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Ausgabe:

1879

Spalte:

1-5

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Steinschneider, Mor.

Titel/Untertitel:

Catalog der hebräischen Handschriften in der Stadtbibliothek zu Hamburg und der sich anschließenden in anderen Sprachen 1879

Rezensent:

Strack, Hermann L.

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von Prof. Dr. E. Schür er in Giefsen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. HLnrichs'fche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

N°- 1. 4- Januar 1879. 4. Jahrgang.

Steinfchneider's Kataloge der hebräifchen

Handfchriften zu München, Hamburg und

Berlin (Strack).
Böhringer, Aurelius Auguflinus, Bifchof v.

Hippo, 2. Aufl. 2. Ausg. (Weber).
Bibliotheca Casinensis, cura et studio monacho-

rum ordinis S. Benedicti abbatiae Montis

Preger, Der Tractat des David von Augsburg

über die Waldefier (Herzog).
Joannis Calvini Opera quae supersutit omnia,
edideruntBaum, Cunit'z, Reufs, Vol.XV

Pfleiderer, Die Philofophie und das Leben
(Thönes).

Warneck, Die Belebung des Miffionsfinnes in
der Heimath (Wurm).

XVIII (Pütt). ; Warneck, Miflionsftunden, 1. Bd. Die Million

Goltz, Zur Würdigung des apoflolifchen Glau- im Lichte der Bibel (Derf.)

bensDekenntnifses (Thönes). I Wangemann, Gefchichte der Berliner Miffions-

Casini, T. III (Gebhardt). j Schulze, Ueber den Widerltreit der Pflichten ] gefellfchaft, 4. Bd. (Derf.).

Loewe, Der Kampf zwifchen dem Realismus j (Kraufs). , Johann Georg Hamann's von Königsberg Lehr-

und Nominalismus im Mittelalter (Heinze). | Oe tt i ngen, Wahre und falfche Auctorität (Kraufs). ' und Wanderjahre (Lindenberg).

1. Steinschneider, Mor., Die hebräischen Handschriften

der K. Hof- und Staatsbibliothek in München. (A. u. d.

T.: Catalogus codicum manu scriptoruni Bibliothecae
Regiae Monacensis. Tomi I. Pars 1., Codices Hebrai-
cos complectens.) München 1875, Palm in Comm.
(XII, 228 S. gr. 8. m. 1 Photolith. in Imp.-4.) M. 9. —

2. Steinschneider, Mor., Catalog der hebräischen Handschriften
in der Stadtbibliothek zu Hamburg und der
fich anfchliefsenden in anderen Sprachen. (A. u. d.
T. ■. Catal. der Handfchrr. in d. Stadtbiblioth. zu
Hamburg, 1. Bd.) Hamburg 1878, O. Meifsner. (XX,
220 S. gr. 8.) M. 6. —

3. Steinschneider, Mor., Die Handschriften-Verzeichnisse
der Königl. Bibliothek zu Berlin, 2. Bd.: Verzeichniss
der hebr. Handschriften. Berlin 1878. (VIII, 149 S.
gr. 4. m. 3 Tafeln.)

11 Tafeln) fich des Beifalls aller Sachkenner zu erfreuen,
fo kommen den drei in der Ueberfchrift genannten
Büchern noch die im Verlauf eines angeftrengten Studiums
weiterer zwanzig Jahre gewonnenen Erfahrungen
und Kenntnifse zu gut.

Ehe wir mit einigen Worten auf die befchriebenen
Codices eingehen, wollen wir die Einrichtung der Kataloge
kurz charakterifiren. Zuerft erwähnen wir etwas,
was zwar den Schlufs bildet, aber, wenn fchon bei allen
andern wiffenfchaftlichen Werken fehr wünfchenswerth,
bei Büchern diefer Art geradezu unerläfslich ift: die Re-
gifter. Jedem der drei hier anzuzeigenden Bücher ift ein
fechsfacher Index beigegeben: Autoren, Schreiber, Be-
fitzer, Titel (und Anonyme,, Titellos (Bibeln, fonft meift
anonym oder Fragmente), Geographifches. Der nach
Fächern geordneten Befchreibung der Hamburger Manu-
fcripte ift ein Inhaltsverzeichnifs vorausgefchickt. Da
bei den Berliner und Münchener Codices die alte Ein-
thcilung nach Formaten beibehalten wurde, ift dem Berliner
Kat. noch ein Fachindex beigegeben; für die Mün-

Mit der Sammlung und Aufbewahrung werthvoller ! chener Handfchriften ift ziemlich dasfelbe geleiftet inStein-
Manufcripte erfüllen Bibliotheken nur einen Theil der j fchneider's in die Sitzungsberichte der k. bayerifchen Aka-
Pflicht, welche ihnen bezüglich der aus alten Zeiten hand- j demie der Wiffenfchaften (1875 II Phil.-hift. Claffe 2,
fchriftlich auf uns gekommenen Literaturerzeugnifse ob- I S. 169—206) aufgenommenen Auffatz: ,Die hebr. Handliegt
; nicht minder wichtig ift, dafs fie auch eingehende j fchriften der k. Hof- u. Staatsbibliothek in München,
und leicht zugängliche Nachrichten geben über die in ! Ein Beitrag zur Gefchichte diefer Bibliothek'. In den
ihren Sälen aufgefpeicherten Schätze. Handfchriften, von Kat. Münch, und Hamb, ift die äufsere Befchreibung
denen der Gelehrte nichts weifs, find für ihn und fomit von der Angabe des Inhalts zweckmäfsig durch kleineren
für die Wiffenfchaft nicht vorhanden; Handfchriften, von ; Druck unterfchieden; in Kat. Berk konnte mit Rückficht
denen (von deren Werthe namentlich) er ungenügende auf den den erften Band der Handfchriftenverzeichnifse
Kunde hat, verurfachen ihm oft eine Menge vergeblicher bildenden Kat. der Sanskrithandfchrr. v. A. Weber (1853)
Arbeit. Wie manches wiffenfehaftliche Werk hat bald , Beides nur durch einen kleinen Abftand kenntlich ge-
nach feinem Erfcheinen einen grolsen Theil feines Werths ! macht werden. — Dafs die Befchreibung felbft allen
verloren, weil auf nicht benutzte Handfchriften aufmerk- billigen Anforderungen entfpricht, braucht kaum befon-
fam gemacht wurde, deren Verwerthung dem betr. Buche ders bemerkt zu werden. Dankenswerth ift namentlich,
eine ganz andere Geftalt oder doch einen höheren Grad | dafs I) die Benutzung von Handfchriften feitens Gelehr-
von Vollkommenheit gegeben haben würde! Diefe Er- j ter — foweit eine folche ftattgefunden und dem Verf.
wägungen, welche das Vorhandenfein guter Handfchrif- ; bekannt geworden — ftets" angegeben ift, 2) zahlreiche
tenverzeichnifse wünfchenswerth machen, gelten aus J Literaturnachweife, wenn auch in knapper Form, beige-
Gründen, deren Erörterung hier zu weit führen würde, fügt find. — Für hebräifche Paläographie und Handin
befonders hohem Grade für hebräifche Manufcripte. fchriftenkunde ift bis jetzt noch wenig gefchehen. Nur
So haben wir denn reichliche Veranlaffung uns darüber das fteht mit Sicherheit feft, dafs hebr. Handfchriften
zu freuen , dafs ein fo eminenter Kenner der jüdifchen fich weit eher nach den Ländern als nach den Jahrhun-
Literatur und ein fo geübter Bibliograph wie Dr. Mor. derten beftimmen laffen. Eine Förderung unferer Erkennt-
Steinfchneider uns im Laufe dreier Jahre mit den feit ; nifs in diefer Beziehung ift namentlich von der Verlange
fchmerzlich vermifsten Befchreibungen der drei 1 öffentlichung guter Facfimiles (fo weit

möglich aus da-

bedeutendftcnSammlungen hebräifcherCodices inDeutfch- tirten Handfchriften) zu erwarten. In richtiger Erkennt-
land beCchenkt hat. Hatte fchon der im J. 1858 zu Ley- nifs deffen hat Dr. Steinfchncider fchon dem Leydener
den erfchienene daia/ogus codicum Hcbracorum Biblio- Katalog 11 Tafeln mit Schriftproben beigegeben; der
tltccac Acadcmiae Lugduno-Batavae1 (XXVII, 424 S. mit Berliner Kat. enthält 3 Tafeln, der Münchener wenigftens

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