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Ausgabe:

1877 Nr. 19

Spalte:

533-534

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Lange, Thomas

Titel/Untertitel:

Die hellen Nächte. Eine Erzählung 1877

Rezensent:

Lindenberg, H.

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Seite 1

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Theologifche Literaturzeitung. 1877. Nr. 19.

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würde, wie dies über die Kohls in dem vortrefflichen
Auffatze von Jellinghaus (Allgem. Miflionszeitfchr. Bd. I)
gefchehen ift. — Dr. Warneck erinnert ferner daran, dafs
die Schrift voller Miffionsgedanken fei. Er fagt: ,Wir
follten daher gar nicht Exegefe treiben können, ohne
uns nöthigen zu laffen, auf die mannigfaltigften Indivi-
dualifirungen des Mifflonsgedankens und feiner gefchicht-
lichen Realifirung einzugehen'; und er klagt: ,dafs die
Bezugnahme auf die Mifflon oder gar die Interpretation
unter dem miffionarifch.cn Gefichtspunkte den meiflen
Interpreten ein zu fernliegender Gedanke ift'. Gewifs
foll fachlich interpretirt und der Inhalt der h. Schriften
ganz und nach allen Seiten hin erhoben werden; aber
ein Weiteres darf man nicht verlangen. Man hat jetzt
mit Recht aufgegeben, die Exegefe nach dogmatifchen
Geflchtspunkten zu treiben, und fo wird man auch keine
neue, miffionarifche, als mafsgebend einführen dürfen.
Ebenfo würde der Gedanke abzuweifen fein, es müfsten
der wiffenfchaftlichen Exegefe praktifche Excurfe, hier
alfo über Mifflonsfragen, eingefügt werden. Derartiges
gehört, auch wenn es hie und da vorkommen mag, nicht
in exegetifche Vorlefungen.— Befondcrs befafst Dr. Warneck
fleh mit den Vertretern der praktifchen Theologie,
die ja feit Ehrenfeuchter's Vorgang in ihren ,Syftemen'
auch der Miffionstheorie eine Stelle anzuweifen pflegen.

ginelle Erzeugnifs dänifcher Literatur für den deutfehen
Lefer nicht blofs überfetzt, fondern nachgedichtet hat.

Nuffe. H. Lindenberg.

Bibliographie

von Dr. Caspar Rene Gregory.

Ueuefte titeratut.

Jahrbücher f. jüdifche Gefchichte u. Literatur. Hrsg. v. N.
Brüll. I3. Jahrg.) Frankfurt a,M., Erras. (III, 212 S.
gr. 8.) 6. -

Hnmmelauer, F. v., Der biblifche Schöpfungsbericht. Ein
exeget. Verfuch. Freiburg i,Br., Herder. (151 S. gr. 8.)

1. 90.

Bäck, S.,• Die Gefchichte des jüdifchen Volkes u. feiner
Literatur vom babylon. Exile bis auf die Gegenwart.
(In 5 Lfgn.) 1. Lfg. Liffa, Scheibel. (96 S. gr. 8.) 1. —
Brüll, N., Das apokryphifche Sufanna-Buch. [Aus: ,N. Brüll's
Jahrbb. f. jüd. Gefch. u. Lit. III.'] Frankfurt aM., Erras.
(69 S. gr. 8.) .... 3- —

Chodowski, S., Obseroationes criticae in Midrasch sc Zur
Iiascliirim secundum cod. Monach. 50 Orient. Disser-
tatio. Halle. (57 S. 8.)

Er freut fleh diefer Errungenfchaft, meint nun aber, dafs j Luthers Evangelien-Auslegung. Ein Kommentar zu den 4

die ,Evangeliftik' mit mindeftens demfelben Rechte wie
die Homiletik, Katechetik u. f. w. als felbftändigcr Zweig
der praktifchen Theologie behandelt zu werden Anfpruch
habe und beklagt es, wenn ihr nur ein knapper Raum

Evangelien. Aus feinen Werken gefammelt u. bearb. v.
Ch. G. Eberle. 2. umgearb. u. verm. Aufl. I. Hälfte.
Stuttgart, Buchh. der Evangel. Gefellfchaft. (XXVII, 612
S. Lex.-8.) 4.

angewiefen werde. Ich meinerfeits mufs geliehen, dafs , Ernfl, C, Der Brief d. Apoftels Paulus an die Chrillen zu
ich mich mit der jetzt fo üblichen Anfchwellung der Ephefus f. die Gemeinde ausgelegt. Herborn, Buchh. d.
praktifchen Theologie nicht befreunden kann und ftimme Naffauifchen Colportagevereins. (III, 119 S. 8.) 1. —;
der Anficht bei, dafs von ihr gegenwartig in Vorlefungen geb. I. 50.

den Studirenden fchon eher zuviel als zu wenig geboten 1 Esdrae Uber quartus arabice. E codke Vaticano nunc
wird. Auch darf man doch wohl darauf hin weifen, dafs : prhmnn ed. J. Gildemeister. Bonn, A. Marcus. (44 S.
die Hauptmittcl des Miffionirens ja eben die find, welche ; gr. 4.) 3. —

in der Homiletik und Katechetik fchon behandelt wer- . Champagny, Graf de, Die Antonine. 69—180 nach Chr.
den. — Doch genug der Anmerkungen, mit denen ich | Deutfch bearb. v. E. Doehler. 2. Bd. Hadrianus u.
keinesfalls den Eindruck fchwächen möchte, welchen zu Antoninus Pius. Halle, Buchh. d. Waifenh. (XIV, 414 S.
machen dies Schriftchen fo fehr geeignet ift. Es ver- gr. 8.) 5. —

Schapper, K., Die chriflolog. Sätze der Synode von Chal-

cedon u. f. w. Differtation. Jena. (39 S. gr. 8.)
Burk, C, Die chrillliche Kirche im Uebergang von der
griechifch-römifchen zur germanifchen Welt. 12 Vorträge.
Stuttgart, Buchh. der Evangel. Gefellfchaft. (256 S. 8.)

2. —

Günther, P., Das Leben d. heil. Gerhard, Stifters desKlollers

Brogne. Differtation. Halle. (31 S. gr. 8.)
Kaufmann, D., Gefchichte der Attributenlehre in der jüdifchen
Religionsphilofophie d. Mittelalters von Saadja bis

dient die vollfte Beachtung der akademifchen Kreife.
Erlangen. G. Plitt.

Lange, Thomas, Die hellen Nächte. Eine Erzählung. Aus
dem Dänifchen von Alexander Michelfen. Gotha
1877, Schloefsmann. (VIII, 380 S. 8.) M. 4. 50.

Ein Buch, das, wenn auch in der Form einer poeti
fchen Erzählung, doch fo tiefe ethifche Grundwahrheiten j Maimüni. Gotha, F. A. Perthes. (XIV, 527 S. gr. 8.) 16
veranfehaulicht wie das vorliegende, verdient wohl auch | Weizfäcker, C. v., Lehrer u. Unterricht an der evang.-theol.

in einer theol. Zeitfchrift eine kurze Erwähnung. In
höchfl anziehender Weife fchildert der theologifche
Dichter Dänemarks, wie eine urfprünglich grofse und
fchöne Mcnfchennatur, die unter dem Druck eines körperlichen
und geinigen Naturerbtheils noch gefangen und
gefeffelt ift und etwas dämonifch-thierartiges an fleh trägt,
unter dem Einflufs der flttlichen Mächte des Heimathgefühles
, der Freundfchaft und der idealen Liebe, vor
Allem aber unter dem Einflufs einer edlen, harmonifchen,
vom chriftlichen Geifte durchdrungenen Frauennatur fleh
herausarbeitet aus der unfehönen abftofsenden Larve
und durch die Veredelung des inneren Menfchen die
Unfchönheit des äufseren überwindet. Die poetifchen
Schönheiten des Buches, in dem der eigenthümliche

Facultät der Univerfität Tübingen von der Reformation
bis zur Gegenwart befchrieben. [Aus: /Beiträge zur Gefch.
(1. Univ. Tübing.'] Tübingen, (Fues.) (172 S.Lex.-8.) 3. 80.
Bodemann, F. W., Joh. Casp. Lavater. Nach feinem Leben,
Lehren u. Wirken dargeftellt. 1. Tbl. 2. Aufl. Gotha, F.
A. Perthes. (III, 195 S. gr. 8.) 2. 80.

Speckmann, A., Ueb. Hume's metaphyfifche Skepfls. Inaug.-
Differtat. Bonn, (Behrendt.) (64 S. gr. 8.) 1. —

Vogel, O., Häckel u. die moniflifche Weltanfchauung. Vortrag
. [Aus: ,Verhandlgn. d. Philof. Gefellfch. zu Berlin.')
Leipzig, Kofchny. (62 S. gr. 8.) 1. 20.

Bautz, J., Die Lehre vom Auferftehungsleibe nach ihrer po-
fitiven u. fpeculativen Seite dargeftellt. 2. u. 3. Die
natürl. u. übernatürl. Vollkommenheit der auferfteh. Leiber.

Zauber nordifcher Naturromantik in helles Licht tritt, ■ Paderborn, Schöningh. (XII u. S. 153—440. gr. 8.) 3.

eingehender hervorzuheben, ift hier nicht der Ort. Ref. (cplt.: 4. 809

begnügt fleh damit, die theol. Lefer diefes Blattes auf j Grünebaum, E., Die Sittenlehre d. Judenthums andern Be-

diefe intereffante plychologifch-etlüfehe Studie aufmerk- | kenntnifsen gegenüber. 2. fehr verm. Aufl. Strafsburg 1878,

fam zu machen und dem Ueberfctzer den Dank auszu- . Schneider. (XXXVI, 448 S. gr. 8.) 6. —

fprechen, dafs er mit fo feinem Verftändnifs diefes ori- | Dulk, A., Was ift von der chriftlichen Kirche zu halten?