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Ausgabe:

1879

Spalte:

537-540

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Praetermissorum libri duo e recognitione Pauli de Lagarde 1879

Rezensent:

Nestle, Eberhard

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Theologische Literaturzeitung

Herausgegeben von Prof. Dr. E. Schürer in Giefsen.
Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

N°- 23. 8. November 1879. 4. Jahrgang.

Reufs, Reden an Theologie Studirende, 2. Aufl. ■ Rom in der Kaiferzeit nach den Infchriften j Gunning,- Die objective Wahrheit des Ge-

(Herm. Schultz).
Praetermissorum libri duo e recognitione Pauli

de Lagarde (Neftle).
Burk, Ein Blick in's Leben Jefu (Wold. Schmidt).

Boettger, TopograpMfch-hiftorifches^Lexicon | überlTvon Wüfte"nfeld"ll. (JL™ack). (Wold. Schmidt).

Kraufe, Helius Eobanus HelTus, fein Leben ' ,Halte was du haft'. Zeitfchrift für Paftoral-Theo-
und feine Werke, 2. Bd. (Pütt). logie, hrsg. von Oehler (Härtung).

dargeftellt (Schürer). meindebekenntnifses (Härtung).

Hammond. The Ancient Liturgy of Antioch Schütze, Praktifche Katechetik für evangelifche

and other hturgical fragments (Harnack). Seminare und Lehrer (Wold. Schmidt).

Synaxarium das ift Heiligen-Kalender der u r. i- ■ . • i_.

coptifchen Chriften. Aus dem Arabifchen HUftnutlel zum dinglichen Rehgionsunternchte

. 1 - ___ - ..._____ . . . t\ 1.,.Ii,„will

zu den Schriften desFlaviusJofephus (Schürer).
Scliürer, Die Gemeindeverfaffung der Juden in

Reuss. Ed., Reden an Theologie Studirende, im akade-
mifchen Kreife gehalten. 2. Aufl. Braunfchweig 1879.
Schwetfchke & Sohn. (IX, 173 S. 8) M. 3. —

Der ehrwürdige Meifter theologifcher Wiffenfchaft,
deffen Ehrentag vor Kurzem die Univerfitäten Deutfch-
lands und Frankreichs feftlich begangen haben, hat mit
dem vorliegenden Büchlein eine Jubiläumsfeier anfprech-
endfter Art im Kreife feiner zahlreichen Schüler und
Verehrer felbft begangen. Dreizehn Reden, wie er fie
im Laufe der langen Jahre feiner Lehrthätigkeit beim
Jahresfchluffe der von ihm geleiteten theologifchen Ge-
fellfchaft gehalten hat, hat er zufammengeftellt und als
Grufs den Jüngern gewidmet.

Aber die Widmung wird, wie Ref. hofft, von einem
viel gröfseren Kreife, als dem der elfäffifchen Geiftlichen
und Studirenden, auf fich bezogen werden. Der Meifter
der Kritik, der gelehrte Bücherkenner, der gefeierte
Schriftftcller tritt hier als ein Laienprediger auf, und (teilt

nicht gerade zu allgemeiner Nachahmung empfehlen
möchten, fo ift es doch bei einem sumptibus editoris gedruckten
Werke völlig gerechtfertigt. Dagegen hätten
wir gewünfeht, dafs der Herausgeber die in dem Band
vereinigten Stücke ftatt unter einer felbftgefchaffenen,
fachlich nichtsbefagenden Bezeichnung, gefondert unter
ihrem wirklichen Titel hätte ausgehen laffen. Für den
Bibliographen u. Bibliothekar ift eine folche Vereinigung
höchft unbequem, zumal in diefem Fall. Denn der
zweite Haupttheil des Buchs ift ein Stück aus dem
grofsen biblifchen Scholienwerk des Barhebräus,
aus dem fchon viele Andere einzelne Stücke veröffentlicht
haben, follte alfo unter Barhebraeus, Thesaurus
iVystcrionim katalogifirt und aufgeftellt werden, während
das erftc Stück, das fchon unter dem Namen des Thomas
a Nouaria 1636 in Rom veröffentlichte fyrifch-ara-
bifche Wörterbuch des Elias bar Shinäyä von Nifibis
unter des letzteren Namen leinen Platz finden mufs.
Selbft dem Bekanntwerden, jedenfalls dem Bekanntblei-

der Jugend die Aufgabe des ,Guthandelns im Beruf', des ben der fo veröffentlichten Sachen ift eine derartige
praktifchen Chriftenthums im evangelifchen Sinne, vor ! Publicationsweife nicht günftig und ebenfo, fürchte ich,
das Gewiffen. Nichts von falfchem Pathos, von Kanzel- ' werden auch die kleinen, höchft intereffanten Stücke, die
ton oder Sentimentalität. Alles einfach, ernft und ge- Lagarde nach feiner Gewohnheit angehängt hat, an
halten. Kein ermüdendes Moralifiren. Eine reiche Man- ihrem jetzigen Orte leicht der allgemeinen Aufmerkfam-
nigfaltigkeit anziehender Themata, das ganze Gebiet des
wiffenfehaftlichen Lebens umfpannend. Aber, wie das
Vorwort fagt, — es liegt in diefen Reden das Herz des
Verfaffers, — ein treues Lehrerherz und ein warmes
und aufrichtiges Chriftenherz. Möchten Viele, vor Allem
aus der ftudirenden theologifchen Jugend, fich an diefer
fchönen Gabe erfreuen und ftärken.

Göttingen. H. Schultz.

keit entgehen. Ueber das erfte Hauptftück will ich
kurz fein, es ift eine fchon länger bekannte, nicht alpha-
betifch geordnete, fondern in 30 Capiteln fachlich grup-
pirte Sammlung fyrifcher Wörter und ihrer arabifchen
Aequivalente auf Grund zweier Handfchriften, einer Gothaer
und einer Londoner, neu edirt. Das erfte Capitel,
das mit den Namen und Eigenfchaften Gottes beginnt,
würde Stoff zu manch' netter Beobachtung über die Zu-
fammenhänge und Unterfchiede jüdifcher, chriftlicher
Praetermissorum libri duo e recognitione Pauli de La- und muhammedanifchcr Theologie bieten. Der Longa
rde. Gottingae 1879 sumptibus editoris in offi- d°ner Handfchrift hat Lagarde die Beigaben entnom-

j „■ tv 4. ■ 1 • j Mzt?iz^Qofr.<»riim men, nämlich 0 eine Chronologie der Bibel und Kirchen-

cina academica Dietenchiana apud WPKaestnerum __rj. , . ,. , & ... KttiTs

1 geienichte von Ebedjefu, Metropolit von Nifibis (bis zum

expressi. (IV, 252 p. gr. 8.) M. 20. — Jahr 1034 der Griechen gehend); 2) eine Erklärung der

Practermissa nennt Lagarde feine neuefte Publica- Edelfteine ,der Stiftshütte'; 3) eine Gefchichte der 30

tion. Er brauchte die Texte, die er hier veröffentlicht; Silberlinge, um welche Judas den Herrn verrathen. Von

da nicht Andere fie längft herausgegeben hatten, that Therah, dem Vater Abrahams, der fie angefertigt (30

er's, nicht wie er wollte, fagt er in der Vorbemerkung, JTtt heiligen Gewichts = 600 nach dem Gewicht unteres

fondern wie er konnte, doch fo, dafs feine Arbeit nicht Landes), kamen fie nach einander an Abraham, Ifak,

ganz verloren fein dürfte. — Wie es fchon früher je und einen kanaanäifchen Stadtbefitzer, Pharao, Salomo, Ne-

je gefchah, z. B. in der Plantinifch.cn Ausgabe des fyri- bukadnezar, die Könige Perfiens, bis fie von den Köni-

fchen Neuen Teiftamcnts von 1575, hat Lagarde für den gen (= 3 Weifen) als nach der Weiffagung Zärädost's der

fyrifchen Text unpunktirte hebräifche Typen gewählt Stern erfchienen war, mit den andern Gaben Gold,

und dabei die Neuerung eingeführt, am Schlurfe der Zeilen Weihrauch und" Myrrhen auf die Reife nach Jerufalem

Worte einfach abzufetzen, wenn fie nicht mehr ganz mitgenommen wurden. Unterwegs verlieren fie diefelben

Raum haben, ftatt durch Spatien oder literae dilatabiles in der Nähe von Edeffa, reifende Kaufleute finden fie

zu helfen. Das erfcheint anfangs etwas ftörend; man und erhandeln darum von einigen Hirten den ungenähten
gewöhnt fich aber leicht daran, und .wenn wir es auch | Rock, den diefen kurz zuvor ein Engel gebracht hatte.

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