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Ausgabe:

1884 Nr. 26

Spalte:

625-629

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Klostermann, Aug.

Titel/Untertitel:

Probleme im Aposteltexte, neu erörtert 1884

Rezensent:

Sieffert, Friedrich

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625 Theologifche Literaturzeitung. 1884. Nr. 26. 626

ftellung der Lifte p. IV ss. entgangen find, notireich: S. ii,
3 v. u. viccsimo ftatt vkcsimo primo, 52, 26 Graecac 104, 15
üovvktot faxt, 127, 3 ujiaQvitoicüi)iu, 4 uovrfiüait «i, 143
Anm. 3, 2 ztaoaQa daiv, 156, 15 vetiistissimae, 159, L5
//arr, 191, 16 alio, 192, 9 v. u. pracbuit (206 Anm. 2 Ap-
probatio . . . twtat; ift zu tilgen), 208, 9 v. u. typographi-
conuii, 211, 12 v. u. differt (215 Anm. 1 rwf . . . inest

Es bleibt dann nur noch das Mafs, in dem das ge-
fchehen foll, fraglich. Und es ift ja gevvifs, dafs nicht
jeder Ausleger alle Seiten der einen möglichen richtigen
Erklärung gleichmäfsig zu berückfichtigen braucht. Aber
der ganze methodifche Streit des Verf.'s wird damit
gegenftandslos. Rein philologifch verfährt derfelbe nur
da, wo es nichts als eine rein philologifche Frage auf-

ift zu tilgen), 228, 13 Sclwlziana (hier fcheint der Verf. ; zuhellen gilt, wo alfo jeder andere Exeget dasfelbe thun

aufserdem an L. van Ess nicht gedacht zu haben), 255, würde.

7 Copiici, 270, 14 anni, 278, 20 futuram, 339, 3 v. u. libris Das gefchieht gleich in den erften vier Abfchnitten

^ 346, IO ift mitten in der Zeile 17. 18. 19. 25 zu lefen, 1 des Buchs, welche lieh auf einzelne in der Apoftelgefch.

und Z. 12: 13. 15 — 20), 350, 3 digna, 352, 14 ///um J vorkommende Namen und Ausdrücke beziehen. Und

(366 Anm. 1, Z. 1 ift Eberardus zu lefen), 397, 8 bom (Z. hier kommt dem Verf. feine fichere Kenntnifs des Semi-

9 v. u. ift 27, 12, Z. 1 v. u. 21, 25, 407 Anm. 3, Z. 2 | tifchen zu Statten, die er denn auch mit grofsem Ge-

Berolini ftatt Lipsiac zu lefen), 416, 7 Conlationem, 421, 1 i fchick verwerthet. Doch kann Ref. gegen die Ergebnifse

Bezae (430, 11 v. u. ift quinquc ftatt sex zu lefen, 432 1 diefer Unterfuchungen nicht alle Bedenken unterdrücken.

Anm. 2, Z. I episto/ne, 440, Z. 5: 10, 5I), 440, 9 menaum, Nach der erften Abh. foll Apg. 1, 19 fpäter als Rand

v. u. aprili.

Ref. wurde mit dem Wunfche fchliefsen, dafs die
zweite Hälfte der Prolegomena der erften recht bald
nachfolgen möge, wüfste er nicht, dafs Dr. Gregory erft
kürzlich eine gröfsere Reife angetreten hat, um in den
Bibliotheken Frankreichs und Italiens für die noch aus-
ftehenden Capitel neues Material zu fammeln. So werden

bemerkung auf Grund von Matth. 27, 6—8 hinzugefügt
fein, wo in dem hebr. Original urfprunglich hakeldamach
geftanden habe in dem Sinne von Todtenfeld oder
Todesacker vom aram. darnach, das nicht blofs den
eigentlichen Schlaf, fondern auch die Ruhe des Grabes
bezeichnen könne. Erft der Gloffator von Apg. 1, 18
und der Ueberfetzer von Matth. 27, 8 habe axelÖttfid

wir uns immerhin noch ein paar Jahre gedulden müffen. und dem entfprechend autctTng hineingebracht. Aber
Die Gründlichkeit aber, mit welcher der Verf. zu Werke 1 von anderem abgefehen will der Zufammenhang der
geht, garantirt uns dafür, dafs die Früchte diefer Reife | Matthäusftellc damit kaum ftimmen. Freilich fucht der
uns für die lange Wartezeit reichlich entfehädigen werden. Verf. die ziemlich deutliche Beziehung der neuen Namen-
ßerijn O. v. Gebhardt. i SeDung des Ackers auf xiin) cc'uiuiog durch die Bemerkung
zu befeitigen, diefer Ausdruck fei als Stichwort

Klostermann. Prof. Dr. Aug., Probleme im Aposteltexte, unhörbar, da er zwifcheneingeklemmt flehe zwifchen die
neu erörtert. Gotha, F. A. Perthes, 1883. (XVIII, 246 S. entgegengefetzten Ausfegen ,fie erklärten das Geld für

gr. 8.) M. 6. —

Die vorliegende Schrift will fich in Bezug auf die
Methode der Auslegung ausdrücklich an die früher vom
Verfaffer veröffentlichten Korrekturen zur bisherigen Erklärung
des Römerbriefes' (vgl. Jahrg. VII, Nr. 6 diefer
Zeitfchr.) anfchliefsen, infofern die dort fchon der fach-
männifchen Exegefe gegenüber geltend gemachte philologifche
,Laienlectüre' hier in der Vorrede noch einmal
vertheidigt wird. Es wäre nun wohl nicht fchwer, an
der vollen Stichhaltigkeit diefer Rechtfertigung einige
Zweifel zu äufsern. Und auch die Berufung des Verf.'s
auf jenen Freund kann kaum viel helfen, der Arndt's
Lied von ,des Deutfchen Vaterland' ohne litcrarifche
und gefchichtliche Forfchungen rein gefühlsmäfsig ausgelegt
hat. Denn aus der Verfchiedenheit zwifchen diefem
uns national, fprachlich und zeitlich fo nahe flehenden
lyrifchen Liede mit feiner einfachen Idee und den von
uns durch Jahrhunderte getrennten, durch eine fremde
Nationalität und Culturwelt bedingten, ein ausgeführtes
Lehrfyftem enthaltenden und von zeitlichen, örtlichen,
perfönlichen Beziehungen durchzogenen paulinifch.cn Ge

unverwendbar als Tempelftiftung' und ,wohl aber kauften
fie dafür den Töpferacker zu einem Begräbnifsplatze für
die Fremden'. Aber diefe Sätze werden ja gerade nur
durch jenen Ausdruck zufammen motivirt. Und wenn
nun im Anfchlufs hieran die neue Namengebung für
den gekauften Acker berichtet wird, fo ift nur zu erwarten
, dafs diefelbe mit dem durch das Blutgeld gegebenen
Anlafs im Zufammenhang flehen werde. Sonft
hätte der Verfaffer der Apg. gar kein Intereffe haben
können, diefelbe in dem Bericht über das Ende des
Verräthers zu erwähnen. — In der zweiten Abhandlung
über den Namen Barnabas und deffen Erklärung Apg.
4, 36 durch v'ing uaga/J.^aawg wird die von Keuchen
gegebene Erklärung bar näwähä ganz annehmbar gemacht
. Minder wahrfcheinlich aber ift die nähere Deutung
diefes Namens in dem Sinne eines geiftlichen Sohnes
der Apoftel, deffen Zeugung ihnen um feines levitifchen
Standes willen zur Ermuthigung gedient habe. Denn
dafs eine Bekehrung von Prieftern nichts befonders
Seltenes war, beweift Apg. 6, 7, wo gegenüber der vom
Verl. bevorzugten Lesart lovöauov die andere legten-
feilzuhalten ift. — Ganz geiftreich ift die in Nr. 3 "auf-

legenheitsbriefen dürften fich wohl auch verfchiedene 1 geftellte Vermuthung, dafs Apg. 8, 10 in 1) öciuutg toi-
Anfpruche an eine befriedigende Erklärung ergeben, j ireov rj fieyapVq das letzte Wort nicht griechifch, fondern
Indeffen, nachdem Ref. feine Bedenken gegen die ver- J famaritanifch gemeint, nämlich nur mit griech.Buchilaben
heifsenen aufserordentlichen Erfolge der neuen Methode für sbaa oder iJjJti ,die offenbarende' gefchrieben fei und
genügend zum Ausdruck gebracht hat (in diefer Zeitfchr. , die offenbare, in der Heilsgefchichte anfehaubare Wir-
a. a. O.), glaubt er um fo mehr auf eine neue Erörterung kungsweife Gottes bezeichnen wolle. Allein die Ver-
derfelben verzichten zu können, da der Verf. feine bindung des famar. Particips mit dem griech. Subllantiv
Theorie im Grunde hier gar nicht praktifch verwirklicht 1 wäre doch recht fonderbar. Und andererfeits ift die bei
hat. Jenen Verzicht nämlich auf die Hülfsmittel der ; der gewöhnlichen Erklärung des Wortes gegebene Voraus-
biblifchen Wiffenfchaft, durch welchen fich die Liebhaber- fetzung, dafs die Samaritaner neben einer Menge gerin-
exegefe dem Standpunkt der erften Lefer annähern follte , gerer, aus Gott hervorgegangener Kräfte eine befonders
(Korrekturen, S. 1), hat der Verf. hier noch weniger als 1 hervorragende, daher als die grofse ausgezeichnete, in
in der erften Schrift wirklich ausgeführt, vielmehr aufser menfehlicher Geftalt erfcheinbare Gotteskraft angenom-
der überall berückfichtigten Gefchichte des Textes und j men hätten, weder unferer geringen Kenntnifs der famar.
der Auslegung, wo die erklärte Stelle dazu Veranlaffung Dogmatik widerfprechend, noch in fich fo unwahrfchein-
giebt, fo ziemlich alles das in Rechnung gebracht, was j lieh, dafs man eine andere Erklärung zu fuchen genöthigt
die gewöhnliche,fachmännifche'Auslegung herbeizuziehen | wäre. Noch weniger wahrfcheinlich ift aber die in Nr.
pflegt bis auf den befonderen Sprachgebrauch und das 4 gegebene Erklärung von Apg. 13,6. S. Man foll hier
befondere theologifche Syftem der einzelnen Apoftel. für lhcgirftov nach fchwachen Autoritäten Baftoptova*