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Ausgabe:

1880

Spalte:

625

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Bädeker, Karl

Titel/Untertitel:

Palästina und Syrien. Handbuch für Reisende. 2., verb. u. verm. Aufl 1880

Rezensent:

Furrer, Konrad

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von Prof. Dr. E. Schür er in Giefsen.
Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

N°- 26. 18. December 1880. 5. Jahrgang.

Baedeker, Palältina und Syrien, 2. Aufl.
(Furrer).

Cheyne, The prophecies of Isaiah, a new

Hieronymi De viris inlustrihus liber, rec.

Herding (Harnack).
Dobroklonskji, Die Schrift des l'äcundus,
Bifchofs von Hermiane: pro defensione trium
translation with commentary and appendices, | capitulorum (Harnack).

vol. L (Guthe). N illes, Kalendarium Manuale utriusque ecclesiae

orientalis et occidentalis (Harnack).
Seil, Aus Religions- und Kirchengefchichte,

heben Vorträge (Harnack).
Baum, Kirchengefchichte für Haus und Schule
(Bonwetfch).

Murray, Lectures on the origin and growlh of
the Psalms (Baudiffin).

Kahler, Der Hebräerbrief in genauer Wiedergabe
feines Gedankenganges dargeflellt etc.
(Wold. Schmidt).

Link, Ueber natürliche Religion (Kattenbufch).
War neck, Warum hat unfere Predigt nicht

mehr Erfolg? (Meier).
Brockhaus, Ausgewählte Predigten (Wächtler).
Ahl feid, Confirmationsreden, I. Sammlung

4. Aufl., und 2. Sammlung (Wächtler).
Kuntze, Der Lehrer am Sarge (Wächtler).
Müller, Der Krankenfreund (Härtung).
S c h m i d, Ein Mahnruf an unfere Zeit auf

Grund des tiefflen Zufammenhangs ihrer

Verirrungen, 2. Aufl. (Härtung).

Bädeker. K., Palästina und Syrien. Handbuch für Reifende.
Mit 18 Karten, 44 Plänen, 1 Panorama von Jerufalem
und 10 Anflehten. 2. verb. u. verm. Aufl. Leipzig 1880,
Bädeker. (CLIX, 517 S. 8.) geb. M. 16. —

Cheyne, Rev. T. K., M. A., The prophecies of Isaiah. A

new translation with commentary and appendices.
(In 2 vols.) Vol. I. London 1880, Kegan Paul & Co.
(XI, 303 S. gr. 8.) Cloth.

Diefes von Profeffor So ein verfafste Handbuch hat Der Verf. liefert eine fortlaufende Uebcrfetzung und

in rafcher Folge eine zweite Auflage erlebt, indem eben ' Erklärung fämmtlicher im Buch Jefaia enthaltenen Ab-
dasfelbe nicht blofs für Reifende als trefflichen Führer j fchnitte, nicht nur der von dem Propheten Jefaia felbft
fich erwiefen hat, fondern auch den Freunden von Pa- | herrührenden Reden, wie man etwa aus dem Titel
läftina und Syrien in der Heimath zu einem höchft werth- | fchliefsen könnte. Die Anmerkungen find von zweierlei
vollen und willkommenen Nachfchlagebuch geworden ift. | Art. Unmittelbar unter der Uebcrfetzung finden fich
Ueber Natur und Gefchichte der genannten Länder bietet , kurze Angaben, welche von der kritifchen Behandlung
es eine erftaunliche Fülle von Belehrung. Wer nun die ! des Textes durch Cheyne fowohl, als durch andere Ge-
zweite Auflage mit der erften vergleicht, der ficht fofort, | lehrte berichten. Ungleich gröfseren Umfang nehmen
wie der Verf. eifrig bemüht gewefen, fein Werk in jeder j natürlich die Anmerkungen fachlichen Inhaltes ein. JDie
Weife zu vervollkommnen. Nach J hinderten zählen fich

die Verbefferungen und Ergänzungen. In Controvers-
fragen beobachtet er mehr noch als in der erften Auflage
eine dem Zwecke feines Werkes angemeffene Zurückhaltung
. Solcher Fragen giebt es in der hiftorifchen Topographie
bei dem grofsen Mangel an Infchriften fchr viele.

ganze Arbeit fcheint nicht nur für gelehrte Fachgenoffen,
fondern — was diefen Band anbetrifft, nur mit Ausnahme
des Excurfes über ffchovah Sabaoth' p. 11 ff. — wohl
für weitere Kreife, welche an biblifchen Forfchungen
Antheil nehmen, berechnet. Damit mag auch zufammen-
hängen, dafs die Uebcrfetzung, welche nicht feiten vom

Wo lag Golgatha, wo Zion und die Davidsburg, wer hat ' überlieferten Text abweicht, doch manches Traditionelle
die Mofchee es - Sachra erbaut, wer die Umfaffungs- | beibehalten hat, wie z. B. Jchovah als Ausfprache des
mauern des Ilaram? Ueber die Lage von Sodom und ' israelitifchen Gottesnamens, während der Verf. nach einer
Gomorrha hat man fich noch ebenfo wenig geeinigt, als Notiz in feinem früheren Werke, The book of Isaiah
über die von Kapernaum und Bethfaida oder Emmaus. ! chronologically arranged 1870, die Ausfprache Jahveh'
Die Kenntnifs von Paläftina mehrt fich von Jahr zu 1 für richtig hält. Auch finden fich regelmäfsig die alter-
Jahr. Doch bleibt noch fchr viel zu thun übrig. Noch thümlichen Sprachformen der englifchen Bibelüberfetzung,
ift die geologifche Befchaffenheit des Landes fehr un- I wie ye für you, resteth für rests, hatli für has etc. Ich
genügend erforfcht, noch haben wir nur fporadifche erkläre mir das daraus, dafs der Verf. als ynember

metcorologifche Berichte, noch fehlt eine wiffenfehaftliche
vollftändige Bearbeitung der Flora des Landes, die

of the old testament revision Company1 fich möglichft an
deren Aufgaben und Arbeiten anfchliefsen wollte.

namentlich auch die einheimifchen Namen berückfichtigte. j Trotz folcher popularifirenden Merkmale ift diefe
Noch ift das Land nach prähiftorifchen Ueberreften nicht i neue Bearbeitung des Buches Jefaia doch durchaus
fyftematifch durchforfcht. Nachgrabungen in Jerufalem, ' felbftändig und von wiffenfehaftlichem Werth Einige
Sebaftijeh, Teil Hum u. f. w. würden noch manchen Belege diefes Urtheils mögen angeführt werden. Sorgwichtigen
archäologifchen Fund zu Tage fördern. Auch fältiger, als ich es je in einem Commentar über Jefaia
fehlt es an einer zufammenhängenden Gefchichte des gelefen habe, wird in der Auslegung von c. 7,7 — 9,7
Landes von der Zeit Chrifti an. Gerade aber, weil fo der Nachweis geführt, dafs diefer Abfchnitt feine gegen-
viel noch fehlt, war die Herftellung eines Handbuchs wärtige Form erft lange nachher, alsjefaias die dort be-

wie des vorliegenden doppelt mühevoll, wie jeder weifs,
der in gleicher Richtung fchon gearbeitet hat. Es fei in
feiner verbefferten und vermehrten Geftalt als Ehren-
leiftung deutfeher Wiffenfchaft den Freunden der Palä-
ftinakunde und den Reifenden voraus neuerdings beftens
empfohlen.

Zürich. K. Furrer.

rührten Reden fprach, erhalten hat. Befonders Cap. 7
beruht nach Cheyne auf unvollftändigen, wenn auch
authentifchen Aufzeichnungen (p. 40—62). Er verweilt
auf die lofe Verbindung in 7, 10. 8, 5, auf den dunkeln,
fchwerfälligen Stil in 7,17 — 25, auf die Abgeriffenheit
der Sprache und der Gedanken in 8, 16 — 22, auf die
fehr lückenhaften Ausfagen über Immanuel in Cap. 7,
auf den Hörenden Schlufs von 7, 8. Ch. ift geneigt anzunehmen
, dafs ein frommer Lefer oder Herausgeber
des Jefaia in dem ehrlichen Glauben, dafs der Prophet
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