Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1878

Spalte:

242-245

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Fuchs, K. R.

Titel/Untertitel:

Wort- und Sacherklärung der Evangelien des christlichen Kirchenjahres in kurzen erbaulichen Betrachtungen für Lehrer und Hausväter. 2. umgearb. u. verm. Aufl 1878

Rezensent:

Wächtler, August

Ansicht Scan:

Seite 1, Seite 2, Seite 3

Download Scan:

PDF

241

Thcologifche Literaturzeitung. 1878. Nr. 10.

242

gifcher Sprache feine vorfchlagsweife zufammengeitellten proteftantifchen Princips willen (,verbo victus est mundus
Formulare gearbeitet. Auch für Miffionsflunden und etc.') entfchieden ablehnen. Der Verf. verfällt, indem
Miffionsfefte hat er Collecten und Gebete dargeboten, er die Einfeitigkeit feiner Gegner bekämpft, in's andre
Wer für diefe Zwecke mehr begehrt, vergleiche: A. ! Extrem. Vielleicht hätte überhaupt manches, wie mir
Petri, Miffions-Agende. (Gütersloh 1875, Berteis- fcheint, allzu kühne Wort vermieden werden können,
mann. VIII, 104 S. gr. 8. Mi I. 50). Sie ifl aus einem Z. B. berührt es eigenthümlich, wenn in Waltershaufen
thatfächlich vorhandenen Bedürfnifs entftanden und wohl oder Ohrdruf das Urtheil gefällt wird,'dafs fchlechthin
geeignet, die vorhandene Lücke auszufüllen. Aller- die Gebildeten fchon lange für fich mit dem ganzen (Suldings
giebt fie Manches, was zur ,Agende' nicht gehört; tus aufgeräumt hätten; und jeden wiffcnfchaftlichen Theo-
indeffen werden Viele für folche Beigaben z. B. Predigt- logen, der da weifs, dafs Zufammenftellungen der Lieder
texte nebft Dispofitionen zu Miffionsflunden, Verzeich- im Urtext einen nicht anzuzweifelnden Werth haben, ver-
nifs der Miffions-Zeitfchriften etc. dem Verf. dankbar ftimmt es, Dr. Hanne's Wort zu lefen, um die Rumpelfein
. Leider machen die ausgedruckten Bibelabfchnitte zu kammer der unverfälfchten Liederfänger kümmere fich
Altar-Lectionen recht unnöthiger Weife einen ganz unver- kein Menfch, der nicht fpecififch pietiftifche oder foge-
hältnifsmäfsiggrofsen Theil des Buches aus (S.36—87). , nannte orthodoxe Stimmungen hat. Ohne folche Phra-
Dr. Schöberlein, als Autorität auf liturgifchem Ge- fen, deren Inhalt über das vom Verfaffer felbft erftrebte
biet längft anerkannt, führt mit empfehlendem Vorwort Ziel hinausgeht, würde die kleine Schrift werthvoller
eine treffliche Arbeit des Superintendenten Bramesfeld fein.

ein, die derfelbe unter dem Titel: ,GOttesdienft-Ord- Drest]en. Dr Dibelin,

nung für die Sonn- und Fefttage des Kirchen-__ur- ^»öelius.

jahres zum Gebrauch in Jugend-Gottesdienften'

(Münder 1877, Brunn. Ausg. A. VIII, 128 u. 55 S. Praktische Schrifterklärung.

Lausg7ge^nUaf: Ein? SeÄ-UI «• ^her's Evangelien-Auslegung. Ein Commentar zu den

Jeder bezeugen, der die hier dargebotenen Liturgien, die vier Evangelien. Aus feinen Werken gefammelt und

für die einzelnen Sonntage ausgewählten Liederverfe und j bearbeitet von Pfr. Chr. G. Eberle. 2. umgeänd.

Schriftabfchnitte einer genauen Durchficht unterzieht; , u. verm. Aufl. Stuttgart 1877, Buchhandlung der

eine treffliche Arbeit— das möchte man um fo mehr be- | Evangelifchen Gefellfchaft. (XXVIII iuoS I ex .8 1

tonen, als es fich um ein noch fehr fchwach angebautes MS _ ' "

Feld , um das Gebiet der Jugendgottesdienfte handelt, j

Aber trotzdem kann der Unterzeichnete, fo fehr er den 2. Gerhard, weil. Prof. D. Joh., Postille das ift Ausleg
Werth der vorliegenden Schrift anerkennt, fie nur zum j und Erklärung der fonntäglichen und vornehmeigenen
Studium derer, die Jugendgottesdienfte einzu- 1 a v a r -u j t , ,
richten oder zu leiten haben, nicht aber zur Einführung ! ften Feft-Evangehen über das ganze Jahr, auch etli-
im Gottesdienft felbft empfehlen. Denn 1) der bekannte ; cher fchoner Spruche heil. Schrift, vornehmlich dahin

pädagogifche Grundfatz, dafs man mit der Jugend einerlei
Weife treiben folle, läfst das complicirte Verfahren,

gerichtet, dafs wir GOttes Liebe und Chrifti Wohl-
thaten erkennen, auch am innerlichen Menfchen felig-

nach welchem hier faft für jeden Sonntag eine befondere 1 Hch zunehmen mögen. Neben Erkiarung der Hiftorie
— wenn auch im Ganzen fich gleich bleibende — Litur- t t , j, ... , r ,°_ "
gie aufgeftellt ift, als nicht gerade praktifch erfcheinen, esr Leidens und bterbens unferes HErrn Chrifti
ganz abgefehen davon, dafs das Buch dadurch vertheuert | JLfu, nach den vier Evangehften. Nach den Orig.-
und die Anfchaffung desfelben unnöthigerweife erfchwert , Ausg. von 1613 und 1616. Vermehrt durch die Zuwird
. 2) Die geiftlichen Volkslieder, die gerade der | fätze der Ausg. v. 1663. 3. Thl. Die Apoftel und
Jugend gegenüber ein nicht hoch genug zu fchätzendes I anderen Feftt Ld ; g Hinrichs' Verl
Werbemittel bilden, um ihr die Gottesdienfte heb und 8 Q h ", ninncns Verl.
werth zu machen, find hier viel zu wenig berückfichtigt. . ' 1DÖ a; m- V 8a

.Einige Worte über den liturgifchen Theil 3. Dächsei, Pfr. Aug., Die Bibel oder die ganze Heilige

des proteftant. MSf^Sl Schrift Alten "nd Neuen Teftaments, nach der deut-

hat Dr. Hanne, damals Diakonus in Waltershaufen,
jetzt Paftor in Elgersburg, einen in einer Prediger-Con-
ferenz gehaltenen Vortrag veröffentlicht (Ohrdruf 1875,
Stadermann jun. 29 S. gr. 8. M. — 40). Offenbar ift
das Schriftchen aus der fehr anerkennenswerthen Tendenz
hervorgegangen, gegenüber einer einfeitigen Betonung
der Predigt im evangelifchen Gottesdienft die
Aufmerkfamkeit auf die hohe Bedeutung des liturgifchen
Thcils zu richten. Und wenn auch Seufzer wie diefer
,Es wird bei uns viel zu viel gepredigt' und Klagen wie

fchen Ueberfetzung Dr. Martin Luther's, mit in den
Text eingefchalteter Auslegung, ausführlicher Inhaltsangabe
zu jedem Abfchnitt und den zur weiteren Vertiefung
in das Gelefene nöthigften Fingerzeigen, meift
in Ausfprüchen der bedeutendften Gottesgelehrten aus
allen Zeitaltern der Kirche. Nebft Holzfchn. u. color.
Karten. Zunächft für Schullehrer und Hausväter,
doch mit fteter Rückficht auf das befondere Bedürf-

j'ene über fchlechte Gefangbücher und fchlechten Kir- j nifs der Geiftlichen und Theologie-Studire'nden hrse

chengefang nicht gerade neueften Datums find, fo hatten ß R , n Fuan ■ cf , , ■ , ™ " IT

wir doch nur dankbar zu fein, wenn fteter Tropfen hier 6" }, U"d dlC Ap°ftd-

und da den Stein einmal zu höhlen vermöchte, und gelcnicnte. Nebft einem Anhang: Chronologifche

überdies lieft wohl Jeder mit Intereffe die fcharfe Kritik des Zufammenftellung des Lebens Jefu und Fortfetzung

Gothaifchen Gefangbuches, von welchem es u. A. heifst, der Gefchichte des apoftolifchen Zeitalters Mit 5

dafs fich hier das umgekehrte Wunder von der Hoch- Holzfchn. Leipzig 1877, J. Naumann. (666 u. ,76 S.

zeit zu Kana vollzogen habe, fowie den allerdings mit Lex-8) Mo _• p-eb M 11 ?e

etwas zu derben Ausdrücken ausgeftatteten Excurs über • °-> » > m- lh 25-
die heillofe Erfindung der Zwifchenfpiele zwifchen den 4. Fuchs, Oberpfr. K. R., Wort- und Sacherklärung der

einzelnen Zeilen. Aber wenn wir auch mit dem Verf. Evangelien des christlichen Kirchenjahres in kurzen er-

in diefer Betonung des Liturgifchen voUig^ver^den ^ Betrach ^ ^ Hausväter

find, fo muffen wir doch der Predigt im evang. uottes- b. . ,ri, ",u nausvater.

dienft ihr praeeipuum wahren und die Gleichberech- 2. umgearb. u. verm. Aufl. Halle 1877, Mühlmann,

tigung des liturgifchen Theils um des wohlbegründeten (VIII, 340 S. gr. 8.) M. 2. —