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Ausgabe:

1877 Nr. 17

Spalte:

471-472

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Concordantiae nominum propriorum quae in libris sacris continentur, a divo patre Gideone Brecher inchoata et ad librum Jeremia producta

Titel/Untertitel:

finita demum a filio Adolpho Brecher 1877

Rezensent:

Mühlau, Heinrich Ferdinand

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47i

Theologifche Literaturzeitung. 1877. Nr. 17.

472

Concordantiae nominum propriorum quae in libris sacris
continentur, a divo patre Gideone Brecher inchoata
[sie!] et ad librum Jeremia producta [sie!], finita [sie!]
demum a filio Adolpho Brecher, Dr., Olmucci in
Moravia, anno millesimo octingentesimo septuagesimo
tertio mense Decembri. Addenda et corrigenda e
libro inedito Sefer Ha-Azamim viri erud. W. Heidenheim
selegit R. K. Francofurti ad M. 1876, prostat
apud J. Kaufifmann. (80 S. 4.) M. 3. 50.

Dies ift der etwas redfelige Titel eines Buches, das
jeder altteftamentliche Forfcher, ehe er es näher kennen
gelernt hat, mit Freuden begrüfsen mufs: um deswillen
, was es bieten könnte und follte. Untere hebräi-
fchen Lexica bedürfen ausnahmslos, was die Nomm. pr.
betrifft, einer ziemlich weitgehenden Ergänzung; fie find
in diefer Beziehung lückenhafter, als man vermuthen
follte. Bietet nun auch Brecher's Concordanz einzelnes
dankenswerthe Material dar, um diefe oder jene Lücke
zu ergänzen, fo wird fie dennoch ihrer Aufgabe nicht
im Entfernteften gerecht. Der Verf. war ifrael. Spitalarzt
in Profsnitz*), und fein Sohn, der des Vaters unvollendete
Arbeit zu Ende führte, ift gleichfalls Arzt. Beide
haben offenbar keine Ahnung von der Aufgabe gehabt,
die eine Concordanz der altteftamentlichen Eigennamen
erfüllen müfste. Die äufserlichften und befcheidenften
Forderungen, die man an eine folche ftellen mufs, find,
dafs diefelbe vollftändig, correct und wohlgeordnet fei.
Selbft diefe find nicht annähernd erfüllt. Es fehlen Artikel
wie ni:-::« 1 Reg. 4, 11; ■>nno {Patron) Num. 26,
26; Stellen wie Jud. 1, 6. 7 (zu pra—'ih«), Jes. 19, 6. 37,
25. 2 Reg. 19, 24 (zu lisn], 2 Reg. 15, 1 (zu rr^rs),
1 Chr. 1, 22 (zu barsj) u. viele andere. Die Namen find
durch den Druck 'fo verunftaltet, dafs man fich billig
fragt, ob das Buch überhaupt einer Druckcorrectur unterzogen
worden ift. Unformen wie -fitÖ'I'i» , Trfe->73, -byv
0?7$tw, D^rrjrfi -bsit, ttbo, httnp», "fypyf (S.47) und AnAj;
(S. 74), beides ft. An--;;-, finden fich in Menge, Dagefch-
punkte u. a. Zeichen find nur ganz zufällig gefetzt.
Druckfehlern in den Zahlen begegnet man auf jeder
Seite; vgl. z. B. S. 39 b, Z. 10 (1. 2 Reg. 23, 10), S. 43 b,
Z. 20 (1. 1 Chr. 4, 19), Z. 2 v. u. (1. Neh. 10, 20), S. 44 a,
Z. 15 l.Jos. 19,27). Nicht einmal die alphabetifche Reihenfolge
ift forgfältig inne gehalten (vgl. z. B. S. 38 b,
Z. 5 ff., 12 ff. S. 44 a, Z. 19 ff. S. 46 b, Z. 3 v. u.). Die
meiften homonymen Eigennamen find nicht getrennt,
fondern bunt durcheinander geworfen aufgezählt; vgl.
allein auf S. 42 b die 7 Artikel ninbirba, oVau, Sfjibrj,
1p"5, «SFpa, fiAntt, rnnrve; unter ffissa, n. v. trib. et terrt

ai.y Ez. 30, 5 als Landesname, rrriN [sie] in der Stelle
Ex. 3, 14 alle drei Mal als Nom. pr. gefafst wird.

Dorpat. F. Mühlau.

Cunningham, W.,A dissertation on the Ep. of S. Barnabas
, including a discussion of its date and author-
ship. Together with the Greek text, the Latin Version
, and a new English translation and commentary.
London 1877, Macmillan & Co. (VI, CXVII, 130 S.
8.) Cloth. 7 s. 6 d.

Auf den erften 117 Seiten unterfucht der Verf. in
einer Reihe von Abhandlungen die Textüberlieferung
des Briefes (p. I—XII), feinen Plan und Charakter (p. XIII
—XL), wobei bereits eine Charakterifirung der erften
Lefer und die Beftimmung der Abfaffungszeit verfucht
wird; weiter handelt er (p. XLI— LXII) von dem Verf.,
den äufseren Zeugnifsen (p. LXIII—LXXIV), dem Ver-
hältnifs des Briefes zu den zeitgefchichtlichen Strömungen
(p. LXXV—XCV) und den theologifchen Anfchau-
ungen des Schreibers. Cunningham will die erften Lefer
in Alexandrien fuchen, und erkennt fie fowohl wie den
Verf. des Briefes felbft als Heidenchriften; er ftellt dabei
nicht in Abrede, dafs fich auch jüdifche Chriften unter den
Adreffaten befunden haben können und legt felbftver-
ftändlich Gewicht darauf, dafs der Verf. trotz feines
fcharf ausgeprägten nationalen Antijudaismus von der
jüdifch-helleniftifchen Speculation -r- nicht nur von der
Methode derfelben — aufs ftärkfte beeinflufst ift. Die
Abfaffungszeit des Briefes will er ficher vor d. J. 119 und
eben fo ficher nach dem J. 70 angefetzt wiffen, ift aber
geneigt, der erften Hälfte diefes Zeitraumes den Vorzug
zu geben. Der Verf. verfährt bei feinen Unterfuchungen
befonnen und trifft wohl auch in vielen Punkten das
Richtige; indefs giebt er zu weiteren Discuffioncn keinen
Anlafs; denn nirgendwo führt er die fchwebenden Fragen
über die Grenzen hinaus, in welchen fie bereits zur Genüge
verhandelt find. Da er aber weiter keine Nöthigung
empfunden hat, in den Abfchnitten, welche der kirchen-
und dogmengefchichtlichen Stellung des Briefes gewidmet
find, mehr als das gcwöhnlichfte Material herbeizuziehen
, und auch in der Behandlung der im engeren
Sinn einleitenden Fragen unfere Kenntnifse der Gefchichte
des Briefes und der Barnabaslegenden weder vermehrt
noch verdeutlicht, fo hat es wenig Intereffe, im Einzelnen
den von ihm gefällten Urtheilen nachzugehen. In-
deffen mag es innerhalb der neueften Controverfen, die
in England durch den Verf. des Werkes ,Supernatural
Religion' angeregt worden find, immerhin von Werth
fein, dafs an gewiffe unbeftreitbare gefchichtliche Er-
sic] flehen auch die beiden unter fich und von dem Sohne kenntnifse erinnert wird. Seinen Abhandlungen läfst der
Jofephs verfchiedenen Zeitgenoffen Efra's gleichen Na- [ Verf. einen Abdruck des Briefes im Original und in der
mens (Efr. 10, 30. 33); unter rD;-?; ,Tocht. oibfflnN' [sie; | alten lateinifchen U.eberfetzung folgen,
latein/und deutfehe Bezeichnungen wechfeln beliebig]; Beide Texte find, wie C. felbft bemerkt, lediglich
find die beiden von der Tochter Abfalom's verfchiedenen Abdrücke der von Gebhardt in unferer Ausgabe der
Frauen gleichen Namens (1 Chr. 2, 48. 7, 15 f.) mit App. VV. recenfirten Texte. Um fo mehr befremdet
aufgeführt. Unter <ir» findet fich auch Neh. 12, 42 (wo ! es, dafs C. nicht angegeben hat, dafs Gebhardt den
-it» fteht), 1 Chr. 7^21 (wo -it»). Das fogen. He loc. , Cod. Petropol. neu verglichen, vielmehr am Schlufs
(z'."B. bei nion;), der Artikel (z.' B. bei rt-aisa), der Un- ! feiner Ausführungen über diefen Cod. den Lefern mit-
terfchied von'Ken und Ketib (z. B. bei"-a-:, o-OWa) theilt> P- VIII: ,T/ie MS. is now in S. Petersburg,
haben keine Berückfichtigung gefunden. Diefe und' uh- i *»Asn it ivas recently collated by Muralt'. Die Grunde,
zählige andere Fehler und Unterlaffungen find in den ! weshalb C. auch in Plenen hallen, wo er die Geb-
Berichtigungen und Nachträgen aus Heidenheim's Opus hardt'fche Recenfion nicht billigt, doch feine eigene
posthumum, obwohl wir hier mancher intereffanten text- i Anficht in eine Anmerkung verfteckt und den G. fchen
kritifchen Bemerkung begegnen, unbeachtet geblieben. Text dem Lefer bietet, find Ref. nicht deutlich. Diefe
Ueber exegetifche Fragen wollen wir nicht rechten. Nur Ehre wird G. fich wohl verbitten, und der Sache kann
beiläufig fei erwähnt, dass n-fiin Pf. 84, 7 als Ortsname, 1 es nur fchaden, wenn irgendwie auch nur der Schein

I erweckt wird, als fei, zumal bei einer fo unfichcren
.... Ueberlieferung, wie die des Barn.-Briefes es ift, die text-

•) Er hat den CuzriJuda ha-l.ev, s f^^^^^>^^ kritifche Arbeit zum Abfchlufs gekommen. Die be-

mentar herausgegeben (3 Theile, Prag 1839) und ift Verf. einer Schnft: ... " ., „ , , ... X r & ... - >

Das Transcendentale, Magie und magifche Heilarten im Talmud (Wien rühmte Stelle C. I, 6 Will C. fo gehellt Willen: ZQiu OW

1850). I öoyuaxa saxiv xvqioir Ziorj nlaxiq einig, uqyrj y.ai ttlog