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Ausgabe:

1879

Spalte:

418-419

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Bruston, Ch.

Titel/Untertitel:

L’idée de l’immortalité de l’âme chez les Phéniciens et chez les Hébreux 1879

Rezensent:

Baudissin, Wolf Wilhelm

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Theologische Literaturzeitung,

Herausgegeben von Prof. Dr. E. Schür er in Giefsen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

N°- 18. 3°- August 1879. 4. Jahrgang.

Lenormant, Die Geheimwiffenfchaften Aliens, Münder, Apodel der Briefen und Sachfen ' Varnbüler, Acht Auffätze zur Apologie der

die Magie und Wahrfagekunft der Chaldäer, (liertheau). menfchlichen Vernunft (Thunes).

deutfche Ausg. (Baudiffin). I Schneemann, Die Entdehung der thomidifch- ' Mariano, Cristianesimo Cattolicismo e Civilta

Bruston, L'idee de l'immortalite de l'ame chez molinidifchen Controverfe (Kattenbufch). (Benrath).

les Pheniciensetchez les Hebreux (Baudiffin). Brand gören Kierkegaard (Lindenberg). [ ««rkhardt, Kleine Miffionsbibliothek, 2. Aufl.,
Güldenpenning und Ifland, Der Kaifer Theo- = v .... * , umgearb. v. Grundemann, 3. Bd. Afien,

doüusder Grofse (Harnack). I Barthl°J(d' ^ Bedeutung der adheüfchen j I. Vorderindien (Wurm).

Lebedew, Die allgemeinen Synodendes 4. und Schriften K,erkegaards (üerf.). ;Plath, Gofsners Miffion unter Hindus und

5. Jahrhunderts (Harnack). Wigand, Der Darwinismus ein Zeichen der Zeit , Kolhs (Derf.).

Ilü'fing, Der heilige Liudger, erder Bifchof von (Thönes). j Sonntag, Die Todtenbedattung (Meier).

Lenormant, Prof. Frangois, Die Geheimwissenschaften

Asiens. Die Magie und Wahrfagekunft der Chaldäer,
Autoris., vom Verf. bedeutend verb. u. verm. deutfche

Aegypten', Zeitfchr. f. ägyptifche Sprache 1878, S. 89 ff.,
wo auf Grund der Bedeutung des Vogelnamens bcnnu
,der Zurückkehrende' der Urfprung der Phönixfage aus

Durons., vom vtn.ucu™u,u,u,u ,t.....,7 7" einer Befchreibung des Sonnenkreislaufes (S. 105) dar-

Ausg. 2 Thle. in 1 Bde. Jena 1878, Coftenoble. (XI, geftellt w,rd.

571 S. gr. 8.) M. 14. — Die Ueberfetzung lieft fich fehr fliefsend; neben

Ueber die gefondert erfchienenen Originalfchriften j wenigen Druckfehlern habe ich nur an einzelnen Stellen

diefer Ueberfetzung (La Magie 1874. La Divination 1875.,
habe ich in Jahrgang 1876 diefer Zeitfchrift C. 73 ff.,
305 ff. berichtet. Die dort gegebenen Referate nebft Zu-
ftimmungen und Ausftellungen können im Allgemeinen
auch für die deutfche Ausgabe gelten, obgleich die ver-
beffernde und erweiternde Arbeit des Verfaffers an zahlreichen
Stellen zu erkennen ift. Die Vcrfchiedenheiten

undeutfche Wendungen bemerkt; fo S. 14: ,G. S. wurde
. . . im Bellen feiner Arbeiten . . . dahingerafft'; S. 333:
,einige Angaben halte ich für zu behauptend' {affir-
matif:). Durch die gewöhnliche Ausfprache des fran-
zöfifchen cli hat fich der Ueberfetzer verleiten laffen von
,Terafchiten' ftatt von Terachiden zu reden. S. 92 ift
plcroma als Masculinum behandelt.

der deutfchen Ausgabe betreffen nicht nur Aenderungen j Strafsburg i. E. Wolf Baudiffin.

in der Ueberfetzung affyrifcher und ,akkadifcher' Texte,

Bruston, Prof. Ch., L'idee de l'immortalite de Tarne chez

fondern vielfach auch die hiftorifche Darftellung. Namentlich
ift an der letzteren, entfchieden zum Vortheile, ge-
ändert worden im erften Theile. Der Verf. verfährt jetzt ! Ies Phen.c.ens et chez les Hebreux. Discours prononce
in der Sonderung affyrifcher (femitifcher) und,akkadifcher' . . . dans la faculte de Montauban (in: Faculte de
Religionsvorftellungen viel vorfichtiger (S. 143). Meine j Theologie protestante de Montauban. Seance pu-
zu Theil 1 (Magie; vorgetragenen Bemerkungen find in blique de rentree le 16 Nov. 1878. Montauban
fehr entgegenkommender Weife berückfichtigt worden, j lg g T Macabiau-Vidallet. S. 7-39. 8.; auch in:
In Theil 2 (Wahrfagekunft) ift weniger umgeftaltet worden; L> , • T o c x

das Urtheil über das Buch Daniel wurde beibehalten. I Revue theologique Janv. 1879 S. 199-231).

Ueber die Möglichkeit, .akkadifche' Texte zu entziffern
, habe ich mich in der Befprcchung von La Magie
eines Urtheils enthalten. Ich mag jetzt nicht unterlaffen
zu geliehen, dafs es mir — fo fehr ich nach meiner
laienhaften Beurtheilung der Sachlage davon überzeugt
bin, dafs das ,Akkadifche' in der That eine befondere
Sprache, nicht eine andere Schreibweife ift — nicht recht
begreiflich ift, wie man fich getrauen kann, die Abweichungen
der ,akkadifchen' Texte von den affyrifchen
Paralleltexten zu verliehen (S. 4). Da jene Sprache erft
mit Hülfe des Affyrifchen zu reconftruiren ift, würde ich
es einftweilen gerathen finden, dafs man fich hierauf be-
fchränkte und für die Fälle, wo der affyrifche Text die
Erläuterung verfagt, zunächft ein non liquet eingeftände.

Dafs der Gottesname Bin (S. 17 u. vielfach) beibehalten
wurde, kann ich nicht billigen, da diele meines
Wiffens lediglich aus der Gleichfetzung der Namen X—idri
und Bcnhadad Benhadar) entnommene Benennung überaus
unfichcr ift. Dagegen freue ich mich, dafs der Verf.
-in»j> als femitifches Wort anerkennt (S. 148); dafs es
ein folches fei, ift nach dem appellativen Gebrauche von
nm-j: Deut. 28, 18 fehr wahrfcheinlich. Zu der Erwähnung
des Bennu ,Phönix' S. 90, möge aufmerkfam gemacht
fein auf die auch für Theologen intereffante Abhandlung
von A. Wiedemann, ,Die Phönix-Sage im alten

Wenn die altteftamentlichcn Anfchauungen vom Zu-
ftandc nach dem Tode noch immer wieder unterfucht
und dargeftellt werden, obgleich kaum ein anderer Ab-
fchnitt der altteftamentlichcn Theologie in demfelben
Mafse zu endgiltigem Abfchlufs gelangt fein dürfte wie
gerade diefer, fo mag vielfach die gleiche Anfchauung
zu Grunde liegen, welche den Wolfenbüttler PYagmen-
tiften bewog, der altteftamentlichcn Religion den Werth
einer Qffenbarungsreligion abzufprechen, die nämlich,
dafs eine folchc Religion ohne ausgebildete Unfterblich-
keitslehre undenkbar fei. Deshalb hat man fich in apo-
logetifchem wie antiapologetifchem Intereffe eben auf
diefe Frage als eine Cardinalfrage geworfen und dadurch
hüben und drüben der Verwirrung des bereits klar ge-
ftellten Sachverhalts redlich gedient.

Der Verf. der vorliegenden Rede erkennt unumwunden
an, dafs die Hoffnung eines unvergänglichen
Lebens in der Gottesgemeinfchaft für die Frommen
kein von Anfang an vorhandener Beftandtheil der alt-
teftamentlichen Religion ift; er findet in diefem unab-
weislichen Sachverhalte glücklicher Weife keine Minderung
des Werthes diefer noch vor unferen Augen
werdenden und wachfenden Religion, zu deren Gunften
vielmehr dies anzuführen fein möchte, dafs fie ohne
Einflufs von aufsen jene ihr urfprünglich fremde Hoff-

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