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Ausgabe:

1884

Spalte:

305-308

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Zöckler, Otto (Hrsg.)

Titel/Untertitel:

Handbuch der theologischen Wissenschaften in encyklopädischer Darstellung mit besonderer Rücksicht auf die Entwicklungsgeschichte der einzelnen Disziplinen. 3. Halbbd 1884

Rezensent:

Nestle, Eberhard

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack und D. E. Schürer, Proff. zu Giefsen.

Ericheint '..... ... Preis

alle 14 Tage. Leipzig. J. C. HinrichsTche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

N°- 13. 28. Juni 1884. 9. Jahrgang.

Handbuch der theologifchen Wiffenfchaften, hrsg.

von Zöckler, 3. Halbband (Neftle).
Paläftina in Bild und Wort, hrsg. von Ebers

und Guthe 2. Bd. (Schürer).
Lorenz, Der Römerbrief (Jülicher).

Buddenfieg, John Wiclif (Lechler).
Lohfe, Luther, der Dichter und Tonkünftler
(Achelis).

Mayer, Die Kirchenhoheitsrechte des Königs
von Bayern (Köhler).

Dal ton, Reifebilder aus Griechenland und Klein-

afien (Kay).
Krüger, Glaube und Dogma (Haupt).
Pädagogifches Jahrbuch, hrsg. von T. Meyer

(Strack).
Erklärung.

Handbuch der theologischen Wissenschaften in encyklopädi
fcher Darfteilung mit befonderer Rücklicht auf die
Entwicklungsgeschichte der einzelnen Disziplinen, in
Verbindung mit Proff. DD. Cremer, Grau, Harnack etc.
hrsg. von Prof. Dr. Otto Zöckler. 3. Halbbd. Nörd-
lingen, Beck, 1883. (3. Bd. S. I— 240. gr. 8.) M. 5.50.

Es wird dem Unterzeichneten nicht als Anmafsung
ausgelegt werden, wenn er in Fortfctzung feiner Be-
fprechung der beiden erften Halbbände des theologifchen
Handbuchs nun auch die weiteren, in gleicher Weife
ihm durch die Redaction diefer Zeitfchrift zugegangenen
zur Anzeige bringt. Allerdings kann Ref. hiebei in keiner
Weife mehr das Recht in Anfpruch nehmen, wie er
dies bei den erften theilweife thun konnte, bezw. mufste,
irgendwie als felbftändiger Mitarbeiter fein Urtheil abzugeben
(1882, 21. 1883, 24); aber das Werk wendet ftch | hat. .Warum ift s"j8 "nur die "zweite 'Auflage von De-

felten eine Unebenheit oder Unklarheit im Ausdruck
z. B. S. Ii: Bafilius enthält Ethifches in feinen Reden,
oder S. 48: die eine Tugend der Liebe legt fich auseinander
in eine eigenfchaftliche Mannigfaltigkeit von
Tugenden, oder ein neugeprägtes Wort wie Culturis-
mus. Gegliedert wird das Syftem nach den allgemeinen
Kategorien alles Lebens von Werden, Sein und Thun
und fo wird nach einer ausführlichen Gefchichte der
Ethik die chriftl. Sittlichkeit in ihrem perfönlichen Werden
, in ihrer Wirklichkeit als tugendhafte Gefinnung, in
ihrer Erweifung als pflichtmäfsiges Handeln gefchildert.
Einzelheiten des Syftems übergehend notire ich nur
einige Kleinigkeiten: S. 5,21 ift nicht zu erfehen, ob
Dorner der Vater oder Sohn; S. 25,7 v. u. ,PRE2 II,
678 ff.', follte ftatt des bequemen ,ff.' die Schlufsfeitenzahl
760 genannt werden. Der gewöhnliche Lefer weifs nicht,
dafs der betr. Artikel den Umfang eines ganzen Buches

ja ausdrücklich an einen weiteren Leferkreis, auch an
wiffcnfchaftlich gebildete, am Leben der Kirche theil-

litzfch's Philemon citirt und gerade diefe? Unter der fehr
forgfältig verzeichneten Literatur findet fich keine über

nehmende Laien, und fo mag die nachfolgende, durch | Spiel und Duell. Erwähnt fei noch der Zufatz des

verfchiedene Umftände verfpätete Anzeige als einzelne
Stimme aus folchem weiteren Leferkreis nicht zurückgehalten
werden. Auch der Umftand, dafs der zunächft zu
befprechende dritte Halbband, der fchon Anfangs 83
ausgegeben wurde, fich nicht an die beiden erften an-
fchliefst und felbft kein abgefchloffenes Ganze bietet,
foll die Anzeige nicht länger verzögern ; ift doch fchon
im Spätfommer v. J. ein weiterer fehr umfangreicher
Halbband erfchienen, der gleichfalls der Befprechung
wartet. — Nach der Grundlegung und Schriftheologie

Herausgebers S. 36 über die Hilfswiffenfchaften der Ethik,
Diätetik und Moralftatiftik, und die fehr richtige Bemerkung
S. 50 über die Unterfcheidung des Zukunftsreichen
und Zukunftslofen in der Welt, die auch ein Stück chrift-
licher Sittlichkeit fei. —

Ganz anderer Art ift der Beitrag von Zezfchwitz.
Selbftverftändlich gleichfalls aus dem Vollen gefchöpft,
für den Ref. befonders anziehend durch die Fülle von
Berichtigungen lang nachgefchleppter Irrthümer und von
neuen Entdeckungen oder wenig bekannten Einzelheiten,

(A. B. im erften Band) foll der zweite (Cj die hiftorifche : die v. Z. aus einer immenfen Belefenheit mit Vorliebe

Theologie und von (D) der fyftematifchen Dogmatik und
Apologetik, der dritte als dritten Haupttheil der fyftematifchen
Theologie die Ethik, und endlich (E) die
praktifche Theologie umfaffen. Der vorliegende Halbband
enthält nun eben die chriftliche Ethik, dargeftellt
von Dr. Chr. E. Luthardt (78 Seiten), die Einleitung
in die praktifche Theologie von G. v. Zezfchwitz
(60 Seiten), die einzelnen Fächer der pr. Th. und zwar
a) Evangeliftik (Theorie und Gefchichte der äufsern
Miffion) von K. H. Chr. Plath (46 Seiten), b. c. Ka-
techetik und Homiletik, wiederum von Zezfchwitz,
erftere auf 50 Seiten, nach den 2 erften Seiten der letzteren
bricht der Band ab. Weitaus am anfprechend

beibringt (vgl. z. B. S. 91 den Abfchnitt über Hyperius,
,den erften grofsen Vorgänger und Propheten aller wiffen-
fchaftlichen Darfteilung der Theologie, der praktifchen
insbefondere, S. 94 über die Benennung tlicologia practica
, S. 97 über eine ebenfo werthvolle, als wenig ver-
werthete Quelle kirchlicher Zeitzuftände, S. 220 über
Hübner als angeblichen Vater der biblifchen Gefchichte,
über den Sprachgebrauch von xcnaffeiv, über das officium
quattuor evangeliorum und feine Beziehung zu den Phier-
fymbolen der 4 Evangeliften, über die Katechismusturniere
bei englifchen Presbyterianern u. f. w.) und
noch mehr imponirend durch die zum Ausdruck kommende
Gefammtanfchauung. Aber dafs wir nun 30 grofse

ften erfchien dem Ref. in diefem Bande die Ethik, und 1 Seiten über methodologifche Fragen, darunter 15 "allein
insbefondere die Gefchichte derfelben. Denn die ganze über Wefen und Subject der praktifchen kirchlichen
Darftellunc verräth aufs Deutlichfte, wie der Verf. überall Thätigkeit lefen follen, das ftimmt doch nicht mit einer
aus dem Vollen fchöpft und nur der Raumbefchränkung cncyklopädifchen Darfteilung der Gefammttheologie und
wegen uns nicht mehr mittheilt, und zeigt auf der andern ; beruht offenbar auf einer Verwechslung des eigenen InSeite
die ganze Formgewandtheit des Meifters im apo- tereffes, das Z. wegen feiner z. Th. neuen, erft Aner-
logetifchen Vortrag. Bei aller Concifion findet fich nur kennung gewinnenden Anfchauungen an diefen Fragen
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