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Ausgabe:

1877

Spalte:

609-612

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Koster, Joh.

Titel/Untertitel:

De Echtheid van de Brieven aan de Kolossers en de Epheziers met het oog op de nieuwste bezwaren onderzocht 1877

Rezensent:

Holtzmann, Heinrich Julius

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Theologische Literaturzeitung

Herausgegeben von Prof. Dr. E. Schürer. .

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

N°- 23. 10. November 1877. 2. Jahrgang.

Koster, De Echtheid van de Brieven aan de
Kolossers en de Epheziers (Holtzmann).

Hafe, Kirchengefchichte, 10. Aufl. (Möller).

Eechner, Chronik der evangelifchen Gemeinden
in Moskau, 2 Bde. (Bertheau).

Carl Freiherr von Richthofen, ein Lebensbild
aus den kirchlichen Kämpfen der Gegenwart
(Fay).

Renan, Dialogues et Fragments philosophiques
(Pünjer).

Fuchs, Schriftgemäfse l'redigtentwürfc über die ■ Krummacher, Des Apoflels Paulus Brief an

evangelifchen Pericopen, 2. Aufl. (Lehmann). ■ die Römer in Predigten ausgelegt (Derf.).
Fuchs, Schriftgemäfse Predigtentwürfe über die Ehlers, Das alte Gefetz und die neue Zeit (Derf.).

heilige Paffion unferes Herrn Jefu Chrifti
(Derf.).

Meier, Wir fallen feine Herrlichkeit, Predigten,

2. Sammlung (Derf.).
Nie mann, Reden aus dem geiftlichen Amte,

Neue Folge (Wetzel).
Evangelifche Cafualreden, herausg. von Oehler

(Derf.).

Münkel, Der Tag des Heiles, Evangelienpredigten
, 2. Aufl. (Derf.).
Freybe, Der Karfreitag in der deutfchen Dichtung
(Lindenberg).
Petri, Zur Einführung Shakefpeare's in die

chriftliche Familie, 2. Aufl. (Derf.).
Aus Parifer Handfehriften. Mittheilungen von
IIarnack.

1877, A. J. van Huffei. (X, 223 S. gr. 8.

Der Unterzeichnete hat an der Anzeige diefer Schrift
ein befonderes Intereffe, fofern ihr Verf. fich fofort (S. 2)
und durchweg auf die 1872 erfchienene ,Kritik der Ephe-
fer- und Kolofferbriefe' bezieht und den feitherigen
Verlaul der Verhandlungen darflellen, zugleich aber
auch ein durchweg pofttives oder vielmehr confer-
vatives Refultat derfelben ficher (teilen will. Einen neuen
Standpunkt weifs er freilich nicht Zugewinnen; er adop-
tirt vielmehr bezüglich des vielverzweigten Problems des
Epheferbriefes einfach die Anftftellungen von Härtung
und Engelhardt S. 27), fchliefst fich bezüglich des
fchriftffellerifchen Verhältnifses der Hypothefe an, wonach
noch unter dem Eindrucke des Kolofferbriefes
flehend derfelbe Verf. nachgehends den andern Brief
abgefafst hat (S. 29. 50. 219.), an deffen ephefinifcher
Adreffe kein Zweifel beftehen kann (S. 26 f. 82. 201),
und verftchert fchliefslich, dafs alle Schwierigkeiten zwar
auch fo nicht gehoben erfcheinen, unter der Voraus-

Koster. Joh., De Echtheid van de Brieven aan de Kolos- fchichtlichen Gnofis und unteren Briefen, im Klang der
sers en de Epheziers met het 00g op de nieuwste be- ' Worte Uebereinftimmung befteht' (S. 36) und jene auch

zwaren onderzocht. Academisch Proefschrift. Utrecht ' (dCfchr udir^ a? daS1 fStKadiui2' in Vf10"^ hi,er.dife

paulintfche Gedankenwelt begriffen erfcheint, anknüpft

(S. 37). Dennoch aber läuft Alles auf Schein hinaus,
was daraus zu Gunften eines nachpaulinifchen Urfprungs
der Briefe hat gefchloffen werden wollen. Denn wie
auch ich (S. 222) das nlr]qioiia Eph. 1, 10 nach Mafs-
gabe von Gal. 4, 4 erkläre (S. 30), fo kommt diefes
Wort ja auch fonft bei Paulus vor (S. 12 f.) und heifst
wenigftens Rom. 15, 29 auch ,Pulle' (S. 139). Mit den-
felben Mitteln werden die Kotten für die fprachliche
Seite der Beweisführung überhaupt beltritten. Rom. 1,
20 lefen wir xa ccogaxa avtov xad-ogccTett, folglich wird
Kol. 1, 16 r« bgara xcd %a dngaxa, wiewohl der Verf.
das Gnoftifirende des Ausdrucks wohl fühlt, unbedenklichfein
(S. 11), ja felbft die fo auffälligen ;cvev(iariy.it Eph.
6, 12 erfcheinen durch jene äogaxa hinlänglich gedeckt
(S. 35). Weiter fortgefetzt und fyftematifcher dargelegt
finden fich folcherlei Betrachtungen im vierten Haupt-
ftück, welches fich über Darftellungsweife und Styl verbreitet
(S. 164—195). Allerdings begegne in den anderthalb
erlten Capiteln des Kolofferbriefes verhältnifsmäfsig
fetzung der Unechtheit aber ihrer noch viel mehrere I wenig Dialektik, Beweis und Folgerung, es lade fich da-
lich einheilten (S. 28). Die Zeitverhältnifsc liegen ganz , her diefc Polemik mit derjenigen des Galaterbriefes nicht
klar. ,Mit Sicherheit kann conftatirt werden, dafs der j vergleichen; dafür feien aber auch die Verhältnifse in
Stand der Parteien derfelben war, wie in den Tagen des Galatia und in Koloffä verfchieden gewefen (S. 165). Das
Paulus' (S. 40). Der Eph. 2, 20 erwähnte ,Grund der 1 gehäufte Vorkommen der sesquipedalia verba findet An-
Apoftel und Propheten' loll diefe nicht im Gegenfatze erkennung, wird aber durch die Reflexion auf das zer-
zu I Kor. 3, II als Grundfleinc bezeichnen, fondern in [ ftreute Vorkommen ähnlicher Ausdrücke in den Homo-
fchönffer Uebereinftimmung mit 1 Kor. 3, 10 den Ge- ! logumena aufgewogen (S. 168). Eine Reihe von eigendanken
ausdrücken, dafs Apoftel und Propheten es find, j thümlichen Ausdrücken und Wortverbindungen liefert
welche ihrerfeits jenen Grund gelegt haben (S. 45. 197), ' freilich der Epheferbrief, aber meift (teilen diefelben nicht
während dochChriftus vielmehr als ,Eck(tein'fungirt und als < blofs innerhalb der Paulinen, fondern im N. T. überhaupt
wahre Parallelen 1 Petr. 2, 6. Apoc. 21, 14 fich einftellen ; ganz vereinzelt da (S. 178 f.). Davon, dafs der Ephefer-
(vgl. meine .Kritik', S. 245. 263. 273). Wie alfo hier die l Brief ftatt ovoavng oder ovgavoi fagt za ejznvgdvi«, ift
folidarifche Gefammtautorität der Apoftel als Grund der S. 177 f. gar nicht die Rede, wahrfcheinlich weil ich
Kirche auftritt, fo heifsen fie auch 3, 5 bereits die ,hei- ' fchon S. 5 f., nicht erft S. 100 f. davon handelte,
ligen Apoftel', was unfer Verf. fich mit Hülfe von 1 Kor. J Lang ift der Satz 1, 3 — 14 freilich, aber Ewald und
12, 28 zurecht legen möchte (S. 46). Richtiger fpricht | Pfleiderer finden ihn auch gedankenreich (S. 181 f.).
hierüber Mangold in Bleek's Einleitung .(3. Aufl. ! Zugegeben wird, dafs beide Briefe in fyntaktifcher Be-
S. 534)- ! Ziehung Eigenthümliches bieten, dafs fie namentlich im

Das erfte Hauptftück befpricht die hiftorifchen Ver- | Gebrauch von Genetiven, die von einander abhängen, und
hältnifse, wie fie im Kolorier- 'S. 3—26) und Ephefer- von Fragewendungen mit zig oder xl im Sinne von
brief (S. 26—47) vorausgefetzt find. Wir heben Folgen- qitantus, quäle weit über das paulinifche Mafs hinausgehen
des als charaktcriftifch für des Verf.'s Standpunkt und (S. 188), aber das foll fich ,aus hiftorifchen und pfycho-
Methode hervor. Anerkannt wird, dafs gnoftifirende logifchen Zuftänden des Paulus ableiten laffen' (S. 194).
Ausdrücke in beiden Briefen fich häufen (S. 15), dafs Unabfichtliche Nachahmung des paulinifchen Styls wird
der yvi'iaig fonft bei Paulus eine fo weit reichende Be- für an fich möglich (S. 194)1 Abladung durch Paulus
deutung nicht zukommt (S. 16), dafs zwifchen der ge- felbft für das ungleich Wahrfcheinlichere erklärt (S.
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