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Ausgabe:

1882 Nr. 18

Spalte:

427

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Ritter, P. H.

Titel/Untertitel:

De Monadenleer van Leibniz 1882

Rezensent:

Heinze, Max

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427

Theologifche Literaturzeitung. 1882. Nr. 18.

428

Ritter, P. H., De Monadenleer van Leibniz. Academisch
proefschrift. Leiden 1882, van Doesburgh. (XII, 163 S.
gr. 8.)

Der Verf. giebt nach einer längeren Einleitung über
die Philofophie vor Descartes und namentlich über die
von Descartes bis zu Spinoza eine Darfteilung der Lehre
Leibnizens in acht Paragraphen, indem er befonders behandelt
die Monadenlehre felbft, die Weltharmonie, den
Menfchen, die angeborene Erkenntnifs und den Determinismus
, die Moral und die Lehre von Gott. Die philo-
fophifchen Anflehten Leibnizens find im ganzen klar und
verftändig entwickelt, freilich ift öfter der ganze Zufam-
menhang der Gedanken nicht genügend berückfichtigt. So
ift z. B. in dem Capitel über die Moral die Einficht und die
Aufklärung, auf welcher ja die Sittlichkeit nach Leibniz
beruht, nicht mit dem nöthigen Nachdruck betont. Aber
gerade durch diefe fundamentale Bedeutung für die Sittlichkeit
gewinnt der Rationalismus überhaupt feinen hohen
Werth bei Leibniz und den deutfehen Aufklärungs-
philofophen.

In einem kürzeren Schlufscapitel kritifirt Ritter Leibnizens
Lehre von den Monaden, von Gott, den Determinismus
, die Teleologie und Anthropologie, und er
weift hier mit Recht auf manche Widerfprüche in den
Anflehten Leibnizens hin, die freilich fchon von Andern
hervorgehoben find, fo auf den, dafs Leibniz nach feinem
eigenen Syftem von nichts als Vorftellungen wiffen kann,
und dafs er trotzdem die Monaden als feiend annimmt —
die alte Schwierigkeit, die Leibniz eben auch nicht
gelöft hat, wie man von dem Vorftellen überhaupt zum
Sein gelangt. Bei anderen Einwürfen hätte Ritter vor-
fichtiger fein follen, z. B. bei dem, dafs die Monaden
nach Leibniz das eine Mal gefchaffen, das andere Mal
emanirt find. Beides wird in der kleinen Monadologie
ausgefprochen, und es wäre wunderbar, wenn Leibniz
felbft diefen Widerfpruch nicht bemerkt und ihn nicht
zu heben verfucht hätte, und er läfst ftch in der That
nach der Theodicee leicht löfen. Es zeugt diefe nebft
anderen Ausftellungen davon, wie der Verf. in die
Tiefen der Leibniz'fchen Philofophie nicht ganz eingedrungen
ift.

In der Einleitung giebt Ritter manches Unnöthige:
Man merkt ihm den Neuling an, der fein Wiffen gern
an den Mann bringt. So geht er fogar höchft über-
flüffiger Weife auf das Leben der früheren Philofophen
ein und giebt da Notizen, die man in jeder kürzeren
Gefchichte der Philofophie fchon findet. Gewundert habe
ich mich, dafs er es für nöthig gehalten hat, die bekannte
Aeufserung der Königin Chriftine zu citiren,
worin diefe den Einflufs Descartes' auf ihre Bekehrung
zur katholifchen Kirche bezeugt, ohne hinzuzufügen, dafs
die Königin das aus befondern Beweggründen gegebene
Zeugnifs fpäter in Privatgefprächen widerrufen hat.
Leipzig. M. Heinze.

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