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Ausgabe:

1884

Spalte:

25-27

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Strack, Herm. L.

Titel/Untertitel:

Hebräische Grammatik mit Übungsstücken, Litteratur und Vokabular 1884

Rezensent:

Kautzsch, Emil

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack und D. E. Schürer, Proff. zu Giefsen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinriclis'fche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

N°- 2.

26. Januar 1884.

9. Jahrgang.

Strack, Hebräifche Grammatik (E. Kautzfeh).
Ceriani, Pescitto T. II, P. IV. (Neftle).
Hausrath, Kleine Schriften religionsgefchicht-

lichen Inhalts (A. Harnack).
Guleke, Deutfchlands innere Kirchenpolitik

von 1105—im (O. Harnack).

Baum garten, Doctor Martin Luther (Enders
).

Jonas, Revolutionär oder Reformator (Kawerau).
Riggenbach, Das Armenwefen der Reformation
(Rade).

Sepp, Bibliographifche Mededeelingen (Katten-
bufch).

Nathufius, von, Katechismuspredigten (Löber).

Erklärung von Dr. Weifs.

Mittheilung.

pflegt. Ueberall giebt fleh gründliche Vertrautheit mit

dem Stoff und reichliche pädagogifche Erfahrung kund.

o*\. j"r- .""it"!. • i,. u„r___qö,0, I Ob nicht in einigen Fällen (wie z. B. in Betreff der

bclbftftudium und für den Unterricht mit belonderer « . . .„•f., ., • v u u j

Accente) die Mittheilungen ziemlich weit über ,das

Wichtigfte' hinausgehen, will ich dahin geftellt fein
laffen. Jedenfalls wird das Buch für eine rafche Einführung
fehr gute Dienfte thun, auch auf folchen Gym-
nafien, wo der hebr. Unterricht auf kurze Zeit (etwa
auf einen Jahrescurs) befchränkt iff, mit Nutzen gebraucht
werden können. Nur in Betreff der Uebungs-
ftücke möchte Referent das Bedenken äufsern, dafs ffe
— weil faft durchaus aus vereinzelten Formen beftehend
an die geiftige Elafticität des Lernenden allzu ftarke

Strack. Prof. Lic. Dr. Herrn. L., Hebräische Grammatik

mit Uebungsftücken, Litteratur und Vokabular. Zum
Selbftftudium und für den Unterricht mit befonderer
Berückfichtigung derer, die das Hebräifche erft auf
der Univerfltät erlernen. [Porta linguarum orienta-
lium, ed. J. H. Petermann, pars I, ed. III.| Karlsruhe,
Reuther, 1883. (XV, 163 S. 8.) M. 2. 70.

Der praktifche Zweck, welchen diefe neue hebräifche
Grammatik verfolgt, ift zur Genüge fchon im Titel aus-
gefprochen. Sie ift laut Vorrede vor allem für angehende
Studenten und zwar auf die Durcharbeitung

in einem Semefter berechnet. Dabei hofft jedoch der i Anforderungen (teilen. Hier bedarf es nothwendig der
Verf., dafs fle fleh auch für die Schule brauchbar er- Beihülfe eines gewandten Lehrers, der die Beifpiele zu
weifen werde, da fle ,nur das Wichtigfte, diefes aber j kleinen Sätzchen zu combiniren und zu variiren weifs,
eingehend und überfichtlich erörtert', fleh bezüglich des werin der Schüler nicht an dem Stoff ermüden foll.
Wortfchatzes in der Hauptfache auf Genefls und Pfalmen Im Einzelnen hat Ref. nur wenig zu bemerken ge-

befchränkt, an Wortformen nur wirklich belegbare auf- funden und möchte an diefer Stelle nur Folgendes noch
nimmt. Nach diefem Grundfatz beftehen auch die Tara- hervorheben. Zu $ 2: werden wirklich alle Confonanten
digmen der fchwachen Verba, um mechanifches Aus- nach einem Vocal weicher ausgefprochen, alfo z. B. auch
wendiglernen zu verhüten und unbelegbares Sprachgut I q und p? — Dafs nrsn (S. 5) aus naina entstanden
zu vermeiden, nur in einer Auswahl von Formen in 1
fortlaufenden Zeilen. Die fogen. Grund- und Ueber-
gangsformen find nur in curflver Schrift gegeben, um
zu verhüten, dafs nicht Unformen im Gedächtnifs haften;

fei, in welchem Falle'man e ftatt Segol erwarten müfste,
ift mir nach wie vor höchft zweifelhaft. — S. 7, Z. 4 fg.
klingt es, als ob Sclietva mobile wirklich die völlige Ab-
wefenheit eines Vocals anzeige, anstatt die Verflüchti-

übrigens hat fleh Verf. abfichtlich an die in den neueften gung ejnes folchen. — $ 6, Anm. Z. 3 ift wohl ,nun'
Auflagen des Gefenius vom Referenten befolgte Trans- ; für ,nur' zu lefen. — S. 10, Z. 9 in/, lies ,auf der letzten
feription angefchloffen. In der Grammatik (p. 1 —108) Silbe'. — S. 21, Nr. IV. durch Erfatzdehnung kann S,

ift der Stoff fo vertheilt, dafs S. 1—25 in 13 Paragraphen
die Laut- und Schriftlehre, S. 26—108 ($ 14—
77) die Formenlehre behandelt wird, letztere in der

, ü nur zu ii, e, ö (nicht &, e, ö) werden. — S. 28, § 17:
Die hebr. Sprache hat überhaupt kein Neutrum, alfo
natürlich auch keine befonderen Formen für dasfelbe;

Reihenfolge: Pronomen, Nomen, Partikeln, Verbum. fte bezeichnet es auch nicht meift durch fem. pl u. f.w.
Daran fchliefsen fleh S. 110—117 die Paradigmen des | fondern in folchen Fällen ift das Feminin für den Hc-
erbums (wobei wir gern die Ueberfchrift .unregcl- , bräer eben ein Feminin, das Masculin ein Masculin. —
mafsiges Verbum' vermifst hätten), fodann S. 121 —127 s. 29, 4 v. u.: wo heifst rViSK parentes* — Ibid Z 1
eine fehr forgfältige Ueberficht über die Literatur der j jnp: dafs das Arabifche noch jetzt drei Cafusendungen
hebr. Sprachkunde (S. 123 u. wäre jetzt noch Euting s habe, ift nur mit ftarker Einfchränkung richtig. — S. 30.
grofse Schnfttafel in Chwolfon's Corpus mscripl. hebr., z. 111 ein Fall von betontem ä locale ift z. B. nnJ Jof.
fowie die kleinere in der Oricntal Scnes der Palaeogra- IO) 13! _ S. 32, Z. 1 der Note unter dem Text ift un-
phical Society, Part VW, London 1882, beizufügen). Den verftändlich; S. 33, Z. 3 ift "Ipti 15> ,ein lügnerifcher
Schlufs bildet das Uebungsbuch (S. 129-150) mit dem Zeuge' für den Anfänger mifsverftändlich. — S. 34, Z. 7
zugehörigen Vocabular (S. 151 —163); in letzterem ift j lies mixwbthaj. — S. 38, Z. 1 in/.: beruht die Flexion
die Praxis befolgt, in allen den Fallen, wo die Bedeu- | Von BM9 etc. nur auf .Analogie' von rj? etc.? — S. 54,
tung eines V ortes bereits in der Grammatik genannt j $ 4i: die .urfprüngliche'Form von b» etc. ift doch wohl
war, einfach auf den betreffenden Paragraph zu ver- ib» (rerp> ^ etc. woraus 1!» erft ebntrahirt. — S. 58,

§ 45c-: wenn die femitifchen Tempora, wie unter a angedeutet
wird, nicht zum Ausdruck unferer Zeitfphären
dienen, fo kann auch das hebr. Imperfect nicht .zunächft'
Ausdruck unferer Zukunft fein! — S. 61, Z. 8 wäre
wohl beffer .Stichwort', als Schlagwort. — S. 62, d, Z. 5:
P^S ift nicht zu belegen, die Form würde ohne Zweifel
pTi lauten. S. 64, b bedürfen die Tonregeln der Ein-

weifen

Aus dem Vorftehenden dürfte fleh bereits zur Genüge
ergeben, was fleh übrigens nach den bisherigen
Leiftungen des Verf.'s auf dem Gebiet der hebr. Sprachkunde
von felbft verfteht, dafs diefes Buch nicht in die
Kategorie der Dutzendwaare gehört, wie fle an neuen
hebr. Grammatiken jährlich auf den Markt zu kommen

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