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Ausgabe:

1886

Spalte:

193-194

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Strack, Herm. L.

Titel/Untertitel:

Hebräische Grammatik. mit Uebungsstücken, Litteratur und Vokabular. 2. wesentlich verm. u. verb. Aufl 1886

Rezensent:

Kautzsch, Emil

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack und D. E. Schürer, Proff. zu Giefsen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

N°- 9. 1. Mai 1886. 11. Jahrgang.

Strack, Hebräifche Grammatik (Kautzfeh). ) Grousset, Etüde sur l'histoire des sarcophages

Kaulen, Affyrien und Babylonien, 3. Aufl
(Budde).

Wendt, die Lehre Jefu, 1. Theil (Holtzmann)
Westphal, Chair et esprit (Wendt).

chretiens (Pohl).
Baphides, 'Exx?.rjOiaoTixrjtOT0Qla, 2. Theil

(A. Harnack).
Enders, Luthers Briefwechfel, I. Bd. (Brieger).

Buchwald, Ungedruckte Predigten Luthers
(Kolde).

Kolatfchek, Eine Miffionsreife nach Sarajevo
(Fay).

Clafs, Ideale und Güter (Et. Schultz).

Strack, Prof. Dr. Herrn. L., Hebräische Grammatik mit

Uebungsftücken, Litteratur und Vokabular. 2. wefent-
lich verm. u. verb. Aufl. [Porta linguarum orientalium,
ed. J. H. Petermann, pars I.J Karlsruhe, Reuther,
1885. (XVI, 151 u. 69 S. 8.) M. 3. —
Ueber Zweck und Zweckmäfsigkeit der vorliegenden
Grammatik hat fleh Referent bereits 1884 in der Theolog
. Literaturzeitung (Nr. 2) ausgefprochen. Dafs fleh
das Buch unterdefs weiten Kreifen empfohlen hat, beweift
die Nothwendigkeit einer zweiten Auflage nach
zwei Jahren. Gleichzeitig mit der letzteren erfchien auch
eine Ueberfetzung ins Englifche. Um Paradigmen, Literatur
und Chreftomathie für beide Ausgaben verwenden
zu können, find diefe Abfchnitte (S. 109—150 der
I. Aufl.) jetzt befonders paginirt und mit lateinifchen
Ueberfchriften etc. verfehen. Dagegen find im Voca-
bular (S. 51* fg.) die Wortbedeutungen in deutfeher
Sprache beigefügt, ebenfo die ,Erläuterungen zu zufam-
menhängenden Lefeftücken' (S. 47*—50*: I Sam. 9. 25.
I Kön. 3. Pf. 121. 127. 130), die jetzt den dritten Theil
der Chreftomathie bilden.

Mit Recht bezeichnet der Verf. die neue Auflage als
eine ,wefentlich vermehrte und verbefferte'. Die Laut-
und Formenlehre ift um 19, die Literatur um 2, Uebungs-
buch und Lexikon um 13 Seiten gewachfen. Ganz neu
find u. a. § 12 (die Lehre von der Silbe), 40 (Partikeln
mit Suffixen, in ziemlicher Ausführlichkeit) und 77 (Perba
defectivd), fowie fämmtliche Bemerkungen zur Syntax
' (S. 128—151), eine bündige Zufammenftellung des
Nothwendigften.

Dafs aber die neue Auflage auch als eine verbefferte
bezeichnet werden durfte, davon hat fich Referent durch
eine Vergleichung derfelben mit der erften von 1883
überzeugt; allenthalben tritt in kleinen Zufätzen oder
Weglaffungen die forgfältige Revifion des Textes zu
Tage. Mit den nachfolgenden wenigen Bemerkungen
wünfeht daher Ref. nur das Intereffe zu bekunden, mit
welchem er das Buch zum zweiten Mal durchmuftert hat:
Zu S. 3, Z. 4 ift abermals zu fragen, ob nach einem Vo-
cal wirklich alle Confonanten (z. B. auch B und p)
weicher ausgefprochen werden, als nach einein Confonanten
. S. 7, Z. 1 inf. tranferibirt der Verf. jdamdhu;
gilt ihm in folchem Falle 'am als feflgefchloffene Silbe?
So fcheint es nach S. 39, Z. 8 inf., wo die Regel aufgehellt
wird: und p behalten auch nach gefchloffcner
Silbe ihre aspirirte Ausfprache, z. B. npnbn?.; aber auch
hier lehrt eben die Aspiration, dafs nur'lofe gefchloffene
Silbe vorausgeht. — S. 6 fg. werden Schcwa mobile und
Chaf.eph unter II und III vom Schcwa qtdescens unter-
fchieden, anftatt das Chafeßh als eine Abart des Schewa
mobile zu behandeln. — S. 27, Z. 4 wäre ftatt des nicht
recht verftändlichen Satzes ,wenn fonft zwei Tonfilben
zufammenftofsen würden' etwa zu fetzen: um das Zu-
fammenftofsen etc. zu vermeiden. Ibid. Anm. I, Z. 4 ff.

follte der Grund angegeben fein, warum bei der Betonung
n>Si Mttjbffi die Deutlichkeit der Ausfprache leiden
würde, zumal das Vermeiden des Hiatus auch anderwärts
in der hebr. Grammatik eine Rolle fpielt. — S. 30,
Z. 4: ob die 2. Plur. des Dual von anta im Arabifchen
feiner Zeit wirklich dntuma (und nicht vielmehr antüma)
betont worden ift, würde ich ebenfo auf fleh beruhen
laffen, wie die Annahme {ibid. Z. 6), dafs das Feminin
zu hebr. ITTßX urfprünglich wohl die Endung in gehabt
habe. — S.31 bedarf die Anm. über die Punktation von
170 noch einer genaueren Faffung: vergl. Gefen. g 37, 1.

— S. 38, Z. 3 inf. ift noch immer das ganze Wort nyiB
als .Tonfilbe' bezeichnet; S. 45, Z. 8 fchreibe ,Hufe' ftatt
,Hufen'. — In dem Abfchnitt $ 22—37 vermiffen wir
eine Ueberficht über die zur Nominalbildung verwendeten
Praeformativa und Afformativa (z. B. die verfchie-
denen Arten des Mem praefonn.). Eine folche Ueberficht
fcheint uns auch in einer kurzgefafsten Grammatik
unentbehrlich, da fie dem Anfänger das Eindringen in
die Lehre vom Nomen überhaupt wefentlich erleichtert.

— S. 77, $ 50, b find die Tonregeln mehrfach zu bean-
ftanden. So kann z. B. nicht nur die 3. Sing. masc. Per/.
unter Umltänden mit 'el fein, fondern felbft an und p
können enttont werden (vergl. z. B. Hiob 6, 2ll); an-
dererfeits können die Endungen n, ip im Perf. consec.
den Ton bekommen. — Zur Syntax, S. 129, Z. 4: Gen.
38, 26 kann nicht überfetzt werden ,fie ift gerechter, als
ich', fondern: fie ift im Rechte mir gegenüber; vergl.
des Referenten ,Derivate des Stammes pi£' p. 9. —
S. 131, Iii. g., Z. 3 zöge ich vor, 6V«. 27, 37 ftatt ,unter-
ltützt' zu fagen ,begabt'. — S. 138, Z. 13: Gen. 42, 21
ift fchwerlich zu überfetzen: ,deffen Seelenangft wir
fahen', fondern ,dieweil wir fahen u. f. w.'

Der Druck ift höchft correct zu nennen (S. 63, Z. 3
inf. lies i-n3>53; S. 131, Z. 7 lies: Gen. 19, 32); dafs das
Abfpringen von Vocalen (fo bef. oft von Qames) auch
durch die forgfältigfte Correctur nicht verhindert werden
kann, hat Referent zu reichlich felbft erfahren, um es
anders, als entfchuldigend erwähnen zu können.

Tübingen. Kautzfeh.

Kaulen, Prof. Dr. Fr., Assyrien und Babylonien nach den
neueften Entdeckungen. 3., abermals erweiterte Aufl.
Mit Titelbild, 78 in den Text gedr. Holzfchn., 6 Tonbildern
, 1 Infchrifttafel und 2 Karten. Freiburg i. Br.,
Herder, 1885. (X, 266 S. gr. 8.) M. 4. —

Zuerft 1877 als Hauptbeftandtheil der erften Vereins-
fchrift der ,Görres - Gefellfchaft zur Pflege der Wiffen-
fchaft im katholifchen Deutfchland', dann 1882 als felb-
ftändiges Buch, jetzt in dritter Auflage als Abtheilung
einer Jlluftrirten Bibliothek der Länder- und Völkerkunde'
erfchienen, hat die vorliegende Schrift in jeder neuen
Geflalt einen neuen und erweiterten Leferkreis für fich

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