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Ausgabe:

1876

Spalte:

177-179

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Monumenta sacra et profana ex codicibus praesertim Bibliothecae Ambrosiane. Tom. VII: Codex Syro-Hexaplaris Ambrosianus photolithographice editus curante et adnotante Antonio Maria Ceriani 1876

Rezensent:

Nestle, Eberhard

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von Prof. Dr. E. Schürer.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

L Jahrgang. i. April 1876. N°- 7.

Monumenta sacra et profana cd. Ceriani T. : Euting, Sechs phönikifche Infchriften aus Ida- Luther's Drei grofse Reformationsfchriften
VII (Neftle). Hon (Baudiffin). vom J. 1520, hrsg. v. Lemme (Plitt).

Field, Origenis Hexaplorum quae supersunt, ; Havemann, Der erfte Brief St. Pauli an die Weygoldt, Kritik des philofophifchen Peffi-
Tom. L II. (Neftle). Theffalonicher (Wold. Schmidt), mismus der neueften Zeit (Kaftan).

Duhm, Die Theologie der Propheten (Dieftel). , Kind, Teleologie und Naturalismus in der Handtmann, Ueber Traurecht und Trau-

De Vogü£, Stele de Yehawmelek roi de Ge- ] altchrifllichen Zeit (Harnack). formen (Köhler),

bal (Baudiffin). j Sörgel, Lucian'sStellg.z.Chriftenth. (Harnack). |

Monumenta sacra et profana ex codicibus praeser-
tim Bibliothecae Ambrosianae. Tom. VII: Codex
Syro-Hexaplaris Ambrofianus photolithographice editus
curante et adnotante Sac. Obl. Antonio Maria Ceriani,
Praefecto etc. Mediolani 1874, impensis Bibliothecae
Ambrofianae etc. (1 Bl., 140 S., 195 Bit. fol.)

Wegen ihrer grofsen Bedeutung für die Herftellung
der echten Septuaginta und damit des hebräifchen Textes
des A. T.'s verdient die vorliegende Publication um fo
mehr eine kurze Befprechung, als diefelbe aus fprach-
lichen und fachlichen Gründen, vor allem des hohen
Preifes wegen, nur wenig deutfchen Theologen zugänglich
fein kann. Wie der Titel zeigt enthält diefer 7. Band

der auf Kotten der Ambrofianifchen Bibliothek in Mai- j lichkeit (von 1866—68 machte er Verfuche das richtige
land von ihrem Vorhand Ceriani herausgegebenen Mo- Verfahren auszufinden), endlich nicht zum wenigften dem

Mal erhalten wir hier nur die 2 apokryphifchen Bücher
Weisheit und Sirach; die kanonifchen waren alle fchon
herausgegeben. In der Hds., die dem achten Jahrh. angehört
und jetzt 193 Blätter hat mit je 2 Columnen,
(das erde, den Anfang des Prolog's zu den Pfalmen, und
eines zwifchen 96 und 97, das letzte Kap. des Sirach
enthaltend, ift leider verloren) ift die Reihenfolge der
Bücher: Ps. Hi. Prov. Eccl. Cant. Sap. Sir. XII Proph.
Jer. Baruch. Thre. Epift. Jer. Dan. Sus. Bei et Draco,
Ezech. Jefaja. Diese 193 Blätter find hier durch photo-
lithographifche Reproduction fo wiedergegeben, dafs wer
den Band auffchlägt, die fyrifche Hds. felbft vor fich zu
haben meint; und wir müffen uns fowohl den Conferva-
toren der Ambrof. Bibl. für ihre Liberalität, als dem
Photographen An gelo della Cr o ce für feine Gefchick-

numenta Jacra et profana eine photolithographifche Reproduction
der berühmten fyrifchen Hcxapla-Handfchrift C.
313 Inf. diefer Bibliothek. Die früheren Bände diefer
Sammlung erfchienen in 40, der vorliegende, einzig
daftehende ift dem Format der Hds. entfprechend in
Folio. Eine fyrifche und eine lateinifche Note auf Bl.
I93b, letztere von dem berühmten Lexicographen Gig-
geius (f 1634) einem der erften ,Doctoren' der Ambro-
ftana, beweifen, dafs der Codex aus dem fyrifchen Klofter
der Maria Deipara in der nitrifchen (fketifchen) Wüfte
ftammt und gleich bei der Gründung der Bibliothek
durch den Stifter derfelben, den Cardinal Friedrich
Borromaeus (f 1631), in diefelbe gekommen ift; mit
Recht ift daher die vorliegende Reproduction feinem
Nachkommen, dem Grafen Gibertus Borromaeus,
gegenwärtigem Conservator der Bibliothek gewidmet.
[Beiläufig fei bemerkt, dafs die erfte literarifche Notiz
über die fyrifchen Handfchriften diefes Klofters, aus dem
fie bekanntlich in unferem Jahrhundert in's Britifche
Mufeum kamen, mit der Erwerbung des Codex Ambrof.

gelehrten Herausgeber für die Ueberwachung des Drucks
und die begleitenden Noten zum höchften Danke verpflichtet
fühlen. Von den Facfimile-Tafeln im Katalog
der fyr. Hdss. des Brit. Muf. abgefehen, kennen wir keine
getreuere Reproduction einer fyrifchen, ja überhaupt
irgend einer Hds; denn dafs die vorliegende än kritifcher
Brauchbarkeit auch die des Sinaiticus oder Vaticanus
übertrifft, ift keine Frage. Die 140 Seiten Notar, denen
ein ausführlicher Commentar folgen foll, ergänzen was
in der Photo-Lithographie nicht zur Anfchauung gebracht
werden konnte, geben die Hauptvarianten anderer Hdss.
(insbef. der des Brit. Muf.) und endlich foweit möglich
den Nachweis, woher die in der Hds. fich findenden
Scholien, Einleitungen u. f. w. genommen find. Wir
haben hier nämlich nicht blofs die fyrifche Ueberfetzung
einer griech. Hexapla-Hds., welche auf dem (äufsern und
innern) Rand die Varianten des Aquila, Symmachus
und Theodotion u. f. w. trägt, fondern jedem Buch
geht eine meiftentheils aus Chryfoftomus gefchöpfte
Inhaltsangabe der Capitel voraus, und endlich ift der

ziemlich gleichzeitig zu fein fcheint und von einem reifen- j (obere und untere) Rand der Seiten fehr häufig mit Ci

den Kapuziner-Mönch Egidius Lochensis herrührt,
(Gassend's Leben des Fabri de Peiresk, zum Jahr 1633);
doch müffen fchon vorher einzelne Hdss. aus diefem
Klofter, z. B. die des Andreas Mafius, die ficherlich
ein Theil der ambrofianifchen war, diefe vor 1570, nach
Europa gekommen fein.] Nach Giggeius fcheint niemand
die Hds. beachtet zu haben, bis Jo. Ba. Branca
1767, Kenni cott und Bruns und 6 Jahre fpäter Björn-
ftähl auf diefelbe aufmerkfam machten. Was infolge
deffen zur Herausgabe und Verwerthung der Hds. von

taten aus griech. Kirchenvätern bedeckt. Nur ein in der
patriftifchen, bef. Catenen-Literatur fo bewanderter Gelehrter
wie Ceriani, dem dazu eine Anzahl ungedruckter
Catenen zu Gebot ftanden, konnte fo wie er es gethan,
das griech. Original diefer Noten auffinden; häufig fcheint
dasfelbe übrigens ganz verloren zu fein. Um nur eines
anzuführen: der 24 Columnen umfaffende Prolog zu den
Pfalmen, von dem leider die beiden erften verloren find,
enthält mehreres von Hippolytus, Origenes, Atha-
nafius, ein Verzeichnifs der Eigennamen des Pfalters mit

De Roffi 1778, Norberg 1787, Bugati 1788 und 1820, j ihren Deutungen, wozu die griechifchen Originale nicht
Middeldorpf 1817 und 35, endlich von Ceriani felbft , mehr vorhanden find. So ift alfo auch für die patriftifche
(im erften Bande der Monumenta 1861) gethan worden 1 Literatur diefe Publication nicht ohne Werth; von der
ift, findet fich in allen ATlichen Einleitungen und in der j gröfsten Wichtigkeit aber find die fo zahlreich auf dem
Praefatio des vorliegenden Bandes angegeben. Zum erften I Rand erhaltenen Lesarten der 3 griechifchen Ueberfetzer