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Ausgabe:

1884

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1-5

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(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Kurzgefasstes exegetisches Handbuch zum Alten Testament. 7. Heft 1884

Rezensent:

Kautzsch, Emil

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack und D. E. Schürer, Proff. zu Giefsen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

N°: 1.

12. Januar 1884.

9. Jahrgang.

Kurzgefafstes exegetifches Handbuch zum Alten
Teftament. 7. Hft.: Nowack, Die Sprüche
und der Prediger Salomo's (Kautzfeh).

Nitzfeh, Gefchichte des deutfehen Volkes bis
zum ' Augsburger Religionsfrieden. I. Bd.
(K. Müller).

Hirfche, Prolegomena zu einer neuen Ausgabe
der Imitatio Chrifli. 2. Bd. (Möller).

Ufteri, Ulrich Zwingli (Auguft Baur).

Wilhelmi, Augufla,Prinzeffin vonMecklenburg-
Güftrow, und die Dargun'fchen Pietiften
(Ritfehl).

Lemme, Die Sünde wider den h. Geilt. (Bil-
finger).

Vaihinger, Commentar zu Kant's Kritik der
reinen Vernunft. L Bd. 2. Hälfte (Gott-
fchick).

Kurzgefasstes exegetisches Handbuch zum Alten Testament. Commentar zu den Sprüchen um 67, der zu Koheleth
7 Hft Leipzig, Hirzel, 1883. (gr. 8.) M. 5. — ' um 12 Seiten vermehrt erfcheint.

Inhalt- Die Sprüche Salomo's. Erklärt v. E. Bertheau. In 2. Am ftaiTften hat die Umarbeitung in den Einleitungen

Aufl hrsg. v Prof. Lic. Dr. W. Nowack. — Der Prediger Salomo's. zu beiden Büchern eingegriffen; insbefondere iff die zum
Erklärt v. Dr. F. Hitzig. In 2. Aufl. hrsg. v. W. Nowack. (XLVI, Prediger faft ganz neu geftaltet. Befonders bei diefen
314 S. gr. 8.) Theilen des Buches möchte Referent noch einen Augen-

Seit dem erftmaligen Erfcheinen von Bertheau's i blick verweilen.
Sprüchen' und Hitzig's .Prediger' find 36 Jahre verfloffen j In § 2 der Einleitung zu den Sprüchen erklärt fich
'— bei dem heutigen Stande der altteftamentlichen Dis- | der Verfaffer nachdrücklich und mit Recht gegen alle
eiplinen Zeit genug, um eine Weiterführung der dort die Künfteleien (Hitzig's, Ewald's u. a.), die darauf ausniedergelegten
Erkenntnifse angezeigt erfcheinen zu laffen. , gehen, in den Capiteln 1—9 eine beabfichtigte Dispofi-
Eine folche bezweckt die hier vorliegende Neubearbei- j tion, oder überhaupt einen überall wahrnehmbaren
tung des Doppelbuches von einer Hand. Der Verfaffer | Gedankenfortfehritt nachzuweifen. In Cap. 10—22, 16
hat (fehr im Intereffe des Lefers!) darauf verzichtet, zählt Verf. 375 einzelne Sprüche und ftellt auch hier eine
feine eigenen Zuthaten zu dem früheren Text oder feine j Anordnung, welche die ganze Reihe diefer Sprüche um-
Aendcrungendes letzteren äufserlich kenntlich zu machen; | fafste, in Abrede. — S. XV erklärt fich der Verf. für die
dies würde ihn vielfach genöthigt haben, erfl die Vor- | befonders von Delitzfch geltend gemachte Zählung der
läge und dann feine Widerlegung derfelben mitzutheilen. ' Stichen (nicht des maforethifchen Verfes oder der Wörter

... ..... ■ 17. _______a. /- •___ T>_____r__a.__ j:„ 1 ^a^rall,or,'. A hnaCKon ,T ...... A~C~ LI___J____LI 7*7 a.

Dagegen bittet er im Vorwort feine Recenfenten, die
erfte Auflage zur Feftftellung feines Eigenthums heranzuziehen
. Referent hat darauf hin eine Anzahl von Ab-
fchnitten in beiden Auflagen verglichen und daraus folgenden
Eindruck von dem Verfahren des Verfaffers
gewonnen. Im Allgemeinen ift der Text der erften Auf-

P „ . S . , • r______ !_ iL-________ AL

desfelben). Abgefehen davon, dafs Hupfeld wohl Recht
behalten wird mit der Bemerkung, dafs der Parallelis-
mus nicht auf einem Beine flehen kann, fondern zwei
verlangt, dafs alfo die rhythmifche Einheit das Diflichon
ift, fcheint mir die Frage, ob Stichen-, Vers- oder Wortzählung
, eine müfsige. Bekanntlich wird diefe Streitlage
zu Grunde gelegt, bisweilen fogar in längeren Ab- j frage befonders im Zufammenhang mit der Strophen-
fchnitten verbo temis beibehalten, und diefe Pietät gegen- j frage erörtert. Hier erfcheint fie mir müfsig, weil mir
über dem noch jetzt brauchbaren Stoff der Vorlage ift ! überhaupt die Exiftenz beabfichtigter Strophen höchft
nur zu billigen Es ift eine unnöthige Kunft, alles nur , zweifelhaft ift. Als das Wahrfcheinlichfte gilt mir viel-
zu dem Behuf umzuwerfen, um unter Entlehnung des ! mehr, dafs man weder Stichen noch Verfe gezählt, fon-
eio-entlichen Materials dasfelbe mit anderen Worten zu dem nur bisweilen Abfchnitte von ungefähr gleicher
faeen. Allerdings hat der Verf. bisweilen die Vorlage Lange gebildet hat. Aber gefetzt, es verhielte fich mit

fo gewiffenhaft beibehalten, dafs zwifchen ihr und feinen
eigenen Zufätzen kleine Incongruenzen entftehen (e. g.
ift S 74, Z. 8 in/.), das ,in der That' nicht mehr am

dem Strophenbau, wie in der Regel angenommen wird,
mufs dann nicht ein Fall, wie der Pf. 42 und 43 vorliegende
gegen die Stichenzählung höchft mifstrauifch

Platz nachdem bereits an die Spitze des Satzes ein machen? Mit gutem Willen kann man hier vor dem
.richtiger' gefleht ift). Doch kommen folche Kleinigkei- 1 jeweiligen Refrain 9. 12. 9 Stichen zählen. Sind das nun

' P P. /-ta, . f , • 1 , • TA-t____La _!_/*,. Ca „L 1 c^nUnn: TA..., 1--:r..a_ -n 1 -r^. , . . . ....

ten gegenüber der Thatfache nicht in Betracht, dafs fich
uberall gerade in den unfeheinbaren Aenderungen eine
gewiffenhafte Erwägung der Vorlage, in der nachträglichen
Beifügung der Gewährsmänner für die angeführten
Erklärungen eine felbftändigc Nachprüfung der exe-

Strophen? Das heifst, ift der Dichter mit der Abficht
an's Werk gegangen, zuerft eine Strophe von 9, dann
von 12, dann wieder von 9 Stichen zu machen? Ich denke
vielmehr, er hat in einer Reihe von Sätzen ausgefpro-
chen, wovon fein Herz voll war und hat den tröftlichen
getifchen Tradition, in den eigenen Zufatzen endlich eine j Refrain, zu welchem er am Schlufs der erften Gedanken-
fnrfrfaltHe Verwerthung des feit 1847 angefammclten

>s~feit 1847 angefammclten I reihe gelangt war, dann noch zweimal nach Abfolvirung
forgfältige V-^f^ - anderer Gedankenreihen wiederholt. Das fcheint mir die

einfachftc und des Dichters würdigfte Annahme.^ Vollends
müfsig fcheint mir aber die Stichenfrage in F"ällen, wie
der S. XV von Nowack behandelte. Hier fchliefst fich
Nowack dem Urtheil von Delitzfch an, der Dichter fei
ganz unfchuldig daran, dafs der auffällig grofse mafo-
rethifche Vers 24, 12 achtzehn Wörter enthalte, denn
im Sinn des Dichters fei 24, 11 f. ein Sechszeiler, der
nichts weniger, als überladen fei. Nun kann man in
der That durch Annahme einer Cäfur hinter VOl fechs
Sinnzeilen herausbringen; dennoch aber dürfte die Mafora

Materials namentlich auch der Commentare von Delitzfch,
kund «iebt. Die eigenen Zufätze treten meift da auf,
wo der Verfaffer Anlafs hatte, gegen die Aufftellungee
der Vorlage zu polemifiren, und hier hätte vielleicht
öfters durch ftillfchweigende Befeitigung zweifellos unhaltbarer
Meinungen Raum gefpart werden können. Doch
conftatiren wir gern, dafs fich der Verf. bezüglich der
Citirung und Widerlegung fremder Meinungen in Vergleich
mit feinem Hofeacommentar eines weifen Mafs-
haltens befleifsigt hat* - Dernau fe eren Umfang nach
verhält fich die neue Ausgabe fo zu der erften, dafs der