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Ausgabe:

1883

Spalte:

434-435

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Herrmann , Thdr. (Hrsg.)

Titel/Untertitel:

Theologische Studien aus Württemberg. 2. u. 3. Jg. 1881 u. 1882 1883

Rezensent:

Weizsäcker, Carl

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack und D. E. Schürer, Proff. zu Giefsen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. H inriclis'fche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

NO. ig 22. September 1883. 8. Jahrgang.

Schaff, A religious encyclopaedia. Vol. I. (A.
Harnack).

Theologifche Studien aus Württemberg. 2. u. 3.

Jahrgang (Weizfäcker).
Hatch, Die GefellfchaftsverfatTung der chrift-

lichen Kirchen im Alterthum (Weizfäcker).
Hauck, Die Bifchofswahlen unter den Mero-

vingern (A. Harnack).

Lenz, Martin Luther. Probeheft (A. Harnack).

Dr. Martin Luther. Kurze Darfteilung feines
Lebens, dargeboten vom Grofsherzogl. Ober-
confiftorium in Darmftadt (A. Harnack).

Schott, Dr. Martin Luther und die deutfche
Bibel (A. Harnack).

Dieckhoff, Die Stellung Luthers zur Kirche
in der Zeit vor dem Ablafsftreit (A. Harnack).

Davidson, The doctrine of lastthings (Lemme).
Der Brief Jacobi. Praktifch erläutert, hrsg. vom

Ev. Bücher-Verein (K. Strack).
Frommel, Herzpoftille (Meier).
Martenfen, Aus meinem Leben. L Abth.

(Meier).

Allgemeine Chronik des Volksfchulwefens. 5.Jahrgang
tK. Strack).
Briefe aus der Hölle von * 4 * (Achelis).

Schaff, Prof. Dr.Philip, A religious encyclopaedia: or Dic-
tionary of biblical, historical, doctrinal, and practical
theology. Based on the Real-Encyklopädie of Herzog,
Plitt, and Hauck. Associate editors: Rev. Samuel
M. Jackfon, M. A., and Rev. D. S. Schaff. Vol. I.
New York, Funk & Wagnalls, [1882]. (XIX, 847 S.
Lex. 8.) Cloth. # 6.— = M. 27.—

Ein amerikanifches Unternehmen! Mit Bewilligung
der Herausgeber und des Verlegers der Real-Encyklo

lichung nicht einfehen können, fo kann es nicht geftattet
werden, dafs fie unfere Namen tragen. — Eine grofse
Anzahl Artikel — mehr als ein Drittel diefes Bandes
— ift umgearbeitet; die bibliographifchen Angaben der
Herzog'fchen R.-E. find nicht feiten bereichert.

Giefsen. A. Harnack.

Theologische Studien aus Württemberg, unter Mitwirkung von
Braun, Häring, Kittel etc. hrsg. von Diaconen Thdr.
Herrmann und Lic. Paul Zeller 2. u. 3. Jahrg. 1881
pädie für proteftantifche Theologie und Kirche (2. Aufl.) | und l882 k 4 Hft Ludwigsburg, Neubert, (ä Hft.

hat Prof. Schaff in Verbindung mit mehreren amerikani- ' " s

fchen Theologen es unternommen, in drei grofsen Bän- I ca- 5 Bog.) pro Jahrg. M. ».-
den, die an Umfang etwa fünf Bänden jener R.-E. gleich- Von diefer Zeitfchrift, deren erfter Jahrgang feiner

kommen werden, einen Auszug aus derfelben zu liefern: Zeit hier angezeigt worden ift, liegen nun zwei weitere
A viere translation of this opus magnum would not answer Jahrgänge abgefchloffen vor, welche 27 Auffätze enthal

the wants of the English and American reader'. Schaff
hat volle Freiheit erhalten, mit den Artikeln in der deut-
fchen R.-E. nach Gutdünken zu verfahren. ,It is need-
less to say tliat I would not have undertaken the task
witlwuta previous lionorable understanding witli the German
editors and publisher'.

Aber die Mitarbeiter der deutfehen Real-Encyklopädie
? Sie müffen es fich gefallen laffen, dafs ihre Artikel
nicht feiten auf f8 bis 7I0 des urfprünglichen Umfangs
reducirt find und doch, obgleich fie nun alles Charak-
teriftifche verloren haben, ihren Namen tragen. Der
Herausgeber fagt freilich: ,An apology may be due the
German authors for abridging tlieir contributions, but zve
have studied to give all the essential facts'. Aber wie
ift das überhaupt möglich! Ich z. B. mufs aufs entfehie-
dendfte dagegen proteftiren, dafs der Artikel ,Apostles
1 '; /', der in diefem amerikanifchen Sammelwerke meinen
Namen trägt, meine Arbeit ift. Und fo wird es den
meiften der Herren Mitarbeiter der deutfehen Encyklopä-
die ergehen. Ich weifs in der neueren Gefchichte des
Buchwefens kein Beifpiel für das Verfahren, das hier geübt
ift. Aber wahrfcheinlich find wir rechtlos gegenüber
demfelben; denn fonft hätten die Herausgeber und der
Verleger es nicht geftatten können. Indeffen Herr Prof.
Schaff ift nicht berechtigt, unfere Namen beliebig zu verwenden
. Richtiger und angemeffener ift es unzweifelhaft
, wenn die Auszüge aus unferen Arbeiten ohne unfere
Namen erfcheinen, refp. mit derUnterfchrift: ,nach N. N.'
Ich für meine Perfon werde der amerikanifchen Redaction
mittheilen, dafs fie in den künftigen Bänden meinen
Namen fortzulaffen hat. Ich hoffe, dafs andere Mitarbeiter
das Gleiche thun werden. Mögen die Auszüge nun ge

ten, deren Verfaffer gröfstentheils dem Stande der activen
Geiftlichen Württembergs, einige dem Collegium der
Repetenten des Tübinger Stiftes angehören. Als theologifche
Studien' betrachtet geben fie gewifs ein fchönes
Zeugnifs davon, dafs diefe Geiftlichkeit überhaupt ftudirt,
was jederzeit etwas werth ift und in gegenwärtiger Zeit zwiefach
. Der aufmerkfame Lefer wird aber auch manches
darunter finden, was allgemeine Beachtung verdient. Diefe
beiden Jahrgänge mit ihrem befcheidenen Provincialtitel
lefen fich wohl im ganzen fo angenehm und anregend,
wie manche andere von theologifchen Zeitfchriften allgemeineren
Namens. Ihre Abhandlungen erftrecken fich
fo ziemlich über alle Gebiete der wiffenfchaftlichen Theologie
. Sie find auch dem Geifte nach univerfcll; denn
diefer Geift läfst allerlei gelten und fucht wo möglich
allem eine gute Seite abzugewinnen. Man kann den-
felben mindeftens vergleichungsweife einen milden und
freien nennen. Auch vertragen fich ziemlich auseinandergehe
nde Anflehten friedlich nebeneinander. Im übrigen
trägt die Zeitfchrift allerdings ein provincielles Gepräge,
und da kann es ja nicht ausbleiben, dafs manches ganz
gut, anderes aber auch weniger gut, oder aber doch
nur eine Befonderheit ift. Unter folche Befonderheiten
gehört vor allem, dafs die einzige philofophifche Abhandlung
— und die Württembergifchen Theologen ftu-
diren doch befonders viel Philofophie — fich mit den
philofophifchen Ideen von K. Planck befchäftigt, was zwar
als Pietätsact um der Perfon willen alle Berechtigung
hat, auch recht frifch und klar ausgeführt ift, im übrigen
aber aufserhalb Württembergs kaum begriffen werden
wird. Anders und doch wieder •ähnlich verhält es fich
mit der fortgefetzten Mittheilung aus Landerer'sDogmatik,

lungen fein oder nicht, welche die amerikanifchen Ab- 1 durch welche es anderwärts nicht wohl erklärt werden
breviatoren fich erlauben — da wir fie vor der Veröffent- j mag, dafs diefer Theologe als Lehrer eine fo fchöne

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