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Ausgabe:

1882

Spalte:

88-90

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Schumacher, C.

Titel/Untertitel:

Gesammelte Gedanken zu den Erzählungen des Alten Testaments. Ein Hülfsbuch zum biblischen Geschichtsunterricht 1882

Rezensent:

Strack, Carl

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8/

Theologifche Literaturzeitung. 1882. Nr. 4.

8,8

feftation an den Paulus mit dem Wandeln auf dem See ; Fischer, Diak. M., Der evangelische Geistliche. Linige
leuchtet ein, und die Harmonie der Offenbarung des Züge zu feinem Bilde, aus Dr. R. Rothe's .Entwürfe
Kommenden an den Seher in der Apokalypfe mit dem zu den Abendandachten etc.' zufammengeftellt. Gotha
Einzüge in Jerufalem llt evident!' AHo auch hier wird no „ . „ . ,„ c „ , . „

nicht zu erwarten fein, dafs der Verf. die Vorausfetz- l88l> F" Perthes" (87 S- Sr- 8-) M- »■ 8a
ungen für feine Behauptungen näher begründet: ,es liegt Aus den von K. Palmie herausgegebenen .Entwürfen

zu Abendandachten über die Paftoralbriefe' von Richard
Rothe (f. Theol. Lit.-Ztg. 1877, Sp. 554 ff.) hat der Verf.
mit anerkenncnswerthem Fleifs einen nach fachlichen

zu Tage, es ift evident!

Dafs in St.'s Arbeiten trotzdem eine Fülle anregender
Gedanken, und werthvoller Bemerkungengeboten wird,
bedarf nicht der Erwähnung. Aber uns ift es zweifei- Gefichtspunkten geordneten Auszug gemacht, in wel-
haft, ob der Ertrag folcher Arbeiten der darauf ver- ehern alle Stellen, welche fich auf den Beruf des evan-
wendeten Mühe entfpricht. ,Auf ein enttäufchtes Be- , gelifchen Geiftlichen beziehen, zufammengeftellt find,
fremden, auf den Vorwurf einer feltfamen Willkür Theils werden Rothe's Worte genau citirt, was durch
von verfchiedenen Seiten her' ift der Verf. zwar ge- Anführungszeichen kenntlich gemacht ift; meiftens hat
fafst, und er fucht diefem Vorwurf und anderem Wider- der Herausgeber verfchiedene Stellen zufammengear-
fpruch in feiner Weife zu begegnen, fo dafs die ganze ! beitet, hie und da auch in Klammern eigene Erklärungen
Darlegung in fich felbft wohlgefügt und feftgefchloflen | und Bemerkungen hinzugefügt. Dadurch entflieht aber

erfcheint. Das wird aber nicht hindern, dafs der Wider
fpruch beflehen bleibt, wenn derfelbe vielleicht auch den
Angriff auf die wohlgebaute und gutbefetzte Feftunrz

eine folche Buntfeheckigkeit des Textes, dafs jegliche
Wirkung verloren geht. Bei aller Anerkennung der
werthvollen und beherzigenswerthen Gedanken, die hier

aufgiebt, welche allerdings eine Belagerung aushalten 1 zufammengeftellt find, mufs daher Ref. diefen Verfuch.
mag, aber weder die Feinde zur Eroberung reizen, noch i Rothe's Anfchauungen weitere Verbreitung zu verfchaf-
den Freunden bei der Vertheidigung des Landes wefent- j fen, für einen verfehlten erklären. Wer das Palmiefche

Buch aus Mangel an Zeit oder Neigung nicht zur Hand
nimmt, wird aus diefem Auszug fchwerlich ein lebendiges
Bild gewinnen, und wer es lieft, für den ift der Auszug
— überflüffig.

Nuffe. H. Lindenberg.

lieh helfen dürfte.

Plalle aS. A. Wächtler.

Segger, Paft. Rud., Wer hat die Wahrheit, Rom oder Wittenberg
? Ein Wort zur Verftändigung gegen Evers'
Buch .Katholifch oder proteftantifch'. Leipzig 1881,
Hinrichs. (36 S. gr. 8.) M. —. 50.

In Nr. 21 des vorigen Jahrgangs habe ich die Con-
verfionsfchrift des ehemaligen lutherifchen Pfarrers Evers

Stöckicht, Dek. W., Text-Verzeichnis zu Kasualreden.

Wiesbaden 1881, Niedner. (V, 138 S. gr. 8.) M. 2. -

A. Schweizer und Henke haben richtiger Weife den
mifsbräuchlichen Ausdruck .Cafualredcn' in .liturgifchc
von Urbach in Hannover angezeigt. Es fei daher auch Reden< umgewandelt, Schleiermacher das Verbrennen
dieie Gegenfchnft, die Evers Amtsnachfolger verfafst aller prcdjgermagazine und Textvcrzcichnifse als das
hat, hier erwähnt. Die Schrift zerfallt entsprechend der befte Autodafe angerathen. Sollen aber folche Ver-
Eversfchen in zwei f/heile, eine Beleuchtung der No- 1 zeichnifse noch gebraucht werden und bedarf es des
tizen die E. über fein Verhaften vor feiner Converfion Titels Cafualreden, fo möchte allerdings das hier angegegeben
hatte und eine Kritik feiner Charakteriftik Lu- zci te zu den beften und empfehlenswertheften gehören,
ther s. Dafs Evers Verhalten ein höchft anftöfsiges ge- , In funf Abfchnitten giebt es Texte für Tauf-, für
wefen ift, ift ficher. Es ift immerhin nach den aufseren Beicht. und Abendmahls-, für Confirmations-, für Copu

und inneren Umftänden nicht völlig unbegreiflich, daher
mit einiger Milde zu beurtheilen. Ich habe vorwiegend
Mitleid empfunden mit dem unglücklichen Pfarrer, der
nie wirklicher Lutheraner gewefen, fleh lange für einen

lations- und für Leichenreden. Gegen die Auswahl in
den drei erften Abfchnitten habe ich Nichts einzuwenden
. Die Bedenken fteigen ja immer bei den Trau- und
bei den Leichenreden auf. Ich kann mich der Furcht nicht

Lutheraner treuefter Art gehalten, allmählich erkannt erwebren, dafs Texte, welche fo fpeciell das Eingehen auf
hat, dafs ferne Ideale vielmehr alle katholifch ieien, und ] die perfönlichen Verhältnifse herausfordern, wie z. B.
fich nun doch eben in einem lutherifchen Pfarramte vor- ! im 4 Abfchnitt die Texte ,bei Wohlftehenden' und ,bei
fand und für Weib und Kind zu forgen hatte Gewifs ; Armen' unter den Händen mancher Pfarrer böfe Früchte
hatte er früher begreifen können und teilen, dafs er fein 1 von Tactlofigkcit tragen, dafs Texte, wie in demfelben
Amt aufzugeben habe und in Gottes Namen katholifch Abfchnitt Spr. 14, 1 u. 2 oder Joh. 3, 20 das Lachen her-

werden müffe. Aber man überlaffe ihn feinem eigenen
Gewiffen!

Segger's Gegenfchrift ift in würdigem Tone gehalten
. Einzelne Bemerkungen, die E. über locale und per-
fönliche Verhältnifse zum Beften gegeben, finden eine
Abfertigung, beziehentlich fachliche Zurechtftellung. E.
hatte feine Hauptaufgabe darin gefehen, das ,richtige'
Bild von Luther als eines herrfeh- und ehrfüchtigen, unlauteren
Menfchen, wie man ihn von Seiten des Ultramontanismus
ja mit und ohne Gelehrfamkeit zu zeichnen
gewohnt ift, zu zeigen. S. berührt die fchwerften

Verdächtigungen und widerlegt fie. Das Schriftchen j------~ ~~T_ ~ T ~ ~

mag für hannoverifche Kreife nicht unwichtig fein. Wer l Schumacher, Hauptlehr. C, Gesammelte Gedanken zu
einer Widerlegung der ultramontanen Albernheiten und ' den Erzählungen des Alten Testaments. Ein Hülfsbuch
Unfauberkciten bedarf, wird hier, follte ich denken, das zum biblifchen Gefchichtsunterricht. Gütersloh 1881
Ausreichende fchon finden. Bertelsmann. (IV, 434 S. gr. 8.) M. 6. —

ausfordern werden. Aehnliches gilt hinfichtlich des 5.
Abfchnittes.

Doch darf wiederholt werden, dafs die Auswahl im
Ganzen und Grofsen gut getroffen ift und dafs auch die
kurzen (glücklicher Weife fehr kurzen) Andeutungen
über die Verwendung von gefundem und praktifchem
Sinne Zeugnifs ablegen. So lange das Bedürfnifs, folche
Textverzeichnifse zu befitzen, noch befteht, wird Stöckicht
in erfter Linie zu nennen fein.

Strafsburg i. E. Alfred Kraufs.

Giefsen. F. Kattenbufch.

Auf die früher von dem Ref. angezeigten, von demfelben
Verf. gefammelten ,Gedanken zu den Erzählungen
des N. T.' find nach kurzer Paufe die vorliegenden über
das A. T. gefolgt. Wir glauben, hierüber unfere Freude
ausfprechen zu können. Die Vorzüge, welche wir an