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Ausgabe:

1884 Nr. 1

Spalte:

356-357

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Martin, J. P. P.

Titel/Untertitel:

Description technique des Manuscrits grecs relatifs au Nouveau Testament, conservés dans les Bibliothèques de Paris 1884

Rezensent:

Nestle, Eberhard

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355

Theologifche Literaturzeitung. 1884. Nr. 15.

Thatfache, dafs Ex. 21. Num. 35. Dt, 4. 19. Jof. 20 nicht Martin, J. P. P., Description technique des Manuscrits grecs
nur völlig übereinftimmen, fondern auch gegenfeitig von relatifs au Nouveau Testament, conserves dans les Bi-
einander abhängen. W. Robertfon Smith hat daraufhin- bhotheques de Paris. Supplement aux Legons sur
gewiefen, wie aufsergewohnhch ftark die parallelen de- . „ ... „ ,, , tf „
fetze Num. 35 und Dt. 19, die doch nur wenige Monate la Cntique Textuelle du Nouveau Testament, pro-

fessees ä l'ecole superieure de Theologie de Paris,
en 1882—1885 [sie], par Mr l'abbe J. P. P. M. Paris,
Maisonneuve Fres & Qi. Leclerc, Editeurs, 1884.
(205 S. 4. Text autographirt, photolithographifche
Tafeln.)

Durch die Güte des unermüdlichen Verf.'s ifl mir
diefer Katalog zugekommen, in welchem 369 auf das
N. T. bezügliche Hdff., darunter 75 ,zum erften Mal'

auseinanderliegen follen, in Faffung, Styl und fprach-
lichem Ausdruck von einander abweichen. Indeffen:
As to difference in words and strueture of sentences, it has
been offen shown in the case of comparatively modern (sie)
literature that such difference gives slight proof of difference
in age or even in autliorship, ifthis were here under
discussion (S. 40). Uebrigens werden dennoch einzelne
Bemerkungen von Robertfon Smith zu widerlegen ver-
fucht. Hat das eine Gefetz den Terminus 31s, das andere
S«©, fo trägt das nichts aus. For wläle 31K and claffificirt und befchrieben werden. Wer die Entftehung
X3© are synonymous, tliey are not identical in meaning der Parifer Sammlungen, die verfchiedenen über die-
(S. 43). Dafs die Ausdrücke ©E3 !"D© unn ©E3 VOTl ver- ; felben vorhandenen Kataloge, die zwei- und dreifachen
fchieden feien, ift dem Verf. unbegreiflich (S. 44). Ueb- j Bezeichnungen der Hdff. kennt, wird fich nicht wundern,
rigens tröftet er fich damit, dafs ja in beiden Gefetzen ] dafs eine ganze Reihe Parifer Hdff. — und ähnlich ift
die Termini ©21 und a~n bXJ vorkämen und obendrein es bei andern Bibliotheken — im kritifchen Apparat des
als Pron. demoustr. an beiden Orten bXit, welche Form ! N. T. noch gar nicht verzeichnet flehen, zum Theil
fich bekanntlich überall im Pentateuch findet (S. 45). | folche, die in den gedruckten Katalogen längft zu finden
Ebenfo entgeht es natürlich dem Verf., dafs nach Num. i gewefen wären. Um fo dankenswerther ift die vor-
35 die Frage, ob Mord oder unabfichtlicher Todtfchlag, liegende Zufammenftellung mit ihren Tables de Concor-

von der Gefammtgemeinde Ifrael's entfehieden wird, nach
Dt. 19 dagegen von der Heimathgemeinde des Verfolgten
(S. 43. 44). Unter folchen Umftänden bleibt auch
die gefammte Vergleichung des griechifchen Afylwefens
völlig nutzlos. Der Verf. fagt richtig und mufs es a
priori annehmen, dafs fchon Ex. 21,13 von Afylen die
Rede ift, er ahnt auch, dafs das Recht derfelben keineswegs
nur auf der Heiligkeit gewiffer Opferftätten beruhte,

dance S. 177—192, in welchen nach den Rubriken Ew.,
Act., Paul, Apoc, Evangeliarien, Epislolarien, aus Ancien
Fonds, Appendix, Supplement, Fonds Coislin die Hdff. zu-
fammengeordnet find. Für die Fortfetzung von Gregory's
Arbeit wird fich diefer Band fehr nützlich erweifen.
Die Befchreibung der einzelnen Hdf. umfafst je nach
Umftänden einige Seiten oder einige Linien. Blätter-,
Columnen-, Linienzahl, Höhe, Einband, Schriftart, Li-

aber es kommt ihm kaum der Gedanke, auch nur zu j turgifche Noten, Ammonianifche Sectionen u. f. w., Ge
fragen, was etwa bei den Hebräern oder auch bei den j fchichte der Hdf., alles ift verzeichnet. Was über die
Arabern den griechifchen Begriffen der §evia, rrooitri«, Uncialien gefagt ift, habe ich an dem controllirt, was im
r/.tuia u. f. w. entfprochen habe. Er hätte es in Leipzig
leicht erfahren können und würde dann früher zu
der Einficht gekommen fein, die er erft in der Nachfchrift
feiner Arbeit vorbringt. Aber der Eifer gegen die neue

erften Theil von Gregory's Prolegomena über diefelbcn
mitgetheilt ift; Differenzen fehlen nicht ganz, hie und
da ift das Richtige entfehieden auf des letzteren Seite.
Für K gibt Martin 267, Gr. 269 Bl., M. bis zu 21 Linien

ren Pentateuchkritiker blendet ihn allzufehr. Zum Ueber- j auf der Seite, Gr. 16—31; für M macht Martin arabifchen
flufs führt er übrigens auch einen pofitiven Beweis für Urfprung wahrfcheinlich und fetzt die Hdf. ins X. Jahrh.;
das hohe Alter der Afylgefetze. Nach 2 Kön. 14, 6 I fonftige Abweichungen in Betreff der Datirung F" bei
vgl. Dt. 24, 16 war das Deuteronomium zur Zeit Ama- ! M. VII—VIII, Hp«»i- V. s. In D (paul.) find nach Gr. die
fia's von Juda vorhanden. Das folgt nämlich daraus, dafs j griechifchen Buchftaben ungefähr gleich grofs wie in C,
der Verf. des Königsbuchs a. a. O. v. 18 die Chronik i nach M. beaueoup plus grand. Wichtiger ift, dafs zu H
der Könige von Juda citirt. Ferner weifen die Stellen [ von M. angeführt wird ,on nous assure, que M. Miller de
Jer. 22, 17. 26, 15. Ez. 16, 38. 3, 18. 20. 33, 6. 8 f. auf P Institut en possede egalement plusieurs fragmeuts'. Von
Gen. 9, 5. 6 zurück und damit ift indirect das Alter der 1 C {Epkraemi) mufs M. mittheilen: Le feuillet 138, rfW
mit Gen. 9 zufammenhängenden Gefetze von Ex. 21 und Tischendorf a dornte le fac-simile dans son edition (Leipzig,
Num. 35 erwiefen. Direct wird dagegen auf Num. 35, 33 1845, 'n 4-) manque aujourdhui. Es wäre fehr zu
zurückgewiefen an den Stellen Jef. 8, 18. Ez. 36, 17. | wünfehen, dafs es fich wiederfände oder die Sache weiter

aufgeklärt würde. Von L bekommen wir ein Facfimile
des doppelten Schluffes von Mc. 16. Mit 12 bezeichnet
M. die bei Montfaucon, Catal. 1740. II, 1801 befchriebene
Hdf. des VIII. oder IX. Jahrhunderts, die allerdings

43, 9. Mi. 4, 11. Zach. 2, 14. 8, 3 (S. 71 ff.). — Mit grofser
Genugthuung fällt der Verf. nach alledem in den Con-
clusibns fein Verdict über die neuere Pentateuchkritik.

Der vorftehende Bericht würde nicht gefchrieben

fein, wenn hier lediglich eine Privatarbeit des Verf.'s vor- keinen fortlaufenden Text, aber zahlreiche Auszüge aus

läge. Der Umftand, dafs letzterer fchon wiederholt als dem A. u. N. T. enthält ,vraisembläblernent plus du Hers

theologifcher Lehrer in Amerika fungirt hat, würde du N. T.' Zu Curfiv 34 = Coisl. 195 merkt M. an:

dafür kaum ins Gewicht fallen. Indeffen ift die Arbeit D'apres Tischendorf (VHP cd. p. 828) ce nianuscrit con-

als Doctor-Diflertation bei einer philofophifchen Facul- tient a Jean 7, 53 la note suivante: iartov etc.; mais cest

tät eingereicht und hat da dem Urtheil von Männern vor
gelegen, deren wiffenfehaftliche Competenz unzweifelhaft
ift. Dafs eine folche Arbeit approbirt werden konnte,
ift fehr verwunderlich. Man mufs freilich zugeben, dafs
auch andere philofophifche Facultäten Deutfchlands fchon

une erreur; nous avons verifie le passage avec soin et cette
note riy existe nulle pari.' Mit befonderer Sorgfalt ift
der Befund der Hdff. über Mc. 16, 9 ff. Joh. 7, 53 ff.
I Jo. 5, 7 verzeichnet. Wenn M. in der Einleitung zum
Beweis wie viel noch zu thun fei, von Tifchendorf's Beöfter
gleichwerthige theologifche Elaborate fich gefallen hauptung ausgeht, dafs die Stellung des Hebr.-Briefs in

liefsen. Es fei deshalb aber bei diefer Gelegenheit der ABC ein Beweis für das hohe Alter diefer Hdff. fei,

oben motivirte Wunfeh erlaubt, dafs feitens diefer philo- und dem gegenüber in nicht weniger als 14 Parifer Cur-

fophifchen Facultäten das weltliche Ehrbedürfnifs auf- fiven unter 59 diefelbe Stellung nachweift und fie ins-

ftrebender Theologen etwas weniger gefördert werden j befondere auf Euthalius zurückführt, fo hat er fachlich

möchte. felbftverftändlich damit Recht, nur wäre zu beachten

Bafel. Rudolf Smend. 1 gewfffen- dffs diefe und ähnliche Aufteilungen ™chen*
_. I dort s in den Anfang feiner Laufbahn fallen. Die bei-