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Ausgabe:

1876

Spalte:

633-635

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Frensdorff, D. S.

Titel/Untertitel:

Die Massora Magna nach den ältesten Drucken mit Hinzuziehung alter Handschriften 1876

Rezensent:

Kautzsch, Emil

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von Prof. Dr. E. Schür er.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J, C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

1. Jahrgang. 9. December 1876. N°- 25.

Frensdorff, Die Maffora Magna nach den Bibliotheca Casinensis, cura et studio mo- | Rogge, Johannes Uijtenbogaert en zijn tijd.

3 Bde. (Chantepie de la Saussaye).
Poel, Johann Georg Ilamann. Sein Leben und

alterten Drucken mit Hinzuziehung alter nachorum ordinis S. Benedicti abbatiae

Handfchriften, i. Thl. (Kautzfeh). Monlis Casini, T. I. II. (Gebhardt).

Hamburger, Real-Encyclopädie für Bibel und The Doctrine of Addai the Apostle

Talmud, 2. Abth. (Schürer). edited with an English Translation by Ge-

Die Sittenlehre des Talmud und der zerftörende orge Phillips (Neftlej.

Einflufs des Judenthums im Deutfchen Kolde, Luthers Stellung zu Concil und Kirche

Reich (Schürer). bis zum Wormfer Reichstag 1521 (Katten-

Stern, Ueber den Talmud (Schürer). bufch).

Mittheilungen aus feinen Schriften. 2 Tille.
(Lindenberg).
Kögel, Aus dem Vorhof ins Heiligthum. 2

Bde. (Lindenberg).
Kögel, Der Brief l'auli an die Römer in Predigten
dargelegt (Lindenberg).

r- j xx ti r ri c m^»»n»o m,„„~ „^r-u a~„ Welcher Stoff für den Verf. zu bewältigen war.

Frensdorff. Prof. D. S., Die Massora Magna nach den . . , - , , n , *» „.

' ' , ergiebt lieh am belten daraus, dafs diefer erftc I heil

dteften Drucken mit Hinzuziehung alter Handfchriften. I ftren„ „cnommen nur die Vorhalle zu der eigentlichen

r. Thl. A. u. d. T.: Mafforctifches Wörterbuch oder
die Maffora in alphabctifchcr Ordnung. Hannover
1876, Cohen & Rifch. (X, 20 u. 384 S. gr. 4.) M. 21. —

Selten dürfte die landläufige Redensart von einer
empfindlichen ,Lücke', die es auszufüllen galt, mit fo

Ausgabe der grofsen Mafora enthält. Die letztere foll im
Anfchlufs an die editio prineeps von 1525 (richtiger 1526,
wie auch die hebräifche Vorrede giebt) nach der Folge
der biblifchen Bücher, mit Citirung nach Capiteln und
Verfcn, vollftändiger Punctation der Schlagwörter, Anführung
der Belegftellen und Ueberfctzung der fchwer-
vielem Recht gebraucht werden, wie dies der greife Ver- | verftändlichcnAngaben etc. unter Benutzung der jüdifchen
faffer im ,Vorwort' zu feiner lange mit Spannung er- | Originalgrammatiker, wie der einfchlagenden Fachwerke

warteten Massora magna thun konnte. Seit der Riefen-
fleifs des Jakob ben Chajim im 2. Bande der Bomberg'-
fchen Bibel von 1526 die Angaben der grofsen Mafora
auf 121 Foliofeiten aus Handfchriften zufammengeftellt

des R. Meir Halevi, Elias Levita, Lonzano, Elia ben
Afriel, Sah Norzi u. a. gleichfam neu wiederhcrgeftellt
werden, wobei der Verf. befonders auch die Ausbeute
betont, die ihm Heidenheim's handfehriftlicher Nachlafs

hatte, war für die Bearbeitung des gefammten Materials i darbot. Dagegen enthält der vorliegende erftc Theil
faft nichts mehr gefchehen. Sowohl der Abdruck in j zunächft ,die Maffora in alphabetifcher Ordnung' oder
Buxtorf's rabbin.Bibel,.wie die maforetifchen Tafeln feiner 1 ein mafforetifches Wörterbuch, welches die Bemerkungen
Concordanz beruhen auf jener editio prineeps. Was im ' der Mafora zu jedem Wort und jeder Wortform zufam-
Einzelnen, befonders durch Heidenheim, den ,Lachmann menftellt und die Auffindung derfelben in der gedruck-
der altteftam. Textkritik', durch S. Bär in Bär-Delitzfch's ten Mafora ermöglicht. Und zwar behandelt der erfte
Textausgaben und durch Frensdorff felbft in Ocldah w Abfchnitt (p. 1—208) die Zeit- und Nennwörter, der

ochlah (Hannover 1864) zurErforfchung und Berichtigung
der Mafora beigetragen worden war, vermehrte nur das
Verlangen nach einem brauchbaren Hülfsmittel zur Ueber-
fchauung und felbftändigen Durchdringung des ganzen
Gebietes. Denn fo hohes Lob auch Frensdorff demFleifse
und den Verdienften ben Chajim's fpendet, fo conftatirt
er doch mit Recht in der hebräifchen Vorrede, dafs bei
dem Mangel an Genauigkeit und vor allem an Ueber-
(ichtlichkcit die bisher gedruckte Mafora fei, ,wie die
Worte des verfiegelten Buches', und dafs es daher (Vorwort
p. VI) vor allem galt, fie ,in einem felbftändigen
Werke treuer, überfichtlicher und zugänglicher als bisher

zweite Abfchnitt (— p. 387) die Partikeln, Eigennamen
und allgemeinen Lchrfätze (aAbs). Daran fchlicfst fich
mit befonderer Paginirung (1— 20) eine alphabetifche
Ueberficht über die cigenthümlichen Ausdrücke und Abkürzungen
der Mafora. Der Inhalt des kürzeren hebräifchen
Vorwortes hinter dem hebr. Titel ift im Allgemeinen
dem deutfchen Vorwort gleichlautend. Was
zuerft das Wörterbuch felbft betrifft, fo wird fich über
die 2uverläffigkeit der vielen 1000 Citate erft nach längerem
Gebrauch urthcilen laffen; der hebr. Druck hat
fich dem Ref. bis jetzt immer als äufserft correet dar-
geftellt. Sehr praktifch ift die Hervorhebung der Hauptherauszugeben
'. Schon eine oberflächliche Befchäftigung I Helle, bei der fich die bezügliche Angabe in exiens,
mit diefem erften Theil würde lehren, dafs es fich hier I findet, durch ein Sternchen. Der Mangel einer voll-
faft um eine Lebensarbeit handelte, wenn es auch j Händigen Angabe aller Stellen wird aufserdem durch
der Verf. nicht im Vorwort andeutete; eine folche Rie- , den Verweis auf die betreffende Stelle der masorafinalis
fenarbeit konnte nur von einem geleiftet werden, der die i ausgeglichen. Sehr zu billigen ift es auch, dafs der
Worte Platen's zum Wahlfpruch erkor, die als Motto ; Verf-. fchon diefem Theile alle Bemerkungen, die fich
auf dem Titel Hohen: ,Sollcn Andere Vortheil von mir j auf die Erklärung dunkler Angaben fowie auf die Richtighaben
, fo mufs ich pflegen meine Gaben; und wer da j Heilung folchcr beziehen, in reichlicher Fülle als An-
nichts thut als das Seine, der lebt erfl recht fürs All- j merkungen unter dem Text beigegeben hat. Zu bedauern
gemeine' Die altteflamcntliche Wiffenfchaft wird es dem i dt andererfeits, dafs der überaus reiche Stoff in Strack's
Verf. noch auf lange Zeit hinaus danken, dafs er feine , tode-x Petropolitanus von 916, wie er jetzt durch die
Gaben auf diefem Gebiet, die er fchon in Ochlah w Gelammtausgabe diefer wichtigen Handfchrift zu Tage
ochlah documentirte, bis zur Erzielung folcher Früchte getreten ift, noch nicht benutzt werden konnte.

gepflegt hat. Und nicht minder gebührt den Männern
der Dank der Wiffenfchaft, die dem Verf. an feinem
70. Geburtstag die Mittel zur endlichen Erfüllung feines
Lieblingswunfches zur Verfügung Hellten.

Weitaus die gröfste Zahl der maforetifchen Angaben,
die ins Wörterbuch aufgenommen find, bezieht fich theils
auf die Zahl der Stellen, in denen eine Wortform vorkommt
, theils auf die Piene- und Defectivfchreibung,

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