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Ausgabe:

1882

Spalte:

290-292

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Kautzsch, Emil

Titel/Untertitel:

Ueber die Derivate des Stammes sdk im alttestamentlichen Sprachgebrauch 1882

Rezensent:

Baudissin, Wolf Wilhelm

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Seite 1, Seite 2

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Hamack und D. E. Schürer, Proff. zu Giefsen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

N°- 13. i.Juli 1882. 7. Jahrgang.

Annales du Musfe Guimet. T. II et III. (Graf
Baudiffin).

Kautzfeh, Ueber die Derivate des Stammes pss

(Graf Baudiffin).
Paläftina in Wort und Bild, hrsg. von G. Ebers

u. H. Guthe (Schürer).
Godet, Commentar z. Römerbrief, deutfeh von

Wunderlich (Schürer).
Pauli Orosii adversum paganos libri VII, rec.

Zangemeifter (Lipfius).
Koch, Die früheften Niederlaflungen der Mino-

riten im rechtsrheinifchen Bayern (K. Müller).

Koch, Die früheften Niederlaflungen der Mino-
riten im Rheingebiet (K. Müller).

Werder, Zwingli als politifcher Reformator
(Zoepffel).

Zahn, DieUrfachen des Niederganges der reform.
Kirche in Deutfchland (Ritfehl).

Jacobi, Prof. Schlottmann, die Hallefche Fa-
cultät und die Centrumspartei, 2. Aufl. (Fay).
Roenneke, Friede den Fernen und den Nahen

(Fay).

Gleifs, Aus dem evangelifchen Norden (Car-
ftens).

Hübner, Denkmale des lebendigen Gottes

Kapff, Lebensbild von Sixt K. von Kapff (Schlofier).

(Ritfehl). | Ranke, Begleitender Text zu O'Liviers Bilder-

Zündel, Pfarrer J. Ch. Blumhardt (Ritfehl).
Fisher, Discussions in history and theology
(Lemme).

Bibel (K. Strack).
Közle, Gebetbuch für evangelifche Schulen.
(K. Strack).

Annales du Musee Guimet. Tome II. Lyon 1881, Impri- gäbe ihres Inhaltes. Der erftere bietet eine Abhandlung

merie Pitrat aine. (577 S. 4.) Tome III. Paris 1881, uber in Japan entdeckte Sanskrit-Texte von F. M. Müller
Leroux. (XXXVIII, 292 S. 4. mit Tafeln.) : (elne Vorlefung vor der Royal Asiatic Societj^ S. 1-37.

V ' v ^ t Eine Parallele zu dtefer Arbeit ift die Ueberfetzung des

Dem von mir Theol. LZ. 1881, 297 ff. angezeigten eben dort befprochenen Sutra nach feiner chinefifchen
erften Bande find rafch die vorliegenden ftattlichen Fort- | Verfion {O-mi-to-king) von Ymaizoumi und Yamata mit
fetzungen der Annales gefolgt. Möge diefer rüftige An- Textbeilage (S. 39—64). Zwei Capitel aus dem Nätya-
fang auf lange Blüthe des für die orientaliftifchen Stu- Caftra (die Metrik Bharata's) find herausgegeben und erdien
Frankreichs wichtigen und für den friedlichen inter- klärt von P. Regnaud (S. 67—130). Leon Feer benationalen
Verkehr der Wiffenfchaft erfreulichen Unter- fchliefst den Band mit einer durch Zufätze vermehrten
nehmens deuten. Hatte ich bei der Befprechung des Ueberfetzung der Analyfe des Kandfchur und des Tand-
erften Bandes eine gewiffe Unficherheit der Anlage, ein j fchur (Sammlung der heiligen Bücher von Tibet) von
Schwanken zwifchen einer allgemein-religionsgefchicht- Alex. Cfoma (S. 131—577). Der ganze dritte Band wird
liehen und allgemein-orientaliftifchcnAufgabeauszufetzen, gefüllt von einer Ueberfetzung des Werkes Emil Schlao-
fo ift von den beiden neuen Bänden zu bemerken, dafs intweit's über den Buddhismus in Tibet,
fie ausfchliefslich Orientaliftifch.es enthalten und zwar Zu wünfehen wäre noch, dafs in Zukunft die Druckvorwiegend
folches von religionsgefchichtlichemlntereffe. fehlerverzeichnifse einen etwas geringeren Raum einzu-
Diefes fcheint in der That nach dem Inhaltsverzeichnifs ! nehmen brauchten.

der für die Bibliothek des Mufeums Guimet (f. Theol. Marburg i. H. Wolf Baudiffin.

LZ. a. a. 0.1 eingegangenen Schriften bei dem ganzen

Unternehmen im Vordergrunde zu ftehen. Dagegen Kautzsch. Prof. Dr. Emil, Ueber die Derivate des Stammes
zeigt das in Bd. III vorangeftellte Verzeichmfs der neuen jm alttestamentlichen Sprachgebrauch. Tubingen

Eingänge an Sculpturen u. dgl. für das Mufeum, dafs r 3 5

in demfelhen nach wie vor in buntem Durcheinander l88l> (Fues)- (59 S. 4-) M. 3. -
Objecte der Culte aller Völker (auch römifch-ägyp- Der Verf. geht aus von der richtigen Anfchauung,

tifche, f kandinavifche) und zur Religion in keiner Be- < dafs dem Verftändnifse altteftamentlicher Begriffe noch
Ziehung flehende Geräthe des Orients aufgefpeichert | fehr wenig gedient ift, wenn man für ihre Bezeichnungen
werden. Ebenfo werden für fpätere Bände der Annales eine finnliche Grundbedeutung aufgefunden hat, da die
angekündigt Unterfuchungen über die Religionen Euro- in der Lebensperiode einer Sprache fich vollziehenden
pa's, Brafiliens u. dgl. Im Intereffe des rühmlichen Un- ! Bedeutungswandlungen einzelner Wörter durch mancher-
ternehmens wiederholt Ref. die früher ausgefprochene lei abfeits liegende Umftände bedingt werden und jene
Bitte, dafs hier gröfsere Klarheit verfchafft wird. Will ! Grundbedeutung zuletzt mit manchen Specialbedeutun-
man nicht das eine der beiden verfchiedenartigen Ele- gen kaum noch in Zufammenhang fleht. Es wäre zu
mente ausfeheiden, fo möchte es wenigflens einerfeits wünfehen, dafs diefe Anfchauung — die, fo felbftver-
der Direction des Mufeums gefallen, eine deutliche Son- ffändhch fie fein follte, doch längft nicht immer bethä-
derung bei der Aufhellung vorzunehmen , und anderer- tigt worden ift — unter den altteftamentl. Exegeten Ge-
feits der Redaction der Annales, fich zu der nachträg- meingut würde. Mit den geiflreichen und für die Erhöhen
Ausgabe eines Programms zu verliehen. Andern- : kenntnifs der Sprachanfänge höchft werthvoll'en Ety-
falls würde dem weitausfehenden Unternehmen immer j mologien Fleifcher's und Delitzfch's ift von unmittelbaren
Mitarbeitern und Lefern gegenüber eine gewiffe Unficher- ; und mittelbaren Schülern und Nachahmern ein ausge-
heit im Wege flehen Sollte unfer Wunfeh erfüllt wer- dehnter Mifsbrauch getrieben worden auf exegetifchem
den fo wäre weiter zu hoffen, dafs die Redaction ihre und bibhfch-theologifchem Gebiete, als ob nach Etymo-
Auf-abe präcifer formulirt als das für die von dem glei- logien das Verftändnifs einzelner Stellen fich zu richten,
dien Inflitut ausgehende Revue de Uhistoire des religions als ob überhaupt der Exeget als folcher mit Etymologien
gefchehen ift. Auf ein fo unklares Programm wie diefes zu operiren habe.

wird allerdings beffer gänzlich verzichtet (vgl. Theol. DerWerf feinerfeits will unterfuchen die Bedeutung,

LZ. 1880, 401 ff.). : I wekhe r fnu e"Vartea a'r , Y^ P"v Clgnet Es fo11

Für Bd. II und III begnüge ich mich mit der An- ! dies gefchehen auf ftatiftifchem Wege durch Verhörung

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