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Ausgabe:

1877

Spalte:

162-163

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Cramer, J.

Titel/Untertitel:

Nieuwe bijdragen op het gebied van godgeleerdheid en wijsbegeerte 1877

Rezensent:

Chantepie de la Saussaye, Pierre D.

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Theologische Literaturzeitung

Herausgegeben von Prof. Dr. E. Schürer.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J« C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

N°- 7. 31. März 1877. 2. Jahrgang.

Zunz, Gefammelte Schriften, 3. Bd. (Kautzfeh).
Gramer en Laniers, Nieuwe Bijdragen op

het gebied van godgeleerdheid en wijs-

begeerte, I—4. St. (ChantepiedelaSaussaye).
Huidekoper, Judaism at Korne B. C. 76 to

A. D. 140 (Schürer).
Wünfche, Der lebensfreudige Jefus (Schürer).
Görres, Kaifer Alexander Severus und das

Chriftenthum (Marnack).

Görres, Die Chriftenverfolgung des römifchen | Oehler, Lehrbuch der Symbolik, herausg. v.
Kaifers Maximinus I. des Thraciers (Dar- Joh. Delitzfch (Plitt).

• nack2 ■ ,~ , • 1,, i Thierfch, Chriflian Heinrich Zeller's Leben,

Mason,The persecution of Diocletian (Ilarnack). j 2 Bde. (Lindenberg)
Werner, Beda der Ehrwürdige und feine Zeit
(Zoepffel).

Werner, Alcuin und fein Jahrhundert (Möller).
Lutheri über qui inscribitur: Ein Traubüchlein
(Plitt).

Ranke (Fr. Heinr.), Jugenderinnerungen
(Zoepffel).

Herr l'rofeffor D. Grau (Schürer).

Zunz, Dr., Gesammelte Schriften. Herausgegeben vom
Curatorium der Zunzftiftung. 3. Bd. Berlin 1876,
Gerfchel. (IV, 301 S. gr. 8.) M. 6. —

Auch diefer dritte Band (vergl. zu 1 u. 2 die Anzeige
in Nr. I d. Jahrg.) bietet unter 12 Rubriken eine reiche
Auswahl von kleineren Auffätzen meift literargefchicht-
lichen Inhalts neben einigem Sprachlichen. Nr. I (die
hebr. Handfchriften in Italien, ein Mahnruf des Rechts
und der Wiffenfchaft, Berlin 1864) enthält eine interef-
fante Würdigung der früheren bibliographifchen Verbuche
von Affemani, de Roffi u. f. w. mit zahlreichen
Berichtigungen und einem energifchen Aufruf zur endlichen
Hebung und Rettung der in Italien vergrabenen
Handfchriften. Die Hoffnung des Verf.'s, dafs fich mit
derBefitznahme Roms auch die Pforten der Vatikanifchen
Bibliothek öffnen würden, hat fich bekanntlich nicht erfüllt
. Nr. II ift der bekannte Auffatz in der D. M. Z.
(1856): Wünfche für ein Wörterbuch der hebr. Sprache.
Zunz verwerthet hier feine eminente Gelehrfamkeit, um
an dem Buchftaben Beth die Unzulänglichkeit des Bux-
torffchen Lexikon zu erweifen. In dem Umfang freilich,
den Zunz für nöthig hält, wird ein hebr. Wörterbuch
allezeit die Kräfte eines Menfchcnlebens weit überfteigen;
unseres Erachtens kann die Aufgabe nur durch Specialwörterbücher
zu beftimmten Literaturgattungen, womit
Levy den Anfang gemacht hat, gelöft werden. Nr. III
—VI enthalten 4 treffliche fprachliche Unterfuchungen
aus der Ztfchr. der D. M. G.; Nr. VII (Biblifches
und Gefchichtlichcs) giebt den Aufsatz über das Alter
der Caffel'fchen Bibelhandfchrift Kenn. 157 (zuerft D.
„M. Z. 1871), den kurzen Aufsatz über Mafora, Talmud,
Kabbala, Grammatik in hiftor. Wirkfamkeit (aus Bd. II der
jüd. Ztfchr. Jedidja von 1818) und ,Aeltefte Nachrichten
über Juden und jüd. Gelehrte in Polen, Slavonien, Rufs-
land' (Frankel's Ztfchr. 1846), endlich die höchft lehrreiche
Befprechung .einer merkwürdigen Medaille' in den
Israel. Annalen von 1840. — In Nr. VIII find .Berichtigungen
' zufammengcftellt aus verfchiedenen Zeitfchrif-
ten, darunter der intereffantc Auffatz .Heifst Rafchi
Jarchi' (Israel. Annalen von 1839). — Aus Nr. IX (Be-
urtheilungen und Anzeigen) verdient die Recenfion von
Hambergens Ueberfetzung zu de Rofü'sdizionario Storn o etc.
Hervorhebung (aus der Hallifchen Lit.-Ztg. 1839 Nr.68 f.);
Nr. X enthält Biographifches (Saadja aus Geiger's Zeitfchr.
1839 . Artikel Jochanan u. Joel' aus der Hallifchen En-
cyklopädie); Nr. XI .Analekten' aus Geiger's wiffenfeh.
Zeitfchrift 1836-44 (fart durchaus literargefchichtliches u.
biographifches) u. aus deffen Jüd. Ztfchr. Teit 1868). Von
den letzteren Artikeln ift beb 10 (über Begleitnamen in
Chiffern) und 13 (Erlöfungsjahre, d. h. die Jahre, die im

Lauf der Jahrhunderte als Termine für die Ankunft des
Mcffias berechnet wurden) von Wichtigkeit. In Nr. XII
endlich find Zunz's Artikel aus Steinfchneider's Hebr.
Bibliographie (1858—75) zufammengeftellt, darunter auch
die beiden intereffanten .Nachlefen zur Spruchkunde'.
Den Schlufs bilden Nachträge und Berichtigungen, bef.
zu Band I der Sammlung. Ausftattung, überfichtliche
Anordnung und forgfältige Correctur diefes 3. Bandes
find rühmend anzuerkennen. Dagegen fprechen wir in
der Hoffnung auf weitere Bände fchon jetzt den dringenden
Wunfeh aus, dafs uns die Herausgeber, die fich
bisher noch mit keinem Wort haben vernehmen laffen,
zum Schlufs mit einem möglichft vollftändigen Namen-
und Sachregifter befchenken mögen. Nur auf diefem
Wege können die mancherlei ausgezeichneten Arbeiten
des Verf. wahrhaft nutzbringend für die Wiffenfchaft
gemacht werden. Wenn man fo oft, wie es Zunz in den
vorliegenden Bänden thut, den Zeitgcnoffen die Igno-
rirung der jüdifchen Wiffenfchaft vorwirft, foll man we-
nigftens nichts unterlaffen, was der Verbreitung und
Geltendmachung ihrer Leiftungen dienen kann.

Bafel. E. Kautz fch.

Cramer, Hoogleeraar Dr. J., en Lamers, Hoogleeraar
Dr. G. H., Nieuwe bijdragen op het gebied van godgeleerdheid
en wijsbegeerte. 4 stukken. Amfterdam,
1870—1877, W. H. Kirberger. (245 S. gr. 8.) fl. 2. 75.

Diefe neuen Beiträge (denen fchon ein Band bijdragen
vorangegangen war) bilden keine eigentliche Zeitfchrift
, fondern fie enthalten ausfchliefslich Arbeiten der
beiden Herausgeber. Die 4 erfchienenen Nummern enthalten
folgende Auffätze und Reden: Anthropologische
Studien (hauptfächlich gegen den Materialismus); een
woord over de dogmatische theologie en dogmatiek; het
hooge belang der kerkgeschiedenis voor den evangeliedienaar
van onzen tijd; aphorismen uit het gebied der liturgick.
Diefe Stücke find fämmtlich gediegen von Inhalt und in
klarer Form gefchrieben.

In den letzten Jahren hat in der theologifchen Fa-
cultät zu Groningen ein völliger Umfchwung ftattgefun-
den. Die alte Groninger Schule ift da nicht mehr vertreten
, wie auch ihr wiffenfehaftliches Organ (Waarheid
in Liefde) aufgehört hat. Es giebt freilich noch eine
Mittelpartei in unferer Kirche, diefe nennt fich die ,evan-
gelifche', fetzt die Groninger Tradition etwas modificirt
fort und erhält mit tüchtigen Kräften eine Zeitfchrift für
Gebildete (Geloofen Vrijheid). Zu diefer Partei gehören aber
die Profcfforen der Groninger Facultät nicht. Von diefen
ilt dereine van BellMitglied derRedaction der Theologisch
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