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Ausgabe:

1883

Spalte:

289-295

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Zschokke, Herm.

Titel/Untertitel:

Die biblischen Frauen des Alten Testaments 1883

Rezensent:

Budde, Karl

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Theologische Literaturzeitung.

Heraiiso-ea-eben von D. Ad. Harnack und D. E. Schürer, Proff. zu Giefsen.

Erfcheint - Preis

alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

N°- 13. 30. Juni 1883. 8. Jahrgang.

Schanz, Commentar über das Evangelium des Koch, Confirmationsreden (Baflermann).

h. Lucas (Holtzmann). Suppe, Cafualreden, 2 Abtheilungen (Bafier-
Loffen, Der kölnifche Krieg (Zoepffel). mann).

Uhden, Die Lage der lutherifchen Kirche in Brüggemann, Bilder und Züge aus dem Leben

Milfon <, Le Bouddhisme (Graf Baudiffin).
Zfchokke, Die biblifchen Frauen des Alten
Teftamentes (Budde).

J acobfen, Unterfuchungen über die fynoptifchen | Deutichland (Köhler). und Wirken' Jefu in Predigten (Wächtleri

Evangelien (Holtzmann). j Barry, Die natürliche Theologie (Gottfchick). I Baur, Evangelifches Neujahrswort (Gottfchick)

Milloue, L. de, Le Bouddhisme, son histoire, ses dogmes, puläreren Werken. — Nach einer wiffenfchaftlichen Ein-

son cxtension et son influence sur les peuples chez heit wird man freilich vergebens fuchen. Sie wäre zu

, , .. , . /__.„ cn„;£*A A' A^fU,^™!™;» h» erreichen gewefen, wenn aller vorliegende Stoff dazu

lesouels tl s est repandu. oociete d Anthropologie de , .ö .. ; , . T » .»«■.,

4 V?. . F ... t t • • d i verwendet wäre, ein Bild von dem Leben und Treiben,

Lyon, Conference publique. Lyon, Impnmerie R. ; der gefellfchaftlichen Stellung, dem Einflufs und der

Storck, 1882. (23 S. gr. 8.) Beurtheilung des Weibes auf dem Boden des A. T.'s

In dem einem Vortrage bemeffenen Räume wird, fo zu entwerfen Aber das ift nicht des Verf.'s Abficht;

weit Ref hier zu urtheilen fich erlauben darf, ein im vielmehr wird alles das vorausgefetzt, nur gelegentlich

Ganzen nicht unrichtiges Bild des gegenwärtigen Bud- erläutert und — wie dem Ref. fcheinen will, nur allzu

dhismus gegeben; ein befonders gelungenes, die charakte- feiten — zur Erklärung von Leben und Charakter der

riffifchen Züge pointirendes fcheint mir nicht. Offenbar einzelnen krauen herangezogen. Dies letztere ift der

unrichtig ift dagegen, wenn der Verf., der, wie es fcheint, Gegenftand des Buches. Der Zweck aber diefer Einzel-

die buddhiftifche Literatur nicht in den Originalen kennt, behandlung zerftreuter Abfchnitte kann kein wiffenfchaft-

jedenfalls nicht die ältere, das ausgebildete buddhiftifche uxher, fondern nur ein praktifcher fein: Erbauung und

Syftem als Lehre des Gotama felbft darfteilt (S. 13). Die fitthchc Belehrung zu bieten dem, der ihrer in diefer

Lehre von den dem Gotama vorausgegangenen Buddha's Richtung bedarf, oder Stoff dazu dem, der fie fpenden

hat der Verf. doch wohl mifsverltanden, wenn er aus loll. Jener Anfpruch kann alfo nur den Sinn haben,

ihr die Vermuthung entnimmt, dafs Gotama nicht der dafs der Verf- fich zu diefer Uarftellung im Einzelnen

eigentliche Begründer feiner Weltanfchauung, fondern nur wiflenfchafthchcr Mittel bedient hat und das Ergebnifs

ein Prediger derfclben neben anderen gleichgefinnten war. jeder einzelnen Abhandlung als das einer wiffenfehaft-

Diefe Vermuthung an und für fich läfst fich hören und liehen Unterfuchung glaubt vertreten zu können. Das

ift bereits von berufener Seite Oldenberg) geäufsert erftere ift gewifs richtig, und mit Recht rühmt fich der

worden. Dafs der Verf. fich über das Nirwana fchwankend Verf- feines Fleifses und der aufgewandten Mühe. Das

ausdrückt, ift nicht zu verwundern, da Gotama felbft es letztere dagegen, der Erfolg feiner Mühe, wird nur mit

that. Wie aber kann er in einem und demfelben Abfatze grofsen Einfchränkungen zuzugeben fein,

fagen, dafs Buddha die Unfterblichkeit der Seele voraus- Was den verarbeiteten Stoff angeht, fo fcheint der

fetzte und dafs er das Nirwana lehrte als ,Ende aller Ve»- lein Wort zu halten, dafs er fämmtliche Frauen

Exiftenz' (S. Ii) — richtig wäre: als Ende der gegen- behandelt, die im A. T. vorkommen; wenigftens hat

wärtigen Exiftenz mit ihrer Unruhe und ihrem Leiden. Kef- bei wiederholten Stichproben keine Lücke ent-

Das über die Unfterblichkeitslehre Gefagte ift ganz un- deckt. was es aber für einen Werth haben foll, auch

richtig. e Frauen anzuführen, die nur dem Namen nach

f „ . r. bekannt find, meiftens nur einmal in einem Gefchlechts-

Marburg 1. H.___^ Wolf Baudiflin. regifter ohne jede Aeufserung über ihre Perfon vor-

Zschokke. Prof. Dr. Herrn., Die biblischen Frauen des kommen,, ift dem Ref. unerfindlich.

... T .__.„ „ ., u lQO„ n„,,„ m/iti Doch Zfchokke ift mehr als vollftändig; er führt

A ten Testamentes, hreiburg Br. 1882, Herder. (V Iii, ... . , „ . ., c r , &> , ,.

6 ' v nicht nur die wirklichen Weiber auf, fondern auch die

469 S. gr. 8.) M. 6. — allegorifchen. In $ 34 fpricht er anfangs von den

.Gegenftand der folgenden Abhandlungen', fo be- Weibern des Jefaja, Hefekiel, Hofea, zum Schliffs von

ginnt der Verfaffer fein Vorwort, .bilden fämmtliche Hulda und falfchen Prophetinnen; mitten inne aber von

Frauen, welche in den heiligen Schriften des Alten den Weibern aus Ezech. 16 und 23, die er doch als

Teftamentes vorkommen, ihr Leben und Charakter, fo- Symbole offen anerkennt. Er hat fich da noch reichen

weit diefe durch die heilige Schrift felbft gezeichnet Stoff entgehen laffen.

werden. Es find dies aber nicht einfache Lebensbilder Der letzte Abfchnitt von 80 Seiten (S. 383—462) ift

oder Lebensfkizzen nach Art einer biblifchen Ge- Maria, der Mutter Jefu gewidmet, den Typen und Sym-

fchichte, fondei n vielmehr Abhandlungen wiffenfehaft- bolen,dieauf fie hinweifen follen. Gehört nun Maria zu den

licher Natur zumeift nach dem Urtexte, wobei die exe- Frauen des Alten Teftamentes, oder find Gideon's Fell,

getifchen Schwierigkeiten näher erörtert und erläutert der verfchloffene Garten, die Wolkenläule, die Himmels-

wurden'. In diefen Sätzen giebt der Verf., Profeffor der leiter, u. f. w. bis in's unendliche, Weiber? Beides wird

kath. Theologie an der Univerfität Wien, felbft dem fich fchwerlich behaupten laffen. Aber wenn der Verf.

Beurtheiler das Mafs in die Hand, mit dem er gemeffen im Vorwort fagt: .gerade diefes vo 11 ftän dige Charak-
fein will. Sein Buch giebt Abhandlungen wiffenfehaft- •■ terbild wird, wie ich meine, den Theologen von be-
licher Natur. Auch im weiteren Verlaute des Vorwortes '■ fonderem Intereffe fein, da diefe Stellen befonders bei
unterfcheidet er es feiner ganzen Anlage nach von po- ' Predigten und Erbauungsreden vielfach verwerthet wer-

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