Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1884 Nr. 24

Spalte:

571-572

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Dickson, Will. P.

Titel/Untertitel:

St. Paul‘s use of the terms Flesh and Spirit 1884

Rezensent:

Wendt, Hans Hinrich

Ansicht Scan:

Seite 1

Download Scan:

PDF

571 Theologifche Literaturzeitung. 1884. Nr. 24. 572

-------

fchrieben, auch weifs der Verf. mit praktifchem Sinn, ! in ihrer principiellen Richtigkeit und Wichtigkeit darge-
befonders in der Bekämpfung der anderen Löfungsver- legt ift. Denn in der Anerkennung diefer allgemeinen
fuche, manche treffende Bemerkung beizubringen, To vor I Methode ift die gcficherte Bafis zu einer wiffenfchaft-
allem in dem kleinen Abfchnitt ,a days journey1 (S. 28 ff.) i liehen Verftändigung nicht nur über die hier fpeciell
über die Marfchfähigkeit gröfserer Maffen. behandelten Begriffe, fondern über eine Reihe von

gonn K Budde wichtigen anderen Problemen der neuteftamentlichen Exe-

gefe gegeben.

Kiel. H. Wendt.

Dickson, Prof. Will. P., D. D., St. Pauls use of the

terms Flesh and Spirit. The Baird lecture for 1883. Analecta sacra Spicilegio Solesmensi parata edidit Joan-
Glasgow, Maclehose & Sons, 1883. (VIII, 458 S. 1 nes ßaptista Card. Pitra, Kpiscopus Tusculanus,

gr. 8.) geb.

Das Werk enthält in erweiterter Geftalt fechs Vor-
lefungen, welche der Verfaffer im Winter 1882—83 in
Glasgow auf Grund der Stiftung eines Mr. Baird gehalten
hat. Der Verf., welcher fich bereits durch feine Ueber-
fetzung der Meyer'fchen Commentare ein grofses Ver-
dienft um die Zugänglichmachung deutfeher neutefta-

S. E. R. Bibliothecarius. Tom. II. III. IV. Patres An-
tenicaeni. Parisius, A. Roger et F. Chernoviz. (Tom.
II. 1884. XLVII et 6fjO S.; III. 1883. 640 S.; IV. 1883.
XXXIV et 518 S. gr. 8.) fr. 45. — *)

Schlufs des dritten Artikels.

Nur noch der Reff des 4. Bandes, dem einzelne

mentlicherExegefe für das englifche theologifche Publicum Nachträge inPitra'sProleg. des 2. Bandes hinzuzufügen find,

erworben hat, hat auch bei diefem Werke den befon- hat uns heute zu befchäftigen. Intereffant ift noch hier:

deren Zweck im Auge, feine englifchen Landsleute mit 25. Alexander Alexandrinus, aus deffen Schriften p.

den deutfehen Arbeiten bekannt zu machen, welche fich 196—200, 430—434 9 fyr. Fragmente publicirt werden,

während der letzten Jahrzehnte auf die Unterfuchung No. 1 erfcheint wie ein ziemlich genaues Excerpt aus

der paulinifchen Begriffe era(>£ und nvsifia bezogen 1 der ep. ad Alex. Constant. bei Theodoret h. e. 1, 4 ed.

haben; er hebt hervor, bei der Wahl feines Themas Gaisford S. 27, 54 bis 28, 57. Darauf folgt aber unter

namentlich auch durch die Rückficht darauf geleitet ge- 2 als post alia flehend ein Stück, das bei Theodoret fehlt,

wefen zu fein, dafs bei den deutfehen Arbeiten über , danach eine Notiz über Unterfchriften aus Aegypten, der

diefes Thema die verfchiedenen Methoden der modernen 1 Thebais . . . Paläffina u. f. w. endlich ego PkMogonius,

deutfehen Exegefe mit ihren Vorzügen und Mängeln ; episcopus . . . Antiochiae . . . subscripsi. Man darf daher,

befonders deutlich und inftruetiv zu beobachten wären, wenn man den Glauben an die Echtheit des 2. Stückes

Der Gang feiner Darftellung ift folgender. Nach einem durch einige Unglaublichkeiten der Unterfchrift z. B.

kurzen Ueberblicke über ältere Anflehten legt er aus- die Erwähnung der episcopi Palaestinae) fich nicht rauben

führlich die neueren Erklärungen der betreffenden pauli- läfst, in dem von dem Syrer excerpirten Briefe die Pa-

nifchen Begriffe durch Holften, Richard Schmidt, Lüdemann | rallelform des bei Theodoret erhaltenen Briefes erblicken,

und Pfleiderer dar. Er kritifirt die von diefen Gelehrten die, wie Theodoret (a. a. ü. S. 30, 62) bemerkt, an Philo-

befolgte Methode, die paulinifchen Begriffe durch An- , gonius adreffirt war. Dcmfelben Briefe und zwar dem

knüpfung an helleniftifch-philofophifche Anfchauungs- fchon in Fragment I ausgebeuteten Bekenntnifstheile

kreife zu erklären, und ftellt ihr die andere, von dem desfelben (Hahn, Bibliothek der Symbole § 65) find auch

Referenten in feinem Buche ,Die Begriffe Fleifch und die Fragmente 7. 8. 9. entnommen. Bei diefen Fragmenten

Geift im biblifchen Sprachgebrauche, Gotha 1878' ange- ift die Beurtheilung demnach fehr einfach, in fchwierige

wandte Methode gegenüber, die Erklärung diefer pauli- , Lage aber kommt die Kritik bei No. 3, 4, 5, 6. Inhaltlich

nifchen Begriffe nur auf Grund des altteftamentlichen pafst hier alles wohl zu unferen Vorftellungen von A.'s

Sprachgebrauchs zu verfuchen. Indem er diefe letztere theol. Stellung, die chriftologifchen Anfchauungen find

Methode als die allein berechtigte anerkennt, erörtert er wefentlich diefelben, die oben bei Gregorius Thaumaturgos

demgemäfs, in fortwährendem engen Anfchluffc an jene charakterifirt find. Zu dem vierzeiligen Fragment 4 ex

Darftellung des Ref., zunächft den Sinn und Gebrauch homilia nona und dem einzeiligen Fragt». 6 ex homilia

der Begriffe Fleifch und Geift im Alten Teftamente, und tertia ift auch zunächft nichts weiter zu bemerken. No. 3,

zeigt dann, wie fich von der Kenntnifs diefes alttefta- , eine homilia de incamatione (2mal im cod. Mus. Brit. add.

mentlichen Sprachgebrauches aus in der That ein ein- Mss. 12 156 anni 562) ift fchon zweimal von Mai publicirt,

faches Verftändnifs der Verwendung der entfprechenden
Begriffe bei Paulus finden läfst. Im Appendix endlich
giebt er mehrere zufammenhängende Auszüge aus den
Arbeiten von Holften, Rieh. Schmidt, Lüdemann und
dem Ref., auch eine kurze gruppirende Ueberficht über
den Gebrauch der Worte ociq§, aüiia, nvevfia, ipvyd],

als Theil eines gröfseren fyr. Ganzen (Alex, sermo de
anima et corpore äeque passionc domini) inAW. nov. Patr.il
p. 529 fr. und mit verftümmeltem Anfang ex cod. arab. vat.
101 im Spicileg. Rom. III, p. 699 vgl. Migne 18, 583 ff.
Auch No. 5 ift eine Homilie und zwar auf Oftern. Die
Nummern 3 -6 find demnach, obwohl 4 verfchiedenen

■/MQÖia, voig bei Paulus. codd. entnommen, anfeheinend urfprünglich in einer Samm-

Ref. findet bei dem angegebenen Verhältnifse diefes j lung von Homilien zu Haufe, die Alexander's Namen
englifchen Werkes zu dem feinigen felbftverftändlich trug. Auch dies fpricht für ihre Echtheit. Allein es
keinen Anlafs zu einer Kritik der Methode und der j flehen Schwierigkeiten im Wege, auf die zuerft Coterill,
Refultate der Arbeit; die wenigen Punkte, in denen der 1 Modem Crilicism [884 und nach ihm Harnack in diefer
Verf. eine von dem Ref. abweichende Beurtheilung kund- i Ztg. (No. Ii d. J. col. 268) aufmerkfam gemacht hat.
giebt, find von untergeordneter Bedeutung. Dafs es den j Martin ftreift ße kaum, wenn er p. 432 Anm. 3 zu Fragm.
Ref. freut, diefe auf einer genauen Nachprüfung beruhende 3 die falfche Bemerkung macht, ein Theil desfelben
Anerkennung feiner früheren Arbeit zu erfahren und ; icheine dem melitonifchen Fragment de cruce entlehnt,
den Hauptinhalt derfelben jetzt in fo gefchickter Weife j Mit dem Fragm. de emee (Otto, Corp. apol. IX. p. 419
dem englifchen theologifchen Publicum zugänglich ge- : Mclito XIV) hat das Alexanderfragment 3 keine wört-
macht zu fehen, wird ihm ja Niemand verdenken. Die ! liehen Berührungen. Wohl aber ift Alexanderfragm. 3
eigentliche Bedeutung des Werkes aber findet er darin, j Z.'l—4 wörtlich = Melitofragment XIII (,ex tractatu de
dafs die allgemeine Methode der Erklärung der neuteftamentlichen
und fpeciell auch der paulinifchen Begriffe
mit den Hülfsmitteln des altteftamentlichen Sprachgebrauches
hier mit voller Entfchiedenheit aufgeftellt und

•) Nr. 23 col. 556 Z. 21 ift xov für T« zu lefen und col. 557 find
zwifchen Z. 16 u. 17 im Druck die Worte: ,Pitra's Inhaltsangabe zeigt,
dafs in dem', leider ausgefallen. F. L.