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Ausgabe:

1880 Nr. 1

Spalte:

404-405

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Revel, Alb.

Titel/Untertitel:

Manuale per lo studio della limgua hebraica, compilato e autografato 1880

Rezensent:

Nestle, Eberhard

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Theologifche Literaturzeitung. 1880. Nr. 17.

diefer Revue ,die alten und modernen Religionen I
des Orients und die alten Religionen des Occidents' bilden
. ,Die Kirchengefchichte . . . hat befondere Organe,
und wir fühlen uns nicht berufen, hier eine Lücke auszufüllen
. Eine Ausnahme machen wir jedoch hinficht-
lich der Einfuhrung des Chriftenthums in der Mitte und
im Norden Europa's' (S. 13). Diefe letzte Ausnahme
finde ich überflüffig und nicht am Platze.

Jede Nummer der Revue' umfafst fieben Rubriken:
1. Abhandlungen, 2. Kritifche Literaturberichte {Bulletins
critiques speciaux, für das alte Aegypten bearbeitet
von Maspero, für die alt-arifche Mythologie und die
indifchen Religionen von A. Barth, für Affyrien von St.
Guyard, Griechenland vonDecharme, Italien von Bouche- !
Leclercq, gallifche Mythologie von Gaidoz, Judenthum
und Chriftenthum vom Herausgeber; für Perfien, Islam,
germanifche und flavifche Mythologie hofft die Redac-
tion berufene Bearbeiter noch Zugewinnen; jede Nummer
foll in der Regel zwei folche Bülletins enthalten
), 3. Notizen und Documente, 4. Coniptes rendus,
5 Inhaltsangaben der Zeitfchriften, 6. Chronik, 7. Bibliographie
. — Was Nr. 4 als befondere Rubrik neben den
übrigen zu bedeuten hat, ift mir nicht ganz deutlich; in
vorliegender Nummer kommt fie nicht in Betracht; jedenfalls
wird dadurch diefe Rubricirung unnöthig complicirt.

Das erfte Heft einer neuen Zeitfchrift pflegt fonft
von der Redaction mit befonderer Sorgfalt zufammen-
geftellt zu werden. Von dem vorliegenden kann ich
das nicht finden. Wenigftens ift die erfte, doch wohl
wichtigfte Rubrik der Abhandlungen ftiefmütterlich behandelt
. Sie enthält nur eine Originalabhandlung von
Spooner, Exploration aux ruines des monuments religieux
de la province de Bati {Cambodgc) (S. 83—101). Die
erfte Abhandlung: La Divination italique von Bouche-Le-
clercq (S. 18—56; zu beendigen in der nächften Nummer
) ift ein Abfchnitt aus dem vierten Bande von des
Verf.'s grofsem Werke: Histoire de la Divination dans
Vantiqüite, wovon 2 Bände bereits erfchienen. Die zweite
Abhandlung: L'unite du sanctuaire (israelite) et les lieux
consacres au adte (S. 57—82) ift freie Ueberfetzung eines
Capitels aus Wellhaufen's Gefchichte Israels. Diefe
Histoire du mite chez les Hebreux d'apres J. Wellhausen j
foll fortgefetzt werden. — Die am meiften dankens-
werthen Abfchnitte diefes Heftes, die einzigen als um-
faffendere felbftändige Leiftungen in Betracht kommenden
, find die beiden Bulletins critiques, das erfte über
die neueren Erfcheinungen auf dem Gebiete der arifchen
Mythologie und der indifchen Religionen von A. Barth
(S. 102—119; Fortfetzung in nächfter Nummer), das
zweite über die Behandlungen der ägyptifchen Religion
(S. 119—129), worin Maspero fich faft ausfchliefslich mit
Pierret's Essai sur la Mythologie, Paris 1879, befchäftigt.
— Dann folgen unter der Rubrik: Melanges et documents
zunäclift Documents pour servir a Phistoire de la sorcel-
lerie (S. 130—139), ausgezogen aus der durch den
Buchhandel nicht zu beziehenden Brochüre von Ch.
Lardy, Les Procedures de sorcellerie a Neuchatel (Neu-
chatel 1866), weiter: Elements mythologiques dans les
pastoralcs basqucs (fortzufetzen) von Vinfon (S. 139—
145) und: La Mythologie ieonologique (S. 145—147) aus
der Vorrede der bereits ausgegebenen Schrift von Cler-
mont Ganneau : L'Lmagene phenicienne et la Mythologie
ieonologique chez les Grecs (Paris 1880). Man fleht, auch
hier findet fich des Selbfländigen nicht viel. — Die Inhaltsangabe
der Zeitfchriften und der Sitzungsberichte
wiffenfehaftlicher Gefellfchaften (S. 148—152) berichtet
über die Academie des inscriptions et belles - lettres, die
Revue critique und die Revue hislorique. Es foll diefe
Rubrik in fpäteren Nummern mit gröfserer Ausführlichkeit
behandelt werden. — In der ,Chronik' für das Jahr
1879 (S. 152—157) wird berichtet über die Befetzung des
neuen Lehrftuhles für allgemeine Religionsgefchichte
am College de France (Albert Reville,, fowie über die

Errichtung und Befetzung des Lehrftuhles für LIistoire
des cidtes non chretiens an der katholifchen Univcrfität
zu Paris (Abbe de Bro.glie), über die i. J. 1879 von der
Parifer proteftantifchen Facultät Herrn Profeffor Reufs
dedicirte Schrift und am ausführlichften über die M4-
langes de critique religieuse des Herausgebers. Diefe mir
unbekannte Schrift ift wohl als befonders epochemachende
Erfcheinung des Jahres 1879 hier zur Be-
fprechung gekommen, da die eigentliche Stelle dafür
doch wohl in den Bulletins, etwa auch in den Comptcs
rendus zu fuchen wäre. Den Schlufs des Heftes bildet
die Bibliographie (S. 157—160).

Auf jeden Fall füllt diefe Zeitfchrift eine Lücke
aus, wenn auch nur ihre ,Bülletins' in der angefangenen
verdienftlichen Weife follten fortgefetzt werden. Dafs fie
im Uebrigen den Anforderungen entfpricht, welche
man an eine wiffenfehaftliche Revue ftellen darf, kann
ich nicht finden. Es ift zu hoffen, dafs der Herausgeber
in den weiteren Lieferungen einen etwas beftimmter
begrenzten Plan verfolgt, als er ihn in feiner Einleitung
gezeichnet hat und dafs er fpäter für mehr Originalartikel
forgt als in diefem Hefte.

Strafsburg i. E. Wolf Baudiffin.

Revel, Prof., Alb., Manuale per lo studio della lingua he-
braica, compilato e autografato. Firenze 1879, Smorti
e C. (280 S. gr. 8.)

Während in Deutfchland zur Zeit an brauchbaren
hebräifchen Grammatiken kein Mangel ift, die altbekannten
in verbefferten Bearbeitungen erfcheinen, und neue
fehr brauchbare hinzutreten, fcheint in den Ländern
romanifcher Zunge kein Ueberflufs an Hilfsmitteln zur
Erlernung der lingua sancia. Die Franzofen müffen fich
immer noch mit der Grammatik von Preiswerk begnügen
(3. Aufl. 1870, S. 58 ift nur die zweite von
64 genannt), die in Genf, Montauban u. f. w. eingeführt
ift; von italienifchen Arbeiten unferes Jahrhunderts
kenne ich nur die nachgelaffene von Luz zatto
(Padova 69); das vorliegende Buch nennt aufser ihr
nur noch eine, Grammatica ebraica ragionata von Angelo
Paggi (Firenze 63) und als deffen Schüler den um die
Beförderung der femitifchen Studien in Italien verdienten
F. Lasinio, als deffen dankbaren Schüler hinwiederum
fich Revel bekennt. Um fo erwünfehter ift es daher,
dafs fich der bekannte Waldenfer-Profeffor der Muhe
unterzogen hat, ein brauchbares Handbuch zufammenzu-
ftellen und zu autographiren; letzteres bot Sicherheit
gegen die in einer hebräifchen Grammatik befonders
ftörenden Druckfehler, und bietet bei der fehr regel-
mäfsigen Handfchrift des Verfaffers dem Lefer kein
Aergernifs. In welchem Sinn er die Arbeit unternaüm,
zeigt das vorangeftellte Motto aus Luther's Erklärung
von Pfalm 45 über die pecora campi et indoctum vulgus
derer, die nicht hebräifch verftehen. Möge feine Arbeit
zunächft unter feinen Schülern und weiterhin in Italien
die gewünfehte Frucht fchaffen. Aber auch bei uns kann
man fie mit Nutzen gebrauchen. Namentlich der mit
fichtlicher Vorliebe gearbeitete erfte Theil, über die
femitifchen Sprachen im allgemeinen, die Gefchichte
der hebräifchen Sprache und Philologie; auch noch das
Capitel über das Alphabet bietet eine fehr gute Zu-
fammcnftellung des Wiffenswertheften aus diefen Gebieten
. Im eigentlich grammatifchen Theil wird man
keine grundlegenden Neuerungen erwarten , aber mit
Intereffe insbefondere den Abfchnitt über das Nomen
lefen, in dem auch, zum erften Mal in einer kleineren
Grammatik, die Eigennamen ausführlicher behandelt
find. Der Syntax find leider nur 11 Seiten gewidmet.
Von Verfehen find nur wenige zu notiren: S. 9 durfte
das Lexicon talmudicum nicht ohne weiteres dem ,G. Bux-
torf f.' zugefchrieben, ebendafelbft nicht der allerdings
gewöhnliche Fehler wiederholt werden, den Verfaffcr