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Ausgabe:

1882 Nr. 21

Spalte:

485-487

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Kühn, Ernst

Titel/Untertitel:

Ezechiels Gesicht vom Tempel der Vollendungszeit. Kap. 40 - 42; 43, 13 - 17; 46, 19 - 24 1882

Rezensent:

Kamphausen, Adolf

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Theologifche Literaturzeitung. 1882. Nr. 21.

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eine möglichft praktifche und kurze Bezeichnung häufig
citirter W erke durchgeführt ift. Strack fchreibt ganz
recht PRE-, wozu Schultz faft eine halbe Linie braucht;
Schräder führte für eines feiner Bücher die SigelKAT

Lefung zur Kenntnifs irgend eines Commiffions-Mitglie-
des bringen müffen. Es liegt wohl in allgemeinerem
Intereffe, wenn ich die im Herbft 1881 von der Revi-
fions-Conferenz zu Halle über den Probedruck und die

ein, Schultz fchreibt möglichft gefperrt und dazu falfch , dritte Lefung gefafsten Befchlüffe nach dem Protokoll-
A. T. u. K. I.. Vollends für die biblifchen Bücher j auszuge hier wörtlich mittheile. Sie lauten: ,1) Hin-
follte das z. B. auch von Gebhardt in feiner Diglotte : fichtlich des Probedrucks, den Herr D. Schröder im
durchgeführte Syftem, jedes Buch nur mit 2 Buchftaben j Verein mit Herrn Dr. Frommann herausgeben, und

ohne Punkt zu citiren (auch das Komma hinter der
Capitelzahl ift unnöthig, da für die Verfe kleinere Typen
gewählt find, die eng an die gröfseren angefchloffen
werden follten), fofort aeeeptirt werden; auf der einen

zu dem Herr D. Riehm das Regifter zur Erläuterung
der fchwerverftändlichen Worte fchreiben wird, ermächtigt
man den Erftgenannten in P"ällen, in denen die Protokollauszüge
nicht genügende Auskunft bieten follten,

S. 223 würden fo mindeftens 150 Typen d. h. 2—3 Li- ■ oder bei unbedingt nöthigen Conformationen, eventuell
nien wegfallen, gewifs ein Gewinn für Setzer, Verleger ! im Einvernehmen mit den Herren D. Schlottmann und
und Lefer. Schon hört man ja, dafs der zweite Halb- D. Riehm, felbftändig zu entfeheiden. — 2) Der Kgl.

band wegen gröfseren Umfangs nicht zur beftimmten
Zeit erfcheinen konnte. Im übrigen ift Druck und Aushärtung
gut und das Ganze eine insbefondere für die
Studirenden werthvolle Ueberficht über den Gang der
chriftlichen Theologie bis nahe zur Gegenwart, eine
treffliche Einleitung ins A. T., eine nicht gleichermafsen
befriedigende israelitifche Archäologie und Gefchichte;
aber fo wie es bis jetzt vorliegt, nach des Ref. Ueber-

preufsifche Ober-Kirchenrath foll durch Herrn D. Schlottmann
gebeten werden, feiner Zeit zur Abgabe von Gutachten
über den Probedruck in Preufsen aufzufordern
und die anderen Kirchenregierungen zu gleichem Vorgehen
zu veranlaffen. In der von Herrn D.Schröder zu fchreiben-
den Vorrede des Probedrucks find alleCommiffionsmitglie-
der mit dem Hinweis zu nennen, dafs ein jedes von ihnen
zur Annahme von Gutachten bereit fei. — 3)Für die dritte

zeugung, kein Fundament und Anftofs zu Neubelebung < Lefung werden dreiCommiffionen gebildet, wie folgt: a) für
der theo'l. Wiffenfcha ft und nicht vermögend, dem im | die gefchichtlichen Bücher: Bertheau, Claufen, Delitzfch,
praktifchen Amt flehenden Geiftlichen erneute Freu- i Kleinert, Kübel, Schröder. — Gefchäftsführer: Kübel.

digkeit zum Wirken zu geben, wenn er fie nicht anderswoher
fchon befitzt, am wenigften endlich geeignet, auch
den Laien zu dienen.
Münfingen, Württemberg. E. Neftle.

b) für die poetifchen Bücher und die Apokryphen: Baur,
Grimm, Hoffmann, Schlottmann, Schröder. — Gefchäftsführer
: Schlottmann, c) für die prophetifchen Bücher :
Düfterdicck, Kamphaufen, Kapff, Kühn, Riehm, Schröder
. — Gefchäftsführer: Riehm. — 4) Zur Vorarbeit für
die dritte Lefung werden unter diefen Commiffionen die
eingelaufenen Gutachten nach Bedürfnifs circuliren; an

Kühn, Konfift.-Aff. Diak. Lic. Ernft, Ezechiels Gesicht vom

Tempel der Vollendungszeit. Kap. 40-42; 43, !3-*7i j fÄTauX
46, 19-24. In revidierter Ueberfetzung und mit kur- i mitglieder zu richten. Ihre Sitzungen haben etwa ein
zer Erläuterung. Mit 1 Taf. [Aus: ,Theol. Studien u. Jahr vor den Plenarconferenzen ftattzufinden; die nähere

Kritiken'. | Gotha 1882, F. A. Perthes. (92 S. gr. 8.)
M. 2. —

Schon zu wiederholten Malen find von Mitgliedern
der mit der Revifion des altteftamentlichen Textes der
Lutherbibel beauftragten Theologen-Commiffion Mittheilungen
über den Fortgang des wichtigen Werkes gemacht
worden, nicht nur in kirchlichen und wiffenfehaft-
lichen Blättern (vgl. Jenaer Lit.-Ztg. 1876, Nr. 26), fondern
auch in kleineren felbftändigen Schriften, welche
das öffentliche Intereffe und die Mitarbeit möglichft
vieler Lefer für das grofse Revifionswerk zu gewinnen
fliehten. Noch kürzlich hat der zeitige Rector der

Beftimmung des Termins bleibt den Commiffionen felbft
überlaffen. Herr D. Schlottmann wird Anzeige darüber
an den Ober-Kirchcnrath erftatten. — 5) Die Plenar-
Conferenzen, für welche man etwa drei Sitzungsperioden
in Ausficht nimmt, follen zwei Jahre nach Erfcheinen des
Probedrucks beginnen. In denfelben dürfen nur folche
Anträge berathen werden, welche vorher von den Commiffionen
geprüft und gebilligt worden find. —■ 6) In
den Commiffionen ift über die Anträge, welche an das
Plenum gebracht werden follen, mit einfacher Majorität
zu entfeheiden, im Plenum jedoch ein Antrag nur dann
als angenommen zu erachten, wenn für denfelben fich
zwei Drittel der anwefenden Mitglieder erklären'.

welches die Revifions-Conferenz in den von Luther irrig
als Weisfagungen auf Chriftus behandelten Stellen glaubte
beobachten zu müffen. Eben fo dankenswerth ift es,
dafs Lic. Kühn, der Hauptreferent über das Buch des
Propheten Ezechiel, auf den Wunfeh der Commiffion
jetzt den fchwierigften Theil der Arbeit an diefem Prophetenbuche
, den revidirten Text der Tempelbefchreib-
ung, Cap. 40 ff, mit einer kurzen Erläuterung dem theo-

Univerfität Halle-Wittenberg in deren üfterprogramm 1 Niemand aber, der durch ein fachkundiges und wohl-
(Ed. Riehm, Zur Revifion der Lutherbibel. Halle 1882) j wollendes Gutachten die Herftellung der neuen deut-
das Verfahren in lichtvoller Weife auseinandergefetzt, j fchen Volksbibel fördern will, braucht mit dem Beginn

feiner Arbeit bis zum Erfcheinen der Probebibel zu
warten. Die Befchlüffe der Conferenz über den Okta-
teuch und die Pfalmen liegen mit nützlichen Erläuterungen
dem Publicum längft vor, vgl. Ed. Riehm, Das erfte
Buch Mofe etc. Halle 1873, fowie K. F. Schröder, Die
Pfalmen etc. Halle 1876, woran fich jetzt Ezechiels Geficht
vom Tempel der Vollendungszeit in willkommener
Weife anfchliefst. Meine Aufgabe ift es nicht, die vor-
logifchen Publicum vorlegt. j liegende Textrevifion einer Kritik zu unterziehen und

Nachdem die zweite Lefung der altteftamentlichen | Stellen nachzuweifen, in welchen ich den Streit zwifchen

der wiffenfehaftlichen Wahrheit und der kirchlichen
Zweckmäfsigkeit gerne zu Gunften der erfteren entfehie-
den gefehen hätte. Kühn hat Recht, nicht nur wenn er
behauptet, dafs um der Unficherheit des Textes und der
Schwierigkeit der Auslegung willen auch der hier gegebene
revidirte Luthertext noch vielfache Mängel und
Unvollkommenheiten an fich trage, fondern auch wenn
er fortfährt (S. 6): ,Aber der billige Beurtheiler wird
darin doch einen Schritt vorwärts erkennen, durch welchen
das Verftändnifs des prophetifchen Textes der Gemeinde
bedeutend erleichtert wird'.

Bucher zu Halle im October 1881 beendigt worden ift,
befindet fich jetzt die Probebibel (vgl. Proteft. Kirchenzeitung
1880, Col. 1112 und Riehm's Ofterprogramm,
S. 1) im Druck, deren Erfcheinen dem Revifionswerk
wohl endlich die ernftlichere Beachtung weiterer Kreife
zuführen wird. Wer es z. B. wünfehenswerth findet,
dafs Jef. 9 mit Joh. Fr. v. Meyer ,Wunder-Rath, Gott-
Held' gefchrieben werde, oder dafs Jef. 52, 15 das grund-
falfche , wenn auch von Hengftenberg und Aug. Hahn
geftützte ,befprengen' der richtigen Ueberfetzung weiche,
der wird folche Wünfche vor der abfchliefsenden dritten