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Ausgabe:

1884

Spalte:

165-166

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Harris, Rendel J.

Titel/Untertitel:

Stichometry. Part. II 1884

Rezensent:

Nestle, Eberhard

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Seite 1

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165 Thcologifche Literaturzeitung. 1884. Nr. 7. 166

Ref. vermag z. B. nicht einzuteilen, wie man um die von
H. Schultz u. A. vertretene Auffaffung der Meffianität
herumkommen will, jedenfalls hätte Del. (ich mit ihr
auseinanderfetzen follen. In Bezug auf die hiftorifche

flehten, Angabe der Citate (/laoreoira) in der Apoftel-
gefchichte und den Briefen einmal die einzelnen Bücher
ftichometrifch d. h. mit der hexametrifchen Normalzeile
durchgezählt und die Stichenzahlen von 50 zu 50 auf

Auffaffung verweift Ref. auf Del.'s Stellung zu den Ueber- , den Rand gefchrieben, fodann aufserdem zu jeder ein-
fchriften, denen er einen fo kaum berechtigten Einflufs zelnen Lection angegeben, beim wievielten Stichos die-
auf feine Erklärung einräumt, vgl. die Bemerkungen zu j felbe beginne (partial Sticlwmetry, wie Harris das nennt)

Pf. 59, wo Del. wohl mit Rückficht auf 59, 1.7 eine uns
fonlt nicht überlieferte Situation aus David's Leben
fchildert, nach welcher die Banditen allabendlich die
Stadt durchflreiften, um den gefürchteten Nebenbuhler
zu tödten; oder die zu Pf. 110, deffen davidifche Ab-
faffung Del. nach wie vor offenbar unter dem Einflufs
von Mtth. 22, 41 ff. fefthält; oder die zu Pf. 60, 1, deffen
■fiabi nach 2 Sam. 1, 18 uns darauf hinweift, dafs das
Lied beim Bogenfchiefsen gefungen werden foll; vgl.
auch die Erklärung von t^UH bD Pf. 59, 6 etc. Andere
Bemerkungen wie die S. 570, dafs "im to = fittb fchon
nach pentat. Sprachgebrauch fei, find bei Del.'s jetzigem
Standpunkt fchwer verffändlich. — Von den der dritten
Auflage beigegebenen Beilagen ift der accentuologifche
Commentar zu Pf. 1—3 leider fortgefallen, was wohl
auch kaum von Anfang an beabfichtigt war, da S. 70
Anm. 1 u. S. 77 Z. 23 f. auch jetzt noch auf denfelben
verwiefen wird. Der Excurs von Wetzftein über ftttM* Ls "egt auf der Hand, wie wichtig diefe Angaben

Pf 69, 21 ift mannigfach erweitert, ein anderer über find, um die Integrität des Textes zu conftatiren. Ob
Q'Vaaa Q-nn Pf. 68, 17 wird demnächft als Beilage zum Euthahus z. B. den Vers 8,37, den die neuen Heraus-

H. theilt uns nun aus Euthalius, für den auf die Ausgabe
von Zacagni zurückzugehen fei, alle diefe einzelnen
Angaben mit, und in einer zweiten Columne die Zahlen,
die er felber fand, indem er mit dem iöfllbigen Hexameter
den Text von W. und H. und für die Evangelien
auch noch den T. R. durchzählte. So lautet z. B. der
Anfang feiner Tabelle für die Apoftelgefchichte, indem
die erfte Columne die überlieferte Stichenzahl des
Euthalius, die zweite die von ihm durch Berechnung gefundene
enthält, folgendermafsen:

c. 1,15

40

40

6,1

440

438

1,19

50

50

6,5

450

449

2,36

150

150

7,10

500

501

3,ii

200

201

7,53

600

610

4,23

300

297

7,60

625

625

4-3i

315

319

8,13

650

654

Commentar von der Verlagsbuchhandlung zu beziehen
fein. Zu den bisher vorhandenen Regiftern über etymo
logifche Worterklärungen und Synonyma ift ein drittes

geber weglaffen, in feinem Texte gelefen? Harris antwortet
: ja; denn bei 8,34 beginnt für Euthalius der
700., bei 9,1 der 717. Stichus; ohne diefen Vers

über die im Commentar vorkommenden affyrifchen Wörter find es nicht to viele. In Betreff der Ew. zeigt H., dafs
hinzugefügt. Der Druck ift im Ganzen correct, zu den I der (kürzere) Text von W. und H. den uberlieferten
im Druckfehlerverzeichnifs nicht angemerkten Fehlern ; Zahlen viel mehr entfpricht, als der (längere) T, R., dafs
notire ich: S. 3, Z. 6 v. u. VÜTl ft. iW; S. 36, Z. 7 v. u. | im Mc. bei denfelben die letzten 12 Verfe ein-, bei Joh.
Field ft. Fell. S. 77, Z. 18 furchtlos ft. fruchtlos — Z. 26 7,53—8,11 ausgefchloffen feien und dergl. Und wenn
was ft. war. S. 77, Z. 17 Hitz. ft. Hupf — Z. 9 v. u. j nun Euthalius auf genaue Hdff. des Origenes zurückging
, liegt da nicht Grund genug vor, diefem Punkt viel
mehr Aufmerkfamkeit zu fchenken, als es bisher ge-
fchah? In W. und H.'s Introduction and Appendix
z. B. gefchieht ihrer gar keine Erwähnung. Nur zwei

gebraucht ft. gebracht. S. 154, Z. 4 v. u. Pf. 14 ft. Pf.
13. S. 176, Z. 21 -inyi ft. TJjy«. S. 179, Z. 8 v. u. Ilias. VI.
355 ft. Ilias. 355 (fo auch 3. Aufl.). S. 371, Z. 1 wir ft.
wird. S. 455, Z. 16 Kamiha ft. Kamita. S. 488 Anm.

1. 2 verwechfelt. S. 525, Z. 28 49, 15 ft. 45, 15. S. 526, 1 Bemerkungenmöchteichmirnocherlauben:dieSchreibung
Z. 4V. u. 345a ft. 245a. S. 528 Z. 1 subjunetive ft. subjective j der poetifchen Bücher des A. T.'s in Sinnzeilen, wie

— Z. 5 Ex. 15, 16 ft. Ex. 16, 16 — Z. 33 Pff. 37. 39 ft
Pf- 37- 39- s- 546, Z. 28 Jef. c. 10 ft. c. 10. S. 553, Z. 9
extenso ft. extento — Z. 26 irÖPT ft. VDbrP. S. 574, Z. 4
v. u. Wie ft. Wenn. S. 578, Z. 21 78 ft 79. S. 584, Z.
18 Deut. 32, 13 f. ft. Deut. 32, 17 f. S. 762, Z. 22 v. u.
fleh ft. dich. S. 792, Z. 21 v. u. 6W ft. OTtt, —

Möge das Buch auch in diefer Auflage fleh neue

fie jetzt in A B S etc. vorliegt, hält H. für eine fpätere
Neuerung; mir fcheint fie im Anfchlufs an jüdifche Gewohnheit
das Urfprüngliche zu fein. Zum andern hat
Euthalius, falls er neben feiner Stichenzählung auch
Colon-Schreibung d. h. Sinnzeilen, bez. Abfchnitte anwandte
, was ich nicht fo beftimmt in Abrede ziehen
möchte, darin nur den Origenes nachgeahmt. Diefer

Freunde" erwerben und jene Begeifterung und Liebe er- j hatte fie für feine Hexapla ganz aus demfelben Grunde
wecken, die uns in diefer Arbeit des verehrten Verf.'s j eingeführt, wie Elzevir in feiner Ausgabe von 1550, um
entgegentritt. mehrere Texte zur Vergleichung bequem neben ein-

ö ö., ... , ander Hellen zu können. Was H. zum Schliffs über

Strafsburg iß. W. Nowack. | Qld Testament Stuhometry noch anführt, findet durch

das von mir in Nr. 6 Mitgetheilte feine Ergänzung.
Dazu wären noch die zahlreichen ftichometrifchen Angaben
der fyrifchen Bibel zu vergleichen.

Ulm a. D. E. Neftle

Harris, Rendel J., Stichometry. Part II. Reprinted from
American Journal of Philology, Vol. IV, Nro. 3.
[Baltimore, Press of Isaak Friedenwald, 1883.] (23 S.
gr. 8.)

In diefem Theil wendet Harris feine bisherigen Re- Si mar, Prof. Dr. Hub. Theophil, Die Theologie des
fultate auf biblifche Texte, fpcciell das N. T. an und [ heiligen Paulus. Ueberfichtlich dargeftellt. 2., umgearb.
handelt befonders von Euthalius und deffen Werk. 1 Aufl. Freiburg iBr., Herder, 1883. (XII, 284 S. gr. 8.)
Noch bis in die neuefte Zeit waren darüber gar unklare j M 3 40
Vorftellungen verbreitet: fagt doch felbft Scrivener in I

feiner Einleitung, Euthalius folle die Stichenzählung I Es handelt fleh hier um eine zweite Auflage eines
auch in den Evangelien eingeführt haben, und Schaff bereits im Jahre 1864 erfchienenen Werkes, mit dem ich

bemerkt in der Einleitung zur amerikanifchen Ausgabe
von Weftcott und Hort's N. T. pliat the stichometric
divisions or lines (rsi'r/ot) corrcsponding to sentences
"Were introdueed bv EuthaMut- Vielmehr hat derfelbe (das
Richtigfte bisher bei Gebhardt im Artikel ,Bibeltext des
N. T.V PRE 2 II), aufser Vorbemerkungen, Inhaltsüber-

die Lefer diefer Blätter zum erften Male bekannt machen
foll. Da ich felbft die erfte Auflage nicht kenne, fo
kann ich nicht näher berichten, worin die ,forgfältige
Umarbeitung nach Inhalt und Form' befteht, welche der
Verf. in der Vorrede ankündigt. Nur dafs er felbft bemerkt
, es fei mit Rückficht auf die Candidaten des