef-
fanten Zug aus der Gefchichte. Weniger günftig fleht
es mit den anderen Theilen diefes Bandes. Dem eigentlichen
Offjordanland von Dfcherafch bis zu den Fürthen
des Jordans gegenüber Jericho kommen nur 127 Seiten
zu, und hier, wie in den die Ledfcha und den Hauran
behandelnden Capitel hat der Verf. grofsentheils einfach
Burckhardt, Porter und Selah Merrill ausgefchrieben.
Moab füdlich vom Arnon und Edom fehlen ganz. Wo
Verf. von anderen Reifenden abhängig ift, ift er durchweg
auf englifche Quellen verwiefen und zwar mit Ausnahme
von etwa Triftram faft ausfchlicfslich auf die
eben genannten. Es ift wohl daraus zu erklären, dafs
er z. B. von einer Entzifferung der Kufifchen Infchrift
zu Boffa nichts weifs. Der fehr competente Recenfent
im ,Independentt (New-York 15. Apr. 1886) hat ihm
aufserdem mehrere zum Theil recht bedenkliche Fehler
nachgewiefen. Die Bilder, meift nach Photographien,
find fchön, die Karten dagegen weniger gut. Ausführliche
Stellen- und Sachregifter find beigefügt. Letzteres
fcheint äufserft mechanifch verfertigt zu fein. Man findet
z.B. unter dem Wort Corintkian 39 Stellen angeführt—;
jede Seite wo von Korinthifchen Säulen bez. Kapitalen
die Rede ift!

Andover, Mass. G. J. Moore.

Green, Prof. W. H., The Hebrew Feasts in their relation to
recent critical hypotheses concerning the Pentateuch. New

York, R. Carter and Bros., 1885. (329 S. 8.) j 1. 50.

Vorliegender Band enthält acht, urfprünglich an dem
theologifchen Seminar derBaptiffen in Newton bei Boflon
gehaltene Vorträge. Der Verfaffer, Profeffor inPrinceton,
N. J.. vertritt, wie aus feinen früheren Schriften (u. A.
,Moses and tke Propkets', New York 1882; gegen Kuenen
und W. R. Smith; auch im Anhang zum Artikel Pentateuch
in der Schaff-Herzog'fchen Encyclopädie) bekannt
, ftreng traditionelle Anflehten, und hält, allen kri-
tifchen Hypothefen gegenüber, den mofaifchen Urfprung
des ganzen Pentateuchs feft. Dafs er hier den hebrä-
ifchen Feften und Feftgefetzen eine eingehendere Unter-
fuchung widmet, hat feinen Grund theils darin, dafs die
Feite für eine Hauptftütze der neueren Kritik erklärt