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Ausgabe:

1877 Nr. 26

Spalte:

684-683

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Tiele, C. P.

Titel/Untertitel:

De Vrucht der Assyriologie voor de vergelijkende Geschiedenis der Godsdiensten. Redevoering cc 1877

Rezensent:

Baudissin, Wolf Wilhelm

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683

Theologifche Literaturzeitung. 1877. Nr. 26.

lung Abrahams. — Dr. Zeuthen, Ueber Rieh. Rothe.

— V. H., Die Brüder des Herrn. — P. Hänfen, Die
erfte chriftl. Kirche (d. i. Verfammlungsort).— Dr. Kalkar,
Die ultramontane Verfammlung in Fulda. — Derf., Die
neueften Unterfuchungen über das bibl. Ophir. —
P. Wulf, Die abeffinifchen Juden. — Dr. Horn, Die
ethifche Bedeutung der Dreieinigkeitslehre. — Stiftspr.
Rothe, Der lutherifche und der römifche Kirchenbegriff.

— P. Fich, Die neue Stellung des Papftthums. — P.
Lund, Die neuen preufs. Kirchengefetze. —P. Richter,
und P. Smith, Das Gleichnifs vom ungerechten Haushalter
. — Jahrg. 1874: Dr. Kalkar, Neuere Religionen
und Religionsformen. — P. Lund, Verhältnifs von Staat
und Kirche in Preufsen. — P. Baumann, Die Predigt
in unfrer Zeit. — Dr. Koch, Ein Blatt aus der Erbauungsliteratur
des 17. Jahrh. — Dr. Zeuthen, Was heilst
gefunde Verkündigung desChriftenthums? — Dr. Horn,
Chriftus als das Wort. — P. Helveg, Der geiftliche Stand
und feine Stellung in der alteren dänifchen Kirche. —
P. Anderfen, Die Lehre vom hl. Abendmahl (auf
Anlafs eines vielbefprochenen wiffenfehaftlichen Werkes
Dr. Gude's). — P. Schji tt, Valdez von Lyon. Eine
kirchengefch. Unterf. — P. Fich, Ueber 2 Kor. 12,1 —10.

— P. Th. Hänfen, Religionsunterricht in den Gymna-
fien. *- P. Prior, Ueber die neuefte Ordnung der kirchl.
Verhältnifse in Grönland. — Dr. Kalkar, Seelforgerifche
Hausbefuche. — P. Grove-Rasmuffen, Leetüre der
Geiftlichen. — Jahrg. 1875: Lic. Lind, Mittheilungen aus
den Sentenzen Ifidor's von Sevilla. — P. Garde, Die
Grundtvigfche Anfchauung in ihrer Unvereinbarkeit mit
der Kindertaufe. — P. Horn, Ueber Rasmus Nielfen's
Naturphilosophie. — Pr. Hamm er ich, Die erlöften
Seelen in ihrem Zwifchenzuftande. — P. Fich, Ueber
Kierkegaard, Grundtvig und Nieifen. — Skibfted (Mitglied
des Cultusminifleriums), Volksfchule und Volkskirche. —
P. Th. Hänfen, Reform des Predigerfeminars. — Dr.
Kalkar, Verfammlung d. evang. Alliance in New-York.

— P. Helveg, Stellung der Geiftlichkeit in der dän.
Staatskirche. — P. Kofoed-Hanfen, Das Dämonifche,
insbefondere in den heutigen Gefellfchaftszuftänden. —
P. Dali, Bedeutung des Feiertags für den Chriften. —
Jahrg. 1876: Cand. E. Bohn, EugeneBerfier. Eine Paftc-
ralftudie. — Prof. Bornemann, Die Einheit der Wiffen-
fchaften und die Bruderfchaft Prof. Stern's (welcher das
Aufgehen der theologifchen Facultät in die 3 anderen
gefordert hatte). — P. Baumann, Verhältnifs zwifchen
der Predigt und des Predigers christlicher Individualität.

— Dr. Kalkar, Laveleye's ,Zukunft der katholifchen
Völker'.— Cand. Mynfter, Ludw. Tieck in feinem Verhältnifs
zum Chriftenthum. — Dr. Oeftberg, Die kirchl.
und religiöfen Bewegungen in Schweden. — P. Trojel,
Die 144,000 Verfiegelten in der Apokalypfe. — P.
Prior, Die Brüder vom gemeinfamen Leben. — Dr.
Becker, G. Groen v. Prinfterer. — Jahrg. 1877: P. Rin-
dom, Die Irvingifche Lehre, namentlich in Dänemark.
■— P. Trojel, und Bifch. Brammes, Der Gebrauch d.
W. ,Freund' im N. T., bezw. der kirchl. Uebcrfetzung. |

— P. Fich, Die gefchichtl. Realität der Auferftehung
Chrifti (mit Bez. auf ein betr., in Chriftiania erfchienenes
exegetifch- apologetifches Werk Bang's). — P. Madfen,
Ueber das liefen der Bibel. — P. Kofoed-Hanfen,
Ueber den Begriff einer ewigen Unfeligkeit. — Dr. Kalkar
, Kanzel und Politik. — P. Koch, Gedächtnifs-
rede auf Prof. H. N. Claufen. — P. Hasle, Staats- oder
Volkskirche, und Freikirche. — Dr. Kalkar, Börrefen
und die dänifche Miffion. — Cand. Mynfter, Ueber
Rudberg's (a. d. Schwed. überfetzte) kirchengefchichtliche
Erzählungen, befonders ihren religiöfen Standpunkt. —
H. V. über den Urfprung des vierten Evangeliums
(Refultat — und zwar hauptlächlich aus innern Gründen:
nicht vom Apoftel Johannes, fondern Gelegenheitsfchrift
eines zeitgenöffifchcn Kleinafiaten von höherer Bildung,
welcher fich d. Z. in Jerufalem aufhielt). — P. Bohn, Die |

evangel. Bewegung in Italien, namentlich in Rom. —
P. Schjutt, Einige exeget. Bemerkungen, gefammelt
auf dem Gebiete der Textkritik. — Zuftand der deut-
fehen Univerfitäten im vierten Decennium d. Jahrh. (nach
Hausrat h).— Dr. Kalkar, Ueber den Index librorum
prohibitorum usque ad a. 1876. Romae. Ex typogr. polygl. —
Neben den Abhandlungen, von welchen hier eine
Anzahl aufgeführt ift, nehmen die zum Theil ausführlichen
Recenfionen der neueften literarifchen Erfchei-
nungen des Inlandes und des Auslandes einen grofsen
Raum der Zeitschrift ein. Diefe legt ein fprechendes
Zeugnifs auch dafür ab, dafs die dänifchen Theologen
mit unferen kirchlichen Zuftänden und mit unfercr theologifchen
Literatur, und zwar in ihrem ganzen Umfange,
fich fehr gründlich befchäftigen. Und fie verdienen es
wohl, dafs man ihren eigenen wiffenfeh. Arbeiten in
Deutfchland künftig mehr Aufmerksamkeit fehenke, als
es bis jetzt im Allgemeinen gefchehen ift.

Lübeck. A. Mi che Ifen.

Tiele, C. P., De Vrucht der Assyriologie voor de vergelij-
kende Geschiedenis der Godsdiensten. Redevoering cc.
Amfterdam 1877, P. N. van Kampen & Zn. (44 S. 8.)

Mit diefer Antrittsrede hat der durch mehrere reli-
gionsgefchichtliche Schriften bekannte Verf. den neubegründeten
Lehrftuhl für allgemeine Religionsgefchichte
an der Univerfität Leiden übernommen. Sie dient zur
Hinweifung auf die Bedeutung der affyrifchen Texte für
das Verftändnifs der femitifchen Religionen überhaupt;
ihnen gegenüber räumt der Verf. jenen diefelbe Stelle
ein, wie den Veden im Verhältnifs zu den arifchen Religionen
(S. 33). Der Verf. macht mit einigen von Gut-
fchmid entlehnten Ausftellungen an dem bisherigen Verfahren
der Affyriologen auf die Unficherheit der Entzifferung
aufmerkfarn (S. 21 ff.), trägt aber trotzdem
die zuversichtliche Behauptung vor, es fei nur eine kleine
Anzahl keilfehriftlicher Zeichen, deren Lefung bei den
femitifchen Bewohnern Affur's und Babel's unbekannt
fei, auch in diefen Fällen aber fei die Bedeutung meift
gefichert (S. 22). Wäre dem wirklich fo, dann Stände
doch noch die Unficherheit der für die Religionsgefchichte
fundamentalen Lefung von Gottesnamen der
Verwerthung der Affyriologie als Ausgangspunkt der
femitifchen Religionswiffenfchaft zunächft hindernd im
Wege; fo wie aber thatfächlich noch immer auch hinsichtlich
des Sinnes der infehriftlichen Ausfagcn grofse
Schwankungen bei den Affyriologen herrfchen, möchten
wir vor der religionsgefchichtlichen Verwerthung, in der
Weife wie der Verf. fie vorfchlägt, ernftlich warnen. Mit
einigen, wie es Scheint, genügend geficherten allgemeinen
Zügen der mythologifchen Erzählungen und mit einigen
zum Theil ebenfalls zuverläffig gelcfencn Götterliften wird
fich die Religionsgefchichte einftweilen begnügen müf-
fen. Jcdesfalls darf auch diefe befchränkte Verwerthung
nur in der Weife gefchehen, dafs man die kcilfchrift-
lichen Nachrichten neben den anderweitigen hergehen
läfst; auf jene für fich allein neue Schlüffe zu bauen,
fcheint uns für den Augenblick unbedingt verwerflich.

Strafsburg i. E. Wolf Baudiffin.

Kaempf, Prof. Dr. S. J., Das Hohelied, aus dem hebräi-
fchen Originaltext in's Deutfche übertragen, wie auch
fprachlich und fachlich erläutert und mit einer umfallenden
Einleitung verfehen. Prag 1877, Mercy.
(XLVI, 214 S. gr. 8.) M. 10. —

Das Abfehen des Verfaffers ift weniger gerichtet auf
die Einzclerklärung des Hohenliedes als auf eine neue
Rechtfertigung für die Auffaffung des Ganzen als Drama.
Die Zerlegung in Scenen und die Entwickelung der Handlung
wird fcharffinnig durchgeführt. Der Vcrfaffer nimmt